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Favorite – Christoph Alex

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Während andere Rapper in jedem zweiten Interview vollmundig ihre „bald“ erscheinenden Alben ankündigen, deren Release-Dates sich dann aber oft noch fünf bis sechs Mal verschieben, hat Favorite in der Vergangenheit immer wieder verlautbaren lassen, dass sich das mit seinem Album ob seiner latenten Faulheit unter Umständen noch etwas hinziehen könnte. Schliesslich musste er ja schon vor seiner letzten LP von Label-Boss Slick-One höchstpersönlich ins Studio gesperrt werden.

Nach  etwa drei Jahren steht nun aber pünktlich zum angekündigten Termin sein drittes Album „Christoph Alex“ in den Läden. Ein Blick auf das Cover stellt sofort klar, dass sich bei Fav in Sachen „einen-Fick-auf-alles-geben“ bzw. Berührungsängsten mit brisanten Themen, nicht das Geringste geändert hat. Favorite ist ein Produkt seiner Umwelt, einer hoffnungslosen Welt, die sich nur noch mit Galgenhumor ertragen lässt:
„Mein von Drogen entstelltes, verlogenes Selbst, passt perfekt in diese längst verlorene Welt“ (aus „Ne Pille“)
Er pflegt nun mal „diese Art Humor, Hard zum Core“ , packt sich „3 Pullen Ja-Korn in den Warenkorb, ’n Kilo Pepp und ’n Stapel Porns“ und stellt sich so „den perfekten Samstagabend vor“ (aus „Hard zum Core“)
In Fav‘s Welt werden Crack-Whores geknallt, sich mit anderer Leute Mütter sowie deren minderjährigen Töchtern vergnügt und im Zweifelsfall auch schon mal auf Kinder geschossen. Christen, Juden, Frauen, Schwule und Schwarze, ja nicht einmal seine Fans sind vor Favorites „Dirty Mouth“ sicher. Wobei er einer der letzten weißen Rapper ist, der die alte Savas-und M.O.R (Un)-Sitte der Verwendung des N-Wortes beibehält. Die bestehende Gefahr etwaiger Vergeltungsaktionen  hat er offenbar miteinkalkuliert:
„Der erste deutsche Rapper der stirbt, irgendjemand wird bald kommen und mir die Fresse poliern!“ (aus „All Around“)
Ein besonderes Ding zu laufen hat Fav dabei mit seinem Boss, den er im Song „Obama“ grandios parodiert  sowie mit seinem Tour-„Gegner“ Kaas. Beide müssen im Verlauf des Albums immer mal wieder für einen Lacher herhalten:
„Ich nannte Slick-One eine Arschgeburt, zur Strafe schickte er mich dann mit Kaas auf Tour.“ (aus „Whhaaayy“
Auch haben der Liebe Gott und Fritty ein ganz spezielles Verhältnis. Mit 12 Jahren auf einen Schlag seiner Eltern beraubt zu werden, ist sicherlich nichts, was so leicht zu verzeihen wäre. Und so muss ER sich schon mal den ein oder anderen Spruch gefallen lassen:
„Ich ruf es nach oben, der Himmel soll warten, hier unten ist cool, hier sind Kindersoldaten.“ , „Versuch ein guter Mensch zu sein, auch wenn es oft nich klappt, versuch zu lieben, auch wenn Gott mich hasst.“, oder „Auf der Bibel liegt ’n riesen Haufen Pepp.“

