Start Blog Seite 3908

Jin – The Rest Is History

0

Fat Joe und Tony Touch representen Kuba, Eminem das Weiße Amerika, 50 Cent die Black Community, doch wer represented für die vielen Chinesen in Amerika?

Der erste Rapper, der dies mit Leib und Seele tut, ist der erst 22-jährige Ruff Ryder Jin. In Amerika als bester Battle-Freestyle-MC gehandelt, der erst vor kurzem bei der Mixshow Power Summit einen überragenden Sieg verbuchen konnte, wurde Jin jedoch lange Zeit nicht wirklich respektiert. Es mag daran gelegen haben, dass er Asiate ist und somit ein Außenseiter im von Schwarzen dominierten Biz. Doch Jin konnte sich durch seine ausgefeilten Freestyle-Qualitäten (ähnlich wie Eminem) und seinen Wortwitz Respekt in den Szene verschaffen und gilt nun neben Jadakiss und DMX als Top Notch des Ruff Ryder-Camps.

Nun lässt er sein Debüt „The Rest Is History“ auf Albumlänge auf die HipHop-Community los. Schon das Intro, in welchem Jin mit seinem Manager über den Ruff Ryder-Deal diskutiert, regt enorm zum Schmunzeln an. Der erste Song „Here Now“ zeigt, dass Jin viel von seinen Ruff Ryder-Kollegen Jadakiss und Styles P gelernt hat. Sein Flow ist ziemlich ausgefeilt und erinnert teilweise an den guten Jada. Das von Noke produzierte „Get Your Hands Off“ ist eine schöne Bouncenummer, welche daher auch im Club funktionieren sollte – definitiv das erste Highlight des Albums. Die nächste Nummer „Club Song“ hält ebenfalls, was der Name verspricht. Für die Produktion des Tracks ist Rocafella-Hausproduzent Just Blaze verantwortlich. Das Ding könnte, wenn anständig promotet, die Nachfolge von Erick Sermon’s „React“ antreten.

Witzig kommt Jin ’s Vers : „I wasn’t talkin‘ `bout your IQ when I told U / gimme some brains!“. Darauf folgt ein eher durchschnittlicher Song mit dem mittlerweile notorischen Twista-Feature. Dann wird ’s wieder richtig nice, denn bei „I Gotta Love“ stand kein geringerer als der Louis Vuitton-Don Kanye West an den Reglern. Ein typischer Kanye-Beat, auf dem Jin laid-back darüber rappt, dass er nicht so auf Designerclothes steht. Wyclef Jean schneiderte Jin auf „Learn Chinese“ einen roughen Beat auf den Leib, welcher mit einem chinesischen Glockenspiel das Thema des Songs perfekt herauszuheben weiß. Seine neue Singleauskopplung „Senorita“ erinnert leicht an Outkast’s „Hey Ya“ und auch hier kann Jin voll und ganz überzeugen.

Von diesem Zeitpunkt des Albums an widmet sich Jin eher anderen Themen. Auf „Love Story“ berichtet er aus der dritten Person über seine erste Liebe und dem Rassismus, welcher seiner Freundin von seinem eigenen Vater entgegen gebracht wurde. „Cold Outside“ spiegelt Jin ’s innere Ängste vor seinem Umfeld wieder. Danach kehrt Jin mit Styles P auf dem tighten „Karaoke Night“ zum Club zurück, bevor er auf „Same Cry“ die politische Position seines chinesischen Volkes und sich als Stimme dessen erklärt. Das Schlusslicht bildet „Thank You“ auf welchem Jin jedem dankt, der ihm im Leben und im Game geholfen hat – namentlich.

Ein beeindruckendes Debüt, das trotz einiger kleinerer Schwächen, die lyrische Tiefe und die Skillz des jungen Asiaten widerspiegeln. Das Talent dürfte noch nicht voll ausgeschöpft worden sein. Für ’s nächste Album sollte man lieber schon mal chinesisch lernen!

Ill Grill – History

0

Wenn man in diesem Land zweisprachig groß geworden ist – soll man dannn auf Deutsch oder Englisch rappen? Diese Diskussion gibt es schon seit den Anfängen des sogenannten „Deutsch-Rap“. Heutzutage gibt es in Deutschland nur noch wenige Rapper, die die englische Sprache als Ausdrucksform wählen. Beispiele hierfür sind Ali (Square One), KC da Rookee und Raptile. Jetzt muss man noch den Nürnberger Rapper Ill Grill dazu zählen.

