Söldner – Secret Wars

Ach ja, die Faszination des Krieges und des Kampfes Mann gegen Mann…Nach Wings Software sieht die globale politische Situation im Jahre 2010 wie folgt aus: Amerika und Russland haben ihren Status als Weltpolizei aufgegeben (häh? Russland? Wo ist Europa?) und greifen auf Söldnertrupps zurück, um ihre kleinen und größeren Streitereien auszutragen. Im Jahre 2010 gibt es natürlich modernere Waffen und Gegenstände als noch heutzutage, sodass ihr (der ihr natürlich teil dieser Söldner seid) euch einer reichlich futuristischen aber trotzdem realistischen Waffenkammer bedienen könnt. Insgesamt gibt es mehr als 60 Waffen und über 70 Fahrzeuge zu kaufen und zu kontrollieren.

Womit wir schon beim interessantesten Aspekt von Söldner sind: Anstatt Waffen einfach nur auszuwählen, müsst ihr diese mit Geld erwerben, welches ihr durch das erfolgreiche Ausschalten von Feinden sowie aus dem Team Etat bekommen könnt, vorausgesetzt euer Commander billigt diesen Zuschuss. So startet ihr das Spiel (übrigens rede ich hier nur vom Onlinespiel, da dass Singleplayerspiel überflüssig ist) meist mit einer bescheidenen Bewaffnung und erkämpft euch durch ansehnliche Leistungen auf dem Schlachtfeld das Geld, dass ihr dann in den zahlreich verstreuten Terminals auf dem Schlachtfeld in Fahrzeuge oder neue Waffen umsetzen könnt. Vorausgesetzt, ihr bleibt lange genug am Leben, könnt ihr so mit schweren Panzern oder Helikoptern ähnlich wie in Battlefield das Schlachtfeld grundlegend durchpflügen. Anders als bei den meisten anderen Onlinespielen, habt ihr in Söldner die Möglichkeit, das Spielterrain durch Beschuss komplett Auseinanderzunehmen, d.h. durch großkalibrige Waffen wie eben dem Panzergeschütz werden Einschlagstrichter generiert und Objekte wie z.B. Häuser können komplett zerstört werden. Wenn sich also ein Sniper in einem Haus versteckt, Haus zerstören! Leider hat die recht gute Grafik und die Möglichkeit, das Terrain nach eigenem Gutdünken zu durchpflügen, einen hohen Preis: Online ist es nur in eher bescheidener Auflösung flüssig spielbar, sobald sich mehr als eine Handvoll Spieler auf dem Schlachtfeld tummeln. Zudem sehen viele Objekte im Spiel, allen voran Häuser und Pflanzen einfach nur schlecht aus. Bäume und Gebüsche sind einfache 2d Aufsteller und Häusern fehlt es jeglicher detaillierten Textur.

Viele Mankos trüben den reibungslosen Shooterspass: Zum einen ist die Steuerung meiner Meinung nach sehr gewöhnungsbedürftig und gerade die Steuerung der Fahrzeuge ist eher ein Witz, aber für Onlineschlachten sind dies verzeihbare Makel. Euren persönlichen Soldaten könnt ihr aus einer mittelmäßig umfangreichen Auswahl an Körpern zusammenstellen, sodass ziemlich jeder seinen eigenen Söldner nach Geschmack kreieren kann. Leider sind die exotischsten Varianten immer die tödlichsten, denn euer Aussehen bestimmt sehr stark die Sichtbarkeit eures Soldaten und es gibt ne Menge verdammt guter Scharfschützen da draußen! Spielmodi gibt’s, wie es sie in Onlinespielen immer gibt: Deathmatch, CTF, Conquest (Battlefield lässt grüssen), Extraction, Bomb Run sowie Capture the Vehicle und Team Deathmatch. Na ja. Das Rad kann man schließlich nicht neu erfinden, nicht wahr? Wenigstens macht’s online Spaß obwohl man als ungeübter Spieler sehr, sehr, sehr schnell über das hohe Niveau der Gegner frustriert sein wird. Zudem ist ja die oben erwähnte Einzelspielerkampagne so hässlich schlecht, dass man auch nicht vernünftig üben kann.

Weder grafisch noch akustisch kann Söldner punkten. Selbst Flashpoint, welches mittlerweile immerhin 3 Jahre auf dem Buckel hat, bietet größeren Anspruch. Und all die tollen Neuerungen, mit denen euch Söldner in euer Online-Grab locken will, sind nur begrenzt neu: Gebäude konntet ihr auch im bereits oben erwähnten Flashpoint zerstören, das Terrain z.B. in Red Faction 2 zerlegen und das ganze Fahr und Flugzeug Geplänkel dürfte aus Battlefield zur Genüge bekannt sein. Nette Pluspunkte sind der Commandermodus, in dem ihr aus der Vogelperspektive euren Mannen Befehle gebt sowie die einzelnen Kits, wie z.B. dem Sniperkit, das euch besonders gute Tarnung verschafft.

Fazit:
Als reines Onlinespiel ist Söldner durchaus eine Alternative, jedoch fehlt es ihm an jeglichem taktischen Reiz durch eine arcadeartige Umsetzung des Spielgeschehens. Wer einen anspruchsvollen Battlefieldersatz sucht, wird hier enttäuscht. Einzig die Möglichkeit, den Rang eines Commanders zu übernehmen und die damit verbundenen Spezialfähigkeiten machen das ganze interessant. Am interessantesten ist Söldner definitiv für Clanspieler, die regelmäßig als eine Einheit trainieren und spielen, für Ottonormalspieler und Gelegenheitszocker bieten sich Tausende von Alternativen.

Pro:
– Geldfunktion ist ein innovatives Feature
– Commandermodus reizvolle taktische Aufgabe
– Zerstörbares Terrain und zerlegbare Häuser
– Gute Fahrzeug und Spielermodelle

Contra:
– Online Spielniveau ist auf fast jedem beliebigen Server extrem hoch
– Man wird mit geschulterter Waffe gespawnt, dadurch stirbt man schneller, als man sich wehren kann.
– Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades bleibt Nicht-Clanspielern lange Zeit der Commandermodus sowie viele Fahrzeuge aufgrund Geldmangels verwehrt.
– Nicht viele, dafür aber dann um so heftigere Lags bis hin zu spontanen Abstürzen.
– Der Einzelspieler ist eine Zumutung und spielt sich wie ein Kropf.
– Die Steuerung ist unkonventionell, dafür aber schlecht zu handhaben.

Singleplayer: 1
Multiplayer: 5

Developer: Wings Simulation
Publisher: BigBen Interactive
Preis: 49,99 €
Spieler: 1-32 (dedicated Server), 1-128 (Provider-Server)
USK: 16

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