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Damion Davis

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Nachdem Morlockk Dilemma‘s Bericht vom "Feuer Über Deutschland 2" allerorts für Gesprächsstoff sorgte, haben wir dieses Mal zwei Produzenten gefunden, die für uns die Fragen stellen, auf die ein Journalist nicht unbedingt kommt. Die Herren V.Raeter (Spoken View/Berlin) und Dexter (Wortsport/Heilbonn) haben bereits häufiger mit Damion Davis zusammengearbeitet und sind diesmal  im Namen von rap.de unterwegs. Aber nicht nur das. V.Raeter ist Damion’s Haus-Hof und vor allem live-DJ. Näher dran geht also kaum. Dementsprechnd heimelig ging es beim Interview irgendwo im Prenzlauer Berg zu. 3 Mann, eine Leidenschaft: HipHop. Let’s get it on…

Dexter: Wieso hast du eigentlich gleich zwei hochwertige Alben ("Am Ende Des Tunnels" und "Lichtermeer") unmittelbar hintereinander veröffentlicht? Hast du zuviele Tracks oder einfach nur kein Geld?

Damion Davis: Ich bekam für zu viele Tracks zu wenig Geld. Nein im Ernst, ich habe einfach nur sehr viel Material zur Verfügung gehabt. Ich hatte Texte für über 50 Songs in meinen Reimbüchern im Rucksack! Ich wollte nach fast drei Jahren ohne HipHop-Release soviel wie möglich den Leute geben, die so lange warten mussten.

V.Raeter: Eigentlich wollten wir ja ein Doppelalbum veröffentlichen…

Damion Davis: Genau, ich hatte eigentlich vor ein Doppelalbum daraus machen, aber das wäre vielleicht ein bisschen viel auf einmal gewesen, deshalb habe ich zwei Teile daraus gemacht. "Am Ende Des Tunnels (AEDT)" ist ein wirkliches HipHop-Album, als würde ich noch mal alle stilistischen Register meiner Interpretation von Untergrundrap ziehen. So als würde ich das Abenteuer Untergrundrap Revue passieren lassen, dieses Album ist wie ein Jump and Run-Spiel durch die Rapszene. "Lichtermeer" ist eher ein privates und sehr musikalisches Album. Es ist in musikalischer Hinsicht zukunftsweisend für die weitere Entwicklung meiner Karriere. Es ist eher Musik als „nur“ Rap. Um es auf den Punkt zu bringen "AEDT“ ist extrovertiert und "Lichtermeer“ introvertiert.

 

Dexter: Mir persönlich hat dein Mixtape einen Tick besser gefallen, bei meinem Kollegen ist es nun genau anders herum. Wie hast du die Tracks für beide Projekte unterschieden?

Damion Davis: Zwischen dem stilistischen Abschluss mit der Vergangenheit und dem Neubeginn in meiner musikalischen Zukunft. "AEDT" ist mein letztes wirkliches Rapalbum, "Lichermeer“ ist mein erstes Album auf dem Weg zu einem gereiften Musiker.
Dexter: Verstehe. Inwieweit ist denn dein Videotrack "Rooftops" Fiktion und in wie weit stecken da eigene Erinnerungen/ Erfahrungen drinnen?

Damion Davis: Es ist alles eine Kollage aus vielen Ereignissen aus der Vergangenheit in meinem Viertel Berlin-Buch. Es geht um das Schicksal der Jugend einer Ostberliner Plattenbausiedlung ohne Perspektive. Viele "Plattenbauern“ werden Geschichten von sich und ihrem Umfeld in dem Song wieder finden. Über die Hälfte aller Szenen sind Originalschauplätze an denen wir wirklich damals herum gehangen haben. Das Video war eigentlich ursprünglich als Kameratest für den Clip zu "Kuck Hear" feat. Mr. Mick und Sir Serch gedacht. Zufällig hatte dann der Regisseur "Telemach“ soviel Material gesammelt, dass er einen ganzen Clip daraus schneiden konnte. Der Song war also eigentlich gar nicht als Single geplant.

V.Raeter: Stimmt, ich erinnere mich. War das nicht sogar unser erster gemeinsamer Song?

Damion Davis: Ja. Es war der erste Song den ich mit dir jemals aufgenommen habe. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich den Text eines schönen Vormittags in deinem Studio geschrieben habe. Der Himmel war blau an diesem Tag, ich hörte den Beat als ich am Fenster stand und hatte sofort die Idee parat. Den Text habe ich dann in fast einer Stunde geschrieben. Wir haben ihn dann sofort aufgenommen. Es war einer der schnellsten Tracks für mich. Dann wurde der Song aber umso länger ausproduziert.
V.Raeter: Übrigens, der Geiger von unserem neuen SpokenView Signing H.B.L., Paul, hat gleich noch ein paar Melodien eingefiedelt, ISO, unser Masteringgenie und Damion‘s Executive Producer, spielten noch den Bass ein.
Damion Davis: Beim Video ging das dann ja genauso weiter. Da hatten wir am Ende 5 verschiedene Schnittversionen zur Auswahl.
Dexter: Du hast teilweise höchst abgedrehte Liedideen: Wie kommt man denn auf ein Thema, etwa bei "Bandecho"?

Damion Davis: Ich kam eigentlich ganz spontan auf die Idee. So etwas nennt man wohl einen Geistesblitz. Aber eine kleine Vorgeschichte kann ich doch erzählen: Mein WG-Mitbewohner PeBe rappt bei der Berliner Soundforum PeBe. Bei dem Track "Nothing But Love" auf meinem Mixtape "Am Ende Des Tunnels" kann man ihn auch hören. Wir beide haben so ein Freestyle-Text Session Projekt, welches sich "15 Min" nennt. In diesen 15 Min. of Fame muss man es schaffen 16 Takte zu schreiben. Du musst praktisch in einer Viertelstunde einen kompletten 16er Freestyle auf das Blatt bringen. Diese Methode fördert manchmal echt die größten kreativen Schätze zu Tage. Eines Tages schrieb ich einen dieser „15 Minüter“ nur mit den Namen von Rockbands. Dieser Text brachte mich dann auf die Idee das gleiche mal mit deutschen Bandnamen zu versuchen. Jetzt ist dieser Track einer der Favorites meiner Fans. Eine gute Liedidee ist meist schon die halbe Miete, der Rest ist dann eigentlich nur Fleiß. Wenn man die richtige Initialzündung oder Eingebung zum richtigen Zeitpunkt erfährt, läuft alles wie von Geisterhand, als wär es Fügung des Schicksals.
V.Raeter: Du bist jemand, der permanent auf der Suche nach dem passenden Wortspiel ist. Wie kommen denn die Leute damit klar. Beim Einkaufen, auf Tour, beim Mädels Anlabern im Club?

Damion Davis: War ja klar, dass du mir diese Frage stellen musstest du großer V.Raeter. Viele Leute sind manchmal etwas überfordert, wenn man ohne Vorwarnung anfängt wild zu assozieren. Manche Menschen, die einen länger kennen, steigen dann irgendwann darauf ein und finden auch schnell und stark suchtgefährdet Gefallen an der Abstraktion der deutschen Sprache. Ich denke da zum Beispiel an meinen Tour-DJ, wie war noch mal der Name: V.Raeter glaube ich (lacht). Es gib unendlich viele Möglichkeiten in unser Sprache mit Worten zu spielen, dass ich es oft nicht verstehen kann warum viele hier solche plumpen Texte schreiben. Das Potential der deutschen Sprache ist aufgrund des reichen Wortschatzes, der grammatikalischen Komplexität und der vielen Redenwendungen so unerschöpflich, dass es mich nicht wundert warum wir lange als Land der Dichter und Denker galten.

