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Echo wird nach Skandal um Kollegah und Farid Bang abgeschafft

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Im Zuge der diesjährigen Echo-Preisverleihung hat der Bundesverband der Musikindustrie das Ende des umstrittenen Preises beschlossen.

Als Grund wurde vor allem der Antisemitismus-Skandal rund um die diesjährige Verleihung genannt. In einer Mitteilung schreibt der Vorstand des Verbandes, dass ein solcher Preis „keinesfalls als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen“ werden dürfe.

Trotzdem wird die Vergangenheit des Preises gelobt, er sei „ein großartiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent mit vielen bewegenden Momenten und herausragenden Künstlerinnen und Künstlern gewesen“.

Namentlich wird zwar niemand konkret erwähnt, aber es ist wohl eindeutig auszumalen, von wem die Rede ist.

Vermutlich ist von Kollegah und Farid Bang die Rede. Deren Auszeichnung für das gemeinsame Album „JBG 3“ hatte eine schier beispiellose Debatte um gewaltverherrlichende, vermeintlich antisemitische Texte ausgelöst.

Hier die gesamte Vorgeschichte – in chronologisch umgekehrter Reihenfolge (neueste zuerst):

Kommentar: Zensur für Rap?

CSU-Politiker will Hate-Speech-Gesetz auf Rap anwenden

Echo 2018: Kollegah & Farid, Campino und viel Heuchelei

Kollegah vs. Bild & RTL: Was in der Diskussion alles schief läuft

257ers live im PENNY – am 27. April im Livestream

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PENNY feiert Party in Hannover – mit den 257ers: Am 27. April spielen die Jungs in einer Filiale des Discounters. Die Tickets sind zwar schon alle weg, aber das heißt nicht, dass dir das Spektakel entgeht: Das komplette Konzert wird auch im Livestream übertragen.

Die Live-Qualitäten der 257ers muss man hier niemandem mehr groß erklären. Wenn das inzwischen zum Duo geschrumpfte Team eine Bühne entert, bleibt kein Stein auf dem anderen. Große Festivalbühnen? Haben die Jungs schon in Grund und Boden gerockt.

Umso interessanter, dass sie sich nun in einen vergleichsweise kleinen Raum wie eine PENNY-Filiale bequemen, um der Meute einzuheizen.

Also am 27. April um 20 Uhr auf PENNYgoesparty.de einschalten und die Mutanten live und in Farbe erleben.

Lena Stoehrfaktor – Kulturbereicherer (prod. ASI-ES) [Audio]

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Lena Stoehrfaktor droppt ihren neuen Disstrack, adressiert an alle YouTube„Kulturbereicherer“. Der Beat wurde von ASI-ES produziert.

Den Track widmet sie allen Internet-Rambos, die sich einen Spaß draus machen, auf YouTube in den Kommentaren zu haten. – „Ein Tag ist nur ein guter Tag mit einem Kommentar“ 

„Kulturbereicher“ erscheint auf Lenas kommenden Album „Blei“, welches am 12. Mai veröffentlicht wird. Zuletzt droppte sie ihr Video „Mama“.

Lena Stoehrfaktor – Betonung auf Fak (prod. ASI-ES) [Video]

 

J. Cole – Kevin’s Heart [Video]

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J. Cole veröffentlicht sein Video „Kevin’s Heart“ aus seinem neuen Album „KOD“.

Der Track thematisiert den Sexskandal rund um den Schauspieler und Comedian Kevin Hart und die Versuchungen, die mit seiner Prominenz einhergehen. Für die visuelle Untermalung ist Kevin höchstpersönlich eingesprungen und spielt sich selbst.

„Kevin’s Heart“ ist die zweite Videoauskopplung aus J. Coles neuem Album „KOD“, welches er vergangene Woche ohne Ankündigung überraschend veröffentlichte. Zuletzt droppte er das Video „ATM“.

 

J. Cole veröffentlicht Doku zu „4 Your Eyez Only“

 

Kommentar: Zensur für Rap?

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Kommt die Zensur für Rap? Gestern fand die ohnehin schon wenig produktive Debatte über den Echo-Eklat rund um Kollegah und Farid Bang einen neuen, traurigen Tiefpunkt. Der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt kündigt an, er wolle prüfen lassen, ob man das Netzwerkdurchsuchungsgesetz, kurz Hate-Speech-Gesetz, nicht auch auf Rap-Texte anwenden könne.

