Start Blog Seite 3075

Kaas feat. Twilight Zone

0
Das Einhorn unter den deutschen Rappern. Der Sonderling. Kaas hat sich in den letzten Jahren in eine ganz spezielle Nische des deutschen HipHop positioniert. Wo andere ihre angebliche Bewegung aus den Betonwüsten der Großstadt bemühen, stellt sich Kaas an die Spitze des Love Movement. Wo andere von ihren gefährlichen Geschäften mit illegalen Betäubungsmitteln erzählen, heißt Kaas' einzige Droge positive Energie. Mit dem Produzenten Dirty Dasmo und der US-amerikanischen Sängerin Kyss "The Girl" Major scheint der Reutlinger nun das richtige Personal gefunden zu haben, um seine textlichen Visionen von Liebe, Glück und Zärtlichkeit auch musikalisch angemessen untermalen zu können. Das Ergebnis: "Twilight Zone" – ein quietschbuntes, klebrig süßes, aber auch ungewohnt tiefgründiges Album im Eurodance-Gewand, das ab dem heutigen Freitag im Laden steht. Aber wie hat man sich so eine Platte vorzustellen? Wie haben die drei zusammengefunden? Und wie zur Hölle kommt man überhaupt auf so eine Idee? rap.de hat nachgehakt.


rap.de: Wie habt Ihr Euch eigentlich gefunden?

Kyss "The Girl" Major: Kaas hatte diese Vision für "Twilight Zone". Er meinte, er sehe dieses Mädchen und ihr Name wäre "The Girl". (Gelächter) Und dann habe ich mit Dasmo gearbeitet, und er sagte: "Ich hab ein Mädchen getroffen! Ihr Name ist Kyss 'The Girl'!" Und auf diese Weise sind sie auf mich gekommen, aber ich weiß nicht, wie sie sich gegenseitig kennen gelernt haben.

Kaas: Dasmo und ich haben uns kennen gelernt, als er zwei Songs fürs erste Orsons-Album produziert hatte – "Positivity Dance" und "Sightseeing Tour".
Damals haben wir schon darüber geredet, dass ich ein Eurodance-Album machen will und da hat er erwähnt, dass er kurze Zeit zuvor in Berlin ein paar Eurodance-Parties gemacht und noch ein paar Beats auf Lager hätte. Da haben wir uns entschieden, das Ganze zu starten. Einen Monat später hat er mir acht Beats geschickt, ich hab sie zwei Jahre lang rumliegen lassen und dann haben wir das Album gemacht (lacht). Dann meinte er, dass er da eine Sängerin hätte, die gut passen könnte und…

Kyss "The Girl" Major: … und dann bin ich auf einer Orsons-Show auf Dich zugegangen.

Kaas: Was? (verwirrt) Ahja, wir haben uns dann auf der Orsons-Tour getroffen. In der Vision habe ich gewusst, dass die Sängerin "The Girl" sein muss. "Kaas und The Girl". Und dann hab ich auf ihre MySpace-Seite gekuckt und da stand: "Kyss 'The Girl'". Da hab ich gewusst: Das ist einfach Schicksal. Bäm! (Gelächter)

Kyss "The Girl" Major: Kismet!

rap.de: Kommt Dein Name auch von "Kismet"? Das heißt auf Arabisch ja auch "Schicksal".

Kaas: Wirklich? Wusste ich gar nicht. Whoa Alter, Morph, Mann! (Gelächter) Morph-Tschack ans Universum!

rap.de: Warum wolltest Du ein Eurodance-Album machen?

Kaas: Weil ich diese Musik immer geliebt habe. Als Eurodance ganz groß war, war ich ja ein ganz kleines Kind und wusste noch gar nichts über Musik und da war das für mich einfach das Größte. Voll die schönen Melodien und ich fand die Rapper cool… ich bin ja auch durch Eurodance zu HipHop gekommen. Die ersten Rapper, die ich gehört habe, waren halt Vanilla Ice, MC Hammer und dann so Eurodance-Sachen.
SNAP! gehörte zu den ersten Sachen, die ich gehört habe, so rapmäßig. Ich mochte immer die Ästhetik von dieser Musik. Ich mochte diese Techno-Beats, ich mochte die coolen Rapper und ich mochte diese Hooks.
Was das für eine furchtbare, ekelhaft von der Musikindustrie konstruierte Musik war – komplett seelenlose Baukasten-Musik, hab ich erst später erfahren. Dann fand ich's auch wack, aber mein Herz fand's trotzdem immer noch cool und diese Leidenschaft hab ich immer mit mir herumgeschleppt. An diesem Tag, wo ich diese Vision hatte, kam das eben wieder hervor.

