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Audio88 – Wer Schweigt, Gibt Recht

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Ich will hier keine vernichtende Review schreiben, denn an sich mag ich schlaue Texte, mag ich Rapper, die nachdenken, mag ich Rapper die anders sind, die einen besonderen Style haben. Ich mag Texte, die auf interessante Weise Philosophie und Sozialkritik verbinden. Ich mag assoziative Texte, denen man im ruhigen Gedankenfluss folgen kann und plötzlich – ohne sich zu versehen – eine Reise von A nach Q hinter sich hat. Ich mag schlauen Deutschrap, der leider viel zu selten ist. Audio 88 hat diese Eigenschaften. Audio 88 ist ein großartiger Texter!
Aber – und es tut mir ehrlich leid für dieses „aber“ – wenn die Fähigkeit zu rappen fehlt, hilft das alles nichts. Das Album von Audio 88 heißt „Wer schweigt, gibt recht“. In seinem Fall fände ich treffender: Hätte er geschwiegen, hätte er recht getan. Ich will ihm ja nicht die Äußerungsfreiheit aberkennen, er kann ja Bücher schreiben und Gedichte vortragen, er wäre sicher ein großartiger – und das meine ich ernst – ein großartiger Autor oder Dichter, er kann ja schreiben… aber bitte nicht rappen!
„MCs without a voice should write a book”, sagte Evidence und ich gebe ihm absolut recht. Einen langweiligeren Flow habe ich noch nie gehört. Selbst der Flow eines Kanals ist abwechslungsreicher. Okay, ich übertreibe, aber ernsthaft: Ich habe die CD vor ein paar Wochen angehört, ja, sogar mehrmals, und noch heute spuken mir seine immer im gleichen, traurig-depressiven Tonfall vorgetragenen Sätze und die düsteren, komplizierten Beats im Kopf herum und ich hätte Angst, die CD noch einmal in meine Anlage zu legen. So etwas hört man doch nicht freiwillig! Ich jedenfalls nicht. Nicht solange ich noch das Leben liebe und keinen Selbstmord begehen will.
„Wer schweigt, gibt Recht“ ist wie ein Horrorfilm, ein düsteres surreales Bild, das man nicht zweimal sehen will. So gesehen, ist es ein echtes Kunstwerk, alles andere als durchschnittlich. Wie die Filme David Lynchs: anstrengend, aber tiefgreifend. Oder besser: anstrengend, weil tiefgreifend? Ich weiß es nicht und will auch keine philosophische Diskussion darüber anfangen. Meine erste Assoziation, als ich Audio 88 hörte, war: „der deutsche El-P!“ und ich habe meine Ansicht nicht geändert. Auch El-P höre ich nicht gerne, doch ich erkenne ihn als einen großen Künstler an.
Aber im Endeffekt ist Musik für mich immer noch zum Hören da, daher lautet meine natürlich ganz subjektive und vielleicht etwas schizophrene Zusammenfassung: Ein grauenvolles Rapalbum… und ein sehr starkes Kunstwerk!

HipHop For Habeas

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Die beiden Rapper von dead prez rappen nicht nur politisch, sondern sind auch politisch aktiv. Sie haben sich jetzt mit dem Hip-Hop Caucus, einem Zusammenschluss vieler Hip-Hop Künstler und Gruppen, die sich für soziale Angelegenheiten engagieren, der Amerikanischen Bürgerrechtsunion und dem amerikanischen Zweig von Amnesty International zusammen getan, um gegen Bushs Anti-Terror-Strategien und die menschenverachtenden Praktiken im Militärgefängnis, Guantanamo Bay zu protestieren.
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verglich auch die Vorgehensweisen der amerikanischen Regierung gegen die afroamerikanische Bevölkerung mit der aktuellen Politik, mutmaßlichen Terroristen die gerichtliche Verteidigung zu verweigern. „Wir sind Opfer eines Krieges, der unter dem Deckmantel des Anti-Drogen-Krieges gegen unsere Gemeinschaft geführt wird!“, sagte er in der Pressekonferenz, die am Dienstag stattfand.
Am 26. Juni soll in Washington DC eine Kundgebung und ein Konzert unter dem Motto „Hip-Hop for Habeas“ stattfinden, auf dem auch dead prez auftreten werden. Hier geht es vor allem darum, dass auch Terrorverdächtigten das Recht auf eine Gerichtsverhandlung und eine Überprüfung  der Haft (das Menschenrecht „Habeas Corpus“) gegeben wird.

La Petite Mort

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King Orgamus One ist durch seine Medienpräsenz zur Zeit viel diskutiert und kritisiert. Der Erfinder des Berliner Pornorap bringt jetzt pünktlich zum splash!, Europas größtem Hip Hop Festival, sein neues Album mit dem französischen Titel „La Petite Mort“, also „Der kleine Tod“, heraus. Durch Orgis etliche Fernsehauftritte in den letzten Wochen und seine dazugehörige Pressepräsenz wird dieses neue Soloalbum schon mit Spannung erwartet. Der Künstler vermittelt seine Texte mal wieder sehr direkt, abstrakt aber immer auch humorvoll und vor allem auch trashig. Das 16 Track starke Album bringt zahlreiche Feature-Gäste mit sich, darunter Gore Tex, Bass Sultan Hengzt, Godsilla, K.I.Z., B-Tight, Vero, Taktloss und noch einige weitere. Wer Orgi bisher noch nicht genau einordnen konnte, dürfte sich durch Songtitel wie „Fick Die Ex“, „Ich Singe Gerne Über Sex“ oder „Berlin Bleibt Hart“ ein ungefähres Bild davon machen können in welche Richtung das Album geht.

Warheit

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Es ist eine kleine Weltreise durch Frankfurt, die ich vor meinem Gespräch mit Sezai, Chaker, Jeyz und Azad antrete. Vom beschaulichen Bornheim durchquere ich die Mainmetropole, die vor allem für die Banken, das waagerechte Gewerbe nahe eben jener Banken und in Sachen Rap für eine gehörige Portion Straße aus der Nordweststadt steht. Nahe dieser treffe ich eine gut gelaunte Warheit zum Gespräch in den Bozzmusik-Studios, also jenem Ort, wo Rapgeschichte geschrieben und der Straßenrap-Prototyp gefertigt wurde. Zeit für ein paar Sätze über Straßenpolitik, Missverständnisse, Eminem und den Snagga und Pillath Beef mit Savas: Zeit für Warheit.

rap.de: Wie reagiert ihr auf Aussagen, wie: Die Gruppe um Azad?

Chaker: Nicht so gut. Jeder ist für sich ein guter MC. Das darf man schon sagen, ohne eingebildet zu sein. Warheit ist eine Zusammenschluss aus mehreren Leuten. Azad ist ein Member wie jeder andere auch. Also es nervt schon.
 