Dexter: Bist du denn zufrieden mit deinen Albumverkäufen? Oder wurde doch wieder nur mehr runtergeladen?

Damion Davis: Verkaufzahlen zählen für Verkäufer. Doch für mich zählt nur Freundschaft, das Seelenfeuer… Wer hat schon Geld, für mich hat Geld keinen Wert. Egal ob kostenloser Download oder bezahlter Auftrag, der wahre Wert ist nicht immer der, der sich auszahlt. Ich bin in erster Linie sehr zufrieden mit der Resonanz der Hörer und Hater. Ich bin auf jeden Fall sehr überrascht, dass es eine Menge Leute gibt, die aus Anstand das Album trotz vorherigen Downloads noch mal bestellen. Besonders gute Erfahrungen haben wir mit unserem Onlineshop gemacht. Der Preis ist hier, im Vergleich zum Großmarkt, am geringsten für die Fans, und es gibt immer noch ein paar kleine Tools mehr als nur das Album und den Kassenbon. Also kauft mein Album dort. Ich habe ja zum ersten Mal überhaupt einen Überblick über Verkaufszahlen von einem eigenen Release. Bei "Kehrseite Der Medaille“ hatte ich keine Kontrolle über den geschäftlichen Part des Albums.

V.Raeter: Wer ist denn zur Zeit dein Lieblingsproduzent und warum?

Damion Davis: Ganz klar, Hazeem The Lost Files und Digital Invaders Invasion. Das sind ein paar Produzenten aus Berlin, Paris und NewYork, die mir ein Kollege namens Nestor empfohlen hat. Wir haben zusammen ein Feature auf einen Beat von den Jungs gemacht. Man kann sich deren Instrumental-Mixes über MySpace umsonst ziehen. Die Beats treffen meinen persönlichen Geschmack zurzeit am meisten, weil sie eine perfekte Balance zwischen sphärischer Harmonie und druckvollem Chaos bilden, sowie mir als Texter genug Raum bieten, um mich über dem Instrumental auszuleben. Sonst wäre da noch…Rick Rubin für die beiden letzten "System Of A Down“ Alben. Außerdem mag ich alle Beats vom Lupe Fiasco Album "The Cool". Die Hi-Tek Beats fand ich bei "Hi-Teknologie 2" auch ganz gut und "Eardrum" von Talib Kweli mochte ich auch.
Dexter: Und wer ist dein aktueller Lieblingsrapper bzw. Sänger?

Damion Davis: Lupe Fiasco ist meiner Meinung nach, zurzeit der beste Poet auf dem HipHop-Markt. Er hat sehr smarte Songideen, eine bildhafte Sprache, verschachtelte Reimschemen, eine gesellschaftlich wertvolle Aussage, moderne fast monumentale Instrumentale, die seinem ganzen Album ein kunstvollen, fast schon avantgardeartigen Charakter geben. Sonstige Inspirationen 2007 waren die Alben von Pharoahe Monch, Wu-Tang und Kanye West.
V.Raeter: Wie gehst du denn beim Beats picken vor, und wann entscheidest du, ob du lieber darauf singst, oder lieber rappst, oder gar beides?

Damion Davis: Ich erkläre es dir anhand eines Bildes. Meine Texte sind ein stiller Ozean und der Beat ist wie der Wind auf hoher See. Der Wind hält die Wellen in Bewegung und gibt meinen Worten einen Fluss. Es kommt auf das Wetter an, ob meine Flaschenpost ans Ufer des Strandes gespült werden kann. Der Beat ist der Transporter der Nachricht, jedes Instrumental hat auch eine Botschaft, die es beim Schreiben zu dekodieren gilt. Ich persönlich mag gerne mal regnerische Beats, plätschernde Pianos…. Ein kleiner Bach der langsam zu einem reißenden Strom wird. Für mich ist das mit dem Beat picken wie beim Surfen, nur ich kann mir je nach Lust und Laune, Wetter und Wellen frei wählen. Manchmal habe ich Lust auf Riesenwellen, manchmal will ich mit einer leichte Briese einfach nur gechillt segeln.

V.Raeter: Du spielst ja auch Gitarre. Machst du eigentlich mittlerweile auch selber Beats? Könntest du dir überhaupt vorstellen, als Multitalent neben Rapper, Sänger und Schauspieler auch noch Produzent zu sein?

Damion Davis: Ich habe seit 2007 ein Elektroprojekt unter dem derzeitigen Namen Vogelhaus und würde die Musik als schranzartigen digitalen Bigbeat-Triphop bezeichnen. Ich werde hoffentlich so bald wie möglich eine MySpace-Seite einrichten und schon mal ein paar Hörproben von den Dächern zwitschern lassen. Ich produziere dieses Album unter dem Arbeitstitel "Panne!" komplett mit dem Musikprogramm Reason und es sind meine ersten selbst komponierten Elektronsongs. Es ist eine absolut freie und unbefangene, ehrliche Arbeitsweise, da ich völlig unvorbelastet mit dieser Stilrichtung spielen kann und keiner bestimmten Idealvorstellung nacheifere, sondern mich einfach bei der Produktion selbst überraschen lasse.
V.Raeter: Da fällt mir ein, was ist eigentlich mit deinem Gesangs-Alter-Ego "D.Shawn" passiert?

Damion Davis: Er arbeitet grade in einer französischen Senffabrik. Nach Feierabend feilt er aber weiter mit seiner geliehenen sechsseitigen Elektrogitarre an einem abgepsychten Garagen-Punk-Projekt.

Dexter: Da bin ich dann ja mal gespannt was da noch kommt. Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit musikalisch eher gegensätzlichen Leuten wie V. Mann & Morlockk Dilemma?

Damion Davis: Ich kenne V-Mann schon von meinen ersten Freestyle-Sessions ’99, als den rappenden Klaus Kinski des Kolwitzer Platzes. Wir haben oft zusammen gereimt auf TwenFm, einem damaligen Piratenradio, auf diversen Auftritten, bei Open Mics usw. Morlockk Dilemma kenne ich von unserer gemeinsamen "Kuck Hear Tour 07". Ich denke wir schätzen uns gegenseitig sowohl musikalisch als auch persönlich, so dass eine Zusammenarbeit ganz automatisch zu Stande kam. Wir kommen halt irgendwie alle aus ähnlichen Hintergründen und stehen auch ohne arrogant sein zu müssen, stellvertretend für qualitativen Rap mit Hirn und Technik aus dem Osten. M und V sind die ersten Ostdeutschen Rapper, die spitten wie Amis zu Hochzeiten der goldenen "Mitte 90ger Ära“. Sie verkörpern für mich HipHop in solch purer aber gleichzeitig hochkomplexen Form, dass es mich echt unglaublich motiviert wieder mal richtig rough zu rappen. Wir fahren natürlich mittlerweile musikalisch, als auch thematisch auf unterschiedlichen Schienen im Zuge der Entwicklung, aber unser Ursprung war einst der gleiche. Mitte 90!!! Wir haben auf Tour einen Deal ausgehandelt, ich darf auf Ihren Alben nur singen und sie auf meinen nur rappen. Smith ‚N Wessun haben auch Features mit Talib Kweli, Kanye rappte zusammen mit Young Jeezy usw.
V.Raeter: Apropos ungewöhnliche Kombinationen: Wie kam die Verbindung zwischen dir und Jungtalent F.R. zustande?

