Start Blog Seite 3936

Bushman – Signs

0

Im Moment ist es für mich extrem interessant, wie sich in Jamaika – aus musikalischer Sicht – die Spreu vom Weizen trennt. Die Einen schielen nach Amerika und den durch den nach wie vor anhaltenden Hype von Reggae-und Dancehallmusik schnell verdienten Dukaten. Die Anderen orientieren sich an den großen Meistern und schicken sich an, in deren Fußstapfen zu treten.Einer der zuletzt Kategorisierten – Bushman (manchen vielleicht auch noch als Junior Melody ein Begriff) – veröffentlicht sein nunmehr drittes Album, gab ihm den Namen „Signs“ und setzt damit Selbige. Dabei hat er zwar – anders als bei den vorangegangenen Releases „Total Commitment“ und „Higher Ground“ – auf die Mithilfe King Jammys verzichtet, auf keinen Fall aber auf Qualität! Live eingespielte Instrumentals bilden die Grundlage seiner Songs. An seiner Seite dabei „Beezie“ Coleman, aber auch Gastmusiker, wie die derzeit omnipräsenten Sly & Robbie und der ebenso gern für Album-Aufnahmen hinzugezogene „Gott“ am Sax Dean Frazer. Bushman ist ein Conscious-Rasta wie er im Buche steht, und so besingt er auch die Liebe zum Herb, seine Majestät Haile Selassie, die gnadenlosen Umstände, die seinem Volk immer und immer wieder zusetzen, und natürlich die Abneigung gegen Lebensmittel aus Fleisch und Blut.Nicht zwangsläufig muss die musikalische Umsetzung dieser Themen auf Reggae-Riddims stattfinden. Bushman-Tunes passen auch auf die härtesten Dancehall-Beats. Eine Tatsache, welche das Album „Signs“ durchaus zu einem abwechslungsreichen Hörereignis macht.Wie alle Emporkömmlinge der – in diesem Fall jamaikanischen – Musikindustrie, wird natürlich auch Bushman (mit bürgerlichem Namen Dwight Duncan) mit den anfangs erwähnten Meistern verglichen. So wird der vom Kirchenknaben zum ernstzunehmenden Artist avancierte Rasta immer wieder gern mit Reggae-Veteran und Jah-Messenger Luciano in Verbindung gebracht, und am Ende kann das nur als gerechtes Kompliment aufgefasst werden!

Transportgigant

0

Die „Giganten-Familie“ hat Zuwachs bekommen – Transportgigant stellt sich vor und reiht sich ein in die erfolgreiche Spieleserie von Jowood. Wie der Name schon fast erahnen lässt geht es ums Transportieren und das heißt hier alles auf allen Wegen. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft werden wahlweise die USA oder Europa mit jeder Art von Transportnetz überzogen. Zeitlich dürfen wir uns beim Spielen zwischen 1850 und 2000 einordnen, was dann auch gleich die zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel bestimmt. Während am Anfang nur die Entscheidung ansteht, ob man Ochsen oder Pferde vor die Karren und Kutschen spannt, so hat man am Ende der technischen Entwicklungen die Qual der Wahl zwischen diversen Zügen, Flugzeugen, Schiffen und Automobilen. Liebhaber kommen beim Transportgigant aufgrund der Umsetzung vieler Orginalfahrzeuge auf alle Fälle auf ihre Kosten. Neben der emotionalen Entscheidung für ein Transportmittel muss natürlich auch berücksichtigt werden, wie viel man wie schnell wohin transportieren will und natürlich was der eigene Geldbeutel hergibt. Kostenintensiv ist auch der Auf- und Ausbau der Strecken und Terminals für unsere Transporte und deren Instandhaltungsgebühr, die jeden Monat aufs Neue anfällt. In Sachen „Aufbau“ war es das dann auch im Spiel, denn mit dem Bau anderer Gebäude selbst hat man nichts zu tun. Es müssen nun nur noch die richtigen Stellen miteinander verbunden werden, damit der Wirtschaftsfluss in Gang gesetzt wird, d.h. die Rohstoffen (Erz, Holz, Öl, Milch usw.) zu den Fabriken (Stahlwerk, Sägewerk, Raffinerie, Molkerei…) bringen und dann die Endprodukte weiter in die Städte oder wo auch immer diese benötigt werden. Bei 60 verschiedenen Gütern gibt es dabei immer genug lukrative Möglichkeiten für gewinnbringende Strecken. Neben den ganzen Waren warten in den virtuellen Städten natürlich auch die Bewohner nebst deren Post und Müll darauf befördert zu werden. Für jedes Produkt gibt es dabei eine Funktion zwischen Zeit und Gewinn. Während Rohstoffe bei jeder Transportzeit fast gleich viel einbringen, wollen z.B. Fahrgäste oder auch Eis so schnell wie möglich dahin gebracht werden, wo sie hingehören. Im Verlauf des Spiels gibt es mit fortlaufender technischer Entwicklung immer wieder neue Fahrzeuge und Industrien und auch die Städte wachsen, wenn sie ausreichend versorgt werden.

