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NonPlusUltra – Machtverschiebung

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Neuer Stuff aus Frankfurt am Main gelangte diese Tage auf meinen Schreibtisch und traf auf mein Ohr. Machtverschiebung heißt das Werk der hessischen Formation mit dem erwartungsvollen Namen NonPlusUltra. Seit 2004 besteht die Crew aus den Rappern AJ, Basta, Danny21, Mr.Marius und Papmaster, sowie den Produzenten DJ Fuji, Macus und Marcant.

Schon vor dieser Zeit war man in diversen Projekten aktiv und kann auf zahlreiche Liveauftritte zurückblicken. Doch nun gilt es, mit gebündelten Kräften, die Marke NonPlusUltra auch jenseits des Rhein-Main-Gebiets bekannt zu machen.

19 Anspielmöglichkeiten bietet der Tonträger, und beim ersten Überfliegen der Tracks muss man gestehen, dass das Album beattechnisch wirklich etwas zu bieten hat. Die Produzenten haben ein gutes Händchen für die Auswahl der Samples bewiesen, die Produktion besticht durch klare, warme Sounds. Synthieabfahrten sucht man vergebens. Das gesamte Album wird beherrscht von melancholischer bis düsterer Atmosphäre.

Auch die Rapper verstehen ihr Handwerk und sind sehr technikversiert. Da fliegen einem die Double- und Mehrfachreime nur so um die Ohren, dass man erst einmal etwas Zeit braucht, um sie im Kopf zu sortieren. Auch bei Doubletimenummern beweisen die Rapper Routine. Einzige Ausnahme bildet AJ, der gelegentlich den Takt sucht und auch rethorisch nicht mit der Leistung seiner Mitstreiter mithalten kann, Lines wie „wir knabbern euch an wie Säbelzahntiger“ sprechen für sich.

Es ist ein Representeralbum geworden: NonPlusUltra stellen sich vor. Ein Team, zusammengeschweißt, Rücken an Rücken auf Gefechtsstation gegen den Rest der (Rap-) Welt: ByeBye! Da ist von einer „neuen Zeitrechnung“ die Rede, vom „Fliegen“, man „fickt den Einheitsbrei“, denn „überall lauert der Satan“ und „die Welt ist ein Schlachtfeld“. Irgendwie hat man das alles schon mal gehört, und zudem auch besser.

Auch Punchlines sucht man vergebens. Die Jungs ziehen zwar in den Kampf, aber auch die beste Technik ist umsonst, wenn man nicht trifft. An Ideen mangelt es ihnen nicht. Im Track „SpaceshipRap“ wird sämtliches Vokabular aus den kosmischen Weiten zu Battlemetaphern verwandelt. Was daraus gemacht wurde, ist leider plump und hört sich zum Beispiel so an: „wir sind Jedis im Training, ihr seid Hobbyastronauten“.

So bleibt Machtverschiebung ein Werk, das den Auftakt der Jungs dokumentiert, jedoch im oberflächlichen Wir-schaffen-das-Pathos erstickt. Die Beats und die Flows reißen einiges raus, und wenn man auf der Suche ist, nach einem Soundtrack fürs sonntägliche Autowaschen, dann ist der Tonträger meine Kaufempfehlung.