Jeyz: Natürlich ist es gut, dass Azad bekannter ist und wir so eher wahrgenommen werden. Aber wie Chaker sagt, er ist ein Member wie jeder andere auch und hat genauso viel zu sagen. Auch raptechnisch sind da mittlerweile nicht mehr so viele Unterschiede auszumachen.
Azad: Eine Sache die mir sehr wichtig war und was ich den Jungs von Anfang an gesagt habe, war, dass ich auf keinen Fall die Führerrolle innerhalb der Gruppe haben will. Das geht mir auf’n Sack. Ich will ein Viertel sagen und…
Jeyz: Kurz darauf kam dann Sezai und hat sich als Führer angeboten…
Azad: Natürlich lies es sich ab und zu nicht vermeiden, dass ich ein Machtwort gesprochen habe, weil ich einfach mehr Erfahrung habe und das mehr in die Hand nehmen musste. Es war von Anfang an so geplant, dass ich ein Teil der Gruppe bin und nicht die gesamte Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Das war mein Traum, ich will eine Gruppe und nicht Azad und Co.
Sezai: Gerade weil Azad sich nicht übermäßig eingemischt hat, sind wir so gut. Andere Gruppen in Deutschland haben einen Rudelführer und der Rest der Crew hört sich dann gleich an. Das ist langweilig. Bei uns hörst du den eigenen Style von jedem und die Geschmäcker sind verschieden. Es gibt Leute, die mögen Azad und manche fahren eben mehr auf mich ab.
Jeyz: Und manche fahren auf mich ab.

rap.de: Im Juice-Artikel habt ihr ja gesagt, dass es recht schwer war, mit vier Mann ein Album zu machen. Wie wäre das wohl geworden, wenn ihr in der Ursprungsbesetzung, also zu siebt, gearbeitet hättet?

Jeyz: Schwer zu sagen, aber ich denke…

Azad: Massenschlägerei, blaue Augen.

Jeyz: Ja so in etwa. Wahrscheinlich recht chaotisch, es war schwer, vier Mann mit unterschiedlichen Meinungen unter einem Hut zu bringen. Irgendwo ist es schade, dass wir jetzt nur noch zu viert sind, aber das war eben Schicksal. Damit muss man leben und es wäre zehnmal so schwer gewesen, dieses Album mit noch mehr Leuten zu machen.
rap.de: Wie geht ihr eigentlich beim Aufnehmen vor? Schreibt irgendwer zuerst einen Text und die andere ziehen dann nach?

Jeyz: Also als Allererstes treffen wir uns im Studio und picken die Beats. Dann machen wir aus, was auf einem Beat geschrieben werden könnte und setzen das entweder zusammen im Studio oder jeder für sich daheim um.

rap.de: Jeyz, du und Azad haben ja schon einige Solo-Releases hinter euch. War es nicht viel einfacher, wenn man an einem Lied arbeitet und nur einen 16er schreiben muss, wenn du das mit einem Solo-Track vergleichst, wo du ja weitaus mehr Arbeit hast.


Jeyz: Also am Anfang dachte ich das ja auch. Aber parallel zum Warheit-Album habe ich an meinem Album gearbeitet und ich fand es viel einfacher, dafür zu schreiben. Bei unserem Album mussten wir viel mehr durchsprechen, da musste eben bei jedem Move jeder von uns Vier einverstanden sein.
Azad: In anderen Worten: In der Zeit, in der das Warheit-Album entstanden ist, ist das One-Album entstanden, Der Bozz entstanden, Game Over, Asphalt Inferno und mein Mixtape.

Jeyz: Ja, wir haben vorher mehrere Anläufe gebraucht, weil eben drei Gruppenmitglieder ausgestiegen sind und wir die alten Lieder nicht auf dem Album wollten. Das war dann jedes Mal ein Rückschlag. Wir haben insgesamt drei Anläufe gebraucht und das, was man jetzt als unser Album zu hören bekommt, ist in der Zeit von 8 Monaten entstanden.

rap.de: Reden wir mal über eure Single „Hölle auf Erden“. Wie kamt ihr auf die Idee für dieses Lied?

Chaker: Ich finde, dies ist ein oberwichtiges Thema, weil Politik das Leben bestimmt. Eigentlich war dieses Lied nicht als Single geplant. Die Plattenfirma fand es dann cool und so wurde das die Single.
 
rap.de: Und wie kamt ihr auf den genauen Inhalt?

Sezai: Wir machen uns schon Gedanken, was die Welt angeht und wenn man etwas verändern will, muss man sich eben damit befassen. Wir wollten einfach nur einen Beitrag dazu leisten, dass die Leute ihre Augen etwas öffnen und verstehen, dass eine Regierung von ihnen gewählt wird. Georg Bush kann nicht aus eigener Kraft einen Krieg anzetteln, er wurde nach oben gewählt. Die Leute haben ihm die Macht gegeben und wer jetzt denkt, das sei Amerika und habe nichts mit uns zu tun, soll sich einfach überlegen, dass sich nach dem 11. September die ganze Welt geändert hat. Amerika bestimmt heute eben die Weltpolitik, in Afrika passiert dauernd etwas. Da findet man dann oft einen Bezug zum Westen. Früher hat man mit den Taliban kooperiert, später hatten die eine eigene Meinung und waren prompt Terroristen. Man muss da den Zusammenhang verstehen. Wir sind keine Terroristen und Amerikahasser. Wir haben nur etwas gegen das Regime, das dort im Augenblick an der Macht ist.

Jeyz: Es ist uns ehr wichtig, dass jeder checkt, dass wir nichts gegen Amerika und die Sprache und das alles haben. Es geht nur um die Regierung Bush und den Rest, das soll bitte niemand falsch verstehen. Wir wollten auch einfach nicht mit der ersten Single die übliche Schiene von wegen, dass wir die Geilsten sind, fahren, weil das einfach langweilig ist. Ich meine, die Leute wissen doch eh, dass wir die Geilsten sind. (lacht)
rap.de: In eurem Video gibt es ja diese Zeile: „Georg Bush spielt Adolf Hitler“. Die war zeitweilig zu hören und zeitweilig verschlüsselt. Bei anderen Stellen auf eurem Album ist das ja ähnlich. Warum?

Sezai: Das war unserer Plattenfirma zu radikal. Da herrschte dann Angst vor einem Verkaufsverbot. Auf dem Index wollten wir auf keinen Fall landen. Man muss auch daran denken, Brot zu verdienen. Von daher sehen wir das als absolut nötige Vorsichtsmaßnahme an, weil wir sonst nichts verkauft hätten.

rap.de: Seid ihr mit der Resonanz auf das Album und die Single zufrieden?

Sezai: Größtenteils bekommen wir ein sehr positives Feedback. Ich glaube aber, dass vor allem Leute aus der Oberschicht mit unserer Musik nicht klar kommen. Sie sehen diese Probleme nicht. Was wir hier machen, ist eher für die Unterschicht und die Leute, die auf der Straße leben. Am Ende der Diskussion ist „Hölle auf Erden“ aber auch nur ein Song und der kann nunmal nicht jedem gefallen.
 
rap.de: Sowohl euer Juice-Exclusive wie auch Hölle auf Erden waren krasse Konzeptsongs. War das eine bewusste Entscheidung, diese Songs gesondert zu präsentieren oder war es reiner Zufall?

Chaker: Um ehrlich zu sein, war das reiner Zufall. Wir hatten bei Betonklassik kein wirkliches Schema. Wir haben einfach gemacht. Dabei kam dann das raus, was man auf einem Album hören sollte: Battletracks, deepes Zeug, sowas eben.

Sezai: Also unser Konzept war einfach in unseren Köpfen drin und lautete ganz einfach: Von der Straße für die Straße.

Azad: Genau, das wollte ich auch sagen. Wir hatten kein Singlekonzept. Aber unser Album- Konzept war ganz einfach: Ein Album für die Straße. Weiter ging das dann nicht. Wir wollten zufrieden sein und die Jungs, die wie wir sind, sollen es auch sein.
rap.de: Wie würdet ihr das Album denn beschreiben?