Fler – Airmax Muzik 2

0
Nun also mal ganz alleine. Nach seinem Start im Zeichen des Aggrosägeblatts sowie einem kurzen, aber sicherlich lukrativen Gastspiel beim Label seines erst-nicht-mehr, dann-doch-wieder, jetzt-irgendwie-wieder-nicht-mehr-ach-leckt-mich-doch-alle-am-Arsch-Freundes Bushido bringt Fler sein neues Mixtape „Airmax Muzik 2“ auf seinem eigenen Label Maskulin heraus. Eine Entscheidung, die angesichts der für ein Mixtape ausgesprochen respektablen Chart-Platzierung (Platz 6) höchstens notorische Dauernörgler als falsch bezeichnen können – Glückwunsch dazu an dieser Stelle.

Geschäftlich geht Fler also durchaus neue Wege und wurde für diesen Mut auch belohnt. Musikalisch und inhaltlich, soviel sei gleich vorweggenommen, legt der Südberliner allerdings weit weniger Wille zur Veränderung oder gar Weiterentwicklung an den Tag. Das ist eine gute Nachricht für alle, die die ignorante Art von Frank White schon immer zu schätzen wussten, eine nicht ganz so gute hingegen für die, die Fler durchaus zutrauen, mit einem richtig krass persönlichen Album um die Ecke zu kommen. Nun, falls er das vor hat, müssen diese allerdings mindestens noch bis zum nächsten Release warten.

Für dieses Mal bleibt alles Gangsta: Nach dem einigermaßen vorhersehbaren Intro „2011“, in dem schon erste Warnschüsse Richtung Farid Bang fallen, folgt mit „Neue Ära“ ein erster Kracher. Das liegt vor allem an dem düster-dramatischen Beat, den X-Plosive da gezaubert hat. Wie genau nun die titelgebende neue Ära sich jetzt allerdings definiert, wird mir angesichts von Zeilen wie Reiß dein Maul auf und ich komm bei dir/ vorbeispaziert/ bring dir Manieren bei/das Geld wird nebenbei kassiert“ nicht so ganz. Beinahe wie ein roter Faden ziehen sich Flers Erzfeinde Kollegah und vor allem Farid Bang durch die ersten Stücke, immer wieder fallen mal hier halbe Sätze, dort zwei Zeilen über die Jungs: Was du nicht kennst/ weil du nicht bangst/auch wenn du dich so nennst“ („Du wirst gebangt“). Bleibt die Frage, ob das wirklich nötig ist.

Die dritte Single „Polosport Massenmord“, eine ziemlich entspannte Version 2.0 von „Cordonsport Massenmord“ mit Motrip und Silla glänzt mit einigen Premier-verdächtigen Bushido-Wordcuts (womöglich eine sehr subtile Anspielung auf dessen New-York-Reise inklusive Beatshopping bei Premo? Vermutlich nicht), ragt abgesehen davon aber nicht so richtig heraus aus der Ansammlung von gerade inhaltlich ziemlich ähnlichen Stücken.

Ich kenne Muschis, die mir Sushi bringen aus Japan“, behauptet Fler bei „Ghettoblaster“ und irgendwie wird man dieses Gefühl nicht los, das alles irgendwo schon mal gehört zu haben. Der sidoDiss „Ich und keine Maske“ enthält zwar originelle Standpunkte wie „Mit deiner Mucke konnte keiner etwas anfangen“, was zumindest zu bezweifeln ist, aber leider auch keine großen Überraschungen oder gar persönliche Untertöne.
Den Produzenten, allen voran besagtem X-Plosive, der ungefähr 90 Prozent des Mixtapes produziert hat, ist diesbezüglich schwerlich ein Vorwurf zu machen, die haben erstklassige Beats abgeliefert, düstere Synthie-Bass-Beton-Monster vom Feinsten.