Hell Razah – Rebaissance Child

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Den meisten Zuhörern ist der Solokünstler Hell Razah vielleicht auf Anhieb kein Begriff, sobald einige der Gruppennamen fallen, in denen er sich schon verdient gemacht hat, sieht das jedoch schnell anders aus. Sein bis heute größter Erfolg war das Debüt der Sunz of Man "The Last Shall Be First“ aus dem Jahr 1998. Zuletzt erschien das Album der Black Market Milita bei seinem aktuellem Label Nature Sounds, das er mit seinen Kollegen Killah Priest und Tragedy Khadafi veröffentlichte. Außerdem konnte er seinen ruf als MC bereits durch Gastauftitte auf verschiedenen wichtigen Alben aus dem Umfeld des Wu-Tang Clans festigen. Beispielsweise Ghostface´s "Supreme Clientele", Killah Priests "Heavy Mental" oder Method Mans "Tical 2000".
Um jetzt zu beweisen, dass er auch alleine ein Album fertig stellen kann bringt Hell Razah "Renaissance Child“ heraus. Auch wenn er oft nur zur zweiten Reihe der Wu-Tang Artists zugeordnet wird, will Hell Razah jetzt zeigen, dass er bei den Großen mit spielen kann.
Eins muss jedoch gleich zu beginn gesagt werden, große Neuerungen und Innovationen sind auf diesem Album nicht zu finden. Hell Razah und seine Gäste orientieren sich weitgehend am klassischen Wu-Tang Sound und bringen diesen nur geringfügig auf aktuellen Stand.

"Renaissance Child“ featuret Tragedy Khadafi, Timbo King, R. A. The Rugged Man, Talib Kweli, Viktor Vaughn, Bronze Nazareth, Killah Priest, Rass Kass und die Maccabeez. Die Produktion des Albums besorgen unter anderem MF Doom, Bronze Nazareth und 4th Disciple.
Zwei absolute Highlights findet "Renaissance Child“ bereits nach dem zweiten Track mit den beiden Songs "Renaissance“ und "Project Jazz“.  Der erste der beiden featured Tragedy Khadafi, Timbo King und R.A. The Rugged Man und ist wie eine Hip Hop- Geschichtsstunde in Liedform. Die drei MCs spannen den geschichtlichen Bogen von der Suga Hill Gang und Kool Herc bis hin zu A Tribe Called Quest und Public Enemy. "Project Jazz“ schlägt dann in eine völlig andere Richtung. Der Track bringt zwei weitere hochwertige Gäste ins Spiel. Zum Einen Talib Kweli und zum anderen MF Doom in doppelter Ausführung. Dieser produziert einerseits das Instrumental, zum anderen steht sein Alias Viktor Vaughn den anderen beiden MCs am Mic gegenüber. Das Saxophon-Sample des Tracks geht direkt unter die Haut und lässt einen nicht mehr los, während die Rapper sich gegenseitig überbieten und besonders MF Doom / Viktor Vaughn hervorsticht. Ein weiterer sicherer Hit findet sich in "Musical Murdah“ mit Westcoast-Spitter Rass Kass, der scheinbar immer noch nichts von seinem Feuer verloren hat und mal wieder die Frage aufwirft, warum er noch ohne Vertrag dasteht.

Die übrigen 13 Tracks von "Renaissance Child“ klingen dann doch sehr, wie schon früher aus dem Wu-Tang Umfeld gehört.
Hell Razah bietet Inhaltlich die bekannte Mischung aus religiösen Themen, Verschwörungstheorien und Street-Poetry und hat dabei seine größten Momente, wenn er nicht alleine am Mic steht, sondern sich gegenüber seinen Gästen beweisen muss. Die Beats sind alle keinesfalls schlecht, aber bis auf wenige Ausnahmen leider zu unspektakulär.
Wer schon lange ein Album im Stil des´90er Jahre Wu-Tang-Sounds vermisst hat darf hier beherzt zugreifen, alle anderen sollten vielleicht doch eher auf die angekündigten Alben von Bobby Digital, Raekwon oder die mögliche Reunion des Clans warten.

