Deutschrap im Loch: Alle Singles klingen gleich – Skinnys Wochenrückblick

Rap macht wieder Dinge! Auch wenn viele dieser Dinge verdammt öde waren. Insbesondere die Singles sind zum Gähnen, aber dazu kommen wir später. An der Ankündigungs-Front und hinterm großen Teich tun sich nämlich spannende Dinge.

Spill in der Spur, Laas entschlackt

Was mich gefreut hat: Sylabil Spill behält die Linie seiner „Auf Grime“-EP bei. Spill hat die „Drauf sein“ EP angekündigt und den Titelsong rausgehauen, der es ordentlich krachen lässt. Im Team mit Paulinger kommt da Feuer am laufenden Band.

Die andere Ankündigung kommt von Laas, künftig glücklicherweise ohne Unltd. im Namen, der mit seinem Album „Laas Man Standing“ vielleicht endlich den Langspieler vorlegt, den ich von ihm hören möchte. Viele Songs von Laas ballern, der Kerl ist einfach ein wahnsinnig guter Rapper, aber auf Albumlänge schleppt er meistens zu viel Ballast mit. Das Zeug dazu, ein wirklich rundes, gutes Album zu machen, hat er aber, davon bin ich überzeugt. Hoffentlich kann ich mich bald darauf berufen, recht zu behalten – das Album soll noch dieses Jahr erscheinen.

Ach ja, Kay One hat auch noch ein Album angekündigt, aber für den Kerl habe ich mittlerweile echt keinen Funken Hoffnung mehr.

Frische Ware!

Aber neben Ankündigungen gab es auch Veröffentlichungen. Nach acht Jahren der Wartezeit hat JAW sein neues Album „Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins“ vorgelegt. Kurzfassung: Starkes Teil! Langfassung: Hier gibt’s meine Review. Auch Gzuz hat sein Album „Wolke 7“ veröffentlicht, das grundsolide 187-Standardkost ist, wer mit den Jungs was anfangen kann, wird auch das feiern. Wobei die Produktionen etwas aus dem gewohnten Jambeatz-Kosmos ausbrechen. Für eine andere Einordnung gibt’s hier die Review von Maestro Oliver.

King Push hält es kompakt

Wozu es keine Review gibt, weil wir uns eben vorwiegend an Deutschrap halten: „Daytona“ von Pusha T. Shortreview: Wahnsinnig gutes Ding! Die maue Spielzeit von 22 Minuten brachte King Push zwar einen kleinen Shitstorm ein, ist mir aber viel lieber als ein mit unmotivierten Fillern gestrecktes Album voller Skip-Stationen. Mehr in dieser Qualität wäre natürlich trotzdem schön gewesen, aber dass Leute es wegen der Länge scheiße finden, zeigt ja schon, dass die paar Songs es in sich haben. Naja, bis auf das langweilige „Hard Piano“ mit Schlaftabletten-Rick-Ross (Pun intended) und Langweiler-Loop.

Auch gut: Drake fühlt sich durch einige Zeilen in seine Richtung provoziert und teilt wieder aus. Ich bin absolut kein Drake-Fan, aber verbale Schellen verteilen, das kann der Mann. Also gerne alle weiter auf ihm rumhacken, dann habt ihr zwar ’ne rote Wange, aber wir haben gute Disstracks.

Gähnende Langeweile an der Single-Front

Ach ja, der Falco-Tribute -Sampler kam auch, aber den höre ich mir nicht an. Ganz ehrlich, ich werde mich eh nur ärgern, das erspare ich mir. Also widmen wir uns den Videos und Songs, wobei die Woche da auch wenig zu bieten hatte. Ufo361 hat einen gewöhnlichen Ufo-Song rausgehauen, Capitals „One Night Stand“ ist tanzbar, aber öde. Summer Cem und Bausa passen nicht zusammen und machen auch nichts Besonderes, Dardan und Nimo überraschen mit ihrem ausgeflippten „Piccos“ noch am meisten.

Was aber stabil war: Bangs und Almani haben genau diesen Umständen gemeinsam mit Said ordentlich eine mitgegeben. Sollte man sich auf jeden Fall geben, wenn einen die oben aufgelisteten Songs ähnlich kalt lassen. Pillaths Jam FM Exclusive ist auch ganz geil, der Mann ist einfach ein Punchline-Spitter der alten Garde und hat nichts verlernt.

Hoffen wir also, dass eher der untere Absatz weiter Einzug hält und der darüber wieder etwas Kreativität tankt. Bis nächste Woche! Adieu!

 

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