Schlechte Nachrichten für alle Fans von Said und AchtVier. Eigentlich wollten die beiden im Dezember gemeinsam auf „Auf Beute„-Tour gehen.
Daraus wird jetzt nichts, die beiden schaukeln sich lieber etwas die Eier. Spaß, im Gegenteil: die beiden arbeiten im Moment an einem gemeinsamen Album. Das ist letztendlich auch der Grund für die Verschiebung. Die neuen Tourdates sollen im März/April nächsten Jahres sein, dann hoffentlich mit frischem Album im Gepäck.
BOZ veröffentlicht ein Video zum Song „Syrien“ , der es nicht mehr auf sein letztes Album „Made in Germany“ geschafft hat. Das Thema sollte angesichts des Titels klar sein. Der Song ist auch sicher gut gemeint. Warum er allerdings treffende Kritik an postkolonialen Strukturen („Grenzen mit dem Lineal gezogen„) mit platter antiisraelischer Stimmungsmache konterkariert, bleibt offen. Es ist jedenfalls schade, dass dem ernsten Thema ein letztlich dunkel raunender Song gewidmet wird, der obendrein irgendwas von uralten Bösen und dem Satan erzählt. Alles erscheint hier ein finsterer Plan noch finsterer Mächte – arg vereinfacht halt. Wie gesagt, schade.
Staiger, Falk und Sékou haben den ersten deutschen HipHop-Film am Start: „Blacktape„, eine Liebeserklärung an die Kultur und gleichzeitig eine Beschäftigung mit ihren Widersprüchen. „Blacktape“ wird der erste deutsche HipHop-Film. Punkt. Klar gab es schon andere Anwärter auf diesen Titel, doch die, naja, Dokumentation von Sékou Neblett, Falk Schacht und Marcus Staiger geht wie bisher keiner seiner Vorgänger an die Essenz. Grundlegende Fragen – Kommerz vs. Kunst, Ausverkauf oder Aufstand – werden intelligent und unterhaltsam gestellt. Darüber sprachen wir ausführlich mit den drei oben genannten, die bei allen Unterschieden eines verbindet: Ihre Leidenschaft für Rap und HipHop. Diese teilt auch Chefredakteur Oliver Marquart – das logische Ergebnis: Ein herrlich nerdiges Gespräch über die schönste Kultur der Welt. Genau, HipHop. Der Film bietet dafür die passende Grundlage.
Hustensaft Jüngling macht es noch einmal jedem klar, der es nicht kapiert hat: „Ich bin richer als the richest“ . Und wie transportiert man so viel Cash? Natürlich im „Duffle Bag“, der praktischen Tasche für größere Mengen Geld. Thematisch passend ist das ganze auch in einer Tiefgarage gedreht, Treffpunkt Nummer 1 für allerlei Transaktionen, bei denen man viel Bargeld braucht.
Wie gewohnt erzählt uns der Glo Up Dinero Gang-Member Geschichten aus seinem Alltag, z. B.: „Ich hab Sex mit deinem Vater, deiner Schwester, deiner Mutter, deiner Tante weil ich Lust hab„. Diese Doppeldeutigkeit. Und: Dieses Stehvermögen. Am Ende kommt es dann nochmal ganz dicke: „Ich rappe was ich will das ist der Nonsense-Swagger/ wenn du mich nicht magst ja dann komm du Gangster“ . Shots fired.
Sido und B-Tight schließen eine Aggro Berlin-Reunion nicht aus. Das erklären die beiden in einem Gesprächsauszug, der im Rahmen einer Aufnahme für B-Tights DVD zum neuen Album „Born 2 B-Tight“ aufgenommen wurde.
Gemütlich auf dem Sofa lümmelnd unterhalten sich die beiden Sekte-Gründungsmitglieder im Trailer über ein mögliches gemeinsames Album aller Ex-Aggro Berliner. „Nicht ausgeschlossen“ , „Könnte sein“ lässt Sido zumindest ordentlich Raum für Spekulationen.