Lady Sovereign – Public Warning

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Ein neuer Sturm kommt von der Insel zu uns. Nachdem Rapper wie Dizee Rascal, die Mitchell Brothers oder The Streets in den letzten Jahren bereits für jede Menge frischen Wind in der Hip Hop-Szene gesorgt hatten, steht jetzt eine neue Sensation ins Haus. Das besondere ist dieses Mal, dass es sich um eine nur 152cm kleine weiße Frau handelt, Lady Sovereign.
Die gerade mal 21-jährige Londonerin bekam als erste nicht US-Amerikanerin einen Deal beim legendären Label Def Jam, nachdem sie Labelchef Jay-Z mit einem spontanen Freestyle in dessen Büro von ihren Fähigkeiten überzeugt hatte. Die Amerikaner waren auf Lady Sovereign unter anderem deswegen aufmerksam geworden, als sie ihre ersten Songs gefunden hatten, die sie selbstständig online stellte.
Zuletzt veröffentlichte sie über Def Jam das Album "Public Warning".
It´s Officially the biggest midget in the game
rappt S-O-V auf dem Intro zur ersten Single “Love Or Hate Me”.
Der Rest des Albums lässt auch keinen Zweifel an dieser Ansage. Die fehlenden Zentimeter macht Lady Sovereign durch ihr Selbstbewusstsein am Mic locker weck und die Beats liefern ihr dabei einen vortrefflichen Soundtrack um diese Energie entsprechend umzusetzen. Wer sich jedoch bisher noch nicht mit der Hip Hop-Szene im UK auseinander gesetzt hat, muss vorgewarnt werden. Nur weil hier jetzt Def Jam auf der Rückseite der CD steht, heißt noch lange nicht, dass jetzt Rap-Musik im amerikanischen Stil zu erwarten wäre. Der einzigen Gast den sich Lady Sovereign für ihr Album eingeladen hat ist Missy Elliott, die ja auch nicht unbedingt dafür bekannt ist immer innerhalb irgendwelcher festgelegter Genregrenzen zu operieren. Dementsprechend bieten die Instrumentals eine teilweise wilde Mischung aus klassischem Hip Hop, Elektro-Sounds, Rock-Gitarren, Beats und Bässe, die durchaus vom Dancehall entlehnt sein könnten und noch einiges an schrägen Klängen mehr. Diese paart die Lady immer mit ihrem eigenen sehr speziellen Wortwitz (Zum Beispiel I’m that funky little monkey with the tiniest ears. I don’t like drinking fancy champy, I’ll stick wit Heineken beers aus “Love Me Or Hate Me”).
Auf dieser Grundlage serviert S-O-V dem geneigten Zuhörer eine große Palette an Themen.
“Those Were The Days“ ist Lady Sovereigns Erinnerung an ihre Jugend vor ihrer Musikkarriere (we played the first Mortal Kombat on the Sega). 
“My England” ist natürlich ihre persönliche Abrechnung mit ihrer Heimat und auf "9 to 5“ setzt sie sich mit ihrer eigenen Faulheit auseinander. Mein persönliches Highlight des Albums ist der Track "A Little Bit Of Shhh“, Lady Sovereigns Version eines Battle-Tracks. Mit dröhnenden Bässen und dem Powerzwerg, der seine ganze Energie raus lässt könnte das Lied auch als Ersatz für die erste Tasse Morgenkaffe funktionieren. Das einzige deutlich störende Element des Albums ist ausgerechnet der Titeltrack "Public Warning“, der mit seinen an Punk erinnernde Gitarren doch zu stark anders sein will.

Was bleibt also nach 13 Tracks über "Public Warning“ zu sagen? Langweilig wird es definitiv nicht. Große Stärken des Albums sind die schon angesprochene Themenvielfalt und der Wortwitz der Lady. Auch die Beats, sofern man im klassischen Hip Hop-Sinn hier davon sprechen kann, liefern einen äußerst bunten Soundtrack, den man sonst nur selten zu hören bekommt.
Die gewaltige Energie und Aggressivität der kleinen Lady sind leider aber auf Dauer auch ihre größte Schwäche, da es etwas anstrengend wird das Album an einem Stück durchzuhören. Vielleicht hätte sie doch ein oder zwei Gäste auf das Album einladen sollen, um die Spannung des Zuhörers besser halten zu können.
Es wäre sicher auch interessant Lady Sovereign auf ihrem nächsten Album noch mehr auf den eher düsteren Grime-Produktionen zu hören.

