Was die Hype Awards nächstes Jahr besser machen müssen

Ja, auch ich habe gestern Abend die Hype Awards verfolgt. Und ja, es war nicht besonders gut. Es war sogar ziemlich schlecht. So groß die Hoffnung war, dass Deutschrap endlich eine eigene Awards-Show stemmt, fernab von peinlichen Veranstaltungen wie dem Echo, so ernüchternd das, was letztlich dabei rum kam.

Häme ist einfach

Es wäre jetzt ein Leichtes, einen hämischen Artikel über die Hype Awards zu schreiben. Einfach ein paar Witze à la „Berlin macht mal Läääärm“ – Tagesauftrag erfüllt. Ich habe auch kurz drüber nachgedacht, genau das zu tun. Aber scheiß drauf. Den Artikel gibt es eh schon – man muss nur auf Twitter unter #hypeawards nachlesen.

Stattdessen wähle ich den konstruktiven Ansatz. Schließlich ist die Idee an sich nicht schlecht. Ein Deutschrap-Award könnte eine wunderbare Sache sein.

Sieben Vorschläge

Dazu aber müssen die Veranstalter*innen nächstes Jahr die folgenden Punkte besser machen:

  • Mehr Nominierte vor Ort. Im besten Falle alle. Wenigstens die, die gewinnen. Gestern waren persönlich anwesende Künstler*innen fast eher die Ausnahme.
  • Bessere Live-Auftritte. Was da gestern teilweise geboten wurde – ohne Worte. Das wirkte im besten Falle lustlos, im schlimmsten unprofessionell. Lediglich Rick Ross wusste zu überzeugen.
  • Bessere Moderation. Die Entscheidung für Visa Vie und Nikeata Thompson klang auf dem Papier super. In der Praxis machten die beiden einen guten Job, wirkten aber leider nicht gut aufeinander abgestimmt. Allerdings verzweifelten sie auch an einem absolut lethargischen Publikum.
  • Bessere Stimmung im Publikum. Okay, das haben die Veranstalter nur zum Teil in der Hand. Aber irgendwas muss da passieren. Das war Tiefschlaf vom feinsten. Rettung könnten eventuell auch bessere Live-Auftritte bringen…
  • Keine Comedy-Einlagen. Der negative Höhepunkt war mit einigem Abstand die Einlage, in der Shirin David „parodiert“ wurde. Deutscher Brachialhumor hat auf einer Deutschrap-Veranstaltung 2019 nichts verloren. Peinlich und sexistisch.
  • Mehr Achtsamkeit beim Nominieren. Typen, die sich über häusliche Gewalt lustig machen haben ebensowenig einen Preis verdient wie verurteilte Sexualstraftäter. Das ist keine „Vorverurteilung“, sondern Haltung. Mein Kollege Skinny hat dazu bereits alles wichtige gesagt.
  • Mehr Frauen nominieren. Es ist 2019 – aber in sämtlichen Kategorien waren fast ausnahmslos Männer nominiert. Dafür hatte man den Frauen eine eigene Kategorie bereitgestellt – unnötig und altbackenes Denken.

In diesem Sinne: Hoffen wir auf Besserung. Oder ergeben uns der Häme. Ganz wie gewünscht.