Muss man nun also bald damit rechnen, dass Rap-Texte zensiert werden?

Nein, muss man nicht. Und das hat gleich mehrere Gründe. Zum ersten wäre es auch mit heutigen Gesetzen schon möglich, Textinhalte, die nicht von der Kunstfreiheit gedeckt sind, weil sie Hetze gegen Minderheiten, Aufruf zum Mord oder ähnliches beinhalten, zu verbieten oder ihre Verbreitung stark einzuschränken.

Es ist also reiner Populismus,wenn Dobrindt jetzt den Eindruck erweckt, dafür müssten neue Gesetze her.

Populismus rules everything around me

Und da sind wir beim zweiten springenden Punkt: Die CSU befindet sich mitten im Wahlkampf. Im Oktober wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Momentan sagen die Umfragen der Partei, die den Freistaat seit gefühlt tausend Jahren regiert, keine absolute Mehrheit voraus.

Das erklärt, warum CSU-Politiker in jüngster Zeit mit schroffen bis grob dämlichen Aussagen auffallen. In diese Reihe passt auch Dobrindts Aussage: Sie richtet sich vor allem an rechtskonservative Wählerinnen und Wähler und will vor allem eins: Ausgrenzen, abgrenzen, wir gegen die, Deutschland gegen Deutschrap, klare Fronten, nur nicht nachdenken.

Hetze allein genügt nicht

Dem zugrunde liegt das Gefühl, auf das die CSU unter Anleitung der AfD schon länger baut: Hol‘ dir deine Heimat zurück. Es kann nicht angehen, dass so junge Typen, die so gar nicht richtig deutsch aussehen, womöglich auch noch Muslime sind, hier einfach herumhetzen. Das erledigen wir doch lieber selbst.

Um es an dieser Stelle nochmal klar zu sagen: Dass die CSU so ein Haufen von Heuchlern und widerlich verlogenen Moralaposteln ist, macht bestimmte Textzeilen absolut nicht besser. Eine Diskussion über die Grenzen, die Tabus, innerhalb derer Raptexte sich bewegen dürfen, ist überfällig. Allerdings bitte nicht mit Leuten, die davon erstens keine Ahnung haben und zweitens selbst nicht davor zurückschrecken, menschenfeindliche Hetze zu Wahlkampfzwecken einzusetzen.

We ourselves

Deutschrap kann niemand von außen heilen oder retten – schon gar nicht die CSU. Das muss und das wird von ganz alleine passieren. Denn sehen wir es mal realistisch: „JBG 3“ ist das letzte Aufbäumen einer Ära, die zu ende geht. Künstler wie Bausa, RAF, Rin, Eunique, Haiyti und so weiter brauchen diese Art der Provokation, diese Pose des ewigen Tabubruchs nicht. Selbst ein Bushido hat offensichtlich keinen Bock mehr darauf, ständig wie ein pubertärer 13-jähriger herumzufluchen.

Was dennoch weitergehen muss: Klare Kante gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Islamhass – alles Ansichten, die im Deutschrap-Kosmos unter Künstlern wie Fans herumschwirren, meistens verkappt und nicht offen, oft von denen, die sie haben, nicht bemerkt. Aber aus jeder Kommentarspalte deutlich und klar herauslesbar. Das muss man angehen – ohne CSU, „Bild“, RTL, Campino, Westernhagen und wie sie alle heißen mögen.

Eine Zensur findet nicht statt

Um den Vorschlag oder die Gedankenspiele von Dobrindt jedenfalls muss man sich keine Sorgen machen. Sobald das Echo-Thema und seine Nachwehen vom nächsten Skandal abgelöst wird, wird da sehr schnell Ruhe einkehren. Die CSU wird sich wieder auf ihre bewährten Feindbilder stürzen – Deutschrap spielt da nur am Rande ab und zu mal eine Rolle, wohl aufgrund des hohen Anteils von Menschen, die von CSU-Wählern nicht als deutsch empfunden werden. Eine Zensur von Raptexten aber wird es in absehbarer Zeit nicht geben.

