Farid Bang

Rapper sind nicht immer die pünktlichsten Zeitgenossen –  das ist nichts neues. Aber fünf Stunden Verspätung? Das ist eindeutig bisheriger Rekord, zumindest, was deutsche Sprechgesangsartisten angeht. Zur Entschuldigung des Herrn Bang sei gesagt, dass er am Abend zuvor in Zürich aufgetreten war und schlicht und ergreifend im Stau stand. Aber alles gut. Düsseldorf bietet ja allerlei Möglichkeiten, sich in der Zwischenzeit nicht zu langweilen (Kö, Altstadt, Bahnhofskneipen). Und um acht Uhr abends ist es dann soweit. Mit einem Mercedes fährt der Banger vor und entschuldigt sich noch mal glaubhaft für seine Verspätung. Dann geht es ab in ein Shisha-Café, wo Farid offenbar nicht zum ersten Mal ist. Der Mercedes wird derweil souverän im Halteverbot abgestellt. Nachdem der Kellner die Apfel-Shishas gebracht hat, kann es auch schon losgehen.

rap.de: Fangen wir mit einem kleinen Fazit des soeben zuendegegangenen Jahres an: 2011 war ja recht erfolgreich für dich.

Farid Bang: 2011 verbinde ich auf jeden Fall mit sehr vielen positiven Sachen. Wir haben eine gute Tour gespielt. Jetzt zum Abschluss habe ich auf mein Video "Keine Träne" eine Top-Resonanz bekommen. Das fließt natürlich in 2012 mit rein, Ansonsten, mein Album war auf Platz 11, hat sich auch hervorragend verkauft. Ich bin sehr zufrieden, es war für mich ein sehr, sehr gutes Jahr.

rap.de: Dein bestes bis jetzt?

Farid Bang: Ja, ich denke schon. Sowohl finanziell und wirtschaftlich als auch vom Feedback her.

rap.de: 2011 war es für viele Rapper ein gutes Jahr. Geht es deutschem Rap insgesamt besser?

Farid Bang: Man kann das Glas als halbleer oder halbvoll sehen. Auf der einen Seite weiß man, dass das Chartniveau so niedrig ist, dass man mit 1.000, 2.000 verkauften Stück in der ersten Woche garantiert charten kann. Auf der anderen Seite sind mit Sicherheit ein paar Leute darunter, die auch unter schwierigeren Umständen einen guten Charterfolg gehabt haben. Ich will da nicht schwarz-weiß malen. Im Endeffekt muss es jeder für sich selber entscheiden, wie er danach auf einer Tour Feedback bekommt und wie sein Resumee ausfällt, wenn er mal einen Strich zieht und guckt, was generell in diesem Jahr gelaufen ist.

rap.de: Denkst du, du hast bereits den Höhepunkt deiner Karriere erreicht?

Farid Bang: Der Höhepunkt ist bei mir denke ich noch nicht erreicht. Da ist noch Luft nach oben. Man wird das beim kommenden Album "Der letzte Tag deines Lebens" sehen, da wird das noch mal bestätigt werden. Im Grunde genommen bin ich davon überzeugt, und mit dem Album bin ich mir hundertprozentig sicher. Aber ich habe auch keine Glaskugel hier auf dem Tisch. Alle weiteren Schritte, wie es danach weitergeht, entscheiden meine Fans, entscheidet meine Musik, entscheide ich. Ich hoffe nicht, dass das jetzt schon der Höhepunkt meiner Karriere ist. Falls doch, bin ich auch nicht enttäuscht. Dann kann ich zumindest was vorweisen. Ich habe was erreicht.

rap.de: Aber du hast immer noch Hunger auf mehr?

Farid Bang: Auf jeden.Es ist nicht vorbei. Ich denke mir immer wieder was aus, versuche, immer wieder geil zu rappen, immer wieder gute Punchlines zu bringen. Ich habe jetzt schon wieder zwei neue Songs geschrieben, die jetzt gar nicht mehr in dieses Album einfließen. "Jung Brutal Gutaussehend 2" ist höchstwahrscheinlich das nächste Release und da bin ich auch schon dran, zumindest, was die Texte angeht.
 

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