Und dann, ja dann kommt endlich, endlich der erste richtig starke Track „Nie an mich geglaubt“. Erstens funktionieren Niemand-mochte-mich-aber-ich-habs-allen-gezeigt-ihr-Wichser-Songs bei Rap ohnehin immer am besten und zweitens ist Fler auch einfach genau der Richtige für diese Art von Song. Wo Fler schon mal aufgedreht hat, macht er mit „Minutentakt“ auch gleich so weiter, mit wenigen Zeilen, ein paar hingeworfenen Schlagwörtern erzeugt er beim Hörer Gänsehaut. So schön kann Gangstarap auf deutsch sein. Auch „Du machst, dass ich atme“, „Bruder“ und vor allem der tatsächlich richtig unter die Haut gehende Bonustrack „Mama is nich stolz auf mich“ beweisen, dass Fler neben arroganten Gangsta-Phrasen noch viel mehr zu bieten hätte, nämlich greif-, ja fühlbare Zeilen über zwischenmenschliche Dramen ohne Kitsch und falschem Pathos. Leider zeigt er diese Fähigkeiten viel zu selten. Stattdessen verteilt er mit dem etwas zu gewollt fiesen „Autopsie“ erneut Schläge bzw. Stiche und Schnitte an unliebsame Rapper-Kollegen. Irgendwann wird’s aber halt auch mal langweilig.

Sollte Fler bei seinem nächsten Album die Prioritäten mal etwas anders setzen, das Verhältnis von deepen zu oberflächlich-harten Songs (auf „Airmax Muzik 2“ etwa 4:14) einfach mal umkehren und seine bekanntlich schwierige Kindheit, Jugend und Gegenwart in emotional glaubwürdige Zeilen gießen – dann wäre so viel mehr möglich.

Die der Premium-Version beiliegende 30-minütige DVD mit Fotos und Videos aus Flers Kindheit sowie u.a. einem Interview mit seinem Stiefvater ist da schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Ludacris geht grün

0
Grün ist voll angesagt, das weiß man hierzulande spätestens seit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Hat man gutes Grünes innerhalb der HipHop-Kultur bislang eher mit gewissen Substanzen assoziiert, scheint das grüne Bewusstsein nun langsam auch in der Rap-Welt anzukommen. Auch Ludacris hat jetzt die Zeichen der Zeit erkannt und engagiert sich für ein umweltfreundliches Motoröl.

Der Treibstoff hört auf den großartigen Namen "G-OIL", wobei das "G“ leider für "Green“ steht und nicht für "Gangsta“. Aber auch so ist Luda begeistert genug von dem Produkt und schreibt auf seiner Facebook-Seite, dass er mit dem Wechsel seines Schmiermittels die Welt verändern werde: "I’m going to change my oil and change the world! I’m switching to a GREEN high performance made-in-America motor oil, G-OIL.”

Na, wenn so viel Enthusiasmus mal nicht ansteckend ist. Inwieweit sich der Rapper sonst noch für die Ölmarke der Firma Green Earth Technologies (GET) engagieren wird, ist unklar. Aber seine Geschäftstüchtigkeit hat Luda ja bereits in vielen verschiedenen Bereichen unter Beweis gestellt, sei es durch seine Schauspiel-Tätigkeit im aktuellen Action-Blockbuster "Fast Five" oder seine Werbung für einen berühmten Hersteller von XXL-Kondomen.

Da geht auf jeden Fall noch was und jetzt wisst Ihr ja wenigstens schon mal, was echte G’s in ihren SUV zu pumpen haben. Yo!

2 Live Crew und Ying Yang Twins verklagen CBS

0
Seit Mitte der Nuller-Jahre erfreut sich das Herunterladen digitaler Medien nach dem Peer-To-Peer (P2P) File-Sharing-Prinzip großer Beliebtheit und hatte mitunter verheerende Auswirkungen auf das Musik-Business zur Folge.

Die legendären Gründerväter des Miami-Bass-Sounds, 2 Live Crew sowie die Ying Yang Twins, JT Money und eine Reihe anderer Hip-Hop-Künstler haben nun das Unternehmen CBS Interactive auf Schadenersatz verklagt, da diese über ihre Website CNET Millionen von Dollar mit auf Peer-To-Peer basierenden Bezahl-Downloads verdient haben sollen.
Die Beklagten seien stellvertretend haftbar zu machen für die Copyright-Verletzungen, die über die von ihnen bereitgestellte und beworbene P2P-Software stattgefunden hätten, heißt es in der Anklage:"Defendants are liable as vicarious infringers for the copyright infringement committed via P2P client software that Defendants created, distributed and promoted, including LimeWire and others."