Gameplay:

Beim Start des Programms landet man ohne lange Umschweife (kein Intro) gleich im Hauptmenü. Hier gibt es neben wenigen Einstellungsmöglichkeiten die Wahl zwischen zwei Spielmodi: Kampagne und Endlosspiel jeweils aufgeteilt auf die USA und Europa. In den Kampagnen werden dem Spieler durch die verschiedenen technischen Stufen hindurch Aufgaben gestellt, die innerhalb einer bestimmten Zeit bewältigt werden müssen. Beim Endlosspiel (wie der Name schon sagt) gibt es keine Zeitbeschränkung und man kann, nachdem man eine von diversen gut gestalteten Karte, die Anfangszeit und null bis drei ordentlich spielende CPU-Konkurrenten gewählt hat, losspielen und die gesamte Karte vernetzen. Auch wenn das Endlosspiel erst im Jahr 9000 endet, gibt es einen technischen Fortschritt nur bis 2050. Am Ende gibt es eine Bewertung der wirtschaftlichen Leistung. Sollten irgendwann alle mitgelieferten Endloskarten durchgespielt sein, können per Zufallsgenerator immer wieder neue Karten erzeugt werden. Der Schwierigkeitsgrad kann vor jedem Endlosspiel und jeder Kampagnenkarte aus 3 bzw. 4 Stufen gewählt werden. Die vierte Stufe ist der sog. Sandkasten-Modus. Dieser ermöglicht es im Endlosspiel ohne finanzielle Einschränkungen alle erdenkbaren Strecken zu realisieren. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!Die Menüführung ist leicht zugänglich, aber leider an manchen stellen etwas unübersichtlich. Die beiden wichtigsten Menüs befassen sich mit Streckenbau und Fahrplangestaltung und genau hier gibt es einige Kritikpunkte. Abschnitt für Abschnitt werden die Strecken für unsere Transporte gelegt und müssen am Ende mit einem letzten Klick bestätigt werden. Was als gute Idee zur Vermeidung von unnötigen Fehlern erscheint, entpuppt sich am Anfang des Spielens immer wieder als Auslöser von lauten Flüchen des Spielers, weil man genau diesen letzten Klick vergisst und alles noch einmal von vorn aufbauen muss. Beim Zusammenstellen der Fahrpläne müssen eines oder mehrere vorher erworbene Fahrzeuge ausgewählt und alle anzufahrenden Stationen einzeln auf der Karte angeklickt werden. Bei großen Karten und langen Strecken artet es schnell in mehr Arbeit aus als notwendig wäre. Auch Fahrplanänderungen sind so etwas umständlich. Hat man seine Strecken fertig gestellt, dann müssen diese noch von kleinen Arbeitern gebaut werden, bis man endlich lostransportieren kann. Die Fahrzeuge verhalten sich im Großen und Ganzen recht intelligent. Nur wenn viele Fahrzeuge auf den Strassen gleichzeitig unterwegs sind oder man Strecken ändert, kommt es manchmal dazu, dass die Fahrzeuge sich gegenseitig blockieren oder einfach stehen bleiben. Diese Zustände lösen sich nach einiger Zeit meist von selbst, aber es nervt schon, wenn die Rohstoffe immer vor der Fabrik stehen bleiben, während die Transporte mit die produzierten Güter immer leer vom Hof fahren.Wer sich jetzt noch fragt, ob ich vergessen habe, das Tutorial oder einen Mehrspielermodus zu erwähnen, den muss ich enttäuschen, denn beides fehlt im Spiel – leider!

Grafik:

State-of-the-art Iso-Grafik!?Neija, hier kommt die Frage auf, ob Iso-Grafik noch zeitgemäß ist? Insgesamt ist die Grafik veraltet und bieder, was sowohl für die Landschaft als auch für die Fahrzeuge gilt. Die Spielwelt ist leider etwas unbelebt, woran auch die paar herumlaufenden Tiere und herumfliegenden Heißluftballons nichts ändern können. Höhenunterschiede sucht man auf den Karten vergeblich. Auch wenn das Baumenü innovative Kurventeile für den Schienenbau zur Verfügung stellt, werden die Straßen immer noch altbacken im 90° Winkel gebaut. Auf der anderen Seite muss man natürlich eingestehen, dass die Grafik für diese Art von Spiel nur eine untergeordnete Rolle spielt und somit eher als zweckmäßig denn als innovativ bezeichnet werden muss.