 

Benny Kill – Partys Sex Elektrobeats

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Ein Titel wie "Partys Sex Elektobeats" lässt ja von vornherein darauf schließen, dass es sich hierbei nicht unbedingt um ein normkonformes HipHop-Album handelt Und wahrlich – das ist es auch nicht!

Gemeinsam mit seinem Produzenten wickedRokka hat der Wahlruhrpottler Benny Kill eine Richtung eingeschlagen, die mir bis dato so im deutschen HipHop noch nicht bekannt war. wickedRokka, der seine musikalische Heimat eher in der Elektroszene situiert sieht, hat dementsprechend eher auf Beats jenseits der 130 Bpm-Marke gesetzt und Benny Kill somit die Möglichkeit eröffnet, seine Inspiration aus vergangenen 2 Live-Crew-Zeiten zu schöpfen – vor allen Dingen textlich. Das kennt man ja schon von Berlinern a la Frauenarzt oder Orgi 69.

Mit Berlin kann sich Benny nicht unbedingt identifizieren und erhebt enorme Einsprüche gegen Tendenzen, die ihn, ohne sein musikalisches Werk vormals unter Betracht genommen zu haben, in diese Ecke drängen möchten ("Ich bin kein Berliner"). Das sein Barrio jedoch auch Einiges an Gewalt und sozialen Missständen aufzuweisen hat, verkündet er auf "Anarchie (Feat. Ammo One)", wo es unter Anderem heißt: "Rapper glauben, sie sind Gangster doch kommen nicht in meinen Bezirk / wo dich Zwölfjährige klatschen und dich treten bis du stirbst!" Image? Realness? Jedenfalls gibt Benny offen zu, dass er lieber ein paar Euro’s in einem Bordell lässt und dafür Arbeitsaufwand und Stress spart ("Nuttenhymne"). Da trifft es sich für ihn doch ganz gut, dass sein Album von einem Nachtclub gesponsert wird. Geht dann wohl auf’s Haus, wa?

Alles in Allem erinnert der Sound von "Partys Sex Elektrobeatz" doch eher an die frühen 90iger, als EuroDance bzw. SoftTechno den Mainstream bestimmt haben. So basiert "Teenies" beispielsweise auf Salt’n Pepa’s "Push It"-Melodie – allerdings etwas technoider. "Besoffene Schlampen" imitiert Snap’s "Rhythm Is A Dancer" und auch der oftmals geschundene Mark’Oh findet auf "Hardcoreweib" Verwendung.

Spaß macht das Ganze schon irgendwie, vor Allem die Hooks. Alice Schwarzer wird’s wohl nicht feiern aber mit "Booty Shaken" hat die Frau ohnehin wenig am Hut. Auf Dauer zeichnet sich jedoch Benny’s Flow als arg unflexibel, obgleich man zugestehen muss, dass auf derart aberwitzigen Geschwindigkeiten schwer zu flowen ist. Aber das trennt halt die Spreu vom Weizen. Zum Partymachen reicht es. Ähnlich verhält es sich mit der musikalischen Untermalung. Man muss ja nicht bei jedem Lied die selbe HiHat im selben Takt mitlaufen lassen und Snares kann man auch im Elektobereich variieren. Hier und da wäre auch die ein oder andere druckvollere Bassline sinnvoll gewesen. Aber, wie schon gesagt – zum Party machen reicht es. Nur halt nicht auf Dauer. 