Für den 22-jährigen Halbamerikaner stand sofort fest, dass er in Englisch flowen wollte. In der Nürnberger Szene machte der MC mit einigen Mixtapes- und Songfeatures bereits auf sich aufmerksam. Nun kommt mit „History“ sein Debütalbum auf den Markt. Wenn man auf Englisch rappt, muss man sich allerdings auch einen Vergleich mit amerikanischen und englischen Rappern gefallen lassen. Zieht man einen solchen Vergleich, schneidet Ill Grill jedoch enorm schlecht ab. Sein Flow ist zwar nicht katastrophal, doch man hat das ganze Album über das Gefühl, als hätte er keine wirkliche Motivation.

Vielleicht mag das auch an den durchschnittlichen Beats des Hausproduzenten Ronin liegen. Mir kommt es vor, als hätte man auf Basslines komplett verzichtet. Nur Kicks, Kicks und wieder Kicks. Die Stücke haben nichts Zwingendes und nichts Pumpendes, wobei die Melodien teilweise noch recht brauchbar sind. Leider bringt aber vor allem auch Ill Grills textlicher Output weder Neues noch Abwechslung. Auf einem Großteil des Albums rappt er darüber, wie gut er spitte, dass er der Playa No.1 sei, und dass jeder außer ihm eh´scheiße ist.

Ausnahmen sind „Castle Of Sand“, in welchem er über seine Frau und seine Beziehung zu ihr rappt oder „Sacrifices“, wo er darüber philosophiert, dass man viel aufgeben muss, um etwas zu erreichen. Man möge mir jetzt nicht nachsagen, dass ich etwas gegen dieses ganze Representer-Ding oder „Ich-bin-der-Beste-und-Fick-Euch-alle“-Getue habe. Auch bin ich kein Playahater! Wenn man das ganze in coole Rhymes verpackt und das alles lustig rüberkommt, geht das klar. Doch Ill Grills Reime sind weder spannend noch neu. Es kommt einem vor, als hätte man das Ganze schon vor Jahren und seitdem immer wieder aufgetischt bekommen.

Allerdings gibt es auch Lichtblicke auf dem Album. Das vom Optik-Member Amar produzierte „Where U At“, welches diesen auch featuret, ist ganz cool und auch Peak hat mit „Xtra Xtra“ einen chilligen Song arrangiert, der mit coolen Cuts zu überzeugen weiß. Stücke wie „Big Cohones“, „Theme Song“ und „Chikk Chikk Blaaow“, die stark nach DownSouth klingen und zum Flexen animieren, werden durch Ill Grills müden Flow jedoch völlig entkraftet. Wer sich mit Mittelmaß zufrieden gibt, dem sei Ill Grill’s „History“ ans Herz gelegt.

MVK – Gott Und Die Welt

0

MVK – Maverick veröffentlicht seine erste EP auf dem Bielefelder Label Hitback Productions. Dieses setzt sich zusammen aus dem Produzenten MC MadCap, MC MaVericK und dem Künstler Artur R. Maverick heißt übersetzt Einzelkämpfer. Als solchen sieht sich der Künstler offensichtlich und versucht, mit HipHop wieder ernsthafte Themen wie Glauben, Armut, Drogen, Politik oder die Gesellschaft anzusprechen.

Auf „Mein Rap“ erklärt MVK die Inhalte seiner Texte. Alles aus dem eigenen Leben, keine Fakes, keine „ich bin der Schönste, Beste, Größte“-Raps.

Mein persönliches Highlight ist der zweite Track: „Gott und die Welt“, unterlegt mit einem sehr ruhigen Beat erzählt MVK, wie er die Welt aus seinen Augen sieht. Sehr gelungen. „Daddycation“ ist seinem verstorbenen Vater gewidmet. MVK spricht darüber, wie er und sein Bruder aufwuchsen. Seine Mutter tat zwar alles für das Wohlergehen der Jungs, und trotzdem fehlte die Vaterfigur. Ein sehr persönlicher Track mit einem Beat, der die Atmosphäre nicht besser wiedergeben könnte.