Musik:

In Sachen Musik und Sounds muss Jowood auf alle Fälle mal nachsitzen! Die an die zeitlichen Epochen angepasste Hintergrundmusik schaltet man spätestens nach 5 Minuten ab, weil sie richtig nervt! Die Umgebungs- und Fahrzeuggeräusche werden in kurzen Samples eingespielt, wenn man mit dem Kartenabschnitt etwas länger am entsprechenden Objekt stehen bleibt. Die kurzen Sequenzen steigern den Eindruck einer belebten Welt leider kaum und werden im Laufe des Spiels auch irgendwann nicht mehr wahrgenommen. Soll heißen: Stören nicht, geht aber auch ohne!

Fazit:

Das Spiel „Transportgigant“ reiht sich, wie anfangs schon gesagt, fast nahtlos in die Giganten-Familie ein. Richtige Innovationen sucht man vergebens und auch die technische Umsetzung ist eher veraltet. Freunden von Aufbausimulationen, die vielleicht auch gerne die anderen Teile der Jowood-Serie gespielt haben, wird der Transportgigant trotzdem Spaß bringen und man kann dann auch über die etwas umständlich Steuerung hinwegsehen. Durch die vielen umgesetzten Orginalfahrzeuge gibt es immer wieder Abwechslung und glänzende Augen bei Liebhabern. Auch die Karten sind ausgewogen gestaltet und bieten anspruchsvolle Aufgaben. Positiv hätte sich vielleicht auch ein Mehrspielermodus ausgewirkt, aber der ist leider nicht vorgesehen. Einsteiger in das Genre sollten – auch wegen des fehlenden Tutorials – auf einen anderen Titel setzen.

Zusammenfassung:

Pro:
+ viele unterschiedliche Transportmittel
+ viele umgesetze Orginalfahrzeuge
+ gut gestaltete Karten

Contra:
– veraltete Grafik
– umständliche Steuerung
– nervige Musik
– kein Tutorial und Mehrspielermodus

Gangland

0

Gangland. Wie der Film mit Tupac. Gangland. Gangland, Gangland, Gangland. Wenn ich diesen Namen noch öfter höre, zweifle ich an der Intelligenz mancher Developer. Selten gab es ein stumpferes, langweiligeres oder penetranteres Spiel als Gangland.

Amerika im frühen 20.Jahrhundert. 5 Brüder haben sich von Palermo aus nach New York aufgemacht, um dort Ruhm und Reichtum zu erlangen. Halt! 5 Brüder? Erst waren es 4, doch dann wurde Papa Mafiaboss sauer und schickte den 5. Bruder hinterher, um die anderen 4 Brüder zu töten. Blablabla das seid natürlich ihr und ihr übernehmt später die Macht über New York City. Gähn.

Zu Anfang wählt ihr einen der Fünf Brüder, mit dem ihr das Spiel bestreiten wollt. Wen ihr dabei wählt, wirkt sich nicht auf den Spielspass aus, alle Möglichkeiten offenbaren die Betonklötze an den Schuhen desselbigen. Ihr seht das ganze Geschehen aus einer eigentlich frei drehbaren 3d-Perspektive von oben, nur dass ihr sie eben nicht frei drehen könnt. Halt, drehen könnt ihr sie, ein bisschen nach links und ein bisschen nach rechts, 2 Zentimeter reinzoomen und ach ja, rauszoomen auch. Laut Entwicklerteam Media Mobsters ist einer der größten Pluspunkte ihres Spiels die Möglichkeit, zwischen OpenGL und DirectX Grafik zu wechseln. Okay, jetzt mal ehrlich: Wenn so ein Punkt hinten auf einer Spielepackung steht… Gibt es denn nichts anderes? Oh, schau her: „Einzigartiger Genre-Mix aus Echtzeitstrategie, Rollenspiel, Simulation und jeder Menge ACTION!“. Warum noch nie vorher jemand auf die Idee gekommen ist, diese Genres zu kombinieren? ES GEHT NICHT!

