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Waka Flocka hört auf

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Schlechte Nachrichten für alle Fans von Waka Flocka Flame. Der Atlanta- Rapper will sein Mic definitiv Ende des Jahres an den Nagel hängen. Bereits vor einem Monat twitterte Waka über ein baldiges Karriereende. In einem Interview mit RapFix MTV äußerte er nun Ähnliches.

"Nah, I am gonna retire (…) I’m gonna retire from the industry — I’m not gonna kick it in the industry no more. I’m gonna do what I wanna do, how I started like from the beginning. I’m gonna do exactly what I wanna do. I don’t expect to win awards, I don’t expect to go to big venues. I’m gonna really help the youth — this is what I started doin‘ it for, so I’m gonna finish doin‘ it — Yeah, I’m gonna retire — from the industry." (RapFix)

Dies bestätigte er auch gegenüber dem Radiosender V-103 und erläuterte einige Gründe. Demnach findet er die Musikindustrie von Grund auf falsch und am Ende des Tages undankbar. Um den vielen Unannehmlichkeiten zu entgehen, würde er lieber bei Walmart arbeiten als weiterhin zu rappen. Er räumte allerdings ein, dass das für Aussenstehende schwer nachzuvollziehen sei.

"That’s absolutely true(…) The game as a whole is fake. I’m tired of just going through what I go through and then at the end of the day, the forecast is always rain. It always rains on my world. It’s so many different haters, fake smiles, fake hugs, so to prevent myself from doing anything, I’d just rather quit. I’d rather work at Walmart than rap and that’s my word on God. Yup. I’ll put that on Jesus Christ, I ain’t lying. It’s something I could never explain because people aren’t living this lifestyle. So at the end of the day, people living the lifestyle can probably understand why I’m doing it. At the end of the day, I’m just doing it for my friends and my family, get them straight and then it’s over for me." (V-103)

Sehr zum Bedauern seines guten Freundes und Ferrari Boyz-Partners Gucci Mane. Dieser outete sich gegenüber SOHH.com als Flockas größter Fan und erklärte, wie schade er es fände, würde dieser aufhören.

"Me just being honest, I’m one of Waka’s biggest fans (…) I’m a huge fan of his music, you know what I’m saying? Me just being a fan and seeing how he is when he goes into the studio, I would hate for him to stop rapping because I like what he’s doing. Every song he’s every made, I’ve liked. He goes hard. So I would hate for him to leave the game because I think he’s bringing a whole new thing to the rap game. He’s got his own style." (SOHH)

Aufmunternde Worte gab es hingegen von Three 6 Mafias DJ Paul. Der glaubt nicht daran, dass Flame so bald das Handtuch wirft. Aus eigener Erfahrung könne er sagen, dass man dafür in dem Alter noch zu viel Spaß an der Sache hätte.

"I like Waka Flocka. Waka Flocka’s one of my favorites, (…). I remember when I was his age. You’re having too much fun. He won’t do it." (Rap-Up)

Rap in den Charts

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Wie bereits desöfteren an dieser Stelle erwähnt, ist es ein außergewöhnlich gutes Jahr für deutschen Rap – zumindest, was Verkaufszahlen und damit einhergehende Chartplatzierungen angeht. Nun sollte man künstlerischen Erfolg nicht unbedingt mit finanziellem gleichsetzen, aber wie sagte Jay-Z einst so schön utilitaristisch: "Men lie, women lie – numbers don’t."

Auch die 34. Kalenderwoche ist eine recht erfolgreiche für Deutschrap. In der Top Ten der deutschen Albumcharts finden sich Samy Deluxe‚ "SchwarzWeiss" auf Platz 3 (2. Woche, vorwoche #1) und Caspers "XOXO" auf Platz 9 (5. Woche, Vorwoche 8). Zumindest im Falle von Casper könnte man als spekulierfreudiger Mensch so langsam das Wort "Gold" in den Mund nehmen, aber halten wir uns mal lieber an Fakten.

