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Gringo, Ezhel, Yung Kafa & Kücük Efendi – Summer of my Life (prod. Goldfinger) [Video]

Yung Kafa und Kücük Efendi sind das Duo der Stunde. Die beiden geheimnisvollen Typen gibt es bisher nur als Comicfiguren zu sehen.

Jetzt also: Der Summer of my life. Gemeinsam mit Gringo und Ezhel wird hier nicht groß rumgelabert. Absoluter Wahnsinn, der Song. Gelinde gesagt.

Sido feat. Luciano – Energie [Video]

Was man Sido noch nie vorwerfen konnte: Kein Ohr für die neuen Generationen an Rappern zu haben. So teilt er sich dieses Mal das Mic bzw. die Energie mit Luciano.

Und was passt besser zu Luciano als Energie? Richtig, gar nix. Der Newcomer mit dem tiefen Organ legt gleich in der ersten Strophe derart aggressiv los, dass man fast Angst um Sido haben muss.

Der kontert in seinem Part dann mit dem einschlägig bekannten Humor und sauberer Technik.

Fard – Oscar (prod. Gorex) [Video]

Fard ist nicht Oscar. Er will aber einen. Schließlich ist sein Leben ein Film.

Der Ruhrpott-Representer spuckt in gewohnt unrasierter Manier Frechheiten auf den Beat von Gorex.

Fler feat. Smokepurpp – Suizid

Fler holt sich Smokepurpp als Feature-Gast ran – und treibt seine Hater in den Suizid. Gewohnt selbstsichere Ansagen auf einem absolut kranken Beat von Simes – da kann niemand meckern.

Etwas mehr als drei Monate nach seinem Album „Colucci“ schlägt der Flizzmeister also schon wieder zu. Richtiger Workaholic eben.

Capital Bra & Samra – Zombie [Video]

Capital Bra und Samra sind keine Untoten, aber widmen ihr neues Video einem Zombie.

Damit meinen sie keine überirdischen Wesen, nein. Es geht vielmehr um Menschen, die von ihrer Drogensucht gezeichnet sind.

Ungeschönt und drastisch schildern die beiden Berliner, was das mit einem macht. Nicht gerade einladend, aber dafür sehr authentisch.

Shindy – Raffaello (prod. Nico Chiara, OZ & Shindy) [Video]

Shindy mag es gerne weiß. Das ist kein Geheimnis. So überrascht es auch nicht, dass er das sommerlich-leichte Raffaello einer goldenen Kugel (Rocher) vorzieht.

Sein mittlerweile fünftes Video aus „Drama“ erscheint zeitgleich mit dem Album. Und es ist, genau wie das Kokos-Leckerli, elegant, frisch und ziemlich süß.

Und wer gedacht hatte, er würde wieder Auto fahren – falsch gedacht. Er fährt lieber Yacht. Oder Speedboat. Auf jeden Fall ein Schiff. Lässig.

Was die Hype Awards nächstes Jahr besser machen müssen

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Ja, auch ich habe gestern Abend die Hype Awards verfolgt. Und ja, es war nicht besonders gut. Es war sogar ziemlich schlecht. So groß die Hoffnung war, dass Deutschrap endlich eine eigene Awards-Show stemmt, fernab von peinlichen Veranstaltungen wie dem Echo, so ernüchternd das, was letztlich dabei rum kam.

Häme ist einfach

Es wäre jetzt ein Leichtes, einen hämischen Artikel über die Hype Awards zu schreiben. Einfach ein paar Witze à la „Berlin macht mal Läääärm“ – Tagesauftrag erfüllt. Ich habe auch kurz drüber nachgedacht, genau das zu tun. Aber scheiß drauf. Den Artikel gibt es eh schon – man muss nur auf Twitter unter #hypeawards nachlesen.

Stattdessen wähle ich den konstruktiven Ansatz. Schließlich ist die Idee an sich nicht schlecht. Ein Deutschrap-Award könnte eine wunderbare Sache sein.