Zum Beispiel: Ihr habt euch für einen der Brüder entschieden und bekommt euren Auftrag von Don Wasweissichwas. Ziel: Irgendwelche Typen umlegen. Dazu heuert ihr irgendeinen Taugenichts mit dicken Wummen respektive Muskeln an, welcher euch auf Schritt und Tritt folgt. Mit der Maus klickt ihr dann auf die Stelle, wo ihr hinlaufen wollt und per Auswahlrechteck markiert ihr die Einheiten. Okay. Der Feind wird gesichtet. Nun, Mit ausgewählter Mannschaft auf den Feind klicken und ca. 2 Minuten lang ohrenbetäubendem Tommygunfeuer lauschen, da ihr zwei Meter vor dem Gegner steht und das Schadensystem wie eben in einem Echtzeitstrategiespiel läuft. Da ihr dann spontan von allen Gangstern im Umkreis ins Feuer genommen werdet, bleibt euch gar keine Zeit mehr, euch Hinzuknien (was eine der Zwei Möglichkeiten beim Angriff ist) oder den sekundären Angriff zu aktivieren, etwa das Werfen von Dynamitstangen (das ist dann die zweite Möglichkeit beim Angriff, die ihr habt). Und das ist eigentlich schade, denn das Handbuch versprach uns doch die Möglichkeit, sich hinter allem Möglichen Deckung zu suchen. Aber genau das passiert in der Realität quasi nie! Nun zum Rollenspielteil. Ähhh… Ihr steigt in Stufen auf und bekommt mehr Hitpoints und Ansehen. Schnell zum Simulationsteil. Ihr übernehmt Geschäfte (abhängig von eurem Ansehen), schmiert Ladenbesitzer, rekrutiert diverse Zwielichtige Gestalten, überfallt Geldboten anderer Bosse, gründet einen Familie und züchtet den Mafianachwuchs heran, spielt also GTA3 Vice City von oben mit schlechter Steuerung und Familie. Und Autos könnt ihr fahren, ui, toll. Von einem Bordstein zum anderen, da ihr diese nicht überfahren könnt. Ich kann definitiv Autofahren, bei Gangland jedoch habe ich es noch nie geschafft, in einer Strasse, die zusätzlich alle sehr eng sind, in drei Zügen zu wenden, ohne das Auto vom Neuzustand in ein halbes Wrack zu fahren!! Und ich kenn verdammt viele, die es probiert haben.

Unglücklicherweise werdet ihr im Spielverlauf immer wieder mit Drive Bys beauftragt, also: Sandsack besorgen, Antidepressiva bereitlegen, immer schön auf den Puls achten (wenn euch schwarz vor Augen wird, hinlegen und die Beine hochlegen) und die nächsten Stunden verplanen.

Also: Grafik und Sound sind miserabel, die Steuerung verkorkst, das Spielsystem zu kompliziert, die Missionen sind unfair und die Wirtschaftssimulation im Spiel ist der Tropfen, der mich zum überlaufen bringt. Lieber spiele ich hundertmal Dark Angel für PS2, als diesen Schund. Daran kann auch der gut gemeinte Multiplayer mit bis zu 8 Spielern nichts dran ändern. Geschlampt ist geschlampt, daran kann man nichts ändern. Ich kann nur hoffen, dass sich Media Mobsters das nächste Mal weniger vornimmt und dafür mehr umsetzt, als einfach nur falsche Komplexität und Handlungsfreiraum vorzugaukeln. Achja: Zum Brüllen sind die skurrilen Dialoge, die euch stundenlang aus den Lautsprechern entgegenhallen! Es wurde sogar die deutsche Stimme des Paten himself (der aus den Filmen) benutzt. Löblich, nur sagt euer Boss fast nichts im ganzen Spiel.

Fazit:
Kauft euch dieses Spiel nicht, sondern spart lieber auf GTA San Andreas oder legt euch ganz altmodisch Gangsters oder Gangsters 2 zu, die sind zwar älter aber (wie so oft) besser.Wer aber den Paten 1-3 rückwärts auswendig kann und in der Grundschule bereits durch einen weißen Nadelstreifenanzug aufgefallen ist, kann darauf warten, bis das Spiel in ein paar Monaten verramscht wird und es sich dann für 10 Euro oder so holen.

Pro:
– Es deinstalliert sich ohne Reste
– Beim Lesen der Anleitung bekommt ihr eine Ahnung dessen, was man alles hätte machen können
– Hm.. geringe Hardwareanforderungen?

Contra:
– Spielprinzip, Steuerung, Grafik, Schwierigkeitsgrad, Sound, Missionsaufbau, alles.
– Autos sind nicht vernünftig steuerbar
– Die übersicht geht nicht nur verloren, sie verschwindet für immer auf eine kleine Insel und schreibt euch nicht einmal eine Karte
– Unendlich hohle Dialoge und Kommentare
– Lahmes Spielgeschehen
– Umständliche Steuerung, man wünscht sich alles viel intuitiver und wüsste auch, wie es sein müsste, es ist aber einfach nicht so!!!
– Die vielen NPCs erschweren eure Übersicht so sehr, dass ihr gar nicht wissen könnt, wer wer ist und zu wem er gehört.