El-P – I´ll Sleep When You´re Dead

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Nachdem El-Ps erstes Soloalbum "Fantastic Damage“ 2002 eingeschlagen war und für einiges an Aufsehen gesorgt hatte, hatte sich der MC, Produzent und Labelchef aus Brooklyn, New York keineswegs auf die faule Haut gelegt. Er hat seine Produktionstalente auf verschiedenen Projekten platzieren können, wie zum Beispiel The Perceptionists, den Def Jux-Debüts von Cage, Murs oder C-Rayz Walz. 2004 schloss er sich dann mit den Free-Jazz Größen Mathew Shipp und William Parker für das Album "HighWater“ zusammen. Die Lste geht noch endlos so weiter, mit der Konstante, dass El-P keine Berührungsängste gegenüber anderen musikalischen Genres zeigt.
Seit dem 20. März steht sein neues Abum “I´ll sleep when you´re dead“ in den Läden.
Schaut man sich dieses erstmal nur auf dem Papier an, kann man durchaus gemischte Gefühle bekommen. Mit einer Gästeliste die unter anderem aus Trent Reznor, The Mars Volta, Cat Power, Aesop Rock, Cage, Mat Sweeny und Tame One besteht, ließe sich eine fast schon standardmäßige Rap / Rock Platte befürchten. Aber keine Angst, El-P wäre nicht El-P, wenn er irgendetwas Standardmäßiges produzieren würde
"Tasmanian Pain Coaster" der erste Track des Albums samplet einen kurzen Auszug aus „Twin Peaks: Fire Walk With Me“ dem Pilotfilm zu David Lynchs Mystery-Serie. Wer die Serie und die in ihr herrschende Grundstimmung kennt, dem dürfte somit auch klar sein, was ihn hier erwartet. Eine erste Stimme fragt  Do you think that if you were falling in space that you would slow down after a while or go faster and faster? Worauf eine zweite Person antwortet For a long time, you wouldn’t feel anything. And you’d burst into fire, forever. Mit diesen Worten ist dann die Grundstimmung des Albumd festgelegt.
Es lässt sich zwar sagen, dass es hier teilweise geordneter und sogar melodischer zugeht, als noch zu Zeiten von "Fantastic Damage“, im Wesentlichen hat sich El-P jedoch seinen Zorn und die Wut nicht nehmen lassen. Das Album spiegelt El-Ps Bild der Welt wieder, wobei die Darstellung der Zustände in New York immer einen wichtigen Anteil hieran haben.
Einer der vielleicht extremsten und auch ungewöhnlichsten Songs findet sich in "Habeas Corpses ( Draconian Love)“. Der Track könnte die Fortsetzung zu "Stepfather Factory“ aus "Fantstic Damage“ sein. In dem Song stellen Cage und El-P zwei Arbeiter auf einem futuristischen Gefangenenschiff dar, die damit beauftragt sind die Gefangenen zu beseitigen. Der Ärger beginnt damit, dass sich El-P in eine der Gefangenen verliebt und versucht mit ihr zu fliehen. Der einzige Track, der nicht so ganz auf das Album passen will ist "The Overly Dramatic Truth“, El-Ps Versuch ein emotionales Lied zu schreiben.
Solange er jedoch das macht, was er am besten kann, ist alles in Ordnung. Die anfänglichen Befürchtungen können getrost beiseite geschoben werden, da es dem Produzenten gelingt die Genres so zu kombinieren, dass ein stimmiges Ganzes entsteht.
“I´ll Sleep When You´re Dead” ist mit Sicherheit kein leichtes Album, das sich schon beim ersten Hören erschließt und sofort begeistert. Es ist auch keine Platte zum Nebenbeihören. Aber es ist definitiv das Richtige für alle offenen Ohren, die einem Album etwas Zeit widmen können und Musik suchen, die abseits vom Mainstream passiert.

 

Rich Boy – Rich Boy

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Wie schnell sich das Blatt wenden kann, bekam Alabama-Native Rich Boy vor garnicht allzu langer Zeit am eigenen Leib zu spüren. Eben noch krampfhaft darum bemüht, einen Hype im Musik-Business zu kreieren, im nächsten Moment schon in den Billboard Top 20. Obgleich er schon vor zwei Jahren durch seine beeindruckende erste Single "Get To Poppin" auf sich aufmerksam machte, brauchte es ein solides Beatgerüst von In-House-Producer Polow Da Don und ein paar verschollen geglaubter Felgensätze um jenen riesen Hype loszutreten ("Throw Some D’s"). Gerechtfertig? Haben die Amerikaner ABC-Waffen im Irak gefunden?