Soviel also zur Gegenwart, wagen wir einen kleinen Ausblick in die nahe Zukunft. Die Amazonverkaufscharts, die sich bereits im Falle von Casper als relativ aussagekräftiges Orakel erwiesen haben, werden seit gestern souverän von Bushido und sido bzw. ihrem gemeinsamen Projekt "23" angeführt. Das lässt auf einen hohen Charteinstieg des Gipfeltreffens, vermutlich in der Top Ten hoffen.

Und auch der Hamburger Nate57 kann sich über erste positive Signale betreffs seines am vergangenen Freitag erschienen Mixtapes "Auf der Jagd" freuen: Wie sein Label Rattos Locos gestern Abend mitteilte, rangiert das Teil derzeit auf Platz 3 – hinter Megasellern wie Adele und Amy Winehouse. In einer Videoansage zeigte sich der St. Pauli-Representer sehr erfreut über die gute Nachricht.
 

Über sein Mixtape, politischen Straßenrap, Verschwörungstheorien und vieles anderes haben wir kürzlich ein Interview mit Nate geführt, das ihr ab Freitag auf rap.de finden werdet. 
 

Illmatic nimmt auf

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Lange nichts mehr gehört von – Illmatic. Der Frankfurter Grieche mit der rauhen Stimme, der 2003 zusammen mit Savas das legendäre "Freunde der Sonne"-Album "Nur noch 24 Stunden" aufnahm, hat länger nichts mehr von sich hören lassen.

Nun aber ist er, wie unsere Korrespondentin Xenia aus dem Frankfurter Raum, herausfand, wieder zurück im Studio und nimmt ein neues Album auf. In einem exklusiven Statement gegenüber rap.de sagte Illmatic: "Ich darf verraten, dass ich an meinem neuen Album arbeite. Der Titel steht noch nicht, der Arbeitstitel ist “My Big Fat Greek Rapping“, aber das kann sich jederzeit ändern.
Auch zu den zu erwartenden Inhalten und seiner Herangehensweise äußerte sich Illz. "Ich versuche schon auf diesem Album nicht so viele Battletracks zu machen. Ich hab auf “Freunde der Sonne” und auf meinen bisherigen Alben schon viel Quatsch geredet und man wird ja auch älter, die Themen ändern sich ein Stück weit."

Übeigens: Niemand geringeres als 3p-Mastermind Moses Pelham sitzt an den Reglern. Wann genau das Album erscheinen soll, ist aber noch unklar, ebenso, ob es eine Tour geben wird. "Moses ist schon sehr weit mit seinem Album und ich denke, ich bin dann bei Moses im Vorprogramm. Ich hab mir kein Timing gesetzt, aber ich versuche das immer so schnell wie möglich zu machen, ich kann allerdings schwer absehen, wann mein Album fertig ist."

Auch die Frage, was er eigentlich in der Zwischenzeit so gemacht hat, beantwortete Illmatic. Wer die "Ali und Stavros"-Skits noch kennt, kann es sich eigentlich denken: Er verdingt sich als Stand-Up-comedian. "Henni von Badesalz ist mein Mentor, er hat mich auf Konzerten bei 3p gesehen und meinte, ich sollte das mal ausprobieren weil ich ein lustiges Kerlchen bin. Dann bin ich mit meinem fünfzehnminütigem Programm vor dem Glashaus-Konzert aufgetreten, danach hatte ich sehr viele eigene Comedy-Auftritte. Mittlerweile habe ich ein halbstündiges Programm, aber ich trete sehr selten auf, ich bin eben noch nicht bekannt genug für den “Quatsch Comedy Club“."

Von seinen humoristischen Fähigkeiten könnt ihr euch hier überzeugen:
 

Jay-Z feiert schon

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Man soll das Fell des Bären zwar erst verteilen, wenn dieser erlegt ist. Dass das kürzlich erschienene Kollaboalbum "Watch The Throne" von Jay-Z und Kanye West die Charts stürmen wird, ist allerdings nur noch eine Frage von Tagen.