Damion Davis: Ich höre in der Frage so einen eingewissen Unterton im Subtext mitschwingen…no pedo. Ich kenne F.R. schon seit seinem ersten Album, er rief damals einfach mal bei mir an und wir unterhielten uns über Gott und die Welt. F.R. war damals schon geistig sehr weit und ich hoffe, er wird der nächsten Generation das geben, was ich in unserer oft vermisst habe: Rapmusik mit inhaltlicher und stilistischer Qualität auf höchstem Niveau. SpokenView hatte schon einige Treffen mit F.R. und seinem Management gehabt, das gerade den Markt zwecks möglichen Signingoptionen sondiert. Wir haben schon einige Features releast und planen auch eine EP zusammen zu starten. Erstmal kommt ’08 sein drittes Album mit 18!!! Und dann sehen wir mal was passiert….Möglicherweise gehen wir dieses Jahr noch zusammen auf Tour.

Dexter: Wo wir gerade bei Dilemma und F.R. waren. Ich bemerke gerade einen ziemlichen Umbruch in der deutschen (Underground) Rapszene. Neue Leute wie Huss & Hodn, V Mann und Morlockk Dilemma, F.R. und eben auch du machen mit eigenem Trademarksound von sich Reden und bekommen positive Resonanz. Siehst du dich als Teil dieser neuen Bewegung?

Damion Davis: Unbedingt…für mich sind auch Künstler wie Maeckes & Plan B, F.R., Sir Serch, Sichtbeton und Sera Finale Teil einer Bewegung, für die es sich lohnt doch noch weiter an HipHop zu glauben. Das es immer wieder Umbrüche in der Szene gibt ist klar, aber jetzt haben diese Acts endlich mal Qualität und Anspruch egal in welche Richtung es auch geht. Für mich hinkt Deutschlands Rapszene trotz Internet immer noch 10 Jahren der amerikanischen HipHop-Kultur hinterher. Ich will damit sagen, ich habe das Gefühl, dass wir erst heute das umsetzten können was uns Mitte der Neunziger so inspiriert hat. Alle diese Acts und sicherlich auch noch ein paar andere ungenannte mehr, verkörpern für mich, das damalige Level von Rawkus oder Soundbombing.
V.Raeter: Jeder der dich schon mal live gesehen hat, weiß, dass du auch ein hervorragender Entertainer bist. Was hat es mit dem Konfetti auf sich und wie sieht eine Damion Show im Allgemeinen denn so aus?

Damion Davis: Meine Show steht dafür, dass die Leute abgehen wie jemand der die Schule schmeisst, für greifbare Energie, den ein oder anderen Stagedive, für 2,3 gute Accapellas, wenn die Technik nicht vollkommen versagt für verständliche Parts, für Action, Spannung, Spiel und Vanille. Bei allen Konzerten kann sicherlich nicht alles 100% davon abrufen, aber ich versuche immer alles zu geben sobald ich am Mic bin. Ich bin auch immer noch tierisch aufgeregt vor dem Gig, doch irgendwie brauche ich eine gewisse Anspannung, um auf der Bühne richtig agil zu sein. Umso mehr Lampenfieber hinter dem Vorhang, desto heller scheine ich bei der Show im Spotlight.
Dexter: Äh, und das Konfetti?

Damion Davis: Das Konfetti steht dafür, dass ich mir einen bunten auf der Bühne machen kann, so als ob es in einem geschlossenen Raum Farbe regnet, das Konfetti ist lebendiges Graffiti, living colour, materialisierter Ausdruck meiner variablen Vitalität.

V.Raeter: Ein Feature mit Nas, Jay Z, Wu Tang oder ein Auftritt vor einer halben Million         Zuschauer?

Damion Davis: Ein Feature mit Nas, Jay Z, Wu Tang vor einer halben Million Zuschauer. Oder eine halben Million Zuschauer featuren mich vor Nas, Jay Z, Wu Tang. Vielleicht nehme ich aber doch erstmal den 50/50 Joker…. Ach was soll’s, ich nehme das Feature mit Nas.

Dexter: Vielen Leuten, die dich hören und die dich auch persönlich kennen, fällt deine auffallend freundliche, positive Art auf. Ist es manchmal anstrengend positiv zu sein, oder bist du einfach so?

Damion Davis: Es wird anstrengend, wenn positive Ausstrahlung bei Fremden eine negative Reaktion hervorruft. Wenn man oft nett ist verstehen manche nicht, dass man ab und an auch mal das absolute Gegenteil verkörpert, an solchen Punkten entscheidet sich wer wirklich zu einem hält oder wer einen richtig kennen lernen will. Ich versuche größtenteils offen und optimistisch auf Menschen zuzugehen um Skepsis und Vorurteile zu vermeiden, um in Einklang mit meiner Umwelt zu kommunizieren. Es gibt schon zu viele ignorante, großkotzige Charakterschweine, die die Szene mit Ihrem Auftreten immer mehr auseinander treiben. Lieber friedlich zusammenkommen, als sich im Streit zu trennen.
V.Raeter: Die nächste Frage kannst du vermutlich kaum mehr hören. Deshalb stelle ich sie dir jetzt auch: Du spielst ja in Florian Gaag’s "Wholetrain" eine der Hauptrollen. Kannst du kurz erzählen, um was es in diesem Film geht und wie es zu deiner Rolle kam?

Damion Davis: Ich denke alle wissen, um was es geht, wie der Name schon vermuten lässt. Ich kam zu der Rolle über 8 harte Vorspielrunden eines bundesweiten Streetcastings an dem jeder Interessent teilnehmen konnte. Meine damalige Agentur kam nicht auf die Idee mich für den Film vorzuschlagen, kassierte aber trotzdem 10% Provision von meiner Gage. Ich habe eine Menge damaliger Freunde zu den Castings mitgeschleppt, von denen alle auch besetzt wurden. So saß ich dann aufeinmal zusammen mit Sir Serch, Aesop ( Fotograph bei SpokenView) Mike Fiction und Ninjah /Jeneez in München und drehte einen Kinofilm. Jakob Matschenz, der die Rolle des "Greenhorns“ Achim spielt, wuchs in meinem Viertel um die Ecke auf, doch wir trafen uns zum ersten Mal beim Dreh zu "Wholetrain". Ich habe in den Castings so viele verrückte Ausdrücke verwendet und so energisch abgepsycht, dass sie scheinbar keine andere Wahl hatten, als es einfach mit mir zu versuchen.
V.Raeter: Musstest du für den Film extra das Malen üben, oder hattest du schon vorher Kontakte zur Graffitiszene?

