Seit Wochen warten wir alle darauf, dass nun endlich die Summer-Kisses-Sause über die Bühne geht und nun ist es tatsächlich fast so weit. Nur noch eine Woche, dann steht eine Riege an jamaikanischen Entertainment-Größen auf der Bühne der Berliner Arena. So werden Sean Paul, T.O.K., Wayne Marshall, Ce`cile, Wayne Wonder und der momentan extrem gehypte Vybz Kartel an den Start gehen. Neu zum Line up hinzugekommen ist Bounty „poor people fed up“ Killer. Schmerzlich vermissen werden wir aber die Show des Energy God Elephant Man, welcher sein Kommen leider abgesagt hat. Nicht abgesagt haben unsere Lokal-Matadoren Culcha Candela, die mit einer fitten Bühnenshow das Festival eröffnen werden. Außerdem erwartet euch überall im Arena / Hoppe Tosse / Yaam-Gelände Party en masse. Verpasst nicht euch Karten zu besorgen, oder nehmt an unserem Ticket-Gewinnspiel teil. Auf das der Sommer kommen möge!
Bushido ist nun definitiv bei Universal
Neues Futter für alle Bushido-Fans und –Hater. Spekuliert wurde in letzter Zeit viel, über ihn, seinen Weggang von Aggro-Berlin und seine neue musikalische „Heimat“. Inzwischen wurde ganz klar bestätigt, dass Bushido nun bei Urban / Universal gesignt ist und im Herbst ein, wie er selber sagt, überkrasses Album releasen wird.
Jubeko präsentiert Dejavue feat. D´Shawn „36° (it´s all love)“ im 2BE-Club
Am folgenden Montag ist das offizielle Release-Date für Dejavue feat. D´Shawn und deren Maxi „36° (it´s all love)” – welche übrigens das Ende der Aera Dejavue einleiten wird. Verpasst also nicht die dazu gehörige Record-Release-Party am Samstag, den 26.06.2004 im 2BE-Club zu Berlin! Ein hochkarätiges Line up wir euch da erwarten. Unter anderem werden zu Gast sein: Dejavue, D`Shawn a.k.a. Damion Davis, Robud Styles (Big Bud), Ninjah, Ono (Ex-Walking Large), Dejoe, DJ Hype, Boombastic Sound, Selecta Big Bee, DJ B-Side und DJ Alex. Nicht verpassen!
Der Beastie Boys Virus geht um
Fans der Beastie Boys wissen, dass eine sechsjährige Pause die Schwergewichte des HipHop nicht stoppen kann! So ist es doch erfreulich zu wissen, dass „To The 5 Boroughs“ in den nationalen Verkaufscharts bis auf Platz 1 durchgestartet war. Weniger erfreulich ist die angebliche Spyware, die sich angeblich durch das bloße Einlegen der CD in den Computer installiert. EMI / Capitol-Music, das Label der Beastie Boys, dementierte dies aber. Es soll sich hierbei nicht um einen Virus, sondern um ein Programm handeln, welches verhindern soll, dass der Beastie-Sound am Ende noch gerippt wird.
Jay-Z als Schläger?
Überall im Internet kursieren Gerüchte, dass der "Jigga-Man" Jay-Z einer Frau Schläge verpasst haben soll. Ein Bild, welches hierzu im Internet die Runde macht, ist ein alle drei Sekunden wechselndes gif-Format, was ihn quasi beim Ausüben dieser Tat darstellt.Doch die Person im Video, aus dem das Bild stammt, gehört zu Roc-A-Fella und ist eine gute Freundin von Jay. Was man sieht, ist eine Szene aus dem 2000er "Back Stage"-Video, der 99er "Hard Knock Life"-Tour. Im zur Meldung passenden Ausschnitt ist zuhören, wie sich die angeblich betroffene „Dame“ über Jay-Z lustig macht – mit folgenden Worten:“Gimme elbow room, gimme elbow room, I’m the Jigga man.”