Singleplayer: 1
Multiplayer: 2

Developer: Media Mobsters
Publisher: BigBen Interactive
Spieler: 1-8
USK: 16

Söldner – Secret Wars

0

Ach ja, die Faszination des Krieges und des Kampfes Mann gegen Mann…Nach Wings Software sieht die globale politische Situation im Jahre 2010 wie folgt aus: Amerika und Russland haben ihren Status als Weltpolizei aufgegeben (häh? Russland? Wo ist Europa?) und greifen auf Söldnertrupps zurück, um ihre kleinen und größeren Streitereien auszutragen. Im Jahre 2010 gibt es natürlich modernere Waffen und Gegenstände als noch heutzutage, sodass ihr (der ihr natürlich teil dieser Söldner seid) euch einer reichlich futuristischen aber trotzdem realistischen Waffenkammer bedienen könnt. Insgesamt gibt es mehr als 60 Waffen und über 70 Fahrzeuge zu kaufen und zu kontrollieren.

Womit wir schon beim interessantesten Aspekt von Söldner sind: Anstatt Waffen einfach nur auszuwählen, müsst ihr diese mit Geld erwerben, welches ihr durch das erfolgreiche Ausschalten von Feinden sowie aus dem Team Etat bekommen könnt, vorausgesetzt euer Commander billigt diesen Zuschuss. So startet ihr das Spiel (übrigens rede ich hier nur vom Onlinespiel, da dass Singleplayerspiel überflüssig ist) meist mit einer bescheidenen Bewaffnung und erkämpft euch durch ansehnliche Leistungen auf dem Schlachtfeld das Geld, dass ihr dann in den zahlreich verstreuten Terminals auf dem Schlachtfeld in Fahrzeuge oder neue Waffen umsetzen könnt. Vorausgesetzt, ihr bleibt lange genug am Leben, könnt ihr so mit schweren Panzern oder Helikoptern ähnlich wie in Battlefield das Schlachtfeld grundlegend durchpflügen. Anders als bei den meisten anderen Onlinespielen, habt ihr in Söldner die Möglichkeit, das Spielterrain durch Beschuss komplett Auseinanderzunehmen, d.h. durch großkalibrige Waffen wie eben dem Panzergeschütz werden Einschlagstrichter generiert und Objekte wie z.B. Häuser können komplett zerstört werden. Wenn sich also ein Sniper in einem Haus versteckt, Haus zerstören! Leider hat die recht gute Grafik und die Möglichkeit, das Terrain nach eigenem Gutdünken zu durchpflügen, einen hohen Preis: Online ist es nur in eher bescheidener Auflösung flüssig spielbar, sobald sich mehr als eine Handvoll Spieler auf dem Schlachtfeld tummeln. Zudem sehen viele Objekte im Spiel, allen voran Häuser und Pflanzen einfach nur schlecht aus. Bäume und Gebüsche sind einfache 2d Aufsteller und Häusern fehlt es jeglicher detaillierten Textur.

Viele Mankos trüben den reibungslosen Shooterspass: Zum einen ist die Steuerung meiner Meinung nach sehr gewöhnungsbedürftig und gerade die Steuerung der Fahrzeuge ist eher ein Witz, aber für Onlineschlachten sind dies verzeihbare Makel. Euren persönlichen Soldaten könnt ihr aus einer mittelmäßig umfangreichen Auswahl an Körpern zusammenstellen, sodass ziemlich jeder seinen eigenen Söldner nach Geschmack kreieren kann. Leider sind die exotischsten Varianten immer die tödlichsten, denn euer Aussehen bestimmt sehr stark die Sichtbarkeit eures Soldaten und es gibt ne Menge verdammt guter Scharfschützen da draußen! Spielmodi gibt’s, wie es sie in Onlinespielen immer gibt: Deathmatch, CTF, Conquest (Battlefield lässt grüssen), Extraction, Bomb Run sowie Capture the Vehicle und Team Deathmatch. Na ja. Das Rad kann man schließlich nicht neu erfinden, nicht wahr? Wenigstens macht’s online Spaß obwohl man als ungeübter Spieler sehr, sehr, sehr schnell über das hohe Niveau der Gegner frustriert sein wird. Zudem ist ja die oben erwähnte Einzelspielerkampagne so hässlich schlecht, dass man auch nicht vernünftig üben kann.

Weder grafisch noch akustisch kann Söldner punkten. Selbst Flashpoint, welches mittlerweile immerhin 3 Jahre auf dem Buckel hat, bietet größeren Anspruch. Und all die tollen Neuerungen, mit denen euch Söldner in euer Online-Grab locken will, sind nur begrenzt neu: Gebäude konntet ihr auch im bereits oben erwähnten Flashpoint zerstören, das Terrain z.B. in Red Faction 2 zerlegen und das ganze Fahr und Flugzeug Geplänkel dürfte aus Battlefield zur Genüge bekannt sein. Nette Pluspunkte sind der Commandermodus, in dem ihr aus der Vogelperspektive euren Mannen Befehle gebt sowie die einzelnen Kits, wie z.B. dem Sniperkit, das euch besonders gute Tarnung verschafft.

