Frauen im Deutschrap: Die Wegbereiterinnen (Teil 2)

Meli und Skills en Masse

Ende der 90er erlangte eine Stuttgarter Crew große Bekanntheit: Es geht um Freundeskreis. Meli und ihr Bruder Marcy gründeten eine Band, und spielten den Jungs von Freundeskreis ein paar Songs vor. Daraufhin durfte das neu gegründete Duo Skills en Masse tatsächlich auf einem ihrer Konzerte auftreten. 

Unter den Fittichen der Kolchose, zu der Freundeskreis, Afrob, die Massiven Töne und schließlich auch Skills en Masse gehörten, nahmen die beiden Geschwister weitere Tracks auf. Bei Kopfnicker-Records gesigned veröffentlicht das Duo seine erste Single „Wie wir“. 

Da die beiden kurz darauf musikalisch getrennte Wege gingen, machte Meli alleine weiter. Mit „Skills en Masse“ folgte ihr erstes Soloalbum. Nachdem das Label aber pleite ging, machte sie 2005 mit der Rap-Gruppe „Ischen Impossible“ weiter, welche ausschließlich aus Frauen besteht. 2008 folgte außerdem eine LP in Kollaboration mit weiteren Frauen afrikanischer Herkunft. Das Projekt nannte sich „sisters“. Die Formation hat es sich zum Ziel gemacht, gegenüber sexistischen, rassistischen und anderen emotionalen und sozialen Themen und Problemen zu sensibilisieren. 

Auch Melanie Wharton aka Meli verweigert sich der strikten Einteilung von Rapperinnen in entweder Feministin oder heißes Accessoire. Sie spricht sich in einem Interview dafür aus, dass im Rapbiz allgemein in Frauen mehr Geld investiert wird und dass sie verstärkt gefördert und live gebucht werden. Trotzdem sagt Meli bei einem taz Interview im Jahre 2001: „Sexismus ist nicht mein Hauptthema. Würde ich mich die ganze Zeit damit beschäftigen, würde ich noch zur fanatischen Feministin.“  Wie sie das heute sieht, ist nicht bekannt.

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