Azad: Es ist ausgewogen. Wenn wir battlen, kommen harte Aussagen. Niemand sollte eben ein politisches Album erwarten, das ist wichtig. Wegen der Single denken das ja manche. Das Thema und die Themenart erstrecken sich nicht über das gesamte Album. Klar ist auch Politik oft mit drin, aber eben auf der Ebene, auf der jemand, der auf der Straße lebt, dies zu spüren bekommt. Warheit sagen, was sie fühlen, Warheit lässt sich von keinem etwas vorstellen. Wir sind keine Politikrapgruppe. Wir sagen, was wir denken, aber sind keine Politikraptypen. Wir sind nicht mal unbedingt so überkrass politisch. Klar bekommen wir mit, was passiert. Sarkozy wurde gewählt, O.K., war mir klar, die Welt ist scheiße. Manche haben uns ja nach dem Albumcover gefragt, warum wir das nicht für die Single gewählt haben, sondern eben fürs Album. Aber es geht nicht darum, dass man sieht, was man eben sieht. Es geht um die Symbolik. Die Ausdruckskraft des Bildes steht im Mittelpunkt. Der Mann im orangenen Overall und der Staat, der auf ihn drückt. Das ist doch überall gleich. Auch hier, nur ich habe eben keinen orangenen Overall an und die Polizisten stehen mir nicht gegenüber. Es geht um uns, die Jungs von der Straße, die unterdrückt sind und die Amerikaner, von denen wir eine Haube über den Kopf gezogen bekommen, um blind und stumm gestellt zu werden. Dieses Bild ist eine symbolische Darstellung, die wir unheimlich ausdrucksvoll fanden. Es soll für Warheit, die zeigen, was abgeht, was auf der Straße passiert und wie Unterdrückung stattfindet, aber nicht unbedingt für Politik, stehen.

rap.de: Wie kamt ihr auf das Bild?

Azad: Chaker hat das im Magazin Stern View gefunden. Da sind ja immer sehr krasse Bilder drin. Ich glaube, das war so eines der Bilder des Jahres. Als er uns das gezeigt hat, waren wir auch alle total beeindruckt, weil es so unglaublich ausdrucksstark ist. Irgendwann haben wir uns dann eben gedacht, dass es einfach mal besser wäre, so etwas als Cover zu nehmen, anstatt des normalen und platten "Warheit ist eine HipHop-Gruppe und stellen sich in coolen Klamotten vor eine Kamera und posen fürs Cover". Warheit soll für die höhere Ebene stehen und auch für ein Auflehnen gegen das System und das Obrige. Das war uns wichtig. Wir wollten nur einen Ausdruck. Das haben wir dann auch Universal vorgeschlagen, die fanden das auch cool und konnten uns sogar genau das Bild besorgen, das wir ihnen als Beispiel für diese krasse Ausdrucksstärke gezeigt haben. Eigentlich hätte das Bild 15000 Euro kosten sollen, aber die konnten das dann irgendwie anders deichseln. Die nächste Frage war dann, was wir als Singlecover nehmen. Da eine Single oft vergessen wird und ein Album eben nicht, war es uns wichtig, dieses spezielle Bild für das Album aufzuheben. Allerdings wollten wir unsere Linie auch nicht ändern und haben sie dann eben weitergeführt und haben die mit Stacheldraht gefesselten Hände gewählt.
 
rap.de: Wenn ihr euch bei derartigen Details so viele Gedanken gemacht habt, würde es mich doch noch mal interessieren, wie das bei den Aufnahmen lief. Wie viel habt ihr da an Texten gefeilt, habt ihr viel verworfen? Azad, du hast mir einmal erzählt, dass du bei deinen Alben selten einen Song verwirfst.

Azad: Ja, unsere Arbeitsweise war da sehr ähnlich wie, wenn ich solo arbeite. Wir haben ja, wie gesagt, erst die Beats ausgewählt und wir müssen schon zugeben, dass es da manchmal Heckmeck gab. Obwohl wir oft den selben Flash haben. Bei zwei Beats habe ich dann ein Machtwort sprechen müssen, weil wir sonst jetzt noch Beats picken würden und bis jetzt nichts stehen würde. Am Ende haben wir die Kandidaten aber remixen lassen und sind jetzt alle zufrieden.

Sezai. Es ist eben nicht einfach, mit vier Künstlern immer auf einen Nenner zu kommen. Meistens haben wir dann eben demokratisch abgestimmt und da man in unserer Kultur den älteren Respekt gibt – und das ist in unserem Fall Azad – war das mit dem Machtwort dann schon O.K. (Gelächter). So war’s doch.

rap.de: Es ist zwar eine unkreative Frage, aber könnt ihr euch mal gegenseitig charakterisieren und sagen, was der andere nach eurer Meinung mit ins Team bringt?

Sezai: Also ich würde sagen, dass ich selbst Sachen gut beschreiben kann und meine Battleansagen sind ein wenig krankhaft. Deshalb wurden die so oft weggepiepst. Leider. Aber wenn die Leute erfahren wollen, was ich da sagen will, können sie mir gerne eine E-Mail schicken…

Chaker: Also Azad bringt den Namen in die Gruppe – und den Fame – und der kann ein wenig rappen. Jeyz ist auch ein guter Rapper. Naja, ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Azad: (lacht) Also nachdem die hier wieder jede Menge Scheiße erzählen, mach ich das mal. Ich würde auch sagen, dass Sezai der Radikalste von uns ist, wenn es um Battleraps geht. Er bringt da die absolute Härte, was wir übergeil finden. Wenn Sezai rappt, ist das so marschmusikmäßig, ich hab da immer das Gefühl, ich muss jetzt in Reih und Glied in der Armee marschieren. Chaker ist der Straßenpoet, er drückt sich poetisch aus, aber in den Worten der Straße. Er hat viel Atmosphäre allein durch seine Stimme. Jeyz bringt alles mit. Er ist floworientiert, kann politisch rappen, Battle, alles.
 rap.de: Inwieweit war der Gruppenname für die Art, wie ihr arbeitet, ausschlaggebend?

Azad: Es gab schon Momente, in denen wir uns gesagt haben: „Nein, das dürfen wir nicht machen, wir sind die Warheit“. Das war in einer Situation, wo irgendetwas zur Debatte stand, ich erinner mich nicht mehr richtig. Wisst ihr noch, wann das war?

Chaker: Da ging es glaube ich um Clubhymnen.

Azad: Das kann sein. Jedenfalls tragen wir mit den Namen die Verantwortung, diesem auch gerecht zu werden. Dessen sind wir uns auch bewusst. Die Leute sollen das auch bemerken.

  rap.de: Spielt Religion eine Rolle für euch? Bei Hölle auf Erden scheint das ja durch.

Sezai: Mir persönlich ist Religion sehr wichtig. Das Leben hat uns Gott geschenkt. Auch wenn wir es nicht immer schaffen, sollten wir ein gutes Leben führen. Ich habe selbst Konflikte, wenn ich Battletexte schreibe und damit die Jugend gewissermaßen vom rechten Weg abbringe. Ich frage mich dann häufiger: Ist das richtig, was ich da tue? Ich bin Moslem und wenn ich sehe, wie im Iran, Irak, Afghanistan und anderen moslemischen Ländern Krieg geführt wird oder das jeweilige Land ausgebeutet wird, muss ich darüber kritisch rappen, ohne als Terrorist zu gelten. Da sehe ich nichts Falsches.

