Jaysus

Jaysus hat trotz seines jugendlichen Alters schon so einige Höhen und Tiefen des Business', ja des Lebens an sich gesehen: Jugend am Bodensee, erster Künstlervertrag mit Chablife bei Royalbunker, dann die Trennung sowohl vom Label als auch von seinem Rap-Partner Kay One. Eine kleine Odysee durch verschiedene Teile der rappenden Republik und schließlich die Rückkehr in den wilden Süden Deutschlands. Mittlerweile wohnt und wirkt der Rapper mit den griechischen Wurzeln in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart – und zwar mit voller Überzeugung, wie er rap.de im Gespräch verriet. Hoch über sprichwörtlichen Stuttgarter Talkessel unterhielt sich Jaysus mit Staiger, seinem Ex-Labelchef aus Royalbunker-Zeiten, über alles mögliche, von den alten Zeiten bis hin zu, naja, dem Bahnhofs- bzw. Immobilienprojekt Stuttgart 21.

rap.de: Sag mal, fliegen hier auch Helikopter nachts mit Scheinwerfer über die Hood?

Jaysus: Ähm, letzes Jahr wurde irgend so ein Juwelier ausgeraubt, da sind tatsächlich zwei, drei rumgeflogen. Da ist auch einer über mich drüber geflogen. Ich habe mir die Kapuze übergezogen und bin gerannt, aber die haben mich nicht gesehen. Vielleicht dann doch endlich Gangster-Rap-Image, da es mit der Verhaftung schon nicht geklappt hat

rap.de: (lacht) Du hast dich zu deinem letzten Album als Promoaktion verhaften lassen.  Wer hat sich den so was ausgedacht?

Jaysus: Wir. Ich habe mir dabei nichts gedacht, ich fand’s einfach witzig. Wir haben den Fehler gemacht, die Auflösung in einem extra Video zu machen und das haben sich nicht annähernd so viele angeguckt wie die Verhaftung selbst, die hätten wir einfach ans Video mit rein machen sollen. Ich mache ja Promovideos nicht ohne Grund, ich will ja auch Hype haben.

rap.de: Warum seid ihr hierher nach Stuttgart gezogen?

Jaysus: Weil wir Macht Rap gegründet haben. Am Anfang war es noch wie bei Chablife: Wir machen den Bodensee ganz groß, aber irgendwann ist dann die Realität eingekehrt, dann habe ich gemerkt, die Infrastruktur ist am Bodensee einfach nicht da, weißt du ja selber, du brauchst ja einfach irgendwie gewisse Adressen wo du kurz mal Equipment für dies und das mieten kannst. Oder Veranstaltungsmöglichkeiten – gibt’s da einfach nicht, da gibt es nur so Großraumdissen. Wir hätten auch wie alle Labels nach Berlin ziehen können, wir dachten aber, wir bleiben wenigstens im Süden. Und da Stuttgart eh schon mal die Nummer 1 war, haben wir gesagt: Machen wir uns wieder zur Nummer 1.

rap.de: Wann habt ihr Macht Rap gegründet?

Jaysus: 2009. Es war immer mein Traum. Schon damals, du weißt doch, wie ich bei Chablife schon war. Ich wollte immer irgendwas aufbauen. Ich glaube, die meisten wollen das, aber wirklich auch diese Arbeit aufzubringen und vor allem diese Größe zu haben, einen Schritt zurückzutreten, wenn du ein Künstler hast, der über dich hinaus wächst, das ist schwierig. Das respektiere ich voll krass, wie Eko Größe bewiesen hat, indem er Farid Bang den Vortritt lässt.

 

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