Slum Village

Sie hatten ihren Struggle eigentlich schon hinter sich gelassen. Von Label zu Label sind sie gewandert. Die Konstellation änderte sich vom Trio zum Duo wieder zum Trio und nun schlußendlich zum Duo. T3 und Elzhi machen einen Cut und präsentieren das neue Slum Village. Ohne Jay Dee und ohne Baatin.

Ihr neuestes, selbstbenanntes Werk steht seit Oktoberr in den Läden und wurde leider noch nicht so recht zur Kenntnis genommen, wobei hier wahrscheinlich das persönlichste Werk der Formation bis dato aufwartet. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Slum Village sind zum ersten Mal in ihrer langen Karriere seit J-88 (ehemaliger Gruppenname vor Slum Village, Anm.d.Verf.) independent unterwegs.

Demnach fallen die Promogelder sowie die dazugehörige Radio- und Fernsehrotation relativ spärlich aus. Doch T3 und Elzhi scheinen mit der Situation bei Barak Entertainment nicht unzufrieden, schließlich kennt man sich schon seit etlichen Jahren. Zumindest erwecken Elzhi’s Äußerungen nicht den Eindruck. Die Trauer um Dilla bleibt jedoch nicht von der Hand zu weisen. Als ich ihm anfangs mein Beileid ausspreche, bedankt er sich hierfür mit ehrfürchtiger Stimme und scheint irgendwie überrascht, dass man so viel Anteil nimmt. Eine gewisse Bedrücktheit in seiner Stimme bleibt jedoch unüberhörbar.

Trotzdem nahm er sich kurz vor dem Düsseldorfer Auftritt der Slum Village mehr als genug Zeit, um über den Status der Slum Village zu reden.

rap.de: Es ist ja nun schon ein wenig Zeit vergangen, seit euer letztes Album auf den Markt kam. Wenn er jetzt mal zurück blickt, könnt ihr euch immer noch damit identifizieren und seid ihr zufrieden, was ihr damit geschaffen habt?

Elzhi: Ja, definitiv. Wir sind damit sehr glücklich. Durch die vielen personellen Umstrukturierungen hatte unser letztes Album („Detroit Deli“, Anm.d.Verf.) ziemlich gelitten. Mit „Slum Village“ haben wir uns jedoch viele Fans zurück geholt. Dieses Album haben wir für unsere Fans gemacht. Es ist kein Album, bei dem wir versucht haben, etwas Kommerzielles zu schaffen, das uns in die Radios und Charts bringen würde. Hiermit haben wir unseren speziellen Beitrag zum HipHop entrichtet. Die Musik, welche wir für dieses Album gewählt haben und auch die Lyrics, die wir für das Album geschrieben haben, entsprechen hundertprozentig unserem Verständnis von HipHop. Für mich ist es eines unserer besten Alben.

rap.de: Auf „Can I Be Me“ sprecht ihr ja davon, dass die Leute euch einfach euer Ding durchziehen lassen sollen und nicht andauernd versuchen sollen, euch in eine bestimmte Richtung zu pushen. War das etwas, dass euch sehr belastet hat?

Elzhi: Deswegen haben wir ja Capitol (ehemaliges Label von Slum Village, Anm. d.Verf.) verlassen. Wir haben gemerkt, dass die in uns etwas Anderes gesehen haben und uns in eine andere Richtung drücken wollten. Das wollten wir jedoch nicht. Wir wollten uns nicht verstellen müssen. Auf dem Song zeigen wir den Leuten, was wir machen und bitten auch darum, dass man uns nicht in eine bestimmte Kategorie stecken soll. Man soll den Künstlern ihre Freiheit geben, zu tun, was sie möchten. Wir machen ja schon eine Weile Musik und sind zumal sehr flexibel, was unseren Geschmack. Einmal geben wir uns Jimi Hendrix und im nächsten Moment A Tribe Called Quest. Es gibt da keine Barrieren. Über die Jahre haben sich unser Musikverständnis und der Geschmack enorm entwickelt. Das kommt daher, weil wir Musik einfach lieben. Wie du schon meintest, so sollen sich die Leute einfach zurück lehnen, die Musik genießen und uns einfach machen lassen.

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