Auch wenn der gute Fav dabei mitunter übers Ziel hinausschießt, geschieht dies alles meist mit einer gehörigen Portion Fav’schem Humor, was zur Folge hat, dass wenn man diesen teilt, der Unterhaltungs-Faktor von „Christoph Alex“ in luftigen Höhen anzusiedeln ist. Kaum ein Song vergeht ohne mindestens einen veritablen Schenkelklopfer, wobei in vielen Lines bei genauerer Betrachtung auch eine gehörige Portion Wahrheit steckt:
„Besten Dank Vater Staat, ich beantragte Hartz, du allein bist Schuld daran, dass ich ich den ganzen Tag schlaf.“ (aus „Mach was ich will„), oder: „Nich mal die allergrösste Schlampe dieser Welt will Sex mit dir…weil du sie respektierst!“ (aus „Guess Who’s Back“)
Darüberhinaus glänzt Favorite mit zahllos eingestreuten Sing-Flows, die seinen Vortrag ungemein abwechslungsreich gestalten. Überhaupt ist bei ihm über die Jahre hinweg, eine stetige Weiterentwicklung und Verbesserung seiner Skills zu erkennen, was ihn zu einem der momentan interessantesten deutschen Rapper macht.
Die Beats, welche zum Großteil von Selfmade-Hausproduzent Rizbo (8) und Vizir Beats (4) stammen, bieten dabei die passende Untermalung für Fav‘s Raps, wobei Vizir für einen angenehm anachronistischen Sound sorgt, der den Geist der goldenen Ära des Hip-Hop atmet.

Abseits aller Übertreibungen und Ironie beweist der Essener Rapper mit Songs wie „Gottlos“ oder „Blind“ allerdings, dass er durchaus in der Lage ist, sich mit dem allgemeinen Wahnsinn dieser Welt auch in ernsthafteren Tönen auseinanderzusetzen:
„Egal wie schwarz der Präsident auch ist, die Kriege gehn weiter/ Menschen töten Menschen um Profite zu steigern/ Shit, was macht sie mit dir, die Macht des Papiers/ Man fängt an zu verstehn und zack, packt einen die Gier.“
Dass einige Lieder einen eher skizzenhaften Eindruck machen und nicht wirklich rund daherkommen, trägt sogar noch zum speziellen Charme des Albums bei, anstatt dass man dies als Negativ-Punkt nennen könnte. Fav macht einfach das, wonach ihm grade der Sinn steht, was dann zu so aberwitzigen Szenarien wie im Track „Whhaaayy“ führt, in dem er nach einem Saufgelage nackt hinter einem Busch aufwacht, daraufhin für einen Affen gehalten, in den Zoo gesperrt und gefoltert wird. Dabei „bin ich nichmal schwarz…hab ich nich gesagt…ich bin Kaas!
Das ist angesichts der oftmals doch recht verkrampften Darbietungen der Konkurrenz einfach mal sehr erfrischend, und man verzeiht ihm dabei gern den ein oder anderen inflationär gebrauchten Anglizismus.  Er scheint sich dessen auch bewusst zu sein und treibt das Ganze dann teilweise so auf die Spitze, dass es schon wieder lustig ist:
„Eine Kette reicht mir nich, ich brauche noch ne Extra-Chain…mein Leben ist ein Action-Game…ich bin back for Fame!“ (aus dem grossartigen Opener „Nirvana
Ein weiterer Pluspunkt ist die sehr gering gehaltene Anzahl an Features. Bis auf den obligatorischen Kollegah-Part („Ich vertreibe die Wa(h)ren wie die amerikanischen Siedler“) im Verschwörungstheorie-Begriffe-Dropping-Fest „Pyramide“, einen Hengzt –und Orgi-Auftritt („Run Johnny Run“), seine Essener Homies 257ers („Ne Pille“) und eine Hook des Sängers Sahin  („Blind“), stemmt Fav die LP komplett alleine, was ihm beeindruckend gut gelingt.

Favorite hat mit „Christoph Alex“ ein Album abgeliefert, an dem als Fan von deutscher Rap-Musik nicht vorbeikommt und an dem sich die Konkurrenz dieses Jahr messen lassen muss.     

Fler: Kollabo mit Savas?

