Frauen im Deutschrap: Die Wegbereiterinnen (Teil 2)

Lisi aka Purple Haze 

Lisis erste EP „Purple Haze“ erschien 2000, da war die Berlinerin erst 17 Jahre alt. Sie eignete sich den Namen der EP als Künstlernamen an. Auf ihren ersten Album „Wild“ ist auch ihr wohl umstrittenster Track „Vicky Vo“ zu finden. Darin bedient sie sich der expliziten Ausdrucksweise, die man sonst vor allem von Männern kannte: „Ihr seid alles Fotzen“ rappt sie im Refrain. Damit erregte sie Aufmerksamkeit und löste Diskussionen aus. 

Danach wurde es wieder still um Lisi. Erst nach fünf Jahren bekam sie eine erneute Chance: Durch Afrob, auf dessen Album „Hammer“ sie als Featuregast vertreten war, kam sie zum Label Four Music, bei dem sie ihr nächstes Album releaste. Im Booklet zu ihrem Album „Eine wie keine“ posiert sie ganz Gangster-Rap-mäßig zudem mit dicken Autos und Knarren.

Der Sexismus im Deutschrap ist für sie seitdem sie selbst Musik macht sichtbar. Im Endeffekt versucht sie aber die Kommentare dazu so gut es geht auszublenden und ihr Ding durchzuziehen, wie sie bei einem Interview 2006 verrät: „Wenn man dann gewisse Kommentare, die ich eben schon angesprochen habe, liest, denke ich mir immer nur ‚achte doch mal auf meine Musik und nicht darauf, dass ich eine Frau bin oder wie ich aussehe‘. Aber das ist nicht mein Problem, ich ignoriere das komplett.“

Mit ihrem zweiten Album konnte sie keine großen kommerziellen Erfolge erzielen und zog sich danach aus der Musikindustrie zurück. 

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