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Genetikk – German Angst (Der Traum ist aus)

Genetikk haben in der neue Single „German Angst” einen besonderen Song wieder aufleben lassen. Denn noch bevor der erste Part gerappt wurde, ist Rio Reiser zu hören, wie er live „Der Traum ist aus” performt. Dann setzt Kappa auf einem pulsierenden Beat ein und schießt mit Punchlines um sich die unsere Zeit nichts Gutes abgewinnen. Das gezeigte Cover lässt erahnen, dass am morgigen 1. Mai mehr kommt.

„Windstärke zehn, das ist der Brainstorm
Freedom statt zu dienen
Das Böse steigt aus einer schwarzen Limousine
Man sagt, über den Wolken sei die Freiheit grenzenlos” 

Im November kündigten Genetikk kurzfristig ihr Album „German Angst” an. Handelt es sich bei der für morgen angekündigten Fortsetzung vielleicht um ebendieses Release als eine Art Voralbum á la K.I.Z? Der neue Song ist jedenfalls neben „Antiassimiliert” und „Requiem” die dritte Single, die in der Promophase zum kommenden Album „MDNA” veröffentlicht wurde. Davor hat sich das Duo mit Signing Mu$a386 zusammen getan und den Track „Ich habs dir gesagt” gedroppt.

Josi – Oben Sehen (prod. Blindforlove)

Josi veröffentlich ihre neue Videosingle „Oben Sehen” und lässt ihren Gefühlen freien Lauf. Nach den Pianotönen setzt ein deeper Beat ein und die Rapperin lässt die gemeinsame Zeit Revue passieren. Auch wenn ihr klar ist, dass die Beziehung keine Zukunft mehr hat, kann sie die Sehnsucht nicht einfach abschalten. Auch im Video erlebt sie die Erinnerungen durch Flashbacks noch einmal.

What the fuck is love?
Und warum tut sie so weh
Meine Seele hellwach
Und mein Körper so müde
Weil mein Herz nicht mehr lebt

Zuletzt war Josi zusammen mit Olexesh auf dem Song „Icy” zu hören. Davor releaste die Frankfurterin den Track „Lipgloss”. Die neue Single ist die dritte Veröffentlichung als Artist des ebenfalls neu gegründeten Labels Authentic Athletic Records.

Vandalismus – Punks Freaks Kingz (prod. Simelli)

Credit: Quinten Quist

„Wo sind all die Punks hin? Wo sind all die Freaks hin?” Diese Frage hatte einst Shacke One aufgeworfen. Nun greift Vandalismus in seiner neuen Single genau diese Thematik wieder auf. „Punks Freaks Kingz” heißt die neuste Nummer, in der er seine Verachtung für Teile der Szene kundtut. Materialismus, Öberflächlichkeit und Profitgier sind einige der Werte, mit denen er hier abrechnet. Im Video gibt es diverse Cameoauftritte von anderen Künstlern.

„Ja, du freestylest deine Texte, ey, das hört man
Und ich zieh an der Menthol und verlasse meinen Körper
Denn ich freestyle mein Leben, doch sitz stundenlang an Texten
Ich bin nur ein deutsches Dreckskind, doch mit niemand zu verwechseln“

Im September 2020 veröffentlichte Vandalismus sein letztes Album „Gloria & Schwefel” über Audiolith. Ende März meldete er sich mit der Single „Schweinesonne” zurück und kündigte im selben Atemzug auch das Release seines neuen Albums „Bombers From Burundi” für den 25. Juni an. Der Longplayer erscheint wieder über Audiolith.

Ben Salomo packt Deutschrap mit „Kronzeuge” auf die Anklagebank

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Ben Salomo ist den Meisten wohl als ehemaliger Host von Rap am Mittwoch bekannt. Außerdem ist er als einer der wenigen jüdischen Akteure unsere Szene aber auch ein lauter Beobachter, vor allem wenn es um Antisemitismus und solchen im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien geht. Nun veröffentlicht er über YouTube den Song „Kronzeuge”.

Als Grundlage für das Video dient ein Ausschnitt aus einem Instagram-Live-Gespräch von SadiQ mit Arafat Abou-Chaker, dessen Brüder bekanntermaßen alle Namen von Feinden der Juden tragen. Im lockeren Talk sagt Arafat, Juden seien im Deutschrap direkt unten durch. Daraufhin ersetzt Salomo SadiQ und packt Deutschrap kurzerhand auf die Anklagebank. Als Kronzeuge dient dabei Arafat selbst.

Im Stile einer Anhörung bespricht Ben Salomo den omnipräsenten Antisemitismus innerhalb der Szene – rechtsoffene Rapper, Fans von Terroristen in Machtpositionen, aber auch stille Szenemedien und sogenannte stalinistische Schlägertrupps (wobei sich der maoistische „Jugendwiderstand” schon vor einiger Zeit auflöste) werden hier alle als Schuldige benannt.