CNET war eine der ersten Plattformen für Downloads über das P2P-Download-Programm Limewire, welches bereits 220 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Darüberhinaus bot CNET viele andere Download-Programme wie Morpheus, iMesh und Frostwire an.

Die Kläger streben nun eine Entschädigung in Millionen-Höhe an.  

Yassir – Casablanca, Freiheit & Scheinwerferlicht!

Wie wir schon in unseren News berichtet haben, wurde der Frankfurter Yassir vor über einem Jahr nach Marokko abgeschoben und darf zur Zeit nicht wieder in die Bundesrepublik Deutschland einreisen. Unsere Mitarbeiterin Xenia Hügel hatte die Gelegenheit mit dem Rapper ein kurzes Gespräch zu führen und sich ein kleines Update geben zu lassen.
Du warst über Ostern in Casablanca. Was hast Du da gemacht?
Mein Bruder hat sich verlobt und da haben wir gefeiert. Ich hab einige Fotos auf Facebook gestellt – es war wirklich schön hier.
Zur Zeit musst Du in Marokko sein. Erzähl mal, wie es Dir hier ergeht!
Ich mach das Beste daraus, aber es ist kein Zuckerschlecken hier, ich will nach Hause, zu meinen Kindern! Mir fehlt Frankfurt sehr!! Meine Kinder kommen mich auch regelmäßig besuchen und sie wissen über alles bescheid, ich hab ihnen das erklärt, warum ich hier sein muss.
Wie arbeitest du in Marokko?
Schwierig ist es nicht. Ich hab hier ein Studio, was allerdings kostet. In Deutschland hab ich das alles umsonst aufgenommen.
Mit Toni der Assi und Amaris kommen jetzt einige Features, damit Yassir nicht in Vergessenheit gerät. Im Sommer kommt dann mein Album mit einem großen Knall – hoffe ich.
Es wird fast ein reines Yassir Album sein. Außer Azad und Olli Banjo hört man nur mich, auch die Hooks mach ich alleine.
Solange ich hier warten muss, arbeite ich eben noch ein wenig. Im Moment leite ich ein Call Center. Ein Freund, den ich von der Musik her kenne, hat mir das angeboten, mich gefragt, ob ich mich nicht dafür interessieren könnte, damit ich nicht den ganzen Tag hier rumhänge. Es steht in den Sternen wie lange ich hier noch sein muss. Kommt darauf an wie schnell das Gericht arbeitet und meine Verhandlung ausgeht….

Hat Dich der ganze Ärger verändert?
Das hat mich schon sehr verändert. Meine Musik war schon immer tief, gewaltfrei und real, aber es geht wohl noch mehr, man wird immer besser, das machen die Jahre und das Schicksal.
Rap bedeutet mir alles! Ich könnte ohne niemals leben, ich liebe meine Fans, das kann man gar nicht in Worte fassen. Musik ist für mich wie Atmen.
Du hast mit Hassan Annouri den Track “Freiheit” aufgenommen. Warum wolltest du dich unbedingt beteiligen?
Ich beschäftige mich mit dem, was in Libyen Algerien, Tunesien und Ägypten abgeht. Hassan hat gemeint er kommt nach Marokko und wir drehen zusammen ein Video, das war die erste Motivation, aber das hätte alles zu lange gedauert, also hab ich einfach meine Worte hier in Marokko aufgenommen und da ich Moslem bin, war es eigentlich gar keine Frage, ob ich dabei bin. Wir wollten das Thema bringen, wenn das Thema aktuell ist, wollten keinen Profit damit machen, unser Gesicht raushalten, wir zeigen in dem Video die nackte Realität. Wir sind alle betroffen, ein Freund von mir war zu dieser Zeit in Ägypten!!
Was willst du mit Deinem aktuellen Song “Scheinwerferlicht” sagen?
Den Song hab ich einfach nur gemacht, weil mir das alles zu viel ist, was hier im deutschen Hip Hop gerade abgeht. Alles so krass übertrieben, überzogen und das hat doch nix mehr damit zu tun. Früher war das anders, man hat sich gedisst, aber nicht so wie das heute der Fall ist. Ich liebe Hip Hop, aber ich hasse dieses asoziale Gehabe. Das wollte ich damit aussprechen!
Dann kann man jetzt sagen, auf der eine Seite disst Yassir diese Leute, auf der anderen Seite nimmt er mit ihnen einen Song auf. Ich meine, solange er in meinem Song nicht asozial ist, ist mir das egal – z. b. Haftbefehl ist ein guter Freund von mir, aber er macht ja genau die Schiene, die ich verurteile. Er macht sein Ding, das muss er selbst verantworten. Ich würde mit ihm auch einen Song machen, aber eben so wie ich mir das denke!
Was ist die “Yassir Schiene“?
Ich achte bei meinem neuen Album darauf, dass ich sehr viel Pädagogik drin habe. Ich möchte den Leuten die Augen öffnen, Kinder und Jugendliche aufbauen. Ich erzähle über den Knast, über meine Abschiebung, dass man immer wieder aufstehen kann und muss, wenn der Schmerz gesprochen hat… Das ist auch der Name von meinem kommenden Album: “Wenn der Schmerz spricht”.
 