Insgesamt ist „Gott und die Welt“ ein sehr gelungenes Werk. Vor allem passen die Beats jeweils sehr gut zu den Lyrics und bauen für die Storys immer die richtige Stimmung auf. Es ist zwar nix Neues auf der CD zu finden – trotzdem lohnt es sich, diese acht Track lange EP anzuhören.

Truth Hurts – Ready Now

0

Die Lady, die mit ihrer ersten Single „Addictive“ direkt zum Star avancierte, kehrt nun mit ihrem zweiten Album „Ready Now“ zurück. Nachdem sie Dr.Dres Aftermath Label den Rücken gekehrt hatte – Gerüchten zufolge soll Dre ihren Vertrag wegen der schlechten Verkäufe des Debüts aufgelöst haben – hat sie nun bei Raphael Saadiqs Label Pookie Entertainment eine neue Heimat gefunden. Musikalisch kann man hier deswegen jedoch keinen großen Unterschied feststellen. Klar, diesmal haben Dre, DJ Quik und R.Kelly nicht in den Studios gewartet!

Dieses Mal hießen die Produzenten Raphael Saadiq, Alonzo Jackson und Battlecat, wobei ja nicht gesagt sein muss, dass Noname-Produzenten nicht auch gute Beats machen können. Raphael Saadiq, ehemaliges Toni Tony Tone– und Lucy Pearl Mitglied, ist mit Sicherheit kein Noname. Er diente auch als Executive-Producer des Albums. Die von ihm produzierten Songs „Lifetime“ und „Knock Knock“ sind mit Abstand die stärksten Tracks des Albums und lassen Truth Hurths gut aussehen.

Auch das von Alonzo Jackson produzierte „Can’t Be Mad“ ist ganz brauchbar. Das zweite Album knüpft da an, wo das erste aufgehört hatte: in der Mittelklasse des R’n’B. Truths Stimme mag ja nicht schlecht sein, doch um in der Liga großer R’n’B Künstlerinnen wie Mary J.Blige, Erykah Badu oder auch Lauryn Hill mitspielen zu können, muss man auch ein bestimmtes Gefühl beim Singen übermitteln können. Dieses bestimmte Gefühl kommt nur kurz auf.

Die erste Singleauskopplung „Ready Now“ ist langweilig wie auch der Rest des Albums. Auch die stark nach „Addictive“ klingenden Stücke „Ride“ und das Loon-featurende „Whatchu Sayin“ können keine Berge versetzen. Man erkennt schon teilweise, dass Raphael Saadiq versucht hat, dem Album seinen Stempel aufzudrücken, doch leider schaffte er dies nicht immer. Sonst hätte er sicher noch einiges retten können.

Als Totalausfall würde ich den Remix zu „Ready Now“ bezeichnen, welcher WC (Westside Connection) featuret. Das Teil hört sich noch schlimmer an, als das Original und selbst das war ja schon schwer zu unterbieten! Ich persönlich denke, dass Truth Hurts ein typisches One-Hit-Wonder bleiben wird. Wirklich nur was für hartgesottene Fans!

– Rocky Legends

0

Liebhaber des Boxsports und vor allem Sympathisanten der Rocky-Filme können dank dem Hersteller Ubisoft die grandiose Rocky-Saga nachspielen.
Wegen des großen Umfangs und der beeindruckend inszenierten Kämpfe verspricht Rocky Legends ein weitaus gelungeneres Sportspiel zu werden als Rages Vorgänger Rocky.
Der Test wird zeigen, ob es Rocky Legends bis in Runde 15 schafft, oder ob es sich um eine klassische Erstrunden-k.o.-Schlappe handelt.

“Adriiiaaaaaaaaannnnn…”
Wie so vieles im Leben ist auch der Boxsport bekanntermaßen Geschmackssache. Warum derart viele Menschen von diesem Sport so fasziniert sind und eifrig am Fernseher mitfiebern, wenn sich zwei Boxer virtuell auf die sprichwörtliche Zwölf hauen, können und werden wohl viele niemals verstehen.
Nun, mit dieser philosophischen Thematik befasst sich Rocky Legends wohl kaum. In erster Linie konzentriert sich Ubisoft darauf, das Flair der Filme so realistisch wie möglich einzufangen.