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Dass Fler ein Riesen-Fan von Kool Savas ist, ist nicht Neues. Der Südberliner hat dies stets und überall auf Nachfrage (oder auch ohne) betont. Bisher waren seine Bemühungen, eine Zusammenarbeit mit dem King of Rap in die Wege zu leiten, allerdings nicht so recht von Erfolg gekrönt. Dabei wäre es doch vermutlich ein innerer Reichsparteitag für Fler, schon, um auf diese Weise mit seinem On-Off-Kumpel Bushido hinsichtlich dessen offenbar bevorstehender Kollabo mit sido gleich- bzw. an ihm vorbeizuziehen.

Und so langsam kommt anscheinend Bewegung in die Sache. In einem Video auf dem YouTube-Interview-Channel Clixoom antwortet Fler auf eine entsprechende Fanfrage mit einem breiten, zufriedenen Grinsen, dass da in der Tat was im Busch sei. Er, Fler, habe gerade vor einer Stunde mit Savas telefoniert. "Dieses Mal war es auch ein längeres Gespräch, sonst haben wir immer nur kurz telefoniert.“ Doch nicht nur über Musik habe man gesprochen. "Auch Persönliches wurde bequatscht, wie es ihm geht, wie es mir geht.“ So weit, so banal, doch dann lässt Fler die Katze aus dem Sack – wenigstens ein bisschen.

"Nächste Woche wollen wir uns treffen“, verrät er. Doch alles im Leben hat seinen Preis: "Er hat mich auch gebeten, etwas auf Laas Unltd.’s Album zu machen, weil das ein guter Freund von ihm sei. Ich meinte, klar, wenn du mich darum bittest, mache ich das.“ Und dann lässt Fler noch ein paar Worte fallen, die reichlich Raum für Spekulationen bieten: "Wir haben auf jeden Fall beide Bock aufeinander. Es soll nicht nur einen gemeinsamen Song auf einem Album geben, da muss dann eben kucken, wie man das gestalten kann, dass es was Größeres wird.“ Um mal unsere Phantasie ganz wild ins Kraut schießen zu lassen: Vielleicht dürfen wir uns ja auf "Carlo Cokxx Nutten 3“ mit Savas und Fler auf Albumlänge freuen. Das wäre doch mal was.
 

Tyler, the Creator verhaftet

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Die Jungs von Odd Future Wolf Gang Kill Them All werden wohl keine guten Freunde mehr mit den Hütern des Gesetzes.

Nachdem es letzte Woche schon Sänger Frank Ocean erwischt hatte (wir berichteten), wurde nun auch Frontmann Tyler, the Creator, dessen formidables Album "Goblin" soeben erschienen ist und der noch am vergangenen Freitag einen extrem intensiven Gig mit seinen Jungs im Berliner Cassiopeia hingelegt hatte, verhaftet.

Tyler hatte mit ein paar Jungs in Westchester High (Großraum Los Angeles) Guerilla-Promo für sein besagtes neues Album gemacht, verkaufte und verloste CDs und T-Shirts. Warum genau der 20-jährige Rapper mit dem tiefen Organ verhaftet wure, ist unklar. Fotos, die er bei Twitter postete, zeigen aber, wie die Polizisten einige nicht genau zu erkennende Gegenstände bei seinen Begleitern beschlagnahmen.

Via Twitter ließ Tyler dann auch in gewohnter Manier seinem Ärger über die aus seiner Sicht ungerechte Behandlung freien Lauf:

I Swear To Atheist God Tho, FUCK COPS. I’m Moshing Tonight. Fuck Cops Fuck Cops #GOBLINless than a minute ago via Twitter for BlackBerry® Favorite Retweet Reply

And Fuck Those Cops. Had Us In Cuffs For No Reason, Didn’t Do Shit. "Disturbing The Peace, Loitering And Skating Pass A Cop" What The Fuck?less than a minute ago via web Favorite Retweet Reply

I Can Not Wait To Perform FUCK THA POLICE Tonightless than a minute ago via Twitter for BlackBerry® Favorite Retweet Reply

FUCK POLICE FUCK YOU ALL I HOPE YOU ALL DIEless than a minute ago via Twitter for BlackBerry® Favorite Retweet Reply