Jeyz: Ich bin der einzige Christ in der Gruppe und wenn mich hier bitte jemand herausholen würde, ich bin hier in der Nordi. Im Ernst, Glauben ist mir sehr wichtig. Er gibt mir viel Kraft, schon wenn ich zuhause sitze und Reime schreibe, sind das für mich Gebete. Ich gehe nicht jeden Tag in die Kirche, aber glaube an Gott und die Propheten.

rap.de: Andere Rapper haben mittlerweile Bodyguards oder müssen aufpassen, weil sie sich in ihren Städten nicht mehr sicher fühlen können. Bei euch ist das komplett anders. Was glaubt ihr, ist der Grund dafür?

Azad: Weil Leute sich nicht wie Männer benehmen und respektlos durch die Gegend gehen. Wenn wir uns respektlos benehmen würden, müssten wir vielleicht auch auf unsere Ärsche aufpassen, aber wir wissen, wie wir uns zu verhalten haben und wem wir wie Respekt zu zollen haben. Wir behandeln niemanden von oben herab und denken nicht, dass wir durch ein wenig TV-Präsenz bessere Leute wären. Ich weiß, an was für Rapper du denkst, für mich sind diese Leute arrogant und machen den Max. Wenn du hier den dicken Max machst, bekommst du auch Schellen. Wenn du dich respektvoll verhälst, bekommst du das doppelt zurück und wenn jemand Stress will, kriegt er den eben auch doppelt zurück. Das gilt für große Städte, egal ob Frankfurt oder Berlin. Wenn du da den Willi machst, weil du Goldketten trägst, musst du dort eben Leute hinter dir haben, die großer und stärker sind als du selbst. Wenn sich diese Rapper immer cool verhalten würden, hätten sie wahrscheinlich auch keine Probleme. Ein anderer Grund ist der, dass die Leute alle immer Battlerap machen wollen, aber in Wirklichkeit Hasen sind. Damit sie ihren Battlerap machen können und Leute dissen können, müssen sie ihren Rücken stärken. Es gibt Leute, die stärken sich erst ihren Rücken, steigen dann ins Rapgeschäft ein und dissen dann andere Rapper. Das sind die ausschlaggebenden Punkte.

rap.de: Was haltet ihr vom momentan so angesagten Gangster-Image im Rap. Könnt ihr verstehen, dass Leute so erfolgreich sind, denen von anderer Stelle schnell vorgeworfen wird, sie seien nicht echt?

Azad: Verstehen kann man das schon. Das hat eben viel mit den Kids zu tun, die Rap konsumieren. Die wollen einen kompletten Film haben, einen Flash. Da muss dann der komplette Gangsterfilm stimmen. Wie eine DVD sollte das sein, die schiebt man in den Player und kriegt das volle Programm. Wir bewegen uns nun mal in einem Geschäft. Da steckt man etwas rein und will mehr rausholen. Deshalb verstehe ich das. Wir fahren einen anderen Film. Wir wollen authentisch sein. Das ist unsere Kragenweite. Wir sind eben, was wir sind. Andere setzen eine Maske auf, spielen etwas, wir machen das eben nicht. Ich habe mir am Anfang meiner Karriere auch Gedanken gemacht, wie ich denn gesehen werden will. Mir war schnell klar, dass ich mich nicht verstellen will, weil ich dann nicht ins Straucheln komme, wenn Leute meine Lügen enttarnen.

 Sezai: Die Leute sollen einfach mal die alten Texte von den Leuten, die heute auf Gangster machen, anhören und checken, was da gesagt wird und ob diese Leute früher schon so krasse Gangster waren. Dann sollen sie einfach mal unsere Sachen anhören oder Sachen von Azad und was wir früher gesagt haben und das damit vergleichen. Azad ist schon mit Napalm die Straßenschiene gefahren. Außerdem sind wir keine Gangster.

Azad: Es gibt natürlich auch harte Jungs, die sehen, dass man anstatt Drogen jetzt ein Image verkaufen kann und das kann ich denen nicht übel nehmen. Allerdings ist das musikalisch nichts Ernsthaftes, was ich selbst konsumieren könnte. Natürlich ist es geil, wenn bei Texas Kettensägenmassaker am Ende kommt, dass das auf wahren Begebenheiten beruht. Trotzdem, ich fahre da nicht drauf ab.
 
rap.de: Azad, was sagst du eigentlich zu dem Juice-Interview und dem Beef zwischen Savas und Snagga und Pillath (Anm. der Red: Das Interview wurde vor der VÖ. des Savas Tracks „Nie Mehr“ und darauf folgenden Statements von S. und P. geführt)

Azad: Also ich kann über Savas nichts Schlechtes sagen und hatte bisher auch immer ein sehr gutes Verhältnis zu Snagga und Pillath, aber ich finde es Tschö, wenn die beiden Savas dissen, weil er immerhin einer der Entdecker und Förderer von ihnen ist und sie von Anfang an mit heraus gebracht und unterstützt hat. Soweit ich weiß, hat Savas Snagga und Pillath bei Moses Pelham empfohlen und ihnen so geholfen ihren ersten richtigen Plattendeal zu bekommen, was zeigt, wie sehr er sie damals schon unterstützt hat. Wenn sie ihn jetzt, mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums wenn sie groß raus kommen, anfangen  zu dissen, finde ich das sehr traurig. Ich werde zum Beispiel immer Moses Pelham dankbar sein, denn auch wenn nicht immer alles perfekt war, hat er mich aus der Kacke geholt und mir die Möglichkeit gegeben, mir einen Namen zu machen und mich zu präsentieren, sodass mich auch andere Leute sehen konnten. Ich würde niemals Moses gegenüber hinterhältig sein.
Außerdem muss ich noch sagen, dass ich beide Parteien von der Art, wie sie rappen, zwar absolut feiere und auch denke, dass da keiner schlechter ist, aber denke doch, dass man hören kann, von wem die beiden Jungs definitiv inspiriert waren und schon daher sollten sie keine dicke Lippe riskieren. Aber ich will nochmal betonen, dass ich die ganzen Details nicht kenne, die Snagga und Pillath Savas vorwerfen und ich bin eigentlich auch weiterhin mit beiden Parteien down.

rap.de: Ok. Darf man verraten, dass du auf dem großen Massiv Album gefeatured sein wirst?

Azad: Davon wüsste ich nichts. Also ich feiere Massiv. Wegen eines möglichen Features mit ihm haben mich auch schon viele Leute angesprochen. Er hat wohl in einem Interview gesagt, dass er auf seinem großen Album einen Künstler featuren wird, der auch Straßenrap macht und über den sich die Leute sehr freuen würden. Aber ich war damit nicht gemeint. Ich bin noch nicht auf seinem Album, aber wie gesagt: Ich finde Massiv sehr gut und feiere seine Musik. Ich wollte ihn sogar signen, als er zu haben war und wir werden bestimmt irgendwann zusammenarbeiten.
rap.de: Zurück zu euch. Glaubt ihr, dass eure Fans sich von anderen Fans unterscheiden?

Jeyz: Ich glaube, die haben einen höheren Anspruch an die Musik. Den Anspruch, den wir  selbst an uns haben, werden unsere Fans als Zuhörer haben.
Sezai: Ich glaube, die Fans werden die Ehrlichkeit hören und bemerken, dass wir uns eben keine Maske aufsetzen. Deshalb mögen sie uns, weil viel anderer Kram eben Gangster ist. Viele Leute, die uns kennen lernen, wundern sich, warum wir so locker sind. Ich glaube, so entsteht aber mehr Sympathie als für Gangsterrapper, die arrogant sind.