Fazit:
Als reines Onlinespiel ist Söldner durchaus eine Alternative, jedoch fehlt es ihm an jeglichem taktischen Reiz durch eine arcadeartige Umsetzung des Spielgeschehens. Wer einen anspruchsvollen Battlefieldersatz sucht, wird hier enttäuscht. Einzig die Möglichkeit, den Rang eines Commanders zu übernehmen und die damit verbundenen Spezialfähigkeiten machen das ganze interessant. Am interessantesten ist Söldner definitiv für Clanspieler, die regelmäßig als eine Einheit trainieren und spielen, für Ottonormalspieler und Gelegenheitszocker bieten sich Tausende von Alternativen.

Pro:
– Geldfunktion ist ein innovatives Feature
– Commandermodus reizvolle taktische Aufgabe
– Zerstörbares Terrain und zerlegbare Häuser
– Gute Fahrzeug und Spielermodelle

Contra:
– Online Spielniveau ist auf fast jedem beliebigen Server extrem hoch
– Man wird mit geschulterter Waffe gespawnt, dadurch stirbt man schneller, als man sich wehren kann.
– Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades bleibt Nicht-Clanspielern lange Zeit der Commandermodus sowie viele Fahrzeuge aufgrund Geldmangels verwehrt.
– Nicht viele, dafür aber dann um so heftigere Lags bis hin zu spontanen Abstürzen.
– Der Einzelspieler ist eine Zumutung und spielt sich wie ein Kropf.
– Die Steuerung ist unkonventionell, dafür aber schlecht zu handhaben.

Singleplayer: 1
Multiplayer: 5

Developer: Wings Simulation
Publisher: BigBen Interactive
Preis: 49,99 €
Spieler: 1-32 (dedicated Server), 1-128 (Provider-Server)
USK: 16

So Bright – Freeballs

0

„So Bright“ nennt sich das in Berlin-Friedrichshain ansässige Produzentenduo von Kevin Lenear und Vonsoh. Zugegeben wirkt die Paarung auf den ersten Blick etwas ungleich: Während der stark hiphop-geprägte Vonsoh ursprünglich aus dem vergleichsweise recht beschaulichen Bremen stammt und veröffentlichungsmäßig bisher noch auf einen eher überschaubaren Katalog blickt, hat Kevin Lenear bereits eine major-unterstützte langjährige Karriere und zahllose Releases im Rücken. Insbesondere Ska-Fans könnten beim Namen Kevins aufhorchen: Geschlagene zehn Jahre spielte Mr. Lenear Saxophon für die weltbekannten Mighty Mighty Bosstones und veröffentlichte mit diesen Alben über Mercury und Sony. Mehrfach wurde die Band mit Gold- und Platinauszeichnungen bedacht. Vor wenigen Jahren lernten sich die beiden schließlich in Berlin kennen und sind inzwischen mehr oder minder Nachbarn. Aufgrund wechselseitiger Sympathien und musikalischer Gemeinsamkeiten tat man sich schließlich als „So Bright“ zusammen.„Freeballs“ nun ist ein über das eigens gegründete „Ditte isses“-Label veröffentlichtes Album, auf dem Vonsoh und Kevin wahlweise als Soloartists, Produzenten für andere Vokalkünstler oder gemeinsam als Produktionsteam auftauchen. Der Produktionsstil Vonsohs wird stark durch die Abstinenz von klassischen Samples oder Loops geprägt. Lediglich im Bereich „Vokalzitate“ bedient sich der stets bestens gelaunte MC und Produzent ab und zu bei Dritten, wie etwa für das „Intro“. Im Übrigen ist sein Sound konsequent synthiebasiert mit gelegentlichen Ausflügen in abstraktere Gefilde, was beispielsweise auf Tracks wie „48 Stunden“ oder dem recht gechillten „Wurzelentfernung“ nachvollzogen werden kann. Seine letztjährige Vorliebe für das „Boy In Da Corner“-Album Dizzee Rascals klingt hier und da durchaus durch. Besonders herausragend sind für mich persönlich die Solobeiträge Kevin Lenears, der sich als „Raging Prophet Mingus Grey“ dreimal auf „Freeballs“ verewigt hat und dabei regelmäßig mit dem Gitarristen Hans Fahling zusammenarbeitete. Sowohl „Being A Kid“, als auch „Winning“ und „Seeing“ sind zweifelsfrei echte Highlights des Samplers, die sich auch soundmäßig vom Rest der Platte absetzen. Hans Fahlings Gitarre klingt ein wenig nach Keziah Jones, besonderns auch in „Winning“, in dessen Hook man sich harmonisch auch ein wenig an die Steve Miller Band erinnert fühlt. Große Atmosphäre, großes Tennis.Ansonsten featuren die Beiden MCs wie etwa die Kreuzberger Yaneq (im „Ein Leben“-Remix) oder Dave Devilist, der in „Ohne flown“ einen gemischt englisch-deutschsprachigen Part abliefert. Unterm Strich ein abwechslungsreiches Album mit Compilationcharakter, das definitiv gesteigertes Interesse für das bereits angekündigte straighte „So Bright“-Album weckt.