Damion Davis: Ich hatte schon immer Kontakt mit Writern, aber mein Talent war nicht das Malen sondern das Reden. Obwohl ich eine zeitlang auch auf Aktion war, erkannte ich schon früh, dass Musik meine Leidenschaft ist. Ich konnte das Bild vor meinem inneren Auge auf Grund von feinmotorischer "Canhandlingschwäche“ nie so an die Wand bringen wie ich es gern wollte. Ich hatte trotzdem das Vergnügen einige Ostberliner und Münchner Legenden kennen zu lernen. Es gab einen Workshop mit allen beteiligten Schauspielern und deren Ghostwritern. Die Bilder in dem Film wurden ausschließlich von besagten Legenden gemalt. Uns wurde am Set die Skizze gezeigt und wir zogen Outlines und machten Fills usw. unter der Aufsicht bzw. der Anleitung der Urheber.

Dexter: Und ein für allemal: ist Tino auch Damion?

Damion Davis: Wenn überhaupt, dann wohl eher Florian.

V.Raeter: Ok, hast du denn schon die nächsten Rollenangebote bekommen, Florian?

Damion Davis: Es stand gerade ein Casting zu einem Film in Marokko an über eine deutsche Band die nach Tanger reist um dort zu musizieren. Ich habe aber meine Agentur von damals nach dem Siegeszug von "Wholetrain" verlassen, weil ich zu viele Rollenangebote einfach ablehnen musste, aus Angst vor einem Imageverlust bzw. Rufschädigung. Wenn man bei Soaps, Werbespots oder irgendwelchen TV-Filmen spielt, die einfach nur peinlich sind, kann man nicht mehr authentisch auf die Bühne gehen und die Revolution predigen. Ich habe irgendwann die Entscheidung getroffen, mich auf mein eigenes Drehbuch zu verlassen, anstatt mich in diesem Filmbiz an den Teufel zu verkaufen. Wenn ich drehe, dann sind das meist Videos für SpokenView oder eine Dokumentation über das echte Leben ("Drehmoment") oder einfach nur abstrakte Aufnahmen von Lichterspielen in der Stadt ("Analoge Bildschirmschoner"). Für mich ist diese ganze Filmsache ein Hobby, ich habe keine professionellen Ambitionen, das ernsthaft zu betreiben. Es war ein hartes Stück Arbeit, diesem Film und die Vorstellung des Regisseurs der Figur zu realisieren. Ich habe einen heiden Respekt vor professionellen Schauspielern, aber wenn, dann bin ich der Typ hinter der Kamera, ein Drehbuchautor oder zumindest ein kreativer Ideengeber.

Dexter: Soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, bis du ja schon sehr lange aktiv in der Berliner Szene und du hast eine stetig wachsende treue Fanbase, was man an den täglich unzählig neuen MySpace Comments sieht, die du bekommst. Was möchtest du noch mit der Musik erreichen, wo möchtest du hin?

Damion Davis: Ich will noch viele verschiede Alben raus bringen und auch in anderen Genres Fuß fassen. Wenn ich ehrlich bin, wünsche ich mir endlich auch mal etwas Kohle machen zu können. Ich weiß, dass ich noch verdammt viel Arbeit vor mir habe und ich bin sehr dankbar das machen zu dürfen, was ich wirklich will und kann. Ich hoffe, ich kann mich nicht nur als Rapper, sondern auch als Musiker in den nächsten Jahren am Markt etablieren. Des weiteren würde ich mich freuen, wenn das Label SpokenView sich weiter so prächtig entwickelt wie ’07 und, dass wir es schaffen stetig zu wachsen, sowohl musikalisch als auch geschäftlich.

V.Raeter: Sag mal, welcher musikalische Streich ist denn in naher Zukunft geplant?

Damion Davis: Ich werde mich 2008 auf mein Rock Album und mein Elektroalbum konzentrieren. Bei beiden Projekten gibt es schon eine ganze Menge viel versprechendes Material. Watch out on MySpace für die neuen Seiten…soon in your room!!! Dann stehen einige exklusiv Tracks, Kollaborationen und Samplerbeitrage an, sowie ein Projekt mit F.R. Ich plane auch mit einem guten Freund einen neuen Film mit dem vorläufigen Arbeitstitel "Analoge Bildschirmschoner". Natürlich wird 2008 auch wieder getourt werden. Informiert euch unter spokenview.com oder meiner MySpace-Seite.

P. Diddy unschuldig?!

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Wie sich über die letzten Jahre so herausstellte, ist P. Diddy ja eher einer der temperamentvollen Sorte. Auch voriges Jahr hat er diesen Charakterzug wieder gekonnt in Szene gesetzt, und zwar soll er die Verlobte des Immobilienmaklers Gerard Rechnitzer auf der Oscarverleihung unverhohlen angeflirtet haben, der daraufhin wohl etwas unsanft versucht war Diddy loszuwerden. Dieser schwang daraufhin kurzerhand seine Faust in Richtung Rechnitzer’s Gesicht. Der Geschlagene möchte Sean Combs nun verklagen (alles andere wäre ja blöd). Doch Diddy weiß sich sehr wohl zu helfen, und boxt sich mit einem durchaus schlagfertigen Argument so ein bisschen selbst ins Aus. Laut P.’s Aussage soll er nicht der Schuldige sein, denn schließlich sei der Kläger selbst gegen seine Hand gelaufen.

Dieser Mann bewegte sich immer mehr in meine Richtung, als er mir zu Nahe kam, streckte ich instinktiv meine Hand aus, die nicht zu einer Faust geballt war, um mich zu schützen. Jeglicher Kontakt zwischen Mr. Rechnitzer und mir, wurde durch seine Vorwärtsbewegung in die Richtung meiner Hand verursacht, so Diddy’s Statement zu dem Vorwürfen.

Diddy’s Sprecher sprach von einem weiteren Beispiel eines Opportunisten der ein Verfahren auf Lügen basierend anstrebt.

Lassen wir uns mal überraschen was die Richter in diesem Fall für die Wahrheit halten.

Pitbull bei Auftritt attackiert

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Armando Perez, besser bekannt als Pitbull, wurde letzte Woche bei einem Auftritt in San Antonio (Texas) von einer Glasflasche am Kopf getroffen. Der Rapper performte gerade vor über 2000 Zuschauern, als jemand aus dem Publikum eine Flasche auf die Bühne warf, die ihn seitlich am Kopf traf. Blutüberströmt rannte er von der Bühne. Der gebürtige US- Kubaner verzichtete dann aber vorerst auf ärztliche Betreuung und kam nach zehn Minuten zurück, um sein Programm zu beenden. Nach dem Konzert musste Pitbull dann allerdings doch ins Krankenhaus, wo er mit acht Stichen genäht wurde.

In Deutschland kam es in den letzten Jahren auch immer wieder vor, dass Rapper auf der Bühne angegriffen wurden. Am 1. Mai 2005 hatte ein Betrunkener Eko Fresh eine Flasche mitten ins Gesicht geschleudert. 2007 wurde Massiv bei einem Konzert in Duisburg auf der Bühne niedergeschlagen, Bushido in Hannover niedergetreten und vor ein paar Wochen bewarf ein Unbekannter Kool Savas bei seiner “Tot Oder Lebendig Tour“ in Flensburg mit einem Vorhängeschloss. Man kann nur hoffen, dass sich solche Vorfälle nicht weiter häufen.

