Five Deez – Kommunicator

„Es ist definitiv keine Rap-Platte.“ – Fat Jon (Pressetext zu „Kommunicator“)

Der Aussage des Mastermind’s hinter dem futuristischen Cincinnati-Sound der Five Deez, Fat Jon (aka „The Ample Soul Physician“), kann nach vollem Hörvergnügen des „Kommunicator“-Albums nicht widersprochen werden. Der Fokus liegt ungefähr so stark auf Rap, wie Angela Merkel’s Fokus in ihren ersten 100 Tagen Regierungszeit auf der Deutschen Innenpolitik gelegen hat. Klar, wird mal drüber gesprochen und ein paar Reime werden gekickt aber der größte Arbeitsaufwand wurde in die Beats investiert (bei Merkel – nur so zur Info – war es die Außenpolitik, auf die das Augenmerk plaziert wurde).

Fat Jon versteht sich als Meister seines Fachs und zaubert somit unorthodoxe Rhythmen und Klänge für das offene(!) Ohr. Scheuklappen sind beim Sound der Five Deez tödlich, denn so wird man nie in die verwegenen Sphären der fünften Dimension hinab tauchen können. Ob die Berliner Heimat eine enorme Beeinflussung auf Fat Jon‘s Geschmacksbild gehabt hat? Nein, der Typ hat sich vorher schon einen Dreck um die angeblichen "Grenzen" des HipHop gescherrt. „Koolmotor“, „Kinkynasti“ und nicht zuletzt das 3582-Projekt mit J.Rawls haben das eindrucksvoll bewiesen und so vermittelt auch „Kommunicator“ die verschiedensten Eindrücke.

Nehmen wir da mal Drum’n’Bass – dieses eigenwillige Genre fand auf „Fugg That“ Verwertung und stellte die Herren MC’s somit vor eine äußerst schwierige Aufgabe. Da die Five Deez ihr Handwerk von klein auf gelernt haben, wissen sie diese jedoch mit bravour zu meistern. Etwas Ambient und Minimal gefällig? Dann sollten der Titeltrack „Kommunicator“, der sich nach und nach zu einem glanzvollen Synthie-Monstrum erbaut,„Black Rushmore“ und das völlig abgedriftete „Fifth Degree“, dass gegen Ende gar einem Captain Future-Abklatsch gleich kommt, zu überzeugen wissen. Für straightes Oldschoolfeeling sorgen „So Good“ und „Let The People Know“, welches einer gewöhnungsbedürftigen Feedback-Nutzung zum Opfer fiel.

Das Schlußlicht „The Last Time“ bereitet die Abreise von der Galaxy Fat Jon vor und zeichnet sich ähnlich futuristisch wie „Fifth Degree“, mit seinem Feedback-Getöse gegen Mitte jedoch um einige Sphären technoider. Folglich sollte man bei diesem Album auf eine Reise durch Zeit und Raum gefasst sein, den Konsensdenken ist hier, wie anfangs erwähnt, völlig fehl am Platz. Nicht umsonst steht „Five Deez“ als Kurzform für „Fifth Dimension“. Um ein schönes Kanye Zitat am Ende unter zu bringen: „I’ve been working in spaceshift / and I am anxious / I wish I could / find me a spaceship and fly / past the sky“. Next level shit!

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