In freudiger Erwartung feierte Hov daher Sonntagnacht im In-Club Liv in Miami den bevorstehenden Zahltag. Seinem Status als jetzt schon bestverdienender Rapper 2011 (Quelle: Forbes) entsprechend ließ er sich auch nicht lumpen. Wie von RadarOnline kolportiert wird, ließ er 250.000$ nur für Champagner springen. Bei so einer Summe knausert der God MC natürlich auch nicht beim Trinkgeld: 50.000 US-Dollar ließ er großzügigerweise springen.

Schon am Freitag kündigte Jigga an, den Rekord für gepoppte Bottles, den er auf etwa 75 Flaschen Sprudelwässerchen schätzt, in einer Clubnacht brechen zu wollen. "I’m just coming to hang out,(…) I’m gonna break the record for bottles popped in one night. I don’t know what the record is but I’m assuming since it’s Miami , it’s gotta be somewhere around 75 bottles. I’m going that way." (99 Jamz)

Wer allerdings bei dieser Meldung an den berühmten Cristal denkt, irrt. Denn Hova liegt seit 2006 im Clinch mit besagter Champagner-Marke. Seitdem bekannt wurde, dass der Eigentümer die Aufmerksamkeit aus der HipHop- Szene für unangebracht und sogar rufschädigend hält, boykottiert Jigga das Produkt sowohl in seinem 40/40 Club als auch privat.

Jimi Blue spielt Rapper

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Die Familie Ochsenknecht ist und bleibt Rap-affin. Der Vater, Schauspieler Uwe, gab in "Zeiten ändern dich" den Vater von Bushidos Exfreundin, Sohn Wilson Gonzales wurde von Casper in einem Song im Stile von Lil Bs Based Freestyles besungen – inklusive einer vermeintlichen Antwort von Wilson a.k.a. Wilson Gunz.

Und auch der dritte Ochsenknecht im Bunde, Wilsons Bruder Jimi Blue, hat nicht nur zwei Alben mit entfernt rapähnlicher Musik herausgebracht, sondern wird auch, wie bereits im Frühling letzten Jahres bekannt gegeben wurde, eine Hauptrolle in einem als Rapper-Film beschriebenen Machwerk spielen. "Homies" feierte kürzlich Premiere und wird ab kommenden Donnerstag, dem 18. August, in zahlreichen Lichtspielsälen in Deutschland zu sehen sein.

Allzuviel sollte man sich allerdings nicht erhoffen, die Kritik hat den Film, der von Regisseur Adnan G. Köse gedreht wurde, weitgehend einhellig verrissen.
Die Story gibt auch nicht allzuviel her: Marvin, den Jimi Blue verkörpert, ist ein Junge aus gutem Haus. Der Wunsch seiner Mutter ist es, dass er Immobilienmakler wird, aber Marvin will verständlicherweise lieber rappen. Durch Zufall bzw. einen Autounfall kommt er in Kontakt mit einer Clique von coolen Typen, denen gegenüber er sich als Unterschichten-Rapper ausgibt. Natürlich fliegt der Schwindel aber irgendwann auf, den Rest kann sich dann jeder selbst ungefähr denken.
Regisseur Köse bezeichnete sein Werk als "Märchen für Kinder". Damit dürfte er der Wahrheit ziemlich nahe gekommen sein.

Während der Film von Filmkritikern und ernsthaft an Rap und HipHop interessierten Kinogängern reichlich geharnischte Kritik erfahren dürfte, werden viele sehr junge Zuschauer möglicherweise zum ersten Mal überhaupt mit der Thematik konfrontiert werden. Man kann sich nun trefflich darüber streiten, ob das besser als gar nichts ist oder eben doch der Untergang des Abendlandes, bzw. der Rapkultur.

rap.de jedenfalls meint: Schlechte Filme haben Rap noch nie geschadet, die prominenten Beispiele dafür sind zahlreich ("Poetic Justice", "Get rich or die trying", alle Filme mit DMX).