Es wäre allerdings ein derzeit zumindest schwer vorstellbares Mammutwerk. Denn, wie Sido betont: „Wenn, dann müssten wirklich alle dabei sein.“ B-Tight ergänzt: „Alle, der erste, der da war und der letzte.“
Das würde im Klartext bedeuten: Ein Album, auf dem Bushido, Sido, Fler, B-Tight, Tony D, G-Hot und Kitty Kat rappen. Braucht man schon bisschen Phantasie für.
Wenn überhaupt, wäre es wohl eine einmalige Sache. Denn, so B-Tight: „Es wird niemals ’ne gemeinsame Tour geben, ein weiteres gemeinsames Album wird es auch nicht geben. Es wäre einfach nur ein Ding, was für sich steht.“
Die Konstellation scheint den beiden dabei keine Kopfschmerzen zu bereiten. Das größte Hindernis sehen sie woanders: Im Zeitfaktor. „Wahrscheinlich würde es zehn Jahre dauern, das aufzunehmen“ scherzt Sido. Vielleicht wird’s ja 2025 was…
Manche Menschen brauchen Kaffee zum Leben. Oder Bier. Oder Club Mate. Vielleicht auch Ayran. Juicy Gay aber hat einen ganz besonderen Treibstoff gefunden. „Ecstasy“ . Viel mehr muss man über dieses tiefgründige Werk auch nicht sagen, der Titel spricht schon Bände. Um es nochmal mit den Worten des im Dunstkreis der Glo Up Dinero Gang Agierenden selber zu sagen: „Ich brauche diese Eeeeeeeees, ich brauche diese Eeeeeeeees, ich brauch diese Eeeeeeeees um zu leben“ Offen bleibt lediglich ob „SCHWULER SAMT COMMING SOON“ in der Videobeschreibung eine ernstgemeinte Ankündigung ist. Genug kreativer Treibstoff wäre ja da.
Nazar arbeitet derzeit an seinem neuen Album – das gab er vor kurzem bekannt. Nun äußerte er sich erstmals zum Stil des neuen, noch unbetitelten Albums und erklärte, es werde „sehr düster“ .
„Kommen gut voran mit dem Album, wird dieses mal sehr düster“ lässt der Wiener auf Facebook verlauten. Kürzlich hatte er bereits erklärt, fünf neue Songs seien bereits aufgenommen. Ein genauer Termin oder Name für das Release ist noch nicht bekannt.
Zuletzt ließ Nazar unter anderem durch die Beleidigung des rechtspopulistischen Politikers Heinz-Christian Strache von sich hören, für die er zu einer Geldstrafe von 2.500 Euro verurteilt wurde. Nazars letztes Album „Camouflage“ erschien im August 2014.
Nazar – Irreversibel
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Kommen gut voran mit dem Album, wird dieses mal sehr düster!
MNero. Bitte wer? So werden jetzt wohl die meisten denken, und ehrlich gesagt nicht ganz zu unrecht. Der Newcomer veröffentlichte am 1. Mai dieses Jahres seine „Zwischen Tür und Kopf„-EP. Mittlerweile steht der Release des Nachfolgers „Zwischen Tür und Kopf 2“ an. Außerdem wurde er bei Lourd Records, dem Label von Sylabil Spill, gesignt. Grund genug für ein kleines Gespräch.
Du zeigst dich auf „Zwischen Tür und Kopf“ technisch ziemlich versiert. Wo hast du das gelernt, man hat ja vorher noch nichts von dir gehört?
Ja, also, ich bin auch schon länger unterwegs mit Rappen, ich hab schon seit ich 13, 14 bin Tracks geschrieben und bin dann auch schon mit paar Leuten regional in meiner Gegend, in Baden-Württemberg, aufgetreten, hab da immer wieder Tracks gemacht und hab auch jedes Jahr weiter an der Musik gearbeitet. Ich glaub daher kommt die technische Versiertheit, weil ich halt immer weiter gemacht habe, nie aufgehört habe, einfach schon länger dran sitze, Raps zu schreiben.
