20 Jahre Sido: Seine musikalische Entwicklung in 10 Songs

Auch wenn Deutschrap derzeit von Hitmaschinen wie Capital Bra oder 187 regiert wird, zählt Sido nun schon seit mehreren Jahrzehnten zu den populärsten Rappern des Landes. Mit einigen seiner Kollegen wie Bushido oder Kool Savas gelang es ihm, Deutschrap zu formen und zu prägen, Deutschrap groß zu machen, Deutschrap an die breite Masse heranzutragen. 20 Jahre Sido. Das bedeutet viel Veränderung, viel Weiterentwicklung, viel Output. Hits, genauso wie musikalische Fehltritte, neue Richtungen auszuprobieren, sich kurzzeitig zu verlieren, sich wiederzufinden. Es ist an der Zeit, einen Blick auf die musikalische Entwicklung von Sido zu werfen.

1998 – Selbstgespräch / Fuck you (Royal TS)

Royal TS – so nannten sich Sido und sein seit eh und je bester Freund B-Tight in den Anfängen ihres Rapper-Daseins. Die beiden wohnten unter miserablen Bedingungen zusammen, hatten kein Geld und keine Perspektive. Gemeinsam hingen sie hin und wieder im Royal Bunker ab, wo sie an Open-Mic-Sessions teilnahmen. Im Jahre 1998 brachten sie ihr gemeinsames Tape „Wissen Flow Talent“ heraus – eine Kassette in schlechter Audioqualität mit einem handmade Booklet.

Auf dem Intro des Tapes „Selbstgespräch“ begegnen die beiden Rap. Der sogenannte Rap ist eine Stimme, die plötzlich ertönt – diese wird leicht asynchron von Sido und Bobby gemeinsam gesprochen. „Hallo, wer redet denn hier?“„Ich bin’s, Rap“. Rap meint, es ist an der Zeit für ihr Tape, daraufhin entgegnen sie, dass es schon fertig ist, sie aber noch keinen Namen dafür gefunden haben. Aber Rap hat die Antwort parat: „Ihr braucht keinen Namen. Alles was ihr braucht ist Wissen, Flow und Talent“.

„Eyo du rappst und wir kotzen, denn du bist eklig / Du willst so sein wie wir, ich sag’s dir nochmal – es geht nicht“ rappt Sido auf dem ersten Track „Fuck you“. Die Hook ist eindeutig: „Fuck you, Royal TS Bitch / Im Gegensatz zu uns am Mikrofon seid ihr hässlich / West-Berlin, auf den Rest der Welt geschissen / Sido und B-Tight sind dein Untergang, Hure“. Schon damals stellten es die beiden Berliner klar: Wir sind die Kings, West-Berlin ist die Hood. Harte Ansagen der damaligen noch eher unbekannten Rapper. Ihr Talent (und ihr Wissen und ihren Flow) konnten Sido und B-Tight mit „Wissen Flow Talent“ aber allemal beweisen – es war der Anfang von etwas Großem.

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