Strassenkinda – Who ´s Dat

0

Motherfucker hier, Motherfucker da, Motherfucker überall. Nach dem Hören der CD der Strassenkinda schau ich des öfteren in Kisten und dunkle Ecken ob sich da nicht auch einer von diesen, na ja ihr wisst schon, versteckt. Bis jetzt noch nichts gefunden.Es wäre ein Leichtes diese CD nach allen Regeln der Kunst zu zerreißen, nur sinnvoll wäre es nicht. Nein, ganz im Gegenteil, es ist beeindruckend mit welcher Authentizität die Strassenkinda ihre Themen an den Mann bringen.Dennoch ist es bemerkenswert, wie viele Klischees, die sich im Laufe der Zeit im Hip Hop so angesammelt haben, auch auf dieser CD vereint zu finden sind. Es fehlen einzig Gewehrschüsse, die z.B. auf aktuellen amerikanischen Mixtapes dafür sorgen, dass der Hörer nicht vorzeitig einschläft.Hinsichtlich ihrer Instrumetale sind Jungs nicht festgelegt. Fernab von typisch künstlichen HipHop-Beats (die hier natürlich auch vertreten sind) experimentieren sie mit Soul und R&B – mal mehr, mal weniger gekonnt.Bleibt nur zu sagen, dass sich Who’s Dat deutlich von der Masse an Deutschen Hip-Hop Releases abhebt, und trotzdem schließe ich mit den Worten von Oliver Korittke aus „Die Musterknaben“: „Ick komm nich aus Köln-Porz, ick bin aus Berlin, vastehste!“

Eko & Azra – Dünya Dönüyor – Die Welt Dreht Sich

0

„Dünya Dönüyor – Die Welt Dreht Sich“ heißt der neueste Release vom Berliner Independentlabel Royalbunker. Die Interpreten sind Chartboy Eko und der Berliner Azra. Schon beim Albumtitel wird klar, dass hier deutscher und türkischer Rap aufeinander treffen und zusammen harmonieren. Eko und Azra haben auf diesem Album reines Teamwork betrieben. Fast bei jedem Track gibt ’s es abwechselnd türkischen und deutschen Rap auf die Ohren.In „Asphalt“ wird erstmal die Härte der Straßen klargestellt. Du musst stark sein und darfst keine Furcht haben um zu überleben. Gefeatured ist auf diesem Track Summer Cem.Darauf folgt „Die Story Meines Lebens“, Azra in Höchstform und auch Eko bringt hier sehr schöne Zeilen. Ein gelungener Track. Highlight!
„Bruder“ feat. Ramsi Aliani & Manuell erzählt über den Zusammenhalt zwischen Brüdern, die sich untereinander helfen und füreinander da sein sollten. Man erhält einen Einblick in türkische Familienverhältnisse. So muss sich der große Bruder zum Beispiel beim Vater verantworten wenn der kleine Bruder mal Mist macht.
In „Gangster“ erzählen Eko und Co. welches die Eigenschaften eines solchen sind. Und natürlich treffen diese Eigenschaften auf Eko zu, der hier wie immer selbstbewusst seine Zeilen spricht: „Ich bin ein Gangster weil so viele gegen mich sind, doch wo ich bin, kommen sie eben nicht hin“.
„Meine Familie“ ist mit einem sehr ruhigen, balladigen Beat bestückt. Was passt da besser, als noch einen paar Zeilen von G-Style einzubringen… Naja, der Track ist wohl eher Geschmackssache. Meinen trifft er nicht.
In „Millionär“ erzählt jeder der Interpreten, was wäre, wenn sie zu viel Geld hätten. Eko zum Beispiel würde sich für die Nachwelt einfrieren lassen und Jack Orsen würde es einfach nur ausgeben und auch Cakekz und Blumio träumen ihre Zukunft. Vielleicht klappt es ja mit diesem Album.
Auf weiteren Tracks sind noch Chablife und natürlich Valezka vertreten. Um auch den Inhalt der türkischen Raps verstehen zu können, wurde dieser übersetzt und im CD-Booklet abgedruckt. Auch etwaige Verständnisprobleme sind also aus dem Weg geräumt.
Das Album ist vielseitig und der Großteil der Tracks überzeugt auch. Für jeden, der Eko und türkischen Rap liebt, ist diese CD ein Muss. Für jeden, der Eko hasst, ist zu empfehlen, in dieses Album einfach mal reinzuhören. Vielleicht kommt der eine oder andere doch noch auf den Geschmack.