Sieben Vorschläge

Dazu aber müssen die Veranstalter*innen nächstes Jahr die folgenden Punkte besser machen:

  • Mehr Nominierte vor Ort. Im besten Falle alle. Wenigstens die, die gewinnen. Gestern waren persönlich anwesende Künstler*innen fast eher die Ausnahme.
  • Bessere Live-Auftritte. Was da gestern teilweise geboten wurde – ohne Worte. Das wirkte im besten Falle lustlos, im schlimmsten unprofessionell. Lediglich Rick Ross wusste zu überzeugen.
  • Bessere Moderation. Die Entscheidung für Visa Vie und Nikeata Thompson klang auf dem Papier super. In der Praxis machten die beiden einen guten Job, wirkten aber leider nicht gut aufeinander abgestimmt. Allerdings verzweifelten sie auch an einem absolut lethargischen Publikum.
  • Bessere Stimmung im Publikum. Okay, das haben die Veranstalter nur zum Teil in der Hand. Aber irgendwas muss da passieren. Das war Tiefschlaf vom feinsten. Rettung könnten eventuell auch bessere Live-Auftritte bringen…
  • Keine Comedy-Einlagen. Der negative Höhepunkt war mit einigem Abstand die Einlage, in der Shirin David „parodiert“ wurde. Deutscher Brachialhumor hat auf einer Deutschrap-Veranstaltung 2019 nichts verloren. Peinlich und sexistisch.
  • Mehr Achtsamkeit beim Nominieren. Typen, die sich über häusliche Gewalt lustig machen haben ebensowenig einen Preis verdient wie verurteilte Sexualstraftäter. Das ist keine „Vorverurteilung“, sondern Haltung. Mein Kollege Skinny hat dazu bereits alles wichtige gesagt.
  • Mehr Frauen nominieren. Es ist 2019 – aber in sämtlichen Kategorien waren fast ausnahmslos Männer nominiert. Dafür hatte man den Frauen eine eigene Kategorie bereitgestellt – unnötig und altbackenes Denken.

In diesem Sinne: Hoffen wir auf Besserung. Oder ergeben uns der Häme. Ganz wie gewünscht.

https://www.youtube.com/watch?v=0K_FJX7QyRw

 

Glosse: Plant Seyed jetzt den Staatsstreich?

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Eigentlich dachte man ja, er wäre schon weg. Ist Seyed aber offensichtlich nicht. Obwohl Kollegah ihn nicht mehr auf Alpha Music haben wollte, kündigt der Wiesbadener sein drittes Album „Engel mit der AK 2“ an.

Soweit, so gut. Kann er ja machen. Wir werden ihn sicher nicht daran hindern. Aber: Was hat es mit dem Titel seiner ersten Single auf sich? Die soll „Paragraph 84“ heißen.

Okay, ich habe anders als Seyeds ehemaliger Labelboss nie Jura studiert. Zum Glück. Ich kann aber googlen. Und was kommt dabei raus? Unter §84 steht im Strafgesetzbuch:

„Fortführung einer für verfassungswidrig erklärten Partei“

Aha.

Und weiter: „Wer als Rädelsführer oder Hintermann im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes den organisatorischen Zusammenhalt 

1. einer vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärten Partei oder
2. einer Partei, von der das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, daß sie Ersatzorganisation einer verbotenen Partei ist, aufrechterhält,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar.“

Plant Seyed den Staatsstreich?

Wie jetzt? Plant Seyed jetzt etwas einen Staatsstreich? Und welche vom Verfassungsgericht verbotene Partei hat er vor, fortzuführen? Infrage kommen nur die Freiheitliche Arbeiter Partei (FAP), die Sozialistische Reichspartei (SRP), eine gescheiterte Fortführung der NSDAP und die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Alle drei wären doch ziemlich überraschend.

Oder aber der gute Seyed kommt gar nicht aus Wiesbaden. Sondern aus Österreich. Dort nämlich steht unter dem Paragraph 84 im Strafgesetzbuch:

„Schwere Körperverletzung“

Hm, würde irgendwie besser zu Seyeds Musik und Image passen. Unvergessen schließlich sein Körpereinsatz, als dem Boss auf der Bühne die Sonnenbrille stibitzt worden war. Aber war das in Österreich? Eigentlich nicht.

Es bleibt rätselhaft.

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