Frauen im Deutschrap: Die Wegbereiterinnen (Teil 2)

Lady Scar

Eine Rapperin, die Muslima ist und noch dazu Kopftuch trägt – wie passt das zusammen? Lady Scar hat afroamerikanische und puertoricanische Wurzeln und ist seit langem eine Größe im Berliner Untergrund. Sie konvertierte im Alter von 15 Jahren zum Islam und sprach bereits mit uns über das Spannungsfeld zwischen Rap und ihrer Religion.

Die Berlinerin singt und rappt schon fast ihr ganzes Leben. Über den Knaben- kam sie zum Gospelchor und schließlich zum Rap. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie auf der Straße und damit verfügt sie auch über Street Credibility. Anfangs praktizierte sie Gangster-Rap, und verwendete die dafür übliche Sprache. Mit der Zeit hat sich ihr Stil eigenen Aussagen nach hin zu FSK 0 gewandelt. Lady Star aka Lion Queen ist sich ihrer Verantwortung, gerade gegenüber Kindern und Jugendlichen, bewusst geworden.

In ihrer Musik bezieht sich die praktizierende Muslima häufig auf ihre Religion. Sie lehnte beispielsweise Lady Bitch Ray offen ab, gründet die Anti-Bitch-Vereinigung und widmet ihr einen Diss-Tack. Lady Bitch Ray verhalte sich anti-muslimisch und unmoralisch durch ihre anzüglichen Texte. Kamal Salhi schreibt darüber in ihrem Buch „Music, Culture and Identity in the Muslim World“.

Ihr Name begründet sich auf die vielen Narben, die sie psychisch, wie physisch schon erleiden musste, wie sie im Rahmen eines Interviews erklärt. Und das Lady eben deshalb, weil sie eine Frau ist, „was Frauen im Rap ja automatisch irgendwie aberkannt wird, egal was und wie sie rappen oder aussehen. Entweder sind es Bitches oder Mannsweiber – FALSCH – ich bin eine Lady…. Lady Scar!“ 

Da sie mit der Musik nicht ihr ganzes Geld verdient, arbeitet sie als Make-Up Artist und ehemals als Managerin des Labels Aus dem Nichts Entertainment. Ihr angekündigtes Album „Mord im Affekt“ ist nie erschienen. Heute ist sie Sozialarbeiterin.

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