Rich Boy, College-Abbrecher und Hobby-Produzent, wurde von Polow Da Don im Jahre 2003 erstmals zum Rappen animiert. Dies tut er nun auf vollen 16 Songs seines Debüts mit dem bezeichnenden Titel "Rich Boy". Das der nächste Messias des Rap nicht aus Alabama kommen dürfte, machte Rich Boy schon auf "Throw Some D’s" klar. Die Intonation des jungen Mannes mag sich stark gegenüber der Konkurrenz differenzieren, was nicht automatisch mit dem Siegel "positiv" einhergeht. Zumal sich seine lyrischen Vorstöße eher schmächtig als wohlgenährt zeichnen. Swagger? Nicht wirklich…

Ein herausragendes Beispiel für gutes Zusammenspiel von Stimme, Beat & Flow bietet das von Brian Kidd (Ex-Co-Produzent von Timbaland) produzierte "Get To Poppin", dass jedoch im Remix mit Pitbull noch stärker ist. Auch Keri Hilson (ebenfalls aus Timbo’s Camp) und Polow Da Don wissen "Good Things" zu bereichern, während Rich Boy doch etwas unbeholfen seine Angebetete in seinen Bann ziehen will ("I got you what you wanted and it wasn’t even your birthday"). Großen Spaß macht aber vor allen Dingen das stark dezimierte, simple "Boy Looka Here". Keine Schnörkeleien, kein übermässiges Getöse und viel Platz für Rich Boy, um ein bisschen Boden gut zu machen.

"Touch That Ass" hingegen fährt wieder Minuspunkte ein. Für den Stripclub auch nur minimal geeignet, da es einfach zu sehr anstrengt und wirklich nichts Interessantes – aber auch rein garnichts – passiert. Emotionaler soll es dann auf "Ghetto Rich" mit John Legend zugehen und wahrlich – Rich Boy legt seine Gefühle offen und beschreibt das Ghettotreiben. John Legend in der Hook, Polow Da Don mit einem düsteren Beat – Endergebnis eher mittelmäßig.

Mühe hat man sich beim Debüt schon gegeben aber irgendwie ist es oft entweder zu übermotiviert "And I Love You" (auf dem Rich Boy neben Pastor Troy & Big Boi wenig Land sieht) oder unpassend "Gangsta" (die G-Unit will Needlz‚ Beats wohl nicht mehr). Ein Lichtblick bleibt noch mit Timbo’s Entdeckung Attitude, der "Role Models" wenigstens flowtechnisch vor der Bedeutungslosigkeit retttet.

Zum Schutz sollte noch angeführt werden, dass Rich Boy als Newcomer durchgeht und es schon weitaus schlechtere Debüts in letzter Zeit gegeben hat. Aber Klassiker hören sich auf jeden Fall anders an.

Top Spin – Top Spin 2

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Endlich gibt es wieder eine Auswahl an Tennisspielen fuer den PC. Musste man sich bisher mit Virtua Tennis begnügen oder das "alte" Top Spin spielen, so kann man nun endlich auch als PC-Spieler Top Spin 2 von Take 2 geniessen.

Das war bisher den Xbox 360-Besitzern  vorbehalten. Die Konsolenherkunft merkt man diesem Spiel auch deutlich an. Alleine die Steuerung in den Menüs und die Auswahl der einzelnen Punkte ist mehr als gewöhnungsbedürftig für PC-Spieler. Optimalerweise geht das noch mit einem Joypad vonstatten, die Tastatur/Maus als Alternative ist nur bedingt empfehlenswert.

Grafisch sieht Top Spin 2 sehr hübsch aus. Besonders die Spieler sind sehr detailliert und auch die Animationen sind absolut gelungen. Leider erfordert die Grafikpracht eine entsprechend  ktuelle Hardware.