Bist du denn schon immer in diese sozialkritische Richtung gegangen, die du ja stark in deinen Texten hast?
Im Prinzip ja. Meinen ersten Text hab ich geschrieben über Krieg. Man ist 13 und sieht so etwas im Fernsehen und denkt: „Oh shit was geht ab?“ und dann schreibt man das auf und dadurch bin ich dann immer weiter zum Schreiben gekommen, hab nicht nur Raps, sondern auch andere Sachen geschrieben, Geschichten oder so. Und da hat irgendwie immer mitgespielt, dass ich ein bisschen sozialkritisch gedacht habe. Es ist auch nicht das einzige, worüber ich schreibe, aber es ist schon ein großer Teil meiner Kunst.
Auf deiner „Zwischen Tür und Kopf“ -EP hatte das Thema ja einen sehr großen Stellenwert, auf dem Nachfolger ist das ein bisschen weniger geworden.
Ja, das stimmt. Ich hatte beim Nachfolger auch ein bisschen auf andere Sachen Wert gelegt, auch um noch mehr zu zeigen, was ich technisch drauf habe. Auf der endgültigen EP, ihr habt nur vier Tracks oder so bekommen, oder?
Ja genau, das wäre auch meine nächste Frage gewesen: Warum die denn so kurz geraten ist?
Ja, ich glaube ich hatte auch sechs irgendwie weiter geschickt, aber da war irgendwas mit dem Label. Auf jeden Fall gibt es da auch noch zwei, drei Sachen, die sozialkritisch sind, aber ich wollte eben auch mal ’ne andere Seite von mir zeigen, zeigen, dass ich das auch kann. Aber auf jeden Fall bleibt die sozialkritische Schiene trotzdem noch in gewissem Maße erhalten.
Gibt es da konkrete Vorbilder an denen du dich orientierst?
Tja, was heißt Vorbilder. Man hat natürlich indem man Rap gehört hat Sozialkritik mitbekommen, bei mir waren es eher amerikanische Artists, Mos Def oder Black Thought, so in die Richtung. Begriffe wie Freiheit und wie einen das in der Gesellschaft selber betrifft hat man da z.B auch schon mitgekriegt.
Wie kam eigentlich der Kontakt zu Sylabil Spill bzw. seinem Label Lourd Records zustande?
Das war eigentlich nichts spektakuläres. Wir haben uns im Internet geschrieben. Ich hatte mich auch vorher schonmal mit einer Lourd-Mitarbeiterin in Köln getroffen, einfach Party gemacht, einfach so. Und dadurch bin ich dann glaub ich in deren Radar gekommen. Dann wurde ich angeschrieben und dann haben wir einfach angefangen zu proben für die Spill-Gigs. Dadurch haben wir uns immer näher kennen gelernt und dann bin ich da reingerutscht.
Wo würdest du deinen Platz im Deutschrap-Game selbst verorten?
Als Newcomer, der sich gerade versucht ein Standbein aufzubauen. Sonst bin ich mit meiner Kunst oft eher in der bodenständigen Richtung gewesen, was sich jetzt aber ein bisschen ändert, wegen dem Smeezy, meinem Produzent, der jetzt die ganze „Zwischen Tür und Kopf 2“ -EP produziert hat, wo dann eben auch bisschen trappigere oder andere Sachen drauf sind.
Was gibt es denn sonst an zukünftig geplanten Projekten? Ist vielleicht was mit Sylabil Spill zusammen geplant?
Also da kann ich jetzt noch nicht viel mehr sagen, außer das ich auf jeden Fall dran bin an Sachen zu arbeiten und nächstes Jahr auf jeden Fall viel von mir zu hören sein wird. Was jetzt genau passiert, muss man auch mit dem Label nochmal bequatschen, aber ich bin auf jeden Fall dran und arbeite hart an Sachen.