In Rocky Legends habt ihr die Möglichkeit, zwischen Karrieremodus, Schaukampf, K.O.-Turnier, Überlebensmodus, Übungsmodus oder Training zu wählen. Der interessanteste Modus ist hierbei sicherlich der Karrieremodus. Novizen, die Rages Vorgänger Rocky noch nicht gespielt haben, sollten sich zunächst in den Trainingsmodus begeben. Hier können sich die Neulinge unter euch mit dem Kampfsystem vertraut machen und Übungen wie Sit-ups, Pratzen, Seilspringen oder Klimmzüge absolvieren.
All diejenigen, die den Vorgänger gespielt haben, können bedenkenlos mit dem Karrieremodus anfangen und können diesen nicht nur mit Rocky Balboa, sondern erstmals auch mit Apollo Creed, Clubber Lang oder Ivan Drago bestreiten.

Zu Beginn eurer Boxerkarriere fangt ihr natürlich ganz unten an. Durch fleißiges Trainieren und durch erfolgreich absolvierte Kämpfe verbessert ihr nicht nur eure Ranglisten-Position, sondern könnt zudem noch hohe Siegprämien einheimsen, für die ihr euch im Shop so richtig eindecken könnt. Für die Moneten schaltet ihr jede Menge Extras wie Austragungsorte, Videos, Songs oder andere Bonuselemente frei. Mit etwas Glück und mit regelmäßigen Trainingseinheiten kämpft ihr euch an die Spitze und kämpft um den Titel des Schwergewichtsweltmeisters.

Im Gegensatz zum Vorgänger bemerkt man in Rocky Legends sofort den immens größeren Umfang als beim Vorgänger. Mit 20 Schauplätzen und 40 Boxern bietet das Spiel jede Menge Abwechslung. Das interessanteste neue Feature dürfte wohl die verbesserte KI sein. Die künstliche Intelligenz der Kontrahenten passt sich dem Kampfstil des Spielers an, so dass man sich ins Zeug legen muss, um als Sieger die Arena zu verlassen.
Das Kampfsystem muss sich ebenfalls nicht hinter einer Perle wie beispielsweise EAs Fight Night 2004 verstecken. Diese ist sehr ausgefeilt und lässt kaum Wünsche offen.

Das wohl amüsanteste Feature ist ohne Frage die K.O.-Wiederholung. Sämtliche Wiederholungen können auf der Festplatte gespeichert und auf Wunsch abgespielt werden. Hier kommt die detailverliebte Grafik erst richtig zur Geltung: Blessuren, Prellungen, Super-Schläge sowie spritzendes Blut und Schweiß kann man in der Wiederholung deutlicher und actionbetonter bewundern.

Es wird also Zeit, in den Ring zu steigen, um euren Gegnern das Fürchten zu lehren!

“Eye of the Tiger”
Die Grafik stellt bei weitem keinen Quantensprung dar, ist aber dennoch schön anzusehen. Insbesondere die bekannten Filmgrößen der Rocky-Filme sehen im Spiel im direkten Vergleich zu den echten Schauspielern zum Verwechseln ähnlich aus. Lediglich eine höhere Polygonzahl der Boxer wäre wünschenswert gewesen. Im Gegenzug präsentieren sich die realistischen Schlag- und Ausweichanimationen höchst eindrucksvoll.
Detailreiche Platzwunden, Prellungen sowie spritzendes Blut und Schweiß nach jedem Treffer fügen sich großartig in die hochkarätige Box-Action ein.
Die Austragungsorte der jeweiligen Kämpfe, die tobenden Zuschauer sowie die teilweise auf die Boxer eindreschenden Flaschen und Dosen sind nettes Beiwerk und treten positiv in Erscheinung.

Saved by the Bell
In punkto Sound gibt es in Rocky Legends kaum etwas zu bemängeln. Der Soundtrack ist für Fans der Saga mindestens ebenso wichtig wie die Filme. Auch in dem Spiel passt die Musikuntermalung wie die „Faust aufs Auge“.
Bezüglich der Soundeffekte krönen das Aufstöhnen nach jedem vernichtenden Treffer sowie das „wie-ein-nasser-Sack-zu-Boden-fallende“ Geräusch der jeweiligen Boxer ein ultimatives Box-Spektakel.
Einziges Manko: Leider sind nicht alle Rocky-Schauspieler für die Synchronisationsarbeiten in dem Spiel mit von der Partie.