Hier ein Trailer von "Homies":
 

form – Blitzableiter – rap.de Exclusive

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form alias prim hat nicht nur einen ungewöhnlichen, nicht leicht zu entschlüsselnden Namen. Er macht auch ziemlich eigensinnigen, nicht leicht zu entschlüsselnden Rap. Aber leicht zu entschlüsseln ist ja auch nicht unbedingt gleichbedeutend mit interessant – eher ganz im Gegenteil. Soeben ist auf der Internetplattform Bandcamp forms Remix-EP" format C:" erschienen. Auch außerhalb seiner Musik hat form eine Menge zu sagen, wie das kurze (!) Interview mit ihm beweist. Dazu beglückt er uns und euch mit dem rap.de-Exclusive "Blitzableiter"
rap.de: Seit wann bist du aktiv? form: Ich habe 2000 angefangen, ganz allein in der schwäbischen Metropole Cottenweiler. What you rep, don? Vorbilder im Sinne der Nacheiferung hatte ich keine, ich war nur sehr großer Rapfan, der alles gehört hat, was eigenständig und cool war. Ich weiß noch den exakten Moment, es lief Dabru Tack auf der zweiten Juice-CD, da überkam es mich wie eine warme Natursektdusche: So, jetzt reicht’s, jetzt mach ich das auch mal. Mir ist kürzlich aufgefallen, dass meine Rapauffassung auch stark vom Konsum von Computerspielmagazinen geprägt wurde. Innovation und Ergonomie wurden da immer wieder eingefordert, außerdem beklagten sich auch die Rapper ständig darüber, dass früher alles besser war und niemand was Neues machen würde. Also entwickelte ich, der auch zu Beginn nie was mit anderen HipHoppern zu tun hatte, die waren alle dumm bzw. gar nicht vorhanden auf dem Dorf, mein Verständnis von Rap, das auf mir selbst basierte, nicht auf dem Verständnis irgendwelcher Homies. rap.de: Gelegentlich hört man einen gewissen Anklang an Kinderzimmer Productions bei dir heraus. form prim: Keine Ahnung, dieser Vergleich kommt immer wieder, ich weiß nicht genau warum. Ich mag die sehr, ich habe alle Alben bis auf "Die Erste", die wurde mir kürzlich geklaut (verrotte in der Hölle, du Arschloch!), aber ich check nicht, was die Leute meinen. Meine Beats sind komplett anders, mein Flow und der Inhalt ebenfalls. Außerdem wurde mir schon Ähnlichkeit zu Sentence attestiert (lacht). Und Curse! Und Fler. Weshalb nur? rap.de: Vielleicht liegt es ja an deinem leichten schwäbischen Akzent? form: Ich rappe auch immer wieder auf Schwäbisch. Ich habe ihn mir im Lauf der Jahre ein wenig abtrainiert, weil ja dieses dumme Deutschland auf Grund der hässlichen Stadt-Land-Hierarchie nur Akzente akzeptiert, die aus für deutsche Verhältnisse so richtig großen Städten zu kommen scheinen. Auch wenn das vermeintliche Berlinerisch z.B. eben ein märkischer Dialekt ist, der genauso vom Land kommt. Ich habe nur keine Lust, jedes Mal erst mal jemanden zu schlagen, der meint, mich nachäffen zu dürfen. Eigentlich hätte ich es ja gern, dass alle so reden, wie sie eben reden, weil es dann doch wichtiger ist. WAS man zu sagen hat statt wie das dann gesagt wird. Spricht nicht unbedingt für eine untertanenfreie Kultur, wie das hier gehandhabt wird. Ich liebe alle Dialekte insgesamt und jeden einzelnen dann nochmal extra. Sprache ist Heimat und mit Heimat ganz prinzipiell, im Sinne einer weltoffenen emotionalen Bindung an Orte, habe ich kein Problem. 