Azad: Ich glaube auch, dass Leute unsere Musik mögen, weil wir über Probleme sprechen. Wenn Eminem über seine Tochter rappt, die er nicht sehen darf, berührt mich das ja auch extrem, weil ich sehe, dass er die selben Probleme hat wie ich. So etwas bindet einen und schafft Sympathien. Außerdem haben wir nun mal einen großen Respekt vor unseren Fans. Die stehen in den ersten Reihen und ich könnte mich vor jedem Fan verbeugen und mich bei ihm bedanken, weil er uns supported. Ich glaube, die Fans bemerken unsere Bindung.


rap.de: Habt ihr eigentlich schon eine weitere Single in Planung?

Jeyz: Also das hängt erstmal von den Verkaufszahlen und vom Erfolg unserer ersten Single ab. Wenn die Zahlen gut sind, machen wir auf jeden Fall eine weitere Single, aber was genau, wissen wir noch nicht. Aber ein Problem wird das nicht werden.

rap.de: Lasst uns zum Schluss über eure Pläne für die Zukunft sprechen. Was ist in Planung?

Azad: Wir werden einen weiteren Bozz-Sampler releasen und das ist eine Ansage an alle da draußen, auch meinen Freund Savas. Ich mag euch alle, aber das ist eine sportliche Herausforderung an alle Labels. Wir ficken alles. Klar bin ich mit manchen weniger cool, aber Savas mag ich und trotzdem gilt das für alle. Wir haben den besten Sampler.

Jeyz: Ich bin gerade an den letzten Lieder meines Albums. Das wird hoffentlich im September/Oktober kommen und soll „Paradies in Flammen“ heißen. Vor zwei Monaten habe ich 6 Songs von dem Album genommen und neue geschrieben, weshalb ich mal schauen muss, ob der Titel noch passt. Und mit dem Album wird meine Chronologie Part 3 erscheinen, auf der die Tracks zu hören sein werden, die es nicht aufs Album geschafft haben.

Sezai: Chaker und ich bringen demnächst ein Mixtape heraus. An Solo-Alben arbeiten wir beide auch, aber mal sehen, wann die kommen. Vielleicht kommt ja eines der beiden Alben dieses Jahr schon oder vielleicht sogar beide. Und wenn ihr da draußen das Warheit Album kauft, bringen wir nächstes Jahr ein neues Album heraus. Also kauft es und ladet es nicht herunter. Das ist ganz wichtig.

Colos

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Über Mellovibes Records erschien vor kurzem "Leben Im Exil" von Colos. Der albanischstämmige Rapper aus dem VS Mafia-Umfeld steht uns Rede und Antwort in unserem Kreuzberger Büro. Wir sprachen mit ihm über vermeindlich angesagtem Gangsterrap, Ausländer und Deutsche in unserem Interview.


rap.de: Sollte es Leute da draußen geben, die dich noch nicht kennen, stell dich bitte kurz vor!

Colos: Ich bin Colos, bei Mellowvibes Records gesigned, bin von der VS Mafia, das ist meine Crew. Ich bin 26 Jahre alt und aus Berlin-Kreuzberg.

rap.de: Alles klar. Seit wann bist du bei VS Mafia?

Colos: Ich hab VS Mafia mitgegründet, vor zweieinhalb Jahren mit Woroc, St. Pain, Chagome zusammen.

rap.de: Du bist ja nicht in Deutschland geboren. Wo bist du geboren und seit wann bist du in Deutschland?

Colos: Ich bin im Kosovo geboren, bin Kosovo-Albaner, ich lebe seit 1994 in Deutschland. Anfang 2002 musste ich einmal Deutschland verlassen, dann bin ich Ende 2003 wieder gekommen und seitdem bin ich hier.

rap.de: Kommen wir auf deine Musik zu sprechen. Dein erstes Album "Honigblut" lief doch über VS Records, warum ist es jetzt Mellowvibes und nicht wie die sonstigen Alben von VS Mafia über VS Records?

Colos: VS Records gehört ja auch mir und wir hatten ein Vertriebsproblem, sag ich mal so, z.B. musste ich acht Monate nur auf den Releasetermin warten. Das kam damals alles über VS Records raus und ich war da ehrlich gesagt sehr, sehr unzufrieden und als ich dann Ben von Mellowvibes kennen gelernt habe – wir haben uns kennen gelernt, als ich "Honigblut" rausbringen wollte – da war ich auch schon bei ihm.  „Leben im Exil“ ist genau das, was ich schon immer machen wollte, nur hatte ich bis jetzt nicht die Möglichkeiten dazu, deswegen ist das jetzt so. Aber bei VS Records gehöre ich immer noch dazu, also ist das immer noch mein Ding und das wird es auch bleiben.

        

rap.de: Im Vorfeld zu deinem Release bist du ja auch am 1. Mai (auf dem Myfest in Kreuzberg) aufgetreten. Da wurden Drohungen gegen dich ausgesprochen. Was steckte da dahinter und was ist im Endeffekt passiert?

Colos: Also erst einmal wollten wir mit der Antifa zusammen arbeiten. Die waren ganz begeistert und wollten, dass ich da auftrete. Und dann zwei Wochen später, also kurz vor dem 1. Mai, haben sie bei mir angerufen und gesagt – die Antifa aus Westdeutschland haben gesagt, sie finden da Texte auf meinem Album, die für Deutschland sprechen oder so. Man darf auf Deutschland nicht stolz sein, das haben sie gesagt und das war der Grund. Auf meiner Internetseite steht, wir sollten, Ausländer sowie Deutsche, zusammen voller Stolz Deutschland repräsentieren. Und die finden das halt nicht gut und haben gedroht, dass sie, falls ich auftrete, vorbeikommen und die Technik kaputt machen und bla bla bla und versuchen werden, Stress zu machen, aber das war uns sowieso egal. Wir sind da hin gegangen und sind aufgetreten. Einen Tag davor haben sie sich noch entschuldigt, muss ich sagen, haben angerufen und gesagt, sie wollen doch, dass wir auftreten und Ben (Mellowibes Records) hat gesagt: "Ob ihr wollt oder nicht, wir kommen sowieso." Dann waren wir da und es war alles cool, keiner hat Stress gemacht. Später ist, glaube ich, was passiert, aber das war was Anderes.

rap.de: Wie war das Feedback von den Leuten bei dem Auftritt?

Colos: Ich fand es sehr positiv. Ich war ein bisschen unsicher, es waren neue Lieder, die ich noch nie davor live präsentiert hatte. Ich wusste gar nicht, wie das ankommt. Aber die Leute waren begeistert, haben gut mitgefeiert, haben gut zugehört, ja, das Feedback war auf jeden Fall sehr gut.

 

rap.de: Wie lang hast du insgesamt an „Leben im Exil“ gearbeitet? Hast du das schon länger geplant, weil du sagst, das ist das Album, was ich schon immer machen wollte?