20 Jahre HipHop
HipHop ist einen weiten Weg gegangen: von den NewYorker Parks der 70er ausgehend, Anfang der 80er indie Welt getragen und seitdem wie die Aids-Epidemie in unaufhaltsamer Ausbreitung begriffen. Ein Grund für die rasante Verbreitung der Kultur ist ihre Attraktivität auf die Jugend, ein anderes die niedrige Zugangsschwelle. Jeder kann teilhaben, man muss bloß rappen, breaken oder sprühen gehen. Und man braucht kein teures Equipment, um Reime zu verfassen. HipHop ist erstmal von und für die Strasse. Inzwischen hat HipHop auch hierzulande in Form von Rap-Musik den Sprung in die öffentliche Aufmerksamkeit gemacht. Die Zeiten, in denen man die Nachmittage auf Pappkartons vor Einkaufszentren und in Fußgängerzonen verbrachte, sind seit langem Vergangenheit, ebenso jene Tage der Jams, zu denen eine Generation von Heads mit dem Tramperticket der Bundesbahn reiste und somit die Szene vernetzte. Heute spielen die Beginner bei Top of the Pops, Schüler geben ihr Taschengeld für Merchandise oder Konzerttickets aus, und die Spaltung der Szene in Künstler und Publikum scheint unvermeidbares Nebenprodukt der Professionalisierung im Rap-Biz. Viele derjenigen, die schon Anfang der 90er die Fanta 4 bekämpften wie Rastas Babylon – erinnert sei an die damals allgegenwärtige No-Sell-Out-Debatte – können mit dem, was heute im HipHop passiert, nicht mehr viel anfangen und zogen sich bereits vor Jahren zurück. Was war passiert? Dieser Frage gehen zwei Kölner Autoren nach. Der eine, Sascha Verlan, von einem eher sprachwissenschaftlichem Background aus und der andere, Hannes Loh, unter dem Namen LJ als Rapper der Anarchist Academy mit Aktivisten-Credibility ausgestattet. „20 Jahre HipHop in Deutschland“ heißt ihr Buch und schildert die Geschichte der Szene – intensiv wird auf die 80er Writer und Breaker eingegangen. Das Buch ist bemüht, diejenigen Aktivisten, welche inzwischen schon dem Vergessen anheim gefallen sind, ins Licht der ihnen zustehenden Aufmerksamkeit zu rücken. Verlan: „Es war uns wichtig, die Ursprünge darzustellen. Wann hat es angefangen, mit wem hat es angefangen, wer waren die wichtigen Leute der Anfangszeit? Wir haben festgestellt, dass da viele Immigranten-Jugendliche waren. Leute, die nicht „deutsch“ waren, und die sich dann mit Fanta 4 und dem DeutschRap Anfang der 90er nicht mehr repräsentiert fühlten und sich teilweise auch allein gelassen gefühlt haben.“
Ein sicherlich berechtigter Ansatz, wenn man bedenkt, dass ein Großteil des Publikums von Deutsch-Rap, wahrscheinlich erst in den letzten drei Jahren auf’s Genre gestoßen ist. Eben diese letzten drei, vier Jahre – lassen wir sie mal mit „ANNA“ von Freundeskreis beginnen – finden allerdings wenig Eingang in das Buch. Wird damit nicht ein wichtiger Abschnitt ausgeklammert?
Verlan: „Es ist schwierig, eine Sache die noch am Laufen ist, abschließend zu betrachten. Was wird Bestand haben, was wird man vergessen? Es wird sich in drei Jahren rausstellen, was übrig geblieben ist.“ Loh: „Wir sind der Meinung, dass man die aktuellen Entwicklungen der letzten zwei, drei Jahre gar nicht verstehen kann, ohne zu wissen, was in den frühen Achtzigern passiert ist. Es ist ja so, dass die Leute, die heute Erfolg haben – Eins Zwo, Absolute Beginner, die Massiven Töne oder Samy – nicht in einer Tradition mit den Fantastischen Vier stehen, sondern mit Torch und so. Die Entwicklung heute lässt sich nur verstehen, wenn wir mal zurückgucken, wie es am Anfang war.“
Auch wenn Eißfeldt mal in einem Interview betonte, dass man erst gut wurde, als man sich von der geistigen Vorherrschaft Torch’s und Konsorten befreite – dass eine Verbindung mit dem deutschen Chef-Zulu besteht, zeigte Eißfeldt zuletzt am Ende des neuen D-Flame Videos, als er ein paar Torch-Aufkleber aus dem Auto wirft (was definitiv als Hommage gemeint war und nicht als Diss, wie manche fälschlicherweise vermuteten). Die große Stärke von „20 Jahre HipHop“ ist die Reflexion. Es werden nicht einfach Szenen und Geschehnisse geschildert oder Akteure vorgestellt – dies wird natürlich auch geleistet – es werden vor allem Reflexionen geboten. Gedanken über Rap und Sexismus oder Schwulenfeindlichkeit, Nation, Machismo. Themen, die eh im Rap-Diskurs offen liegen, die aber seltsamerweise keiner so richtig aufnehmen will. Themen, vor denen man sich im Moment sogar eher zu fürchten scheint. Bloß nicht Stellung beziehen! Loh und Verlan hängen sich aus diesem Fenster. Ich hoffe, man begreift, dass sie dies für HipHop tun. Auch wenn sie manchmal ein bißchen weit gehen und etwa Afrob und Ferris empfehlen, sie sollten lieber über die letzte Bullen-Grass-Durchsuchung berichten, als scheinbar nichts-sagende Party-Texte zu schreiben. In diesem Fall ist das Gegenteil von Gut leider gut gemeint. Nur der Titel des ganzen Buches scheint mir noch unverständlich:
Wieso zum Teufel „20 Jahre HipHop in Deutschland“? Laut der im Buch befindlichen „Diskografie, die ersten 200 Platten“ erschien die erste Scheibe in Deutschland erst 1988!