Palin greift Common an

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Es ist ein weiteres Lehrstück im US-amerikanischen Empörungsjournalismus: First Lady Michelle Obama muss sich derzeit scharfer Kritik von Seiten konservativer Meinungsmacher in den Vereinigten Staaten erwehren. Die Ehefrau von Präsident Barack Obama plant für den heutigen Mittwoch einen Gedichtabend im Weißen Haus, wozu sie auch den Rapper Common aus Chicago eingeladen hat. Dieser sei jedoch "widerwärtig“, ereifern sich konservative Medien und auch die republikanische Ex-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin – und beziehen sich in ihrer Begründung auf ein Gedicht Commons aus dem Jahr 2005.

Die ehemalige Gouverneurin von Alaska twitterte am gestrigen Dienstag:

Der verlinkte Artikel von der Nachrichten-Website “The Daily Caller“ bezeichnet den Rapper als "kontrovers“ und bezieht sich dabei auf ein Gedicht namens "Letter To The Law", das Common im Jahr 2005 in der Fernsehsendung "Def Poetry“ vorgetragen hatte. Das Gedicht ist aus der Perspektive eines radikalen schwarzen Jugendlichen geschrieben und enthält zahlreiche Referenzen an durchaus gewaltbereite Aktivisten wie Malcolm X, die Black Panther Party oder Public Enemy. Der Leser erhalte “Extrapunkte”, wenn er es schaffe, alle in der Strophe enthaltenen Todesdrohungen zu zählen, schreibt Autor Neil Munro süffisant.

Zeilen wie: "Tell the preacher, God got more than one son / Tell the law, my Uzi weighs a ton / I walk like a warrior / from them I won’t run” würden beweisen, dass Common ein “widerwärtiger” Rapper sei, der Gewalt gegen die Obrigkeit propagiere, so das Nachrichtenportal. Das Wortspiel “Burn a Bush, cause for peace he no push no button” sei wiederum ein Aufruf gewesen, den damaligen US-Präsidenten George W. Bush zu ermorden.

Zahlreiche weitere Medien griffen den vermeintlichen Skandal auf und forderten die Ausladung des angeblichen Skandalrappers. Auch Commons tatsächlich fragwürdige Ansichten zu gemischtrassigen Beziehungen – er sei mit ihnen "nicht einverstanden“, sagte er etwa 2005 in einem Interview-, wurden in der Debatte wieder zum Thema. 
Der Nachrichtensender FOX News wies außerdem auf die Verbindungen Commons zum umstrittenen Pastor Reverend Wright aus Chicago hin. Der Geistliche war bereits im Präsidentschaftswahlkampf von 2008 ein Thema, nachdem auch Barack Obama ein Mitglied seiner Kirchengemeinde war und Wright in dieser Zeit zahlreiche antisemitische und antiamerikanische Äußerungen getätigt hatte.

Common selbst reagierte gelassen auf die Kontroverse:

So apparently Sarah Palin and Fox News doesn’t like me. @rolandsmartin https://fb.me/wtbMKgKOless than a minute ago via Facebook Favorite Retweet Reply


Vom Weißen Haus liegt zur Stunde noch keine Stellungnahme vor.

Jim Jones – Capo

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Ein richtig geiler Rapper wird aus dem ollen Jimmy nicht mehr, so viel steht fest. Bereits als die Diplomats so circa ab 2002 begannen, die Straßen New Yorks in Brand zu setzen, konnte der heute 34-Jährige seinen Kollegen aus dem Führungs-Triumvirat – Cam’ron und Juelz Santana – in Sachen Skills nie so recht das Wasser reichen. Auf eine gewisse Weise ist Jim Jones so etwas wie der Puff Daddy der Gruppe: Mehr Geschäftsmann als MC, größere Fähigkeiten in den Bilanzbüchern als in seinem Reimheftchen demonstrierend. Wo Juelz und Killa Cam auf eine zuvor unerreichte Art Skills und Swagger verbanden, hatte der Jimmy eben nur den Swagger – dafür aber auch das sehr viel größere Gespür für den nächsten überlebensgroßen Club-Hit. Und letztenendes ist dieses Gespür sehr viel wichtiger für die Relevanz eines Rappers, als es viele Gralshüter im New-Era-Käppi wahrhaben wollen.