„Die Szenemedien schauen weg oder nennen es Entertainment
Die Industrie ist involviert in dieses Framing
Denn Manager mit weit vernetzten Beziehungen
Tätowieren sich Portraits der Chefs von Terrorgruppierungen”

Lest hier den Kommentar von Oliver Marquardt aus 2019 zu Antisemitimus im Deutschrap.

Pilz – 161 (prod. Rypzylon)

Pilz ist laut und progressiv – für einige wahrscheinschlich auch radikal. Genau das trifft auch ihre neue Single „161” zu. Denn schon der Titel trägt durch den bekannten Zahlencode eine antifaschistische Handschrift. Auf einem pulsierenden Beat schießt die Lübeckerin mit harten Punchlines gegen die gesellschaftlichen Missstände und die aktuelle Politik. Rap ist somit eine weitere Waffe ihres Aktivismus.

„Absurde Welt, in der der Weihnachtsmann geliebt wird
Und Coca Cola schwarzes Gift für Kriege liefert
Gelbe Westen scheinen heller als die Sonne
Und das M von McDonald’s wenn wir kommen” 

Seit über zehn Jahren ist Pilz im Deutschrap-Game und veröffentlichte in dieser Zeit unter anderem Tracks wie Antik, Fuck Jiggy Rap und Konfetti zusammen mit Staiger. Zuletzt erschien der Song Swipe Up. Am 16. Mai wird sie Teil des Livestream-Festival der Battlerap-Plattform „Don’t Let The Label Label You“ sein. Der Stream wird auf dem Twitch Kanal von DLTLLY übertragen.

Nessa – Hallo Deutschrap Pt. 1 (prod. Pato)

Nessa bietet mit ihrer neuen Single „Hallo Deutschrap Pt. 1” eine angenehme Abwechslung. Denn anstatt sich durch die gesamte Szene zu dissen, wie es viele ihrer Kollegen tun, verteilt sie auf ihrem Track einfach mal Props an einige ihrer Zeitgenossen. Von Capital Bra über Badmómzjay bis hin zu Sido bekommt hier jeder mal ein Shoutout und wird durch eine bekannte Line zitiert. Allerdings benennt Nessa hier nicht wirklich Rapper aus dem sogenannten Untergrund, sondern in erster Linie die, die an der Spitze stehen.

„Das mit dir kommt nie mehr vor
Final Kill wie PA Sports
Du hast in meinem Leben nichts zu suchen
Nur weil ich Apache feier, nennst du mich ’ne kleine”

Vor einem Monat veröffentlichte Nessa ihre Single „Ha Ha Ha”, die ebenfalls von Pato produziert wurde. Wir dürfen gespannt bleiben, was die Newcomerin für die Zukunft geplant hat.

Lolito – Imbecile (prod. Swerve)

Knapp einen Monat nach dem Release seiner EP „Blockparadies” veröffentlicht Lolito das Video zum Introtrack „Imbecile”. Der Track stellt selbstverständlich die Weichen für den Rest des Tapes und heißt die Zuhörer im Blockparadies willkommen.

„Habe am Drogenumschlagplatz Vertrag unterschrieben
Die Siedlung lässt Korken knallen und, Kuseng, fünftstelliger Betrag in der Tasche
Hab schon damals mein Eltern gesagt, gehe kontinental und verbreite viral”

Am 2. April droppte Lolito seine EP „Blockparadies”. Daraus koppelte er die Titelsingle, „Dresscode Black”, „Paranoia” und „Hood” aus.

Marteria – Paradise Delay (prod. DJ Koze)

Marteria erinnert uns mit seiner neuen Single „Paradise Delay” an eine fast vergessene Zeit – als Clubs noch geöffnet hatten und die Nacht kein Ende zu haben schien. Auf einem elektronischen Beat vom legendären DJ Koze beschreibt er dieses wunderschöne Gefühl, sich einfach frei und ungezwungen zu fühlen. Es geht darum, sich zu verlieren und wieder zu finden, wenn die lila Wolken zu sehen sind.

„Aus meinen Augen tropft die Euphorie, geh vor den Boxen auf die Knie
God is a DJ – für ihn werd ich drei Tage wach sein
Nein – ihr bekommt mich nicht raus hier, müsst schon zu siebent oder acht sein

Mit dem Song „Niemand bringt Marten um”, meldete sich Marteria nach seiner musikalischen Pause zurück. Danach folgte der Track „Eule” zusammen mit Jan Delay als Fusionierung von Rap und Disco-Vibes. Ob und wann ein Album kommt, bleibt weiter ein Geheimnis.

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