NonPlusUltra – Machtverschiebung

Neuer Stuff aus Frankfurt am Main gelangte diese Tage auf meinen Schreibtisch und traf auf mein Ohr. Machtverschiebung heißt das Werk der hessischen Formation mit dem erwartungsvollen Namen NonPlusUltra. Seit 2004 besteht die Crew aus den Rappern AJ, Basta, Danny21, Mr.Marius und Papmaster, sowie den Produzenten DJ Fuji, Macus und Marcant.

Schon vor dieser Zeit war man in diversen Projekten aktiv und kann auf zahlreiche Liveauftritte zurückblicken. Doch nun gilt es, mit gebündelten Kräften, die Marke NonPlusUltra auch jenseits des Rhein-Main-Gebiets bekannt zu machen.

19 Anspielmöglichkeiten bietet der Tonträger, und beim ersten Überfliegen der Tracks muss man gestehen, dass das Album beattechnisch wirklich etwas zu bieten hat. Die Produzenten haben ein gutes Händchen für die Auswahl der Samples bewiesen, die Produktion besticht durch klare, warme Sounds. Synthieabfahrten sucht man vergebens. Das gesamte Album wird beherrscht von melancholischer bis düsterer Atmosphäre.

Auch die Rapper verstehen ihr Handwerk und sind sehr technikversiert. Da fliegen einem die Double- und Mehrfachreime nur so um die Ohren, dass man erst einmal etwas Zeit braucht, um sie im Kopf zu sortieren. Auch bei Doubletimenummern beweisen die Rapper Routine. Einzige Ausnahme bildet AJ, der gelegentlich den Takt sucht und auch rethorisch nicht mit der Leistung seiner Mitstreiter mithalten kann, Lines wie „wir knabbern euch an wie Säbelzahntiger“ sprechen für sich.

Es ist ein Representeralbum geworden: NonPlusUltra stellen sich vor. Ein Team, zusammengeschweißt, Rücken an Rücken auf Gefechtsstation gegen den Rest der (Rap-) Welt: ByeBye! Da ist von einer „neuen Zeitrechnung“ die Rede, vom „Fliegen“, man „fickt den Einheitsbrei“, denn „überall lauert der Satan“ und „die Welt ist ein Schlachtfeld“. Irgendwie hat man das alles schon mal gehört, und zudem auch besser.

Auch Punchlines sucht man vergebens. Die Jungs ziehen zwar in den Kampf, aber auch die beste Technik ist umsonst, wenn man nicht trifft. An Ideen mangelt es ihnen nicht. Im Track „SpaceshipRap“ wird sämtliches Vokabular aus den kosmischen Weiten zu Battlemetaphern verwandelt. Was daraus gemacht wurde, ist leider plump und hört sich zum Beispiel so an: „wir sind Jedis im Training, ihr seid Hobbyastronauten“.

So bleibt Machtverschiebung ein Werk, das den Auftakt der Jungs dokumentiert, jedoch im oberflächlichen Wir-schaffen-das-Pathos erstickt. Die Beats und die Flows reißen einiges raus, und wenn man auf der Suche ist, nach einem Soundtrack fürs sonntägliche Autowaschen, dann ist der Tonträger meine Kaufempfehlung.

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