Fazit
Rocky Legends ist durchaus ein solides Boxspiel. Das Spiel besticht vor allem durch die schön eingefangene Atmosphäre der Rocky-Saga.
Von der Optik über die erstklassige Soundkulisse bis hin zur Vielfalt an Modi und freispielbaren Extras wird dem Gamer jede Menge geboten. Als kleine Zugabe: Ein integriertes 16:9 Breitbildformat und ein erstklassiger Dolby 5.1 Surround Sound.
Summa Summarum: Eingefleischte Rocky-Fans werden gewiss auf ihre Kosten kommen – alle anderen sollten einen Blick riskieren, es lohnt sich auf jeden Fall.

Pro
– tolle Filmumsetzung
– schicke Grafik
– opulente Soundkulisse
– ausgewogenes Kampfsystem
– viele Extras
– Langzeitmotivation

Contra
– in erster Linie wohl eher was für eingefleischte Liebhaber der Rocky-Filme

Entwickler: Venom, England
Hersteller: Ubisoft
USK: ab 12 Jahren
Spieler: 1-2
System: XBOX

Jay-Z ohne R.Kelly in NY

0

Das kommt doch auch selten vor! Die „Best Of Both Worlds“-Kombo Jay-Z und R.Kelly werden ihre Gigs in New York nicht, wie geplant, gemeinsam performen, wahrscheinlich sogar die komplette Tour abbrechen und in anderem Rahmen fortsetzen. Jigga und der Promoter der Tour luden Kells für das Konzert im New Yorker Madison Square Garden aus. Statt Kelly wird die Show, und vermutlich alle weiteren Konzerte, nun andere Szene-Größen wie Mary J.Blige, JA Rule (hatten die Zwei nicht Beef?), Busta Rhymes, Method Man und Usher featuren und unter dem Motto „Jay-Z And Special Guests“ laufen. Ob man Jay-Z und R.Kelly in den nächsten Wochen noch einmal gemeinsam auf der Bühne sehen wird, steht nicht fest, ist aber mehr als fragwürdig. Kelly fand es jedoch sehr bedauerlich, dass Jay-Z ohne ihn performen möchte und meinte, dass die Fans etwas Besseres verdient haben, als eine One-Man-Show. Kells wurde außerdem gestern, nach einem zweifelhaften Störfall im Publikum, Backstage von einem Jay-Z Crew-Member mit Pfefferspray attackiert, als er anschließend wieder zurück auf die Bühne wollte. Über die Gründe der Attacke konnte nichts gesagt werden. Das ist doch mal `ne unterhaltsame Tour! Jede Woche was Neues!

Tupac Shakur – Resurrection

0

Es sollen hier nicht viele Worte verschwendet werden auf das, was in den letzten Jahren von Tupac auf den Markt geworfen wurde. Nur so viel: Es war auch eine Menge Mist dabei.
Die DVD „Resurrection“ gehört aber zu den interessantesten Veröffentlichungen des 1996 verstorbenen Künstlers. Zwar hätte man durchaus noch ein schönes Booklet dazu entwerfen können, aber wenigstens ist das, was man zu sehen bekommt, sein Geld wert.

Auf über 100 Minuten Spielzeit erzählt Tupac selbst seine Lebensgeschichte – kritisch, emotional, reflektierend, provozierend und kontrovers. Zusammengeschnitten aus diversen Interviews und früheren Portraits ergibt sich eine interessante filmische Dokumentation seines Werdegangs. Angefangen bei seiner Geburt, seiner Schulzeit, zum Beispiel an der „Art-School“ wo er u.a. Ballett (kein Witz!!) lernte, bis zu seiner steilen Karriere als Musiker und Schauspieler.

Man kann zwischen fünf Sprachen (für die Untertitel) wählen, so dass hier niemandem etwas entgehen sollte. Die Dokumentation zeigt Tupac Shakur endlich mal von einer sehr persönlichen Seite, wo er über Fehler genauso intensiv spricht, wie über seine Einstellung zur amerikanischen Gesellschaft, der Musik oder seiner Definition von „Thug Life“, die für ihn schon immer wesentlich mehr bedeutet hat, als auf die Straße zu gehen und mit ´ner Knarre rumzuballern. Also alle, die Tupac bisher darauf reduziert haben, werden möglicherweise ihre Meinung ändern, wenn sie sich die Doku anschauen. Natürlich heißt das nicht, dass alles, was er getan hat, richtig war und er mit einem Heiligenschein auf einer Wolke schwebt. Aber diesen Anspruch hat die DVD auch gar nicht und darum geht es ja auch nicht.