Method Man – Tical 0: The Prequel

0

Mr. Meth, die Galionsfigur des Wu-Tang Clans. Er hatte auf der ersten 12“ des Clans „Protect Ya Neck“ bereits seinen Solotrack. Er konnte, nachdem der Stern der Crew schon ein wenig schwächer wurde, weiter scheinen, zusammen mit Redman oder als gern gesehner Gast auf Alben verschiedenster Künstler.
Er hat mit „Tical“ auch Solo ein Werk für die Ewigkeit geschaffen, und die Single „Da Rockwilder“ mit Redman gehört zweifelsohne zu den zeitlosen HipHopklassikern.

2004 meldet sich Meth zurück mit seiner neusten Scheibe Tical 0: The Prequel.17 Stücke bekommt man angeboten, und eine Sache fällt sofort ins Auge. Bis auf „The Motto“, „The Show“ und „Act Right“ gibt es auf jedem Track ein Gastfeature. Muss das sein?
Grundsätzlich habe ich nichts gegen Features, im Gegenteil, die können einer Platte das gewisse Etwas geben, wenn der Gast sich richtig gut mit dem Künstler ergänzt.
Gastfeatures können auch ablenken, wenn es so viele sind, dass man gar nicht mehr weiß, wer eigentlich gerade rappt, wessen Album man hört, und die Besonderheit und die Qualität, die ein solches Feature ausmachen völlig untergehen.

Dieses findet sich leider auf dem Album wieder.Die erste Single „What´s Happeinin´“ mit Busta Rhymes gefällt mir ganz gut. Eine groovige Angelegenheit, die Clubs zum Kochen bringen kann. Ansonsten wird leider viel Durchschnittliches geboten. Tracks wie „Say What“ feat. Missy sind nicht schlecht, klingen aber wie ein Song von Missy, die Meth featuret, und nicht umgekehrt.

Bei „The Prequel“, „The Motto“ oder „The Turn“ feat. Raekwon fehlt es einfach an Frische. Es klingt alles ein wenig routiniert und abgebrüht. „We Some Dogs“ mit Snoop und Redman kann da ein wenig mehr überzeugen. Eine tiefe, singende Funk-Bassline bahnt sich seinen Weg durch den Song, und auch im Chorus geht es sehr funky zu. Definitiv einer der besseren Tracks auf den Album.

Ansonsten erkenne ich den roten Faden nicht, und Meth hat ihn wohl auch ein wenig aus den Augen verloren. Dabei kommen dann so uninspirierte Tracks wie „Tease“ oder „Baby Come On“ heraus. „Who Ya Rollin Wit“ ist sogar ein Totalausfall.
Was ist hier los? Das ist eher eine Compilation, die um Method Man herum aufgebaut wurde. Da gibt es eben einige gute Tracks aber auch einigen Mist.

Das ist ausgesprochen Schade, vor allem nach der Single, ich hatte deutlich mehr erwartet. „Never Hold Back“ feat. Saukrates & E3 zähle ich noch zu den gelungeneren Stücken. Auch das „Rodeo“ mit Ludacris ist nicht schlecht, klingt allerdings wieder wie ein typischer Ludacris Track, nicht wie Meth feat. Luda.

„The Show“, produziert von Rockwilder, gibt einen kleinen Eindruck, wie gut und frisch Meth 2004 klingen kann. Schade, dass es bei den wenigen Ausnahmen bleibt. Dabei hat es ihm doch jemand aus seiner Crew vorgemacht, wie es geht. Ghostface. Der hat gerade ein hervorragendes Album auf den Markt gebracht und macht mit dem Track „Afterparty“ auf Meths Album eigentlich Werbung für seine Scheibe. Denn die (Ghosts Album) klingt ungefähr so, wie dieser Track. Solltet ihr unbedingt reinhören.

Tical 0: The Prequel lässt leider viele Wünsche offen, die man sich von einem so großartigen MC wie Method Man gewünscht hätte. Neben einigen Glanzlichtern gibt es auch Fehlgriffe. Weniger aber dafür sorgfältig ausgesuchte Features wären meiner Meinung nach auch vorteilhafter gewesen. Mr. Meth hat seine Möglichkeiten leider nicht ausgeschöpft. Da geht wesentlich mehr – Ghostface macht es vor. Hoffen wir auf die Zukunft.

Featured