80% meiner Familie sind Franzosen, das wunderschöne Kaff "Fresse" in den Vogesen ist für mich genauso Heimat. Aber das führt jetzt schon sehr weit, haha. rap.de: Du bezeichnest dich selbst als Gutmensch. Was genau verstehst du darunter? form: Yeah, Lieblingsthema! Ein Gutmensch ist jemand, der/die Probleme mit Arschlöchern nicht nur hat, sondern diese auch noch ausdrückt und etwas dagegen tut. Nicht immer nur alles hinnehmen, was an Dummheit so vorhanden ist. Das Wort "Gutmensch" ist eine Beleidigung für Leute, die z.B. Atomkraftwerke nicht so schlau finden und obendrein noch etwas gegen Rassismus haben. Geilo, dann bin ich halt ein Gutmensch, du Vollidiot. Wenn wir schon so weit sind, dass die Zusammenführung von "gut" und "Mensch" als Beleidigung benutzt wird, dann gute Nacht. Weil wir hier bei rap.de sind: Wie viele Rapper meinen, ihren Judenhass, ihre hässliche Homophobie oder ihre sonstige gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einfach so rausplärren zu dürfen? Auf jeden Fall zu viele. Kool Savas rappt: "Ich fick dich perverser als ein gleichgeschlechtliches Pärchen", hängt cool mit G-Hot ab, der obendrein auch noch Lehrer werden darf, verteidigt ihn sogar usw.. Ekelhaft. Oder Olli Banjo, dessen Rap ich ja auch oft feiern kann. Aber außerhalb von Tracks Judensprüche bringen, auf Tracks dann eindeutig ein Problem mit Homosexuellen zu haben usw.? Geht’s noch? Gerade er ist jemand, der viel von Freiheit und sowas redet, checkt er denn nicht, dass mit seiner Argumentation Leute in Deutschland verprügelt, in anderen Ländern sogar ermordet werden? Einfach nur, weil sie jemanden lieben. Wo ist da die Freiheit bitte? Die Gutmenschlichkeit wird hauptsächlich bei FICKO, dem Magazin für gute Sachen und gegen schlechte, zelebriert, auch wenn da in den letzten Monaten auf Grund technischer Probleme und Zeitfehlung nicht viel ging. Aber wir haben z.B. im April bei unserer Kirchenaustrittsorganisation viel Rabatz gemacht. Ich wurde von Al Jazeera interviewt, geiler Scheiß. Oder als Sarrazin in Mainz war, haben wir die größte Demo hinbekommen, die es gegen ihn bisher gegeben hat. Ihr hattet das ja auch als News. rap.de: Dein Style ist eigensinnig. Wie positionierst du dich innerhalb der HipHop-Szene? Gefällt dir die momentane Entwicklung? form: Ich positioniere mich unter Gleichgesinnten. Leute, die HipHop lieben. Die kochen können, gute Beats machen, nicht nur Scheiße rappen und auch abseits der Bühne keine Soziopathen sind. Wer nicht den Anspruch hat, einen eigensinnigen Style zu vertreten, hat meiner Ansicht nach kein Recht darauf, ernst genommen zu werden. Das ist zwar in den Interviews irgendwie immer Konsens, de facto wimmelt es aber doch noch überall von Gartennazis. Leute, die HipHop wirklich ganz doll lieb haben, haben viel zu oft eine hässliche Engstirnigkeit, z.B. was die Beats angeht. Dumm sind sie zu oft obendrein. Und die Leute, die auch mal Beats abseits von ´94-NY-Bummtschakk feiern können, haben mir zu oft keine Liebe für HipHop. Naja, ganz so schlimm ist es nicht, aber die Tendenz seit dem Huss&Hodn-etc.