Verlan: „20 Jahre HipHop in Deutschland heißt das Buch, weil wir klar machen wollen, dass HipHop in Deutschland eben so alt ist. Das heißt nicht, dass wir jedes Jahr gleich beschreiben wollten, sondern, dass es HipHop seit den ersten Aufnahmen gibt, also als Rappers Delight damals rüberkam und es hier anfing mit Sprechgesang-Experimenten, Breakdance und Grafitti. Das war eben Anfang der Achtziger Jahre und deswegen der Titel. Die meisten sind einfach über die Fantas daran gekommen.“ „20 Jahre HipHop“ schafft einen guten Überblick, vor allem über die Passagen der deutschen Rap-Geschichte, die man inzwischen eher vergessen hat. Insofern wird es als Buch unentbehrlich sein. Das ultimative Nachschlagewerk ist es aber deswegen nicht, weil eben das, was heute prominent ist, ein wenig zu kurz kommt. Ein weiteres Manko: Ost- Deutschland kommt zu kurz und Österreich beschränkt sich auf eine Schwulen-Diskussion mit Schöhnheitsfehler. Von diesen Wehrmutstropfen abgesehen: ein sattes, gut geschriebenes Lesevergnügen.
Damion – Kehrseite Der Medaille
Damion Davis aka D-Shawn, Member der Berliner Kaosloge, bekannt durch seine zahlreichen Sampler- und Featurebeiträge, ist das erste Mitglied der KL, das ein Solo-Album droppt. Die Platte erscheint auf dem hauseigenen Label Tempeltainment Records, ist 17 Tracks stark und wartet mit etlichen Hörgenüssen auf. Das „Intro“ lässt vermuten, dass das Album eine sehr deepe Richtung einschlägt und die zweite Trackmarke „Mastermind“ bestärkt dies nur. Der Track überzeugt durch einen sehr gut produzierten Piano-Sample-Beat vom Kaoslogen-Member DJ Pete, seine genauso gut klingenden Cuts und Damions passende Raps vollends.Die Deepness lockert sich mit dem Battletrack „D.A.M.“ dann jedoch etwas auf. Mit krasser Reimtechnik und gutem Flow beweist Dam, dass er etwas von seinem Handwerk versteht und durchaus in der oberen Rap-Liga mitspielt. Mit Tracks dieser Art braucht er sich hinter eingesessenen Rapberühmtheiten nicht zu verstecken, was wohl auch ein Grund für seinen Feature-Track mit Curse auf dem G.B.Z. Connectz Sampler aus dem letzten Jahr war.Beim nächsten Song fühle ich mich zwar nicht angesprochen, weil ich mich selbst nicht als solcher sehe, doch ist „Kritiker“ einer der Titel des Albums, der mir weniger zusagt. Damion gibt in diesem Song jedem seiner Kritiker deutlich zu verstehen, dass sie ihm mit dem was sie schreiben am Arsch vorbeigehen. Womit ich Damion jedoch 100%ig recht gebe ist, dass viele Kritiker deutsche Rap-Musik zu Unrecht schlecht machen. „Musik ist Kunst und nicht veränderbar“ sind Aussagen im Track, die den Nagel auf den Kopf treffen. Dennoch fehlt hier das gewisse Feeling, das bei anderen Songs auf dem Album durchaus vorhanden ist. Der Track vermittelt eine gute Message, doch gefällt mir die Umsetzung weniger gut.Natürlich sind auch Damions Partner von der Kaosloge mit von der Partie. Auf dem Song namens „Du suchst ein Battle“ unterstützen Miro und Chefkoch Damion am Mic mit Punchlines und Flows. Auf dem Song „Generationswechsel“ geben sich Ben Salomo, Asek und Ninjah die Klinke der Gesangskabine in die Hand. Ninjah gefällt mir auf dem Song besonders gut, da sie wie ein Engel singen und wie ein Bengel spitten kann. In gewohnter Weise gibt es von den Jungs und dem Mädchen einiges in Sachen Flow und Style zu hören. Die Songs sind eine wahre Bereicherung für das Album und zeigen jedem, der es nicht geglaubt hat, dass so einiges in Berlin geht… „Kehrseite der Medaille“ stellt nicht nur ein gutes Berliner Rapalbum, sondern vielmehr ein gutes, vielseitiges Deutschrap-Album dar. Für jeden Rapgeschmack ist etwas dabei. Von Battlerap Tracks bis hin zu Storytellern ist alles auf Damions Debüt-Long-Player enthalten und zeigt, welches Repertoir in dem 24-Jährigen steckt.