 

Waka Flocka freigesprochen

0
Nochmal davongekommen: Das Gericht von Henry County im US-Bundesstaat Virgina hat Südstaaten-Rapper Waka Flocka Flame von allen Vorwürfen freigesprochen. Der 24-Jährige war am 16. Dezember festgenommen worden, nachdem Beamte sein Haus nach belastendem Material durchsucht hatten (wir berichteten).

Nach der Hausdurchsuchung war Waka wegen folgender Delikte angeklagt worden: Besitz von Marihuana (in geringen Mengen) und Hydrocodon, illegaler Waffenbesitz, Fahren mit eingezogenem Führerschein und Verstoß gegen den "Criminal Street Gang and Terror Prevention Act" des Bundestaates Georgia aufgrund von angeblicher Mitgliedschaft in einer Straßengang. Der Rapper hatte sich Anfang Januar der Polizei gestellt (wir berichteten), wurde gegen die Zahlung einer Kaution jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bei der Verhandlung am gestrigen Dienstag sprach die Jury von Henry County Waka Flocka nun vom Vorwurf des Besitzes illegaler Substanzen frei, berichtet die Promi-Gossip-Website tmz.com. Die Beweise seien nicht ausreichend, um den Rapper zu verurteilen, erklärte die Jury. Die anderen Anklagepunkte wurden bereits im Vorfeld der Verhandlung ausgeräumt.

Welches Urteil dem ebenfalls angeklagten Gucci Mane blüht, der sich zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung im Anwesen des "Hard In The Paint“-Interpreten befand (im Gegensatz zu Waka Flocka selbst), ist noch unklar.      

DJ Quik der Mörder Biggies?

0
DJ Quik hat erstmal öffentlich über seine angebliche Verstrickung in die Ermordung von Notorious B.I.G. gesprochen. Der 41-jährige Quik zählt zur berühmt-berüchtigten Gang der Bloods und war zur Tatzeit sehr eng befreundet mit Suge Knight von Death Row Records, den damaligen Erzfeinden von Biggies Label Bad Boy.

In einem Interview mit hiphopdx.com erklärte Quik, er sei damals vom L.A.P.D. verhört und überwacht worden, und das nur, weil er zufällig auf derselben VIBE-Party gewesen sei, die auch Biggie vor seiner Ermordung besucht hatte. "Just because I was there at that [VIBE] party [with Biggie before the shooting], they tapped my phones, found out my accountant’s number and went and posted up and waited for me at my accountant’s office to pick me up for questioning.
Zusätzlich den Verdacht der Gesetzeshüter habe die Tatsache erregt, dass Quik in seinem Fuhrpark ein Auto besessen habe, das dem Modell entsprach aus dem heraus die Schüsse auf Biggie abgegeben worden sein sollen – allerdings, so betonte der Rapper, in einer ganz anderen Farbe, nämlich Burgunderrot, während das Tatfahrzeug schwarz gewesen sein soll: “And it was only because I owned a ’95 [Chevy] Impala [SS] that was black cherry colored like the one that was used supposedly in the shooting – which was probably black, mine was burgundy, but at night they look identical in color.