Releases aus Berlin

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Alle Atzen aufgepasst! Der Berliner Frühling beschert uns ein paar Releases für Menschen mit etwas derberem Humor.

Fangen wir an mit einem Free Online Release aus dem Hause Amstaff. Wie Fans bereits wissen ist dort Reason mit an Bord, den man noch aus seinen Zeiten bei Big Bud kennen könnte. Damals noch auf englisch unterwegs, kann man sich Reason jetzt auf deutsch zu Gemüte führen und zwar auf 15 Tracks, die unter anderem von Djorkaeff, phreQuincy, Dj Proof und Ilan produziert wurden. Features kommen von Alpa Gun, Automatikk, Sprachtot, Godsilla, Gino Cazino, B-Lash, Peilerman & Flow und Kane. Checkt das Teil auf Reasons MySpace Seite.

Punkt Zwei: 41 Beatfanatika kommen mit "Das Album“ am 29. Februar. Nach diversen Solo Projekten sind Isy-Beatz, Duell, Rako, Dr. Sok, Luke, Kraze, Grek und Amo Beats wieder gemeinsam ins Studio gegangen. Für sein Geld bekommt man hier immerhin 23 Tracks geliefert, die in unterschiedlichen Konstellationen aufgenommen wurden. Produziert ist das Teil von Isy-Beatz. Der Pressetext verspricht überwiegend Crunk/Dirty South Style, „Kurz gesagt – einfach gute Club Mukke bei denen aber auch tiefere, sozialkritsche Themen angesprochen werden.“  Wie das zusammen passt, davon muss sich aber jeder selbst überzeugen. Beobachtet zu dem Thema auch rap.de in nächster Zeit, denn wir können bereits eine Verlosung ankündigen. 

Auch im März geht es mächtig rund, neuer Stuff ist von MC Bogy zu erwarten. 23 Tracks umfasst das am 21.3. erscheinende "Atzenkeeper" und mit dabei sind Frauenarzt, Mastino, Problemkind und der "schwarze Engel" Desodogg.

Auch das Teroa Team war fleißig und ab dem 28.3. steht "Im Visier“ bereit. Wie erwartet kommt "Im Visier“ auch über das eigene Teroa Label. Akte One, Vero One, K-Ser, Tayler und DJ Jiggy Dee sind schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr und werden auf 19 Tracks erneut ihr Können unter Beweis stellen. Weil fünf genug sind, wird es auf "Im Visier“ nur Teroa Team pur ohne Gastparts geben.

Neues gibt es auch aus dem Hause I Luv Money Records. Der Orgi Pörnchen 5 Soundtrack wird ab dem 18. April zu haben sein. Raptechnisch werden keine großen Überraschungen aufgefahren, neben King Orgasmus One aka Imbiss Bronko sind auch Bass Sultan Hengzt, Mach One, Godsilla, Serk, Zwang, K.I.Z und andere zu hören.

Eine letzte kurze Info noch: Auch Sera Finale (übrigens auch auf dem eben erwähnten OST zu hören) ist wieder im Studio und arbeitet an einem neuen Album. Nach dem Erfolg von "Die Nächste Kugel Im Lauf“ darf man wohl gespannt sein was der gute Mann auspackt, wir halten euch auf dem Laufenden. Falls ihr Sera auch auf eurem Album/Track haben wollt, könnte Ebay für euch interessant sein, dort versteigert der Berliner nämlich 16 Zeilen. Zur Auktion geht es hier.    

Massiv & Bushido versöhnen sich?

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Bushido räumte, wie allseits bekannt, beim Echo gleich zwei Mal ab und im Nachhinein gab es zwei Geschichten die man sich erzählt. Nummer Eins wäre eine Prügelei. Nummer Zwei wäre die Versöhnung mit Massiv, die zumindest in diversen Internetforen und auf der Massiv Homepage diskutiert wurde, so hieß es dort unter anderem: "Wie gesagt es gibt kein Hass zwischen Massiv und Bushido alles wurde bereinigt es reicht das es genug Hass in Deutschland gibt und wenn man die Chance hat etwas zu klären dann sollte man die auch nutzen!!!!!".

Auf der Seite von ersguterjunge sieht die Sache allerdings doch etwas anders aus. Dort wird folgende Frage aufgeworfen: "Im internet wird erzählt, Bushido und Massiv wären cool miteinander und würden jetzt Tracks zusammen machen, man wovon träumt ihr nachts?"

Diese Aussage wird dann auch noch mal relativiert, aber ein Bushido feat. Massiv wird es allen Gerüchten zum Trotz dieser Quelle nach nicht geben: "Um es mal kurz auf den punkt zu bringen, die beiden haben miteinander geredet und 1-2 probleme aus der welt geschafft, aber das war es auch [….] und es wird auch keine tracks der beiden geben." Es folgen einige Verunglimpfungen, die man hier aber nicht wiedergeben muss.

Da hat die Gerüchteküche wohl wieder übergekocht.

Tony Yayo für unschuldig befunden

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Tony Yayo’s Rechtsanwalt, Scott Leemon, gab gestern bekannt, dass die Staatsanwaltschaft den Rapper für unschuldig erklärte.

Wie rap.de berichtete, kam am 10. Januar 2008 ein altes Geständnis bei Gericht zutage. Lowell Fletcher, ein Mitbeklagter, soll der Polizei ehemals gestanden haben, dass er es war, der den 14jährigen Sohn von The Game’s Label-Manager JimmyHenchmanRosemond angriff und nicht Yayo, der hingegen nur versucht haben soll Lowell von dem Jungen wegzuziehen.

Nach einer Kaution von 5.000 Dollar, wurde Yayo vorläufig frei gelassen und nun für nicht schuldig befunden. Dank eines redlichen Rechtsystems, muss er dennoch 60 Sozialstunden verbüßen.
Tony Yayo hat niemanden geschlagen und würde niemals ein Kind verprügeln“, erzählte Leemon. „Als er realisierte, dass Fletcher das Kind schlug, versuchte er ihn wegzuzerren.

Lowell Fletcher, der gerade eine zweieinhalbjährige Strafe wegen Drogenbesitzes abbüßt, wurde nun zu weiteren 9 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt, weil er die Gesundheit eines Kindes enorm gefährdete.

Die Mutter des Jungen Cynthia Reed verlangt eine Entschuldigung – „Eine öffentliche Entschuldigung wäre zu diesem Zeitpunkt nicht zu viel verlangt, nicht nur von Tony Yayo sondern auch von 50 Cent, weil er bestritt, dass dieses Ereignis überhaupt stattgefunden habe und meinen Sohn als Lügner darstellte.

Der Festival Sommer 2008

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Freunde des Hip Hop Kemps in Tschechien sollten sich den voraussichtlichen Termin für 2008 bereits vormerken, bisher wird das Wochenende vom 22.-24.8.2008 angepeilt. Endgültig soll dieser (oder ein anderer Termin) laut Veranstalter dann Ende April fest stehen. Auch das Line Up wird sich logischerweise erst dann bilden. Das Hip Hop Kemp geht bereits in die siebte Runde und ist seit der Geburtsstunde 2002 stetig gewachsen. Inzwischen hat das „Festival With Atmosphere“ die 20.000 Besuchermarke geknackt und ist damit zwar kein Geheimtipp mehr, macht aber immer noch Spaß.

