Bushman – Signs

Im Moment ist es für mich extrem interessant, wie sich in Jamaika – aus musikalischer Sicht – die Spreu vom Weizen trennt. Die Einen schielen nach Amerika und den durch den nach wie vor anhaltenden Hype von Reggae-und Dancehallmusik schnell verdienten Dukaten. Die Anderen orientieren sich an den großen Meistern und schicken sich an, in deren Fußstapfen zu treten.Einer der zuletzt Kategorisierten – Bushman (manchen vielleicht auch noch als Junior Melody ein Begriff) – veröffentlicht sein nunmehr drittes Album, gab ihm den Namen „Signs“ und setzt damit Selbige. Dabei hat er zwar – anders als bei den vorangegangenen Releases „Total Commitment“ und „Higher Ground“ – auf die Mithilfe King Jammys verzichtet, auf keinen Fall aber auf Qualität! Live eingespielte Instrumentals bilden die Grundlage seiner Songs. An seiner Seite dabei „Beezie“ Coleman, aber auch Gastmusiker, wie die derzeit omnipräsenten Sly & Robbie und der ebenso gern für Album-Aufnahmen hinzugezogene „Gott“ am Sax Dean Frazer. Bushman ist ein Conscious-Rasta wie er im Buche steht, und so besingt er auch die Liebe zum Herb, seine Majestät Haile Selassie, die gnadenlosen Umstände, die seinem Volk immer und immer wieder zusetzen, und natürlich die Abneigung gegen Lebensmittel aus Fleisch und Blut.Nicht zwangsläufig muss die musikalische Umsetzung dieser Themen auf Reggae-Riddims stattfinden. Bushman-Tunes passen auch auf die härtesten Dancehall-Beats. Eine Tatsache, welche das Album „Signs“ durchaus zu einem abwechslungsreichen Hörereignis macht.Wie alle Emporkömmlinge der – in diesem Fall jamaikanischen – Musikindustrie, wird natürlich auch Bushman (mit bürgerlichem Namen Dwight Duncan) mit den anfangs erwähnten Meistern verglichen. So wird der vom Kirchenknaben zum ernstzunehmenden Artist avancierte Rasta immer wieder gern mit Reggae-Veteran und Jah-Messenger Luciano in Verbindung gebracht, und am Ende kann das nur als gerechtes Kompliment aufgefasst werden!

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