Prinz Pi über 2011

rap.de: In Kreuzberg sind alle zu cool, um dich anzulabern.

Prinz Pi: Ja, die sind damit beschäftigt, Bubble Tea zu trinken.

rap.de: Trinkst du Bubble Tea?

Prinz Pi: Nee, ich hab das noch nie getrunken. Schmeckt das?

rap.de: Ich weiß nicht. Ich hab das auch noch nicht getrunken. Einer meiner Praktikantinnen schwört darauf.

Prinz Pi: Ich bin da noch nicht so der Hipster. Ich bin schon irgendwie hip, aber kein Hipster.

rap.de: Das ist doch genau das, was jeder Hipster jetzt sagen würde.

Prinz Pi: Wahrscheinlich. Vielleicht bin ich ja auch ein elendiger Hipster, ich weiß es nicht. Aber auf der anderen Seite würde sich ein richtiger Hipster sich nie als Hipster bezeichnen. Also bezeichne ich mich mal jetzt als Hipster und erbringe damit den Beweis, dass ich doch keiner bin. Ich bin eher ein zeitloser Dandy.

rap.de: Hast du für die Feiertage vielleicht noch einen kleinen Literaturtipp? Es ist ja bekannt, dass du gerne liest.

Prinz Pi: Es gibt wirklich ein Buch, das mich grade sehr bewegt hat. Dieses Buch ist von Stefan Berg und heißt “Zitterpartie“. Der Autor hat selbst Parkinson, der schreibt eine Liebesgeschichte, in der jemand seine neue Partnerin kennen lernt und genau in dem Moment beginnt auch seine Krankheit. Das ist ein sehr bewegendes Buch.

rap.de: Nicht grade ein fröhliches Buch, nehme ich mal an?

Prinz Pi: Nein, aber es ist auf jeden Fall ein starkes Buch. Sehr verdichtet geschrieben. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man in der Weihnachtszeit lesen kann. Ist jetzt nicht so krass Peace, Love and Harmonie, aber ist halt ein gutes deutsches Buch und das gibt es ja wie gute deutsche Musik nicht so oft.