Jin – The Rest Is History

Fat Joe und Tony Touch representen Kuba, Eminem das Weiße Amerika, 50 Cent die Black Community, doch wer represented für die vielen Chinesen in Amerika?

Der erste Rapper, der dies mit Leib und Seele tut, ist der erst 22-jährige Ruff Ryder Jin. In Amerika als bester Battle-Freestyle-MC gehandelt, der erst vor kurzem bei der Mixshow Power Summit einen überragenden Sieg verbuchen konnte, wurde Jin jedoch lange Zeit nicht wirklich respektiert. Es mag daran gelegen haben, dass er Asiate ist und somit ein Außenseiter im von Schwarzen dominierten Biz. Doch Jin konnte sich durch seine ausgefeilten Freestyle-Qualitäten (ähnlich wie Eminem) und seinen Wortwitz Respekt in den Szene verschaffen und gilt nun neben Jadakiss und DMX als Top Notch des Ruff Ryder-Camps.

Nun lässt er sein Debüt „The Rest Is History“ auf Albumlänge auf die HipHop-Community los. Schon das Intro, in welchem Jin mit seinem Manager über den Ruff Ryder-Deal diskutiert, regt enorm zum Schmunzeln an. Der erste Song „Here Now“ zeigt, dass Jin viel von seinen Ruff Ryder-Kollegen Jadakiss und Styles P gelernt hat. Sein Flow ist ziemlich ausgefeilt und erinnert teilweise an den guten Jada. Das von Noke produzierte „Get Your Hands Off“ ist eine schöne Bouncenummer, welche daher auch im Club funktionieren sollte – definitiv das erste Highlight des Albums. Die nächste Nummer „Club Song“ hält ebenfalls, was der Name verspricht. Für die Produktion des Tracks ist Rocafella-Hausproduzent Just Blaze verantwortlich. Das Ding könnte, wenn anständig promotet, die Nachfolge von Erick Sermon’s „React“ antreten.

Witzig kommt Jin ’s Vers : „I wasn’t talkin‘ `bout your IQ when I told U / gimme some brains!“. Darauf folgt ein eher durchschnittlicher Song mit dem mittlerweile notorischen Twista-Feature. Dann wird ’s wieder richtig nice, denn bei „I Gotta Love“ stand kein geringerer als der Louis Vuitton-Don Kanye West an den Reglern. Ein typischer Kanye-Beat, auf dem Jin laid-back darüber rappt, dass er nicht so auf Designerclothes steht. Wyclef Jean schneiderte Jin auf „Learn Chinese“ einen roughen Beat auf den Leib, welcher mit einem chinesischen Glockenspiel das Thema des Songs perfekt herauszuheben weiß. Seine neue Singleauskopplung „Senorita“ erinnert leicht an Outkast’s „Hey Ya“ und auch hier kann Jin voll und ganz überzeugen.

Von diesem Zeitpunkt des Albums an widmet sich Jin eher anderen Themen. Auf „Love Story“ berichtet er aus der dritten Person über seine erste Liebe und dem Rassismus, welcher seiner Freundin von seinem eigenen Vater entgegen gebracht wurde. „Cold Outside“ spiegelt Jin ’s innere Ängste vor seinem Umfeld wieder. Danach kehrt Jin mit Styles P auf dem tighten „Karaoke Night“ zum Club zurück, bevor er auf „Same Cry“ die politische Position seines chinesischen Volkes und sich als Stimme dessen erklärt. Das Schlusslicht bildet „Thank You“ auf welchem Jin jedem dankt, der ihm im Leben und im Game geholfen hat – namentlich.

Ein beeindruckendes Debüt, das trotz einiger kleinerer Schwächen, die lyrische Tiefe und die Skillz des jungen Asiaten widerspiegeln. Das Talent dürfte noch nicht voll ausgeschöpft worden sein. Für ’s nächste Album sollte man lieber schon mal chinesisch lernen!

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