-Revival, plötzlich nur noch "whack" sagen zu wollen auf einem knisternden Beat und sich dafür schon feiern zu lassen, ist halt auch nicht das Wahre. Von den schlechten Synthiebeats der anderen Heiopais ganz zu schweigen. Macht doch mal mehr gute Synthiebeats, das geht. rap.de: Was willst du mit deiner Musik erreichen? form: Ich will unsterblich werden und ich will, dass meine Enkel mit mir angeben. Außerdem ein Feature mit Chilly Gonzales, Helge Schneider, Maïa Vidal und Serj Tankian. Und wen? Alle Nestbeschmutzer, Gutmenschen und Gsichtsgedullahs. Menschen mit Humor, Liebe und Haltung. Die wissen, wann es angebracht ist, zu singen, zu tanzen oder zuzuschlagen. rap.de: Wie wichtig ist Rap in deinem Leben? Könntest du auch damit aufhören oder ist das ausgeschlossen? form: Immer wenn es allzu frustrierend wird, denkt man schon ans Aufhören. Aber da ich mit Koljah z.B. die Crew Rechthabaz nicht zu Unrecht habe, geht das halt doch nicht. Außerdem kommen noch so viele viele viele Lieder mit Illoyal, Tufu, Bassdeaph und vielen anderen, ich kann nicht aufhören. Kennt ihr das beim Essen: Man macht sich zu viel Füllung auf den Teller, muss dann noch Nudeln nachgeben, bis man merkt, dass man zu viel hat und noch mehr Füllung braucht usw.. So ist es mit Rap auch. Ich habe noch nie Geld damit verdient und die schlimmsten Demütigungen über mich ergehen lassen, wie könnte ich da jetzt aufhören? Zumal ich nun mit Duzz Down San immerhin ein Label habe, das auch schon was bringt. Rap ist sehr wichtig, auch wenn ich gern singe und das mit der "Musik für Menschen"-Sache auch erfolgreich tue. rap.de: Die Frage nach Namen ist meistens albern, aber: Was zur Hölle bedeutet form bzw. form prim? form: Ganz am Anfang hieß ich "form prim", als sich Jasauf, die Hauptfigur aus "Jasauf und seine Freunde" am elften September in "form prim" verwandelte. Lange Geschichte, seeehr lange Geschichte :D, die ich vor zehn Jahren schrieb. Zum einen hat der Name ästhetische Gründe. form prim, zuerst geht es mit dem "f" hoch, dann mit dem "p" nach unten, grafisch gesehen. Dann versprühen vier Buchstaben klein geschrieben eine alles zerfickende, symmetrische Harmonie, in meinem Empfinden, jedenfalls mit den die Linie verlassenden Ausreißern, -orm und -rim bleiben ja flach. Und inhaltlich beschäftige ich mich gern mit der Form der Darbietung. Wie sagt jemand etwas aus, welche Möglichkeiten werden genutzt, worauf achtet man etc.? Inwiefern ist der Inhalt einer Aussage die Form schon selbst, kann man das trennen? Die Form ist ja das Erste, was einem bei was auch immer ins Auge, Ohr etc. fällt. "prim" kommt von meiner Überzeugung, dass alle Menschen zumindest das Potenzial dazu haben, eine unvergleichliche, unberechenbare, einzigartige Persönlichkeit zu werden. Mich haben Primzahlen immer fasziniert und ich hätte gerne, dass alle Primzahlen werden, nur durch sich selbst und 1 teilbar und sehr freistehend in Q. Künstlerisch ist die Trennung jetzt so, dass form die lautstarke Megafonatombombe ist, extrovertiert und wahnhaft aufgedreht, prim jedoch leidet, trauert und weint. Bei den Stücken von prim gibt es halt in der Regel keinen Humor, nur sehr bitteren. form schreit rum, prim sinkt in sich zusammen. Ich hätte gerne alles unter form prim veröffentlicht, zusammen ergibt der Name ja auch Sinn und ist symmetrisch, aber es ist ja offensichtlich jetzt schon schwer fürs Publikum, mitzukommen.