Im Karrieremodus beginnt ihr als unbekannter Provinzspieler und müsst euch erst einmal einen Namen bei den Sponsoren und den Turnierleitern machen. Hierzu wird fleißig trainiert. Mal müsst ihr mit präzisen Schlägen lebensgroße Dominosteine aus dem Weg räumen. Ein anderes Mal schiebt ihr mittels eurer gelben Filzkugel Bowlingkugeln an, damit diese die Pins aus der Bahn kegeln.

Nach erfolgreichem Absolvieren der Trainingsaufgaben gibt es Showmatches mit bestimmten Zielvorgaben, um einen ersten Sponsor zu bekommen. Natürlich wurde mit Originallizenzen nicht gegeizt. Habt ihr dann euren allerersten Vertrag in der Tasche, geht es mittels Termin-Planer in die Metropolen der Welt. Von kleinen Turnieren steigert ihr euch, klettert nach und nach auf der Weltrangliste empor, bis ihr schließlich die heiligen Hallen von Wimbledon betreten dürft.

Natürlich steht auch der Grand Slam auf dem Spielplan. Melbourne, Flushing Meadows, Paris, die US-Open… alles dabei. Das gewonnene Geld investiert ihr in neue Ausrüstungen und verbessert nach und nach eure Werte. Aufschlag, Return, Spin, Lob oder Asstraining, machen aus euch einen neuen Roger Federer.

Neben dem Karrieremodus bietet das Spiel noch die Möglichkeit, ein einfachesM atch oder ein ganzes Turnier zu spielen. Auch ein Onlinemodus ist integriert. Multiplayer ist an einem PC mit bis zu vier Spielern möglich.

Top Spin 2 ist trotz einiger Komfortmängel momentan das beste Tennisspiel auf dem PC. Originalspieler, bekannte Schauplätze und ein ordentlicher Karrieremodus sorgen sowohl für Einsteiger und Tennisneulinge wie auch für fortgeschrittene Spieler und Fans für langfristigen Spielspaß.

Atari – Test Drive Unlimited

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Was war Test Drive für ein Knaller für die XBOX 360. Nun erscheint der Titel auch noch für die PS2 und PSP. Aber wie soll das auch nur annähernd so souverän funktionieren? Atari zeigt wie und lässt auch auf der alten Konsole das 1600 Kilometer große Strassennetz befahren. Also nichts wie los, in Richtung Hawaii!

Nun macht ihr euch also auf der schicken Insel auf, um die bekannten Rennen zu fahren und Aufgaben zu meistern. Das ist dann auch schon alles. Nebenaufgaben fehlen im Vergleich zur 360-Version komplett. Das spielt aber keine wirklich große Rolle, denn auch auf der PS2 macht Test Drive einfach gute Laune. Durch das riesige, befahrbare Strassennetz stellt sich flott Urlaubsstimmung ein und ihr holt die Sonnenbrille raus – Virtuelle Freiheit pur! Die einzelnen Menüoptionen wurden zwar gestutzt, trotzdem seid ihr Ewigkeiten motiviert, noch eine Runde zu drehen.

Die Optik kann zwar nicht mit der Next-Gen-Version mithalten, holt aber trotzdem einiges aus der PS2 raus. Die Steuerung des Boliden geht auch flott von der Hand, deswegen seid ihr schnell im TD Unlimited-Universum gefangen. Der Sound macht Spaß und unterstützt das gesamte Urlaubs-Rennpaket vorbildlich. Reicht alles völlig aus, um ein gutes Spiel auf der PS2 zu sein!

Die Testfahrt wird euch gefallen, garantiert. Während Multizocker eher zur XBOX 360 Version greifen sollten, machen Sony-Fans nichts falsch mit dem Kauf von Test Drive. Die ganze wundervolle Area ist mit auf der DVD, was mich persönlich überrascht und ziemlich schnell stellt sich ein entspanntes Gefühl beim Spielen ein. Egal ob ich die Rennen fahre oder nur an den Küsten lang cruise – Test Drive macht auch auf der PS2 eine gute Figur.

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