Der Termin für das MTV Hip Hop Open 2008 ist bereits fix. Das wird nämlich am 19.7. und wie immer in Stuttgart stattfinden. Auch hier muss das Line Up erst noch gebildet werden, aber mit Sicherheit werden sich die Veranstalter einige Überraschungen einfallen lassen um euch nach Baden-Württemberg zu locken. Mal schauen, ob es wieder legendäre Geschichten wie die von sido und Azad aus dem Jahr 2004 zu erzählen gibt…

Gute Neuigkeiten gibt es vom splash! Festival. Hier stand ein Teil des Line Ups bereits fest und es wächst und wächst. Sein aktuelles Album „Blockschrift“ wurde gelobt und verrissen, gefeiert und gehasst. Die Rede ist natürlich von Azad, der diesen Sommer die kritischen Stimmen zumindest von seinen live Qualitäten überzeugen will. Ein weiterer echter Hochkaräter ist in Form von Sean Price, auch bekannt als Heltah Skeltah Mitglied Ruck, zu erwarten. Hoffen wir, dass der gute Mann den großen Erwartungen dann auch gewachsen ist und die ganze Halbinsel Pouch dazu bringt die Arme in die Luft zu reißen. Außerdem dürften sich auch die Reggae Freunde unter euch freuen, auch Mono & Nikitaman wollen nämlich die Crowd in eine tanzende verwandeln. Seinem enttäuschendem Abschneiden beim Bundesvision Song Contest zum Trotz wurde Das Bo verpflichtet, der bestimmt auch alte Hits und Hüftshaker im Gepäck haben wird.

Wir halten auch auf dem Laufenden und langsam wird es Zeit auf die Tickets zu sparen, die Zelte zu checken und sich mental auf einen Hip Hop Sommer einzustellen!

Afro Hesse

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Als er zehn war, floh seine Familie mit ihm wegen eines Bürgerkriegs nach Deutschland. Aus Angst davor, von den deutschen Behörden abgeschoben zu werden, flüchtete er wiederum vor ungefähr vier Jahren nach Frankreich, Paris, und tauchte unter. An einem fernen Ort traf man den Verschollenen Immigranten alias Afro Hesse und sprach über sein neues Projekt „Mehr Als Musik", Zukunftspläne, Migrationspolitik, sowie deutsche und auch französische Hip Hop Kultur. Wie ein kleines Kind freute er sich darauf seine neuen Songs zu präsentieren, und als dann einer nach dem anderen aus den Lautsprechern hallte, war er hoch konzentriert. Vielleicht um meine Reaktionen zu analysieren? Ich war jedenfalls überrascht von einem sympathischen Menschen und gutem Musiker.

rap.de: Am 29. Februar veröffentlichst du deine neue Platte „Mehr Als Musik“. Verschiedene Quellen berichten von einem Album, andere von einem Sampler.

Afro Hesse: Das ist schon eher ein Sampler. Das sind die Songs, die in der letzten Zeit entstanden sind und die ich gefeiert habe. Ursprünglich wollte ich einen Free Download Sampler machen, aber die Tracks wurden so gut, dass das dämlich gewesen wäre. Anfangs war ich bei Siamak zu Hause, weil wir einen Song zusammen aufnehmen wollten und habe ihm meine Sachen vorgespielt und er sagte, das wäre zu gut. Womit ich ihm Recht gebe. Die Leute müssen es zu schätzen lernen, dass man Musik macht, denn das tun sie nicht. Man sollte es denen nicht so einfach machen. Vorher habe ich gar keinen Gedanken darüber verschwendet, was genau ich machen will und habe einfach nur Musik gemacht. Ich wusste aber, dass ich einen Partner brauche, der das dann raus bringt und nach dem Angebot von Liquor Music, folgte dann das eine auf das andere.
 
rap.de: Was ist grundlegend anders, wenn du jetzt auf dein letztes Album „Der Verschollene Immigrant“ zurückblickst?

Afro Hesse: (lacht) Ich war jung und unerfahren, außerdem technisch schwach und emotional sehr belastet, unfrei. Ich habe einfach blind Musik gemacht. Ich bin jetzt siebenundzwanzig und ich sehe so viele Dinge ganz anders, aus einem völlig anderen Blickwinkel. Ich arbeite heute auch anders an den Songs und mache sie nicht einfach nur. „Der Verschollene Immigrant“ war kein schlechtes Album, aber es war auch nicht sehr gut. Die Beats waren gut, die Themen handelten hauptsächlich von meinem persönlichen Leben. Letztendlich war es eine Therapie für mich selbst, es sollte nie das Hip Hop Album Deutschlands werden. Es war auch ein Pakt mit mir, den ich geschlossen habe, da ich mir schon in jungen Jahren, so zwanzigjährig, geschworen habe ein gutes Album aufzunehmen. Am 05.12.2005 kam das heraus, jetzt bin ich siebenundzwanzig, es ist zwei Jahre her und ich kann auf eine absolut verrückte Zeit zurück blicken. Wo ich nicht überall in Frankreich aufgenommen habe, ich hatte ja kein Studio in Paris. Ich musste immer lauern, ständig gucken, wo etwas ging. Und wenn, dann ging es nur für kurze Zeit und man konnte gar nicht wirklich an den Songs feilen. Ich war mit Franzosen unterwegs und die sprachen ja kein deutsch, sodass sie mich nicht auf Fehler hinweisen konnten. Ich war allein. Letztendlich ist doch etwas Gutes daraus geworden. Aber die Frage war doch, wo der Unterschied ist? Alles. Total. Die Musik lebt und man spürt die Emotionen in den Songs. Wenn man ein Musikliebhaber ist, dann kriegt man sogar Gänsehaut. Ich kann es nicht versprechen, aber viele Freunde berichteten es mir. Es steckt diesmal sicher mehr Mühe dahinter.
rap.de: Wie kamen die ganzen Verbindungen zu den Künstlern zustande, die hast du sicherlich nicht alle bezahlt?

Afro Hesse: (lacht) Nein. Auf jeden Fall sind es Leute, die ich alle cool finde. Die Kontakte sind mehr oder weniger zufällig entstanden. Godsilla war zum Beispiel eine MySpace Connection. Ich hatte schon von ihm gehört, aber habe mich noch nie wirklich mit seiner Musik auseinander gesetzt. Durch Sticker bin auf ihn aufmerksam geworden, habe dann seine MySpace Seite gecheckt und die Musik hat mich voll geflasht – „Was? Das ist der Typ? Das ist Godsilla? Krass!“ Es gibt also noch unentdeckte Schätze. Ich habe ihm Props gegeben und ihm geschrieben, dass er definitiv zu den wenigen Jungs gehört, die gute Street- Musik machen. Ich erzählte ihm, dass ich einen Sampler auf die Beine stellen will und er hatte Lust mit dabei zu sein. Daraufhin sind wir zusammen ins Studio gegangen.
rap.de: Sticker sind noch immer ein gutes Propagandamittel. Bist du nicht auch in Frankreich durch Sticker auf die FMR Crew aufmerksam geworden, mit der du später aufgenommen hast?