Nun haut der Harlemite also sein fünftes Studioalbum „Capo“ raus, und bemerkenswert ist: Der richtig große Club-Stomper, das „We Fly High“ oder „Pop Champagne“ für 2011, der fehlt diesmal. „Capo“ klingt persönlicher, ja verletzlicher als die Vorgängeralben. Natürlich gibt es wieder die auf bitterböse gebürsteten Representer wie den Intro-Track oder „The Paper“ mit Chink Santana am Refrain; Songs wie diese bekommt man allerdings an anderer Stelle besser geboten, bereits innerhalb des Dipset-Camps. Was Jim Jones seinen Kollegen allerdings voraus hat, ist seine Fähigkeit, alleine durch den Einsatz seiner Stimme eine wahnsinnig melancholische Grundstimmung zu erschaffen.

Programmatisch hierfür: Die erste Single “Perfect Day”, wo Jimmy auf einer relaxten Akustikgitarren-Unterlage beinahe zum Singer/Songwriter mutiert, aber trotzdem erdig genug bleibt, um noch auf der richtigen Seite der Klischeegrenze zu verharren. Der New Yorker wirkt beinahe tiefenentspannt, wenn er bittersüße Zeilen droppt wie: “And I could tell you something we both know / We can hustle but the streets get cold / And I’ve been thinking how can I get away / It got me thinking ‚bout a perfect day.”

Auch Tracks wie “Deep Blue” oder “Itza” sind in dieser Reihe zu nennen. Es sind jedoch zwei andere Songs, die besonders hervorstechen. Zum einen “Take A Bow”, wo Jim Jones eindringlich die Widersprüche seines Lifestyles aufarbeitet, während ein wahnsinnig hungriger Prodigy den geläuterten Ex-Knasti gibt und ein Lloyd Banks in Topform den Schmerz der Straße in beinahe unerreicht prägnante Worte zusammenfasst: “Friends bodied as teens, life’s a bitch already / heart’s getting hollow, books made of obituaries.” Einfach nur harter, ungeschönter, emotionaler, sprich: geiler Rap aus dem Big Apple.
Auf “God Bless The Child” wiederum liefert Ex-Fugees-Frontmann Wyclef Jean einen unerhört starken Part ab – und ich bin wirklich der letzte, der gedacht hätte, dass er so einen Satz noch jemals schreiben dürfte. “In the Port-Au-Prince slums / out in Haiti / I used to hunt for my food like wolf hunt sheep”, heißt es da unter anderem. Das muss man erst mal verdauen.  

Man muss ja immer vorsichtig sein, wenn man mit solchen Ausdrücken um sich wirft, aber: Auf “Capo” ist tatsächlich zu erkennen, dass sich Jim Jones weiterentwickelt hat. Nicht in einem technischen Sinne, klar; aber der gute Jimmy scheint mittlerweile genau zu wissen, wo seine Stärken und wo seine Schwächen liegen. Ein bisschen zu viel vernachlässigbares Füllermaterial ist auch auf diesem Album zu finden, aber ansonsten ist “Capo” eine überraschend tiefgründige, mitreißende Veranstaltung geworden. Bei den Vorgänger-LPs des Dipset-Rappers war immer spürbar, dass der New Yorker in seine Alben nicht wirklich mehr Mühe reinsteckt als in seine ohnehin bestenfalls halbgaren Mixtapes – doch das ist diesmal definitiv nicht der Fall. Hier hat sich jemand hingesetzt und Gedanken gemacht.