David Banner: Kein Swag

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Was macht eigentlich… David Banner? Zur Hochzeit des Crunk war der Mann mit dem ehrfurchtgebietenden Organ und der unverwechselbaren Mischung aus religiösem Irrsinn und brachialem Rap in aller Munde. Seit einigen Jahren aber war es still geworden um die Rap-Ausgabe des Hulk.

Jetzt hat der Rapper und Produzent aus Mississippi sich mit einem Song zurückgemeldet, der mahnend der Zeigefinger hebt. "Swag" heißt der Song, in dem Banner sich über die neue Generation von Westcoast-Rappern auslässt, für die er anscheinend wenig übrig hat. Die Odd Future-Jungs fütterten die Straße mit Bösem, findet Banner. Und die hellhäutige Rapperin Kreayshawn kritisiert er für ihre angebliche Verwendung des Wortes "Nigger", ein Vorwurf, den diese allerdings wiederholt zurückgewiesen hat. "A white girl call us nigga and we just sit back and laugh/ we call is swag".

Kreayshawn hatte im Mai ein DMX-Zitat getwittert, das das N-Wort enthielt. "I got 200k views… not 200k dollars… WTF YOU WANT FROM A N*GGA?! *DMX VOICE*"

Später hatte sie in einem Interview mit Voice Online betont, den abwertenden Begriff niemals in ihren Songs zu verwenden. Sie habe aber das Gefühl, dass das Wort in den unteren Einkommensschichten sowieso ständig benutzt werde, Asiaten würden Mexikaner in Oakland so nennen, Mexikaner Schwarze und Weiße Asiaten. "In Oakland, Asian people will call Mexicans that. A Mexican will call a black dude that. A white person will call an Asian that. Everyone calls each other that. I feel like that word is used in the low-income community more than anything."
Aber obwohl sie in einem Umfeld aufgewachsen sei, wo es gab und gäbe gewesen wäre, würde sie es selbst nie verwenden, fügte sie hinzu. "I was raised around this. Me and my sisters were all raised around this. People call me that. But personally I’m not flaunting it around."

Wie auch immer – David Banners Track "Swag" könnt ihr euch hier anhören:
 

Nate57 über Haft

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Berlins größte HipHop-Jam, die Graffiti Box Summer Jam, ging am vergangenen Wochenende in ihre sechste Runde. Writer- und Breakdance-Contests, für Nachwuchsmaler auch ein Workshop, Musik auf zwei Bühnen – was will man mehr? Okay, Sonne und Bier. Das gab’s auch beides, heiß bzw. kühl. Die Hitze staute sich vor der Hauptbühne, ganz besonders beim Auftritt von Nate57, der unter anderem Songs von seinem frisch veröffentlichten Mixtape "Auf der Jagd" performte.
 
Im Interview mit rap.de verriet der Hamburger, dass der Titel auf keinen Fall eine provakante Anspielung auf Haftbefehls Tourtitel "Auf der Flucht" sei. Überhaupt habe er, auch wenn da manche Fans sich wohl wünschen würden, überhaupt kein Problem mit Haftbefehl. "Manche Ansichten sind natürlich anders, aber ich respektiere das, was er macht", verriet er kurz nach seinem Auftritt. Das war natürlich längst nicht alles, das komplette Interview könnt ihr, samt Fotos vom Auftritt, am Freitag auf rap.de lesen: Krawalle in London, Meinungsmanipulation und Axel Springer, Deutschland und die German Angst.
 
 
Vielen ist sie nur durch ihre Aktivitäten für die Kollegen von 16bars.de und KissFM bekannt, nebenbei ist sie aber auch anderweitig am Mikophon aktiv. Visa Vie perfomrte am späten Abend vor ausgesprochen gut gefülltem Haus ihren, nach eigener Aussage, letzten Auftritt. Wer sich hinter der zu einem Song über Dummheit hochgehaltenen Bild-Zeitung verbarg, war für den Zuschauer noch nicht zu erahnen.
 
 
Die Zeitung fiel, die Maske natürlich nicht: Marsimoto überraschte das Publikum mit dem Song "Gib den Indiandern ihr Land zurück" von seinem schon auf dem splash! angekündigten Album. Der gemeinsame Auftritt mit  Mr. Mar war übrigens das Abschiedsgeschenk für die gute Visa. Als Moderatorin bleibt sie der HipHop-Welt aber hoffentlich weiter erhalten.

In diesem Sinne können wir nur hoffen, dass sich folgendes Gerücht bewahrheiten wird: Die Graffiti Box Summer Jam nächstes Jahr sogar zweitägig stattfinden. Für alle die dieses Jahr nicht dabei waren, oder die die dabei waren und sich einfach nur erinnern wollen, haben wir eine Fotostrecke in unserer Gallerie-Rubrik, klickt einfach hier.

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