Colos: Im Endeffekt habe ich zwei Monate daran gearbeitet. Dann war es fertig. Die meisten Ideen waren schon vorher da, nur die Möglichkeit, sie rauszubringen war nicht da. Ich musste mir immer vom Vertrieb anhören: Du bist nicht so bekannt, das verkauft sich nicht, das ist momentan nicht der Trend, blablabla, halt solche Gründe. Bei Mellowvibes war das nicht so. Ben hat gesagt, er macht so ein Album und bringt das Ding raus, ich steh hinter dir und wir gehen bis aufs Ganze und ich habe gesagt, okay. Dann war das Ding in zwei Monaten auch ganz fertig. Ich hab halt nur gewartet. Themen waren da, ich habe halt persönliche Sachen geschrieben.

rap.de: Das hört man auf jeden Fall und das find ich sehr beachtenswert. Denn es ist ja, wie du schon sagst, nicht der aktuelle Trend. Warum hast du trotzdem so ein Album gemacht, obwohl der Trend dagegen spricht? Was war die Ambition dahinter?

Colos: Das ist meine Richtung! Wenn mich jemand fragt, was mein Style ist, sag ich immer: "Das wahre Leben. Das ist mein Style." Die Leute sind langsam auch von dem ganzen Gangstarap und allem drum und dran angekotzt. Die meisten schwimmen mit der Masse, das ist normal. Nur bei mir … Das ist halt das, was ich immer machen wollte, so wie ich schon gesagt habe. Sowas schreibe ich gerne – persönliche Sachen. Es ist mir egal, was die Leute denken. Das ist genau das, was ich machen wollte und ich habe jetzt die Leute gefunden, die mich dabei unterstützen. Wir haben es einfach riskiert. Keiner hat gesagt, das würde reinhauen oder die Leute würden das feiern, oder sonst was, keiner. Wir haben es einfach probiert, die Resonanz ist gut und wir zeigen damit, dass wir richtig liegen.

rap.de: Denkst du, du hast für die deutsche Rapszene ein Zeichen gesetzt, dass es ein bisschen persönlicher werden kann, das ganze Rapgeschäft?

Colos: Ich glaube schon, irgendwie. Ich kann es nicht sagen, aber ich hoffe es. Ich hoffe, dass ich Leute dazu bringe, endlich mal zu sehen, dass es keine Schande ist, zu sagen: Ich habe Fehler gemacht. Die meisten rüsten sich damit, wie gefährlich sie sind. Das ist halt Schwachsinn. Wenn du älter wirst und erwachsen, dann denkst du auch anders. Und ich finde es keine Schwäche und keine Schande, wenn du sagst: Ey, ich hab die und die Fehler gemacht und ich sag zu dir, mach diese Fehler nicht. So wie ich das sehe, so mach ich auch meine Musik. Und ich hoffe, dass sich die Leute was Neues trauen und sich auch trauen, das zu machen. Wie gesagt, ich bin auf jeden Fall ganz vorne mit dabei.

                          

rap.de: Denkst du, du hast jetzt eine gewisse Vorbildfunktion den Jüngeren gegenüber? Denen halt zu sagen: "Mach diese Fehler nicht, die ich gemacht habe." Gehst du auch so an deine Texte heran, wenn du sie schreibst, dass du dir sagst: "Ich muss aufpassen, was ich sage, die Kinder könnten das falsch verstehen"?

Colos: Also, ja und nein. Erstmal schreib ich so, wie ich schreiben will, so, wie ich denke. Aber jetzt sehe ich, dass ich irgendwie so eine Vorbildfunktion habe, weil ich sehe, wie die Leute mich ansprechen, auch viele kleine Kinder, viele Landsmänner von mir. Die schreiben mir Emails: „Ey, wir sind stolz auf dich! Du sagst genau die Wahrheit, genau das hat gefehlt! Und dass du noch dazu Albaner bist, freut uns nur noch mehr!“ Weil bei dem ganzen Gangstagelaber die meisten übertreiben. Wie gesagt, die meisten schwimmen in der Masse. Ich weiß jetzt, dass ich eine Vorbildfunktion habe, weil ich das mitkriege und passe deswegen mittlerweile auch gern auf. Natürlich kann man nicht jedes Wort auf die goldene Waage legen. Das geht nicht. Im Endeffekt bin ich ja auch so gesehen ein Entertainer und ich muss auch gute Musik machen.

rap.de: In einem Song auf deinem Album klingt es so, als wärst du enttäuscht von Deutschen. Was genau meinst du damit?

Colos: Das hat eine Vorgeschichte. Ich bin in Berlin groß geworden und habe mich nie als Ausländer gefühlt. Wir leben hier alle untereinander, zusammen. Und dann war ich mal für ein paar Monate in Sachsen. Erstmal zwei Wochen in Chemnitz, dann sechs Monate in Leipzig und da habe ich gesehen, dass es komplett anders ist. Ich hatte davor gedacht, ganz Deutschland wäre so wie Berlin. Hier verstehen wir uns, egal ob Deutscher, egal ob was, man fragt nicht, wieso, man lebt miteinander. Dort war es katastrophal und dort haben mich die Deutschen enttäuscht. Ich bin nicht von allen Deutschen enttäuscht, ich bin einfach nur von einigen enttäuscht, die nicht versuchen, die gar kein Kontakt haben wollen. Ich rede auch deutsch, aber in Chemnitz oder Leipzig habe ich es nicht einmal geschafft, mich mit einem Deutschen anzufreunden. Ich hab ja nicht gesagt, dass ich es nicht will, ich habe es auch versucht, aber es kamen keine Kontakte, ich musste nur mit meinen Landsleuten bleiben. Und das hat mich enttäuscht. Aber ich weiß, dass nicht alle Deutschen so sind. Es hat immer damit zu tun, dass sie kein Kontakt zu Ausländern haben und nur Schlechtes hören und sich daher gleich abgrenzen. Sie haben Vorurteile, das ist der Grund und das weiß ich und sag daher nicht gleich, dass sie blöd sind.

rap.de: Ja, das ist ein großer Unterschied zu dem weltoffenen Berlin. Was meinst du, kann man als Deutschstämmiger stolz auf Deutschland sein? Es gibt ja immer die Diskussion, ob man als Deutscher eine deutsche Fahne aufhängen dürfen sollte oder so. Wie siehst du das?

Colos: Man sollte das auf jeden Fall machen dürfen. Ich arbeite als Türsteher und ich habe einige Freunde, die aus dem Osten kommen. Ich verstehe mich super mit denen und finde es auch super gut, wie sie sind. Sie sind einfach deutsch und sagen: "Ich bin Deutscher, ich habe eine deutsche Fahne und das heißt nicht, dass ich rassistisch bin." Jeder sollte das Recht haben, auf seine Herkunft, seine Nation stolz zu sein. Wenn du das nicht hast, dann hast du keine Identität. Egal, was mit meinen Landsleuten ist, ich sage auch, ich bin ein stolzer Albaner, ich habe meine Fahne, das ist meine Herkunft, das ist meine Kultur. So sollten auch die Deutschen damit umgehen. Wie bei der WM, da haben sich viele getraut und das fand ich auch gut. Selbst Ausländer sind mit deutscher Fahne herumgefahren und das fand ich auch gut, denn wir leben auch in Deutschland und repräsentieren damit Deutschland, mit allem, was wir machen. Und ich finde, die Deutschen sollten das auch machen, sie sollten keine Angst davor haben. Natürlich gibt es eine Vorgeschichte, aber was können wir dafür, ich meine, was könnt ihr jetzt dafür? Und mal ehrlich, hätte Hitler damals keinen Knall bekommen, wärt ihr jetzt vielleicht immer noch so, die ganze Welt. Man weiß nie. Aber man sollte nicht verbieten, stolz zu sein. Das ist scheiße. Denn im Endeffekt ist das das Einzige, was sie haben.