Das Beste: Für alle Fans des durchgeknallten Jimmys (mich zum Beispiel) hat der Harlemite dann auch noch die inoffizielle, völlig irre Twitter-Hymne “Everybody Jones” am Start, und auf der Limited Edition des Albums dürfen sich dann auch noch Cam’ron und Juelz Santana auf dem Banger “Salute” ein paar über-ignorante Punchlines zuschieben. Der Jimmy ist auf diesem Track zwar auch dabei, fällt aber nicht weiter auf. Aber ist nicht schlimm. Denn der hat zuvor schon ordentlich geliefert. File under: Positive Überraschung.
 
 

Xatar gesteht Goldraub

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Es hatte sich bereits Ende letzter Woche angedeutet (wir berichteten), dass Xatar den gemeinschaftlichen Überfall auf einen Goldtransport im Dezember 2009 gestehen würde. Nun ist es laut der gewöhnlich gut unterrichteten Ludwigsburger Kreiszeitung amtlich, der 29jährige Rapper aus Bonn hat als erster der fünf Angeklagten sein Schweigen gebrochen und seine Beteiligung an dem Überfall gestanden.Als Tatmotiv nennt Xatar – Überraschung! – Geldmangel. „Ich brauchte dringend Geld“, heißt es lapidar in dem Geständnis, das sein Anwalt gestern verlas. Seine Musik habe ihm kaum Erträge gebracht, er sei verschuldet gewesen, berichtet die Ludwigsburger Kreiszeitung weiter. Über einen Freund sei er mit Donald S. in Kontakt gekommen, einem Geschäftspartner des später geschädigten Goldhändlers. Dieser habe ihm zunächst bei seinen Musikgeschäften helfen wollen, ihm Kontakte zu Plattenfirmen und Bookingagenturen vermittelt. Dann sei S. plötzlich mit der Idee zu dem Goldraub angekommen. „Er sagte mir, ich könne schnell und ohne Gefahr mehrere 10.000 Euro verdienen“, wird Xatar von seinem Anwalt zitiert. Gemeinsam mit den anderen Angeklagten sei die Tat dann geplant worden.

Weiter gab Xatar an, ein ihm unbekannter Mann namens Sahin habe die Beute nach dem Überfall in einen Transporter verladen und sei damit verschwunden. Im Januar 2010 habe ihm dieser dann 25.000 Euro ausgezahlt, den Rest sollten sie später erhalten, wozu es aber nie gekommen sei. Wo die Beute sei, wisse er (Xatar) nicht.

Besagter Donald S. ist kein unbeschriebenes Blatt. Auch die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er der Drahtzieher hinter dem Goldraub ist. Der 53-Jährige, der wegen einer schweren Krankheit als nicht verhandlungsfähig gilt, saß selbst schon einmal acht Jahre im Knast – für einen Bankraub, den er nicht begangen hatte. Im Gegensatz zu Xatar scheint S. sich damals strikt an die kurzsichtige, alte No Snitching“-Mafia-Regel gehalten zu haben, die einen äußerst fragwürdigen angeblichen „Ehrenkodex“ über Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit stellt.

Game: Video gebannt

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Kaum will The Game endlich die Marketing-Maschinerie zu seinem "R.E.D. Album" anwerfen, werden ihm auch schon die ersten Steine in den Weg gelegt. Der Westcoast-Rapper hatte geplant, an diesem Donnerstag das Video zu seiner ersten Single "Red Nation" mit Lil Wayne zu veröffentlichen. Doch Game zufolge haben sich die beiden Musiksender MTV und BET geweigert, den Clip in ihre Rotation aufzunehmen – anscheinend, weil er zu aggressiv sei und Gang-Gewalt propagiere, wie das Ex-G-Unit-Mitglied behauptet.