Laut dem Journalisten Davey Dave hatte es in gewissen Kreisen schon länger Gerüchte um eine Beteiligung von Quik gegeben. Augenzeugen hätten behauptet, Quik sei auf besagter VIBE-Party mit Biggie in Streit geraten. “Rumors immediately began to surface. Witnesses claim that Notorious BIG [had] earlier that evening engaged in a heated argument with DJ Quik. The rumors speculating that Quik had something to do with the shooting immediately circulated around the Bay Area.

Interessanterweise hatte sich das L.A.P.D. allerdings nie für den Polizisten David Mack interessiert, der ebenfalls Blood-Member gewesen sein soll und damals für Death Row gearbeitet habe. Zufällig fuhr auch dieser dasselbe Imapala-Modell wie Quik. Mack wurde jedoch nie verhört und sein Name taucht auch in der kürzlich veröffentlichen FBI-Akte zu Biggies Tod nirgendwo auf – und das, obwohl der leitende Detective Russell Poole, seinen Kollegen Mack sogar lange Zeit für den Hauptverächtigen hielt. Freunde von Verschwörungstheorien dürfen also ihre Phantasie weiter ins Kraut schießen lassen.

Xatar vor Gericht

0
Eigentlich hätten Ende Mai die Urteile verkündet werden sollen, da sich der Prozess um den Rapper Xatar im Fall des "Goldraubs von Ludwigsburg“ äußerst zäh entwickelt, wird die Urteilsverkündung nun jedoch erst für den 22. Dezember erwartet. Dies berichtet zumindest heute der Bonner Generalanzeiger unter Berufung auf einen Sprechers des Stuttgarter Landgerichts.

Seit Oktober 2010 wird dort gegen den Bonner HipHop-Musiker verhandelt, dem zusammen mit fünf weiteren Angeklagten vorgeworfen wird, im Dezember 2009 einen Goldtransporter gestoppt und Gold im Wert von 1,7 Millionen Euro geraubt zu haben. Die Täter hatten sich damals als Polizisten und Steuerfahnder ausgegeben, den Wagen "konfisziert“ und die beiden begleitenden Wachmänner "festgenommen“.

Deutsche Zielfahnder konnten Xatar, der sich mit weiteren Komplizen über Moskau in den Nordirak abgesetzt hatte, im dortigen Kurdengebiet festnehmen, woraufhin er im März 2010 nach Deutschland überstellt wurde, wo ihm in Stuttgart der Prozess gemacht wird. 

Dieser gestaltetet sich allerdings vom ersten Prozesstag an als schwierig, da es der äußerst "kampfeslustige Verteidigung“ immer wieder gelingt, durch zahlreiche Beweisanträge die einzelnen Verhandlungen in die Länge zu ziehen. Laut eines Prozessbeobachters hätten mehrere Zeugen stundenlang warten müssen, bevor sie endlich hätten aussagen dürfen.

Unterdessen scheint die Moral der Angeklagten nach wie vor intakt zu sein. Das Gerücht, einer der Angeklagten sei zu einem umfassenden Geständnis und zur Aussage gegen seine mutmaßlichen Komplizen bereit, hat sich nicht bewahrheitet. Die Angeklagten seien sich keiner Schuld bewusst,  seien gut gelaunt und scherzten sogar.

Xatar
selbst wird vorgeworfen, bei der Tat den Wagen gesteuert zu haben, mit dem der Goldtransporter gestoppt wurde. Allerdings ergibt sich der dringende Tatverdacht gegen die Angeklagten lediglich aus DNA-Spuren und Telefonüberwachungen. Analysiert wurden dabei Handschellen, mit denen Fahrer und Beifahrer des Goldtransports gefesselt worden waren, sowie Kleidungsstücke und Zigarettenkippen, die am Tatort sichergestellt worden waren.
DNA-Untersuchungen konnten die Spuren zwar den mutmaßlichen Räubern zuordnen, allerdings mit unterschiedlich hoher Wahrscheinlichkeit, weshalb die Verteidigung beantragte, diese Indizien nicht als Beweise gelten zu lassen.

Featured