Tupac „Resurrection“ zeigt einen sehr talentierten Mann, der sich seinen Weg aus dem Ghetto schwer erarbeitet hat und leider zu früh sterben musste. Die Dokumentation zeigt auf, warum Tupac Amaru Shakur noch heute und wohl auch noch in Zukunft, so viele Fans und Bewunderer haben wird.

Des Weiteren findet sich auf der DVD noch diverses Bonus-Material mit unveröffentlichten Interviews, Audio-Kommentaren von Überraschungsgästen, rausgeschnittenen Szenen und Musik-Videos (leider nur zwei).
Das Ende der DVD dokumentiert noch einmal den 6.September 1996, bzw. den 13. September, an dem Tupac seinen Schusswunden erlag, er war 25 Jahre alt. Über den oder die Täter gibt es bis heute kaum Hinweise, dafür diverse Gerüchte. Einige glauben, dass Tupac heute noch lebt. Zumindest eins kann mit Sicherheit gesagt werden: Sein Mythos lebt weiter.

Kenny – Hier Issa

0

Hinter Kenny stehen drei Jungs aus Hamburg City, die sich dachten, bei all dem Ernst im Gesicht des deutschen HipHop, darf auch ruhig mal wieder ein Lächeln eingestreut werden. So ergab es sich, dass Pat-Cash (aka Petzke von den Moqui Marbels), Falk Hogan (aka Falk von Doppelkopf) und DJ Strip-Teaz (ex-Doppelkopf DJ) sich dazu entschlossen, ein kleines Projekt auf die Beine zu stellen.

Dabei wollten sich die drei Protagonisten nicht von irgendwelchen Erwartungshaltungen der Medien und Fans beeinflussen lassen. Es handelt sich also weder um eine mystische Soundwelt, wie bei den Moquis, noch um den Tapirlingo à la Doppelkopf.

Um zu Unterstreichen, dass dieses Projekt für sich steht, suchte und fand man ein passendes Maskottchen, Kenny. Kenny ist ein ca. 30 cm hoher und 50 cm langer Tennisschuh mit Baseballkappe, Sonnenbrille und Kopfhörer. Was soll der Scheiß, denkt ihr? Im Sport gibt es ja auch jeden Menge beknackter Maskottchen, wieso nicht auch im Rap. Und so ganz ernst nehmen muss man die Sache ja auch nicht immer.

Unterm Strich ist auf jeden Fall eine EP mit fünf Tracks herausgekommen, die nicht außergewöhnlich, aber durchaus angenehm unterhält. Die Tracks schlängeln sich natürlich rund um Kenny aka J.F. Kenny, R. Kenny, Big Kenny Kane oder Kenny Trump.
Für die Beats zeigt sich DJ Strip-Teaz verantwortlich, und er hat eine ganze Menge am Synthie rumgespielt. Ob „Hier Issa“, „Sie hat ´s“, „J.F. Kenny-D“ feat. Millicent oder „Im Vorbeigehen“, die Tracks sind gut produziert und abwechslungsreich, aber es fehlt eben das gewisse Etwas, das was Doppelkopf oder auch die Moquis ausgemacht hat.

Spaß haben ist gut, Musik zu machen, die Spaß ausdrücken soll, auch. Aber das macht dieses Projekt auch ein wenig kurzlebig. Fast wäre mir der Ausdruck „ganz nett“ über die Lippen gekommen. Man kann diese EP gut hören, sich ein wenig mit Kenny amüsieren, am Ende wird man trotzdem das Gefühl nicht los, dass es jetzt super wäre, ein wenig Mystik von den Moqui Marbels oder etwas Comic-Traumwelt von Doppelkopf zu erleben.

Hoffen wir mal, dass Kenny den Jungs den Druck genommen hat, und er sie nun, vielleicht als „Kenny West“, bei der Produktion ihrer „Haus-Projekte“ beratend unterstützt.

Featured