Redman & Method Man – Blackout! 2

Eine Bombe die explodierte und nur eins hinterlassen hat: "Blackout!". Was uns die beiden im Jahre 2001 um die Ohren geballert haben, darf sich heute getrost  All-Time-Classic nennen. Kann der Nachfolger diesen Erfolg wiederholen. Haben Method und Redman, tatsächlich noch das Zeug dazu ein "Blackout" Album zu produzieren, das den Namen "Blackout 2" verdient? Jeder von uns (na zumindest ich) hat doch auf naive Weise die Hoffnung gepflegt es könnte sich tatsächlich um ein zweites "Blackout!" Album handeln. Doch die Spuren der Zeit ziehen an Mr. Mef und Funk Doc nicht vorbei. Das Booklet allerdings sieht schon mal ganz gut aus: Dunkel, gefährlich und viel versprechend – vor allem was die Producer-Namen angeht. Havoc, Pete Rock, der alt bewährte Eric Sermon, der sich auch in der Booth die Ehre gegeben hat, Buckwild sowie Dj Scratch und natürlich Rockwilder. Alles wie gehabt, ergänzt durch einige neue Verpflichtungen an den Reglern, wie Nasty Kutt oder Ty Fyffe, doch diesmal ganz auf Hochglanz gedruckt…

"Ladies and Gentlemen we like to welcome you to the Redman and Method Man Show
". Das Intro jedenfalls, kann sich trotz gewöhnungsbedürftigem Sample und sowohl typischen als auch schon da gewesenen Wortwitz durchaus sehen und hören lassen. Der zweite Track kommt direkt als Brett daher, was wohl nicht minder an der Produktion von Havoc liegen mag, denn hier wird klar gestellt: Leute, wir sind back, das Game ist egal, das hier, ist unser Scheiß, unsere Regeln, egal wo der Trend hingeht, ab hier ist Mef & Red-Gebiet und übertreten darf der, der eben das ist, was verlangt wird: "A dope Nigga".

Danach erwartet uns allerdings ein eher ernüchterndes Feature mit Saukrates. Der Beat besticht durch seinen Loop, doch der Hook klingt mehr nach einer Zweckgemeinschaft, als nach einer wirklich ernst gemeinten Zusammenarbeit. Da helfen selbst Lines wie:“Every  Nigga after me  is a Déjà-vu“, nur bedingt aus, um dem Song was Gutes abgewinnen zu können. Doch nach genau 3.43 min … Bam, ein Beat, der den Kopf nicht still halten lässt und sofort wird klar, es sind wie der Name schon sagt "Dangreus Mcees" am Werk, um sich in die Köpfe der Headz zu brennen. Doch den Sound, wie es im Lied heißt, Untergrund nennen? Ich denke es herrscht über dem großen Teich einfach eine andere Auffassung davon als hier. Was jedoch darf definitiv auf einem 2009er Album nicht fehlen? Richtig: Autotune. Hier auf City Lights im Feature mit Bun B von UGK zu finden. Ich bin wirklich kein Fan solcher Effekte, aber verdammt, es klingt einfach gut.
 

Auf "4 Minutes to Lock Down" gelingt es den gewünschten Sound zurück zu bringen. Mit Hilfe von Ghostface und Raekwon wird gespittet und am Ende des Tracks fühlt es sich fast so an, als hätten uns die vier Jungs zurück in die Zukunft geschickt. Redman ließ neulich noch auf Thisis50.com verkünden, dass viele der Leute einfach den Flavor der 90er zurück in ihren Ohren haben wollen, dazu folgendes Statement zum "Blackout! 2": “This is a 90th feel, but with some of the Now feel, we still in this Box, but we make the box a little bit larger“. Wenn es das ist was Jersey und Staten  Island uns vermitteln wollen, kann man wirklich gratulieren. Das Album ist eine sehr gelungene Abwechslung zu den restlichen Veröffentlichungen aus Amerika der letzten Jahre geworden und im Großen und Ganzen lässt es sich auch wirklich gut durchhören. Allerdings will mich das Gefühl nicht verlassen, dass es sich hierbei um einen kurzweiligen Spaß handeln könnte. Nennt es Intuition oder Ignoranz gegenüber neuer Sachen, ich weiß es nicht. 
"Blackout! 2" ist nach wie vor 100% Method Man & Redman und das vom Scheitel bis zur Sohle, doch als ein wirklicher Nachfolger kann das Stück leider nicht punkten. Unter einem anderen Namen hätte ich mir die LP ohne Bedenken gefallen lassen, doch für ein weiteres "Blackout!" Album, haben die beiden damals einfach eine zu gute Vorarbeit geleistet.

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