PS. Politik und Rap geht auch anders:

Punch Arogunz über „Schmerzlos“, Krankheit, Trennung von HB13 und Attitude Movement

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Punch Arogunz hat harte Zeiten hinter sich: Nachdem 2016 eine unheilbare und seltene Nervenkrankheit bei ihm diagnostiziert wird, folgt zu Beginn des vergangenen Jahres die missliche Trennung vom alten Camp, der Halunkenbande.

Gezwungenermaßen setzt Punch wenig später alle Regler auf Null, zieht nach Berlin und gründet mit Attitude Movement ein eigenes Label.

Jetzt, im Frühjahr 2018, ist er zudem endlich bereit, all seine Erfahrungen, Rückschläge und die daraus resultierenden Analysen auf musikalischer Ebene mit der Außenwelt zu teilen: Auf seinem Album „Schmerzlos“ erzählt er in altbekannt-technischer und doch authentisch-intimer Weise die beklemmende Geschichte der letzten Monate.

Wenn das mal keine gute Grundlage für einen Deeptalk in Reinkultur ist…

https://www.youtube.com/watch?v=npuCNM1j0Ic

CSU-Politiker will Hate-Speech-Gesetz auf Rap anwenden

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Die Christlich-Soziale Union Deutschlands aka CSU beziehungsweise eine ihrer führenden Politiker nehmen nach dem Skandal um den Echo Rap ins Visier. Alexander Dobrindt, Landesgruppenchef der Partei im Bundestag, kündigt an, er erwäge, Battle Rap „Regeln zu geben“.

Ganz konkret zieht er eine Anwendung des Hate-Speech-Gesetzes auf Raptexte in Erwägung.

„Wir müssen überlegen, ob wir die Regeln, die wir beim Hate-Speech-Gesetz angewendet haben, in anderen Bereichen ähnlich strukturieren können“,

sagte Dobrindt laut der „Welt“.

Das sogenannte Hate-Speech-Gesetz heißt eigentlich Netzwerkdurchsetzungsgesetz, es wird auch oft Facebook-Gesetz genannt. Es verpflichtet die Betreiber sozialer Medien wie Facebook oder Twitter, offensichtlich rechtswidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden zu entfernen.

Ich hab mir das mal angehört

Weiter schreibt die Zeitung, Dobrindt habe erklärt, am Wochenenende „mal einige Rap-Texte studiert“. Welche genau, wird nicht erwähnt. Jedenfalls sei er zum Ergebnis gelangt: „Nicht alles, was Mist ist, ist Kunst.“ Kunstfreiheit rechtfertige keine Hetze.

Damit erreicht der Skandal um die Verleihung eines Echos an Kollegah und Farid Bang mit angeschlossener Diskussion um Antisemitismus im Deutschrap einen neuen Höhepunkt.

Diskussion eskaliert

Ich habe in mehreren Kommentaren bereits meine Meinung dazu publiziert:

1. Die skandalisierte Zeile war dumm und geschmacklos.

2. Kollegahs Vorliebe für Verschwörungstheorien weist eindeutig antisemitische Strukturen auf.

3. Wie gewisse Medien und Personen der Öffentlichkeit sich nun lediglich zu dieser einen Zeile (von Farid nebenbei) äußern und versuchen, hier bequem Sündenböcke für ein echtes Problem, nämlich Antisemitismus in Deutschland, zu finden, ist erbärmlich.

Update 4. Die Diskussion um die Grenzen, in denen sich Raptexte bewegen, wird weitergehen, aber hoffentlich ohne die CSU und „Bild“.

 

Ahzumjot – Milch (prod. Ahzumjot) [Video]

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Ahzumjot trägt die Weste in der Farbe von „Milch“ – seid aber dennoch versichert, dass er auf seinem eigens produzierten Beat killt.

Ganz nach amerikanischen Vorbild, baut der Hamburger einen geschickten Beatswitch in sein neues Video ein. Zuletzt droppte Ahzumjot zusammen mit OG Keemo das Video „Thugger“.

Im Mai geht es dann auf die „Raum“-Tour. Insgesamt werden neun Städte angefahren. Sein Album „Luft & Liebe“ veröffentlichte er im letzten Jahr.

Ahzumjot – Wieder nicht dein Jahr (prod. Ahzumjot) [Video]

 

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