Turok – Turok

Turok is back…

Turok hat endlich den Weg auf den Computer zurück gefunden. Wie viele müssen gespannt gewesen sein, nachdem der Publisher Touchstone bekannt geben hat, den erfolgreichen Egoshooter wieder lebendig zu machen, denn Turok bediente sich bereits auf dem N64 schon großer Beliebtheit. Damals noch unter dem Entwicklerteam von Akklaim kämpfte sich der Indianerkrieger mit Messer und Bogen in die Herzen der Fans. Leider war die damaligen PC-Umsetzungen der N64 Versionen nicht so atmosphärisch, aber das soll sich nun ändern.


Der neue Turok

Der neue Turok ist weder eine Fortsetzung der alten Teile noch eine Neuauflage. Das einzige, was er mit den Vorgängern gemeinsam hat, ist, dass man ein Nachfahre eines gefürchteten Indianerstammes ist und mit Dinos in den Ring steigt. Natürlich sind auch Messer und Bogen wieder dabei. Wer sich jedoch auf abgefahrene Alienwaffen und Tek-Bogen freut, dem sei gesagt, dass das Waffenarsenal zwar üppig, aber nicht sehr innovativ ist. Waffen, wie Pistolen, Pumpguns und Raketenwerfer sind halt alle schon mal da gewesen. Generell befindet man sich zwar auf einem anderen Planeten, aber mit Terror-Aliens, die alles um sich rum klein machen, braucht man nicht zu rechnen.

Indianergeschichten

Die Story, die im Spiel erzählt wird, ist spannend und logisch. Man kommt mit einer Einheit auf einen fremden Planeten, um einen Verbrecher namens Kane zu stellen. Dieser ist Befehlshaber über ein Sonderkommando, welches sich das Wolfsrudel nennt und dem auch Turok angehört hat. Nun hilft er einem anderen Spezialkommando mit seinem Wissen, das mittlerweile auf die schiefe Bahn geratene Rudel unschädlich zu machen.

Am Anfang wollt ihr mit eurem Schiff auf dem besagten Planeten landen werdet aber sofort abgeschossen und macht ne Bruchlandung. Nun gilt es erstmal, andere Überlebende zu finden und zur Hauptabsturzstelle zu gelangen. Während des Spielverlaufes bekommt man immer wieder Zwischensequenzen zu sehn, die Turoks Vergangenheit beim Wolfsrudel zeigen. Dadurch bekommt das Spiel ungemein mehr Atmosphäre und Charakter. Natürlich stoßt ihr auch immer wieder auf gefräßige Dinos in allen Variationen. Besonders Raptoren haben Geschmack an euch gefunden. Die Art der Verteidigung ist euch überlassen, wobei ich aber empfehle, unbedingt mal das Messer auszuprobieren. Durch einen getimten Tastendruck erledigt ihr die Bestie in einer gut szenisierten Animation aus der 3-Person-Sicht. Natürlich hat Turok dabei auch mehrere Vorgehensweisen, so dass keine Langeweile aufkommt. Diese Animationen rechtfertigen auf jeden Fall die 18er – Einstufung.

Es macht aber auch manchmal Sinn, die Reptilien am Leben zu lassen, denn eure menschlichen Gegner sind mindestens genauso schmackhaft. So hat man ab und zu eine kleine Hilfe. Richtig staunen kann man dann später über die T-Rexe. Seit der Kloszene vom ersten Jurassic Park Film wurde ein Mensch nicht mehr so genüsslich verspeist.

Indianer kennen keinen Schmerz

Und das ist auch gut