Gregory Isaacs – Revenge / Open The Door
Nichts fällt schwerer, als von zwei verschiedenen Labels zur gleichen Zeit von ein und demselben Künstler Alben geschickt zu bekommen. Ich also die ganze Nacht wach gelegen und schwer über meine nächsten Schritte gegrübelt. Ach ja, habe vergessen zu erwähnen, dass es sich hier auch nicht um irgendwen handelt – sondern um den Cool Ruler-Gregory Isaacs höchst selbst! Ihr wisst schon, der Typ, der wie niemand sonst seine Songs auf herrlichste Art und Weise dahin haucht und wenn es um den Creator geht, nicht einfach nur vom Lord, sondern vom Laaaaaawd singt.Was also tun? Da ist zum einen „Revenge“ (Pot Music / Sign Supreme) – ein schönes, klassisches Gregory-Album. Meine erste Erwähnung gilt hierbei dem Titel „Joy“, welcher – ebenso wie „It Isn ´t Easy“ – auf einem der wohl wichtigsten Lovers-Riddims (Heptones / Studio 1) überhaupt basiert, den auch schon John Holt („Love I Can Feel“) und Beres Hammond („Tempted To Touch“) zu schätzen wussten. Aber auch das typisch Isaacsche „Revenge“, der Titeltrack des Albums, der sowohl durch eine wahnsinnige Bassline, als auch durch die uns allen bekannte Säuselei des Künstlers selbst auffällt, vermag absolut zu überzeugen!Auch „Miss Claudy“ hätte durchaus in meine Favoriten-Liste eingehen können, ist mir aber nach mehrmaligem Durchhören als zu clean aufgefallen – zumindest was die computergesteuerten Bläser-Einsätze anbelangt. Nichtsdestotrotz ist dies ein hübsch arrangierter Titel, bei dem die Keyboard-Instrumentalisierung top mit des „Cool Rulers“ stimmlichen Qualitäten harmoniert. „Have I Sinned“ und “So Long Baby” – basierend auf dem `Hard To Confess´-Riddim – und ebenso der Titel “Calibre” (ebenfalls mit einem Studio 1-Riddim unterlegt) gelten, zumindest für meinen Geschmack, noch als angenehm süße Reggae-Melodeien. Die übrigen Songs möchte ich, ohne respektlos zu wirken, als nettes Beiwerk betiteln wollen.Etwas anders hingegen geht es auf „Open The Door“ (RAS / Sanctuary) zur Sache. Das Album zielt deutlich in eine dubbigere, manchmal aber auch in eine fast schon einen Tick zu poppige Richtung, kann dafür jedoch auf eine perfekte Instrumentalisierung durch die Altmeister Mafia & Fluxy verweisen. Natürlich ist auch auf diesem Werk die Thematik in weitestgehend romantischen Gefilden zu Hause. Soulful besingt der Mann die Ladys „Margaret“ und „Josephine“ (letzterer Titel findet sich am Ende des Albums in einer Dub-Version wieder, ebenso wie die Titel „Sametime“ und „Down The Line“) womit er beweist, dass er immer noch zu den ganz großen jamaikanischen Artists gehört, wenn es darum geht, Liebes-Lieder erklingen zu lassen. Wenn man in so kurzer Zeit zwei Alben nacheinander veröffentlicht – und nicht Sizzla ist (!) – muss es auch nicht verwundern, dass auf dem einen Longplayer ein Titel „Have I Sinned“ heißt und auf dem Anderen – what a thing – genauso. Und um den Bogen endgültig zu überspannen: Auch der Album-Titel „Open The Door“ ist nicht wirklich neu. Es ist zwar schon ein wenig verjährt, aber dennoch: Ein Album mit genau diesem Titel ist bereits existent. Hm… der Gregory… hat ja auch schon den einen oder anderen Trouble auf seinem Kerbholz zu verzeichnen und der Allerjüngste ist er ja nun auch nicht mehr.Gerade aber deshalb freue ich mich umso mehr, gleich mit zwei Neuerscheinungen der Legende Isaacs bedacht worden zu sein. Nur – welche kann ich jetzt empfehlen, wo ich doch am liebsten zum Kauf beider Scheiben anstiften möchte?Ich sag es mal so: Die etwas älteren Gregory Isaacs Fans, mit Hang zum dubbig Experimentellen, sollten sich auf „Open The Doors“ einlassen. Klassische Reggae-Liebhaber und die, die gerade erst von diesem Sound geteast wurden, auf „Revenge“. Und im Zweifelsfall? Beide!