        

rap.de: Auf deinem Album hast du ja auch einen Song, wo es genau darum geht, um Identität. Meinst du, dass viele in Deutschland lebende Ausländer vergessen haben, woher sie eigentlich kommen?

Colos: Ja, auf jeden Fall, sehr, sehr viele, sehr viele Jugendliche. Und sie identifizieren sich gleich mit falschen Sachen, sie denken einfach nur, es reicht, wenn sie einen auf Gangster tun und sagen „Ey, ich bin Araber“ oder „Ey, ich bin Albaner“, nur damit die Leute denken: Oh, der ist ja gefährlich. Aber das eine hat mit dem anderen nicht zu tun. Wenn du über deine Herkunft redest, dann solltest du deine Sprache gut können, dann solltest du dich an deinen Glauben halten und solltest Wissen über dein Land haben, solltest wenigstens einmal da gewesen sein. Sonst, wenn du in Deutschland geboren bist und noch nie in deiner Heimat warst, dann bist du für mich ein Deutscher und dann solltest du auch ein Deutscher sein. Aber nicht so auf „Ich bin der Über-Dings, was weiß ich“ machen und keine Ahnung haben, was da wirklich los ist. Als Beispiel: Die meisten Türken hier in Deutschland, die kannst du gar nicht mit den Türken in der Türkei vergleichen. Wenn du in die Türkei gehst, sind die Türken ganz anders. Und die hier halten immer noch fest an falschen Werten, das ist das Problem. Deswegen sage ich auch: Identität. Ich rede da z. B. mit meinem kleinen Bruder, und sage ihm: "Mach nicht die selben Fehler wie ich und identifizier dich nicht mit irgendwelchen Möchtegern-Gangstern, die dir sagen, als Ausländer kannst du nur was als Krimineller erreichen. Das ist Schwachsinn. Du sollst lieber deine Sprache können, deine Herkunft kennen, Respekt vor den Eltern haben, denn das ist eigentlich unsere Herkunft. Und Respekt ist sehr groß geschrieben auch vor älteren Menschen." Wie gesagt, hier und da kann man gar nicht vergleichen. Das ist das Problem, was ich mitbekommen habe.

rap.de: Du hast gerade den Glauben angesprochen. Bist du ein gläubiger Mensch?

Colos: Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Das heißt jetzt nicht gleich, dass ich fünfmal am Tag bete oder sonst was, aber in meinem Inneren bin ich ein gläubiger Mensch und das zählt für mich. Ich habe auch Respekt vor anderen Leuten, vor anderen Glauben. Das ist so der Punkt, wo andere sagen: "Der ist das, deswegen brauch ich kein Respekt zu haben." Das ist Schwachsinn. Bei uns im Islam wird ja auch gesagt: Du musst anderen Glauben genauso respektieren, wie deinen eigenen, sonst darfst du kein Muslim sein. Aber viele interpretieren das heute falsch und viele haben keine Ahnung und nehmen das gleich an. Es ist leichter zu hassen, als zu lieben. Das ist das Problem.

 

rap.de: Gutes Statement! Nochmal zu deinem Album. Da sind drei Beiträge von Afrika Bambaataa drauf. Ist Afrika Bambaataa ein großes Vorbild von dir?

Colos: Er ist jetzt nicht gerade das Über-Vorbild, aber ich habe großen Respekt vor dem Mann. Denn er ist für mich der Koloss des Hip Hop, der Urvater, wie man das sagt. Ich habe immer Respekt vor Leuten, die was geleistet haben, ganz abgesehen davon, ob ich mit ihrer Musik was anfangen kann. Und ich fühle mich auf jeden Fall sehr geehrt, dass ich Afrika Bambaataa auf meinem Album habe. Mein Leben lang kann ich sagen: "Ich habe Afrika Bambaataa auf meinem Album!" Wer kann das schon? Natürlich habe ich auch andere Vorbilder. Ich habe Afrika Bambaataa letztes Jahr kennengelernt, super netter Mensch und dass der noch angerufen hat. Wir haben ihn nämlich versucht anzurufen und es klappte nicht und irgendwann hat er selber angerufen und gesagt: "Ey, machen wir das jetzt schnell!" Und dafür habe ich großen Respekt vor ihm. Ich kann es selber nicht glauben.

rap.de: Du hast ja auch ein Video zu der Single „Ausländer raus … raus aus dem Ghetto!“ gemacht. Wird es auf den einschlägigen Musiksendern zu sehen sein oder wie sieht es da aus?

Colos: Wir haben es bei MTV und so eingereicht und es wurde nur bei Urban gespielt, ich glaube zweimal. Aber weiter nicht, sie finden, es ist nicht politisch korrekt, weil sie es gar nicht richtig hören, sie hören gar nicht, was ich eigentlich sage. Und da ich nicht in den Charts bin, wird es auch nicht gespielt. Aber das Video ist ja auch auf meinem Album.

          

rap.de: Wie planst du deine persönliche Zukunft, falls deine Rapkarriere irgendwann vorbei sein sollte? Was willst du machen?

Colos: Ich habe viele Möglichkeiten. Die Karriere hat grad angefangen, wann die vorbei ist, weiß ich gar nicht, aber ich habe auch nicht vor, zwanzig Jahre zu rappen. Ich denk, maximal bis ich 33 bin, das ist das Maximum. Länger zu machen, kann ich mir nicht vorstellen. Aber sonst habe ich viele Möglichkeiten. Mittlerweile habe ich durch Woroc auch viel übers Produzieren gelernt und übers Management. Ich lerne gerade alles, was man lernen muss, damit ich mein Geld weiterhin mit Musik verdienen kann, die Erfahrung, die ich gesammelt habe, weitergeben kann und mir vielleicht auch einen Künstler suche … man weiß nie. Dann habe ich noch die VS Mafia. Es gibt viel zu tun. Wenig Zeit, wenig Geld, aber viel zu tun.

rap.de: Bist du denn auch so jemand, der gerne auf junge Talente guckt und mal sagt: "Ich kann dich an die Hand nehmen"? Guckst du dich da um?

Colos: Das mache ich auf jeden Fall. Bloß bin ich halt auch realistisch. Ich kann niemanden sagen: "Ey, ich bring dich raus", weil ich selber gar nicht so weit bin. Aber wenn ich soweit bin, da hab ich das auf jeden Fall vor. Also, ich habe sehr viele junge Leute. Das Krasse ist, dass die Leute heute mit 17 das können, was wir damals mit 22 konnten, die sind uns 5 Jahre voraus. Ich denk mir, wenn ein 17 jähriger jetzt schon das kann, dann wird es in fünf Jahren richtig krass. Es sind richtig krasse Talente dabei. Bloß das Durchhaltevermögen fehlt bei vielen. Die denken gleich, wenn sie das nicht in zwei Jahren schaffen, dann macht es kein Sinn. Aber das ist Schwachsinn, die wissen ja nicht, wie lange wir schon dabei sind. Also, ich habe hobbymäßig ’99, 2000 angefangen. Professionell mach ich es seit drei Jahren. Und wenn jemand Durchhaltevermögen hat und ich das sehe, dann auf jeden Fall, dann bin ich dabei. Wenn ich die Chance habe, dann bringe ich auf jeden Fall jemand raus.

 

rap.de: Wie können dich Leute kontaktieren, wenn sie dir Feedback geben wollen oder dir halt sagen wollen: "Hör dir mal meine Sachen an"?