Via Twitter erklärte der Rapper am gestrigen Montag, die beiden Musiksender hätten das Video gebannt, doch es werde trotzdem über andere Kanäle Premiere feiern:
 

So BET "BANNED" the #REDNation video !!!!! Said me & @liltunechi were too gang affiliated in it. Thoughts ?less than a minute ago via TweetCaster Favorite Retweet Reply

This just in: the video so HARD it just got "BANNED" from MtV too ha ha ha ha….FUCK IT !!!! I’m premering it on Thursday online MYSELF !!!less than a minute ago via TweetCaster Favorite Retweet Reply

Guess ya single gotta be called "Bubble Gum" to get love ha ha ha….#REDNation premiering on AOL, Vivo & Worldstar Thursday.#bannedFromTVless than a minute ago via TweetCaster Favorite Retweet Reply

Wirkte der 31-Jährige anfangs noch wütend aufgrund dieser Entscheidung, erklärte er später, MTV und BET brauche ohnehin niemand, wenn es YouTube und ähnliche Videoportale gäbe. Außerdem sei er den beiden Sendern sogar dankbar für die Aufmerksamkeit, die er durch diese Kontroverse erhalten hätte:

Who needs the they tube when you got "YOUTUBE.com"less than a minute ago via TweetCaster Favorite Retweet Reply

Thank you BET & MTV for banning my #Rednation video. Sincerely, @thegameless than a minute ago via TweetCaster Favorite Retweet Reply

Bereits Games Video zu "One Blood" aus dem "Doctor’s Advocate"-Album von 2006 war von den beiden Fernsehsendern aus dem Programm verbannt worden. Nachdem es auf YouTube jedoch über eine Million Klicks erhalten hatte, nahmen sie es wieder in die Rotation auf. Das "R.E.D. Album“ des wieder bei Aftermath gesignten Rappers soll im August erscheinen.
 

Joe Budden schlägt Frauen?

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Eine Woche, nachdem Joe Budden einen Song über die Trennung von seiner Exfreundin veröffentlicht hat, erzählt die betroffene Dame nun ihre eigene Sicht der Dinge. Sie sei von Joe Budden misshandelt worden und habe sogar eine Fehlgeburt wegen der äußerst groben Behandlung seitens des mäßig erfolgreichen Rappers gehabt, erklärte Esther Baxter in einem Interview mit bossip.com.

Sie und Budden seien in Streit miteinander geraten, weil das Videomodel Buddens Verhalten gegenüber anderen Frauen bei Twitter unangebracht gefunden hätte. Zunächst habe er angefangen, ihre Sachen die Treppe hinunter zu schleudern, woraufhin sie sich in ihrem Zimmer eingeschlossen habe. "Basically we got into an argument and he went into a rage and started throwing my stuff down the stairs. My clothes and shoes and everything, He’s telling me to get out. I went into another room and locked the door and he didn’t like that.

Daraufhin habe der 31-Jährige die Tür aufgebrochen, sie gepackt und aus dem Zimmer gezerrt. Schließlich habe er sie gewürgt, bis sie keine Luft mehr bekommen habe und sie gegen die Tür geschlagen. "He came over and kicked the door down. He came into the room and grabbed me by my ankles and dragged me out of the room multiple times. And basically ended up choking me until I couldn’t breathe, slamming me up against the door. I told him that if he didn’t stop I was going to call the police.

Als sie versucht habe, nach ihrem Telefon zu greifen, um die Polizei zu rufen, habe er sie zu Boden geworfen, sie niedergerungen und sich auf ihren Bauch gesetzt, wo er eine halbe Stunde sitzengeblieben sei, während sie geschrieen habe, dass sie doch schwanger sei. "So in an attempt to grab my phone from me he threw me on the floor wrestling with me and ended up just throwing me on my back and grabbing me by my wrist and sitting on my stomach for half an hour while I was screaming that I was pregnant.

Bossip.com veröffentlichte auch Fotos, die angeblich Verletzungen an Esther Baxters Körper zeigen, die Budden ihr zugefügt haben sol. Der Rapper selbst kommentierte die Angelegenheit via Twitter äußerst höhnisch und spielte die Aussagekraft der Bilder herunter: “Apparently, all it takes is a few pics of rug burn to start a million women march, lol”. Inzwischen hat Budden den Tweet allerdings wieder gelöscht – ob aufgrund schlechten Gewissens oder eines anwaltlichen Ratschlags, ist unbekannt.

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