Afro Hesse: Ja! Klar, das ist diese urbane Hip- Hop Kultur. Man unterschätzt dieses Medium.
rap.de: Auf deinen bisherigen Releases finden sich immer sehr viele Gäste. Ist das dieser ewige Afro Hesse Stil? Willst du dich mit den Namen etablieren?

Afro Hesse: Nein, auf keinen Fall. Das wird sich total verändern. Ich arbeite momentan an einem Mixtape, darauf sind nicht viele Features, das heißt zwei oder drei. Ich mag es, das ist natürlich schön aber ich will mir darauf nichts aufbauen. Guck mal, ich habe auf meinem Sampler: Sprachtot, Megaloh, Eko, Sentino, Lunafrow und viele mehr. Das sind Künstler wie ich und keine Rap-Stars, die ich gefeatured habe, um nach oben zu kommen. Die machen ihr Business genau wie ich auf ihrer Ebene. Das sind meine Zeitgenossen, verstehst du? Zeitgenossen, die gute Musik machen, die ich auch fühle und deshalb sind sie auch auf dem Sampler. Würde meine Geschichte in den 90’ern spielen, dann wäre vielleicht Torch auf meiner Platte. Das ist kein Afro Hesse Stil, es handelt sich wirklich um einen Sampler und da gehören einfach Leute dazu. Ich wollte keinen langweiligen Titel von wegen: Afro Hesse & Friends. Das macht jeder Zweite, ich mache mehr als Musik und es ist letztendlich auch mehr als Musik geworden.

rap.de: Wer fehlt auf der Platte, wen respektierst du am meisten in Deutschland?

Afro Hesse: Viele. Vor zwei Jahren, hätte ich sicherlich gesagt Azad und vor zehn Jahren Tone. Und 2008 sage ich Tone. Und ich glaube in 10 Jahren, würde ich wieder Tone sagen. Er ist einfach ein guter Künstler, schon immer gewesen, mich hat seine Musik zwar nicht inspiriert aber ich habe sie immer sehr gerne gehört. Ich war jung, vierzehn ungefähr und bei einem Kumpel. Seine Eltern hatten ihm gerade einen Plattenspieler gekauft und er spielte die Konkret Finn Scheibe "Reim, Rausch, Randale". Schon allein das Cover hat mich geflasht und dann erst die Musik… Ein sehr guter Rapper. Mit ihm würde ich sehr gerne arbeiten.

rap.de: Sind deine Texte pure Selbstreflektion?

Afro Hesse: Ja. Meine Texte spiegeln zu 100% mein Leben wieder.
rap.de: Von vielen Seiten hört man, dein Deutsch ist nicht einwandfrei, die Technik ist unausgereift und standard.

Afro Hesse: Was soll ich dazu sagen? Ich bin 1991 erst nach Deutschland gekommen, da war ich zehn Jahre. Hinzu kommt, dass ich spät eingeschult worden bin aber dafür spreche ich trotzdem sehr gut deutsch. Das stimmt schon – MiZZioN, einer meiner Künstler, kam irgendwann einmal zu mir und meinte: „Warum sagst du EIN Flasche (In einem Song)? Das heißt EINE Flasche.“ Und ich: „Scheiß drauf!“ Ich habe natürlich nicht drauf geschissen, sondern es mir zu Herzen genommen und mir den Song noch einmal angehört und stellte fest, dass er einfach Recht hat. Das sind Dinge, auf die passe ich nicht SO auf. Wenn es die Leute stört… Mich stört es nicht wirklich – Ich rappe wie ich spreche. Ich habe erklärt, warum „Der Verschollene Immigrant“ technisch schwach war, und das ist nicht einmal die Wahrheit. Mittlerweile lebt meine Musik und ich weiß wie man Songs macht. Das war ein großer Schritt für mich und ich verspreche euch, dass in Zukunft noch einiges kommen wird. Die Leute sollen sich meine Musik einfach anhören.
rap.de: „(…) Hauptsache die Worte ergeben Sinn“. Ich habe von einem Album mit dir und Joachim Deutschland gehört. Ein Cross Over Projekt?

Afro Hesse: Ja, das ist schon ein Cross Over Projekt, aber nicht so extrem. Hip- Hop Beats mit Gitarren- Elementen und natürlich Rap und Gesang. Es gibt einen Song, den haben Keyrings Brothers und Shuko produziert, die sind wirklich absolut Cross Over. Der Rest auch, aber weniger, mehr Hip- Hop. Nach "Mehr Als Musik", wird es definitiv mehr geben. Haltet Augen und Ohren geöffnet.
rap.de: Die Promo läuft. Vor kurzem sah ich im Dschungel-Camp einen Freund von DJ Tomekk, der ein Afro Hesse T-Shirt trug.

Afro Hesse: Jea. Das war der Labelboss von Liquor Music, der mit Tomekk gut kann. Tomekk ist auch ein lustiger Typ.

rap.de: Das haben wir ja alle gesehen.

Afro Hesse: Das mit dem Hitlergruß meinte Tomekk sicherlich nicht ernst. Bullshit, die brauchen einfach mal wieder eine Story, um etwas zu verkaufen.
rap.de: Die Verwechslung einer Parodie mit einer ernst gemeinten Geste. Wie ernst ist deine derzeitige Lage, bist du in Deutschland immer noch geächtet?

Afro Hesse: In ganz Europa. Selbst damals als Geduldeter war ich in Deutschland geächtet, außerhalb der 30 Kilometer Umkreis von Darmstadt, innerhalb durfte ich mich „frei“ bewegen. Außerhalb war ich ein Krimineller.
rap.de: In Frankreich hat dich einmal die Polizei aufgegriffen und wieder laufen lassen. Warum?

Afro Hesse: Dieses Scheißland. Frankreich führte ehemals mit meinen Vorfahren in Algerien Krieg, und brachte über eine Millionen Algerier unter die Erde. Du hast dort als Algerier mehr Rechte, mehr als viele andere Menschen, Sonderrechte, die du woanders definitiv nicht hast.

rap.de: Glaubst du noch an eine Niederlassungserlaubnis in Deutschland und verfolgst du die deutsche Migrationspolitik?

Afro Hesse: Ich glaube nicht mehr daran, Deutschland ist ein harter Brocken. Ich verfolge sie schon aufmerksam, das inspiriert mich immer wieder für neue Inhalte in meinen Songs. (singt) "Fick den Roland Koch, Fick den… ." ( Die CDU, unter Führung von Ministerpräsident Roland Koch, verlor bei der Landtagswahl 2008 in Hessen 12% der Wählerschaft im Vergleich zur letzten, Anm.d.Red.)
rap.de: Wie finanzierst du dich als jemand, der nicht offiziell beschäftigt sein darf?