Colos: Über colos36.de oder bei myspace.com/colos36 oder bei Mellowvibes. Einfach gucken, man findet das schon. Ich freu mich über jede Email, über alles, ich lese auch alles. Ich will auch Kritik hören, ich will, dass man mir ehrlich sagt, das ist cool, das ist scheiße, ich höre mir gerne Kritik an. Und wenn man mir nur sagt, gut, gut, gut … das nervt mich irgendwann. Ich persönlich bin auch nie zufrieden, ich höre immer Fehler und da frag ich mich, ob die anderen auch die Fehler hören, die ich höre. Sagt es mir, damit ich das weiß. Ich freu mich über jede Email, über jeden Brief, egal was. Hauptsache, ehrlich gemeint.

rap.de: Was wird es von Colos in Zukunft geben und von VS Mafia?

Colos: Von VS Mafia kommt jetzt das Featurealbum „Brennpunkt Berlin“ raus. Da sind alle Featurelieder, die wir gemacht haben, ob bei Massiv oder woanders. Es sind meistens alte Sachen, aber auf jeden Fall sehr gute Sachen dabei, gute Remixe von Woroc. Das kommt jetzt erstmal raus. Jeder von uns hat auch ein Soloalbum gemacht und jeder kümmert sich darum. Aber das nächste VS Mafia Album wird dann die richtige Bombe. Dann haben wir auch ein bisschen mehr Möglichkeiten und da werden wir die Chance nützen, etwas richtig Gutes zu machen und das richtig gut rauszubringen. Aber natürlich bring ich entweder davor oder danach auch noch ein Soloalbum. Aber wir haben alle momentan viel zu tun, deswegen können wir nicht sagen, wann. Das erste, was jetzt rauskommt, ist „Brennpunkt Berlin“ und das Soloalbum von Chagome „Freier Fall“. Auch Woroc hat viel zu tun. Sobald wir die Zeit haben, machen wir schon was.

 

Medine bei Because / Aus für Sinik/Diams Kollabo?

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Das französische Rapkarussell dreht sich auch im Juni unaufhörlich weiter. Gerade heute wurde bekannt gegeben, dass Medine, eine der großen Figuren des Rap Français, vom Label DIN Records zum Indie-Riesen Because Music wechseln wird. Der provokante Rapper aus Le Havre, der bereits 3 Soloalben zu verbuchen hat, reiht sich damit in eine Liste großer Namen ein. Bei Because sind unter anderem Sefyu, Tandem und Keny Arkana unter Vertrag. Sein für Frühling 2008 geplantes, viertes Album „Arabic Panthers“, soll jedoch nach wie vor von DIN Records produziert werden.

Für große Aufregung sorgt derzeit der „französische Eminem“ Sinik. Sein neues Album, eigentlich für Juni vorgesehen und dann auf September aufgeschoben, soll nun erst am 10. Dezember erscheinen. Die schlimmste Neuigkeit für Fans dürfte jedoch das Gerücht sein, dass es nun doch nicht zum lang ersehnten Kollabo-Album mit French-Rap-Queen Diams kommen soll. Informationen von Siniks Label Warner Music zufolge, habe Diams bisher noch nicht die Zeit gefunden, mit ihrem „Bruder“ und langjährigen Weggefährten Sinik aufzunehmen, weshalb das Projekt vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben sei.

Die Mafia K1 Fry scheint derzeit nichts mehr aufhalten zu können, es vergeht beinahe keine Woche mehr ohne Release eines der Mitglieder der aus den Banlieues im Süden von Paris stammenden Crew. Nach dem Ende Mai erschienenen Longplayer von Manu Key und 2 weiteren Re-Editions, steht nun seit 11. Juni das erste Album von Mokobé in den Läden. Betitelt mit „Mon Afrique“ macht es seinem Namen alle Ehre und ist stark von afrikanischer Musik beeinflusst. Eine Tatsache, die man so garnicht unbedingt erwartet hätte, steht doch die Mafia eigentlich für Streetrap der rauhen Art. Das ruhige und teilweise sehr persönliche Album wertet mit einer interessanten Bandbreite an Featureartists auf. So hört man neben den Rapstars Booba, Diams und natürlich der eigenen Gruppe 113 auch Sänger wie Manu Chao und die Afrikaner Salif Keïta und Youssou Ndour, um nur einige Gäste zu nennen.

Der nächste Mafia-Release steht dann bereits für den 25. Juni ins Haus. Demon One, seineszeichens Teil des Duos Intouchable, droppt, in Erwartung seines im Dezember erscheinenden Debüts, das Streetalbum „Mon Rap“. Mit von der Partie sind hierbei Assoc‘ de Malfrat, Grodash, Dry, Sélim du 94, sowie eine Auswahl der besten Radiofreestyles der Mafia K1 Fry.

Auf den 3. Juli dürften sich alle Fans der alteingesessenen Pariser Crew Less Du Neuf freuen. Dann soll nämlich das 3.  und letzte Studioalbum von JP 12 und Vasquez Lusi, die schon seit 1993 gemeinsame Wege gehen, veröffentlicht werden. Auf „Les Deux Chemins“ („Die 2 Wege“) werden die Jungs tatkräftig von Tunisiano (Sniper), Daddy Lord C, Damslo, Rekmo und Lyana unterstützt. Der Titel scheint vor dem Hintergrund, dass sich die Gruppe demnächst auflösen wird, äußerst treffend gewählt.

Erster New Era Store in Europa

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Diesen Monat war es endlich soweit. Im Juni 2007 eröffnete in London der erste europäische Flagship Store der New Era Cap Company, Inc. Der Store ermöglicht es, der amerikanischen Firma auf zwei Etagen die gesamte Bandbreite ihrer Kollektion in einem ansprechenden Umfeld zu präsentieren. Angefangen bei klassischen Urban- und Sports- Produkten bis hin zu den eher ungewöhnlichen, einzigartigen Fashion und Design Items. Der neue Store befindet sich in der angesagten Brewer Street 72-74. Die europäische Filiale bietet auf ihren 120 qm Verkaufsfläche das weltweit größte Angebot an New Era Headwear Artikeln. Mehr als die Hälfte der vor Ort erhältlichen Artikel gibt es exklusiv im Londoner Store. Darunter auch eine Reihe von Produkten, die den speziellen Einfluss der Stadt zeigen und eine von Marvel und DC-Comics lizensierte Serie. Außerdem wird im Laden die neue gelaunchte Modelinie EK angeboten werden, die nach dem Gründer von New Era Erhardt Koch benannt ist. Hier schon mal ein erster Eindruck:

          

Uptwown´s Finest Radio Show

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Ab jetzt kann man sich die wöchentlich ausgestrahlte Hip Hop / R&B Radioshow des Trios Dj Ron, Kenny D & Fast Phive kostenlos auf dem Handy anhören oder mit dem Computer als Podcast abonnieren. Den Podcast bekommt man auf der Homepage der Sendung unter www.uptownsfinest.de und das Abo garantiert einem immer die aktuellste Sendung auf dem Rechner zu haben. Als Alternative gibt es jetzt auch die Möglichkeit die Show über das Handy anzuhören, ganz einfach über die deutsche Festnetznummer 0931 66399 2558. Um den Stream am besten zu nutzen eignen sich natürlich die verschiedenen Flatrate-Tarife der einzelnen Anbieter, um den Geldbeutel nicht zu sehr zu strapazieren. Über die Tastatur des Handys kann man den Stream auch steuern und sogar Kommentare zur Sendung abgeben.

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