Afro Hesse: Es ist hart nicht wahr? Gott ist groß. Ich gebe zum Beispiel Hip Hop Workshops, einen dieser Jobs hat mir Laurent, ein Freund aus Paris, angeboten. Wir sind dann zusammen mit französischen Jugendlichen aus Montreux, Evreux, Pariser Vororte, und welchen aus Tempelhof irgendwo an der polnischen Grenze zusammen gekommen. Alle aus der unteren Schicht und mit Immigrantionshintergrund aber es war sehr schön, ein super Austausch. Nebenbei habe ich auch gut verdient, schon fast zu gut. So versuche ich überall etwas Gutes zu tun und natürlich zu leben. Ich war nie ein Typ, der nichts gemacht hat. In Darmstadt war ich immer musikalisch und kulturell engagiert, habe Veranstaltungen mit und für die Jugendlichen organisiert. Es wäre natürlich geil, wenn meine Musik finanziell auch laufen würde aber ich versuche nicht damit krampfhaft zu verdienen. Jetzt wo ich in der Bravo Hip Hop Special bin, kann es nur bergauf gehen (lacht).

rap.de: Du hast ja längere Zeit in Frankreich gelebt und viele Kontakte geknüpft. Was fehlt der deutschen Hip Hop Kultur, was die Französische umso mehr zu bieten hat?

Afro Hesse: In Frankreich gibt es ja schon seit Ewigkeiten Rap Musik, mit denen Generationen aufgewachsen sind. Der Ausländeranteil ist so enorm, es gibt so viele „Ghetto Kidz“, die rappen. Der Punkt ist aber, dass die großen Rapper die Jugendlichen nie so beeinflusst haben, dass sich die Szene innerhalb so gespaltet hat. Hier hast du den Kanaken Rap, den Street Rap, den typischen Berliner Battle Rap und so weiter, die sich selbstwollend so stark voneinander abgrenzen. Hier gibt es Szenen in der Szene und um sie Szene, verstehst du? Die alte Klasse, die Alten wie Torch und Die Coolen Säue… und wie sie nicht alle heißen, das sind vertriebene Geister, die gibt es noch, die beobachten aber und sagen nichts!? Das ist genau das Gleiche, die grenzen sich ab. Die schweigen und denken: „Damit will ich nichts zu tun haben.“ Ich sage es so, wie es ist: In Deutschland wurde Rap falsch verstanden.
rap.de: Diese Abgrenzung gibt es in Frankreich nicht?

Afro Hesse: Nein. Da ist alles cool. Es ist einfach HipHop. Ich kann dir davon berichten, von den Battles in Paris, die finden wöchentlich statt. Dort battlen sich tausende Leute, in der einen Ecke steht ein Kanake, ein Franzose und in der anderen ein Araber. Der eine trägt Baggys der andere ein Hemd. Da sucht sich niemand seinen Gegner aus, die rappen gegeneinander und wenn einer gut ist, dann wird er gefühlt und gewinnt. Das ist das einzige was zählt. Das hier ist Deutschland, hier sind die Leute ruhig, wenn sie was auf dem Herzen haben. Die denken, aber sie reden nicht. Die setzen sich nicht, so wie wir jetzt, an einen Tisch und sprechen über Probleme, sondern gehen mit ihrem Schmerz nach Hause. Nach dem Reden müssen natürlich dann auch die Taten folgen.

rap.de: Jetzt die Ausgangsfrage umgekehrt: Was fehlt dem französischem Rap?

Afro Hesse: Der Flow. Die Deutschen sind einfach sehr gut.
rap.de: Wahrscheinlich konntest du aufgrund dieses Community Gefühls in Frankreich auch Verbindungen wie zum Beispiel mit dem Major Rapper Oxmo Puccino knüpfen. Du hast sogar einen Song mit ihm aufgenommen.

Afro Hesse: Ich war auf einem Hip Hop Konzert. Und Oxmo saß da einfach herum, ich wusste nicht, wer das ist. Er wusste wahrscheinlich noch weniger, wer ich sein könnte (lacht). Damals rauchte ich noch und fragte ihn nach einer Zigarette. Er gab mir eine und widmete sich wieder seinem 500 Seiten Buch. Er las ein Buch, kurz vor dem Soundcheck. Ich fragte ihn, was denn das sei. Und er antwortete: „Poesie“. Ich fragte ihn weiter, was er denn so macht und er sagte „Ich bin Rapper. Ich rappe. Mein Name ist Oxmo.“ Und ich: „OXMO PUCCINO? Nein!“ Aber er lächelte mich nur an und erkundigte sich nach meiner Herkunft. Nachdem ich erzählte, ich komme aus Deutschland, bat er mich, mich neben ihn zu setzen. Dann erst legte er sein Buch beiseite. Er wollte von mir wissen – „Ey,kennen mich die Deutschen?“, mit so einem Kinderlächeln. Ich sagte „Ja“ und wir verstanden uns gut, haben uns lange miteinander unterhalten, auch über die Szene in Frankreich. Ich glaube einen besseren Lehrer findet man dort nicht. Er kannte sogar deutsche Rapper wie Creuzfeld & Jakob, Kool Savas, Samy Deluxe und Afrob. Das sind die Namen, die er genannt hat.
rap.de: Ich finde es interessant, dass die unsere „harte“ Sprache mögen.

Afro Hesse: Ich finde es sowieso toll, dass wir so eine hart Sprache haben.
 
rap.de: Was würde sein, wenn du Morgen die Augen aufmachst und du dich in Algerien wiederfindest.

Afro Hesse: Ich weiß nicht was mich dort erwarten würde, ohne Geld, ohne Schutz. Ich war schon sehr lange nicht mehr da, seit unserer Ankunft. Algerien hat sich auch verändert, guck uns an, wir haben uns auch verändert. Ich weiß nur, es wäre hart. Schon allein mir Bilder von dem Leid und der Armut anzusehen fuckt mich ab. Mein Bruder war dort, er bestellte sich an einer Hütte einen Kaffe, setzte sich und knallte seine Packung Marlboro auf den Tisch. Plötzlich kamen 20-30 Leute und sagten: „Bruder bitte gib uns eine Zigarette, gib uns Geld.“ Er hat jedem einen Kaffe bestellt und eine Zigarette gegeben (lächelt wehmütig). Es ist schwer als Einzelner zu helfen, du kannst es hier kaum. Hier werden auch jeden Tag Kinder umgebracht und vergewaltigt.
 
rap.de: Ab hier ist es genug. Was werden wir in Zukunft von dir hören?

Afro Hesse: Ich versuche der zu bleiben, der ich bin. Ich werde Musik machen, gute Musik, sehr gute Musik. Kauft euch alle „Mehr Als Musik“. Das Album mit Joachim Deutschland wird sehr gut. Wir arbeiteten mit den besten Produzenten zusammen. Ich werde meine Aufmerksamkeit auf meinen Jungen MiZZioN aus Berlin richten. Wir werden Videos zu dem Song „Hölle Oder Paradies“ drehen, den er geschrieben hat. Zusammen mit Wackz, werde ich auch ein Album aufnehmen, dass sehr sehr facettenreich sein wird.
rap.de: Und zum Abschluss?

Afro Hesse: Akzeptiert mich Deutschland! Seid nicht behindert, ich bin wer ich bin und darüber schreibe ich. Ich bin Kanake, enge Lederhose und ein Messer in der Westentasche würden vielleicht bei euch besser ankommen aber das interessiert mich nicht. Ich weiß auch, dass jeder zweite bei rap.de im Interview sagt, ich habe das beste Album, das alle kaufen MÜSSEN. Aber das stimmt nicht, denn ich habe die geilste Platte. Und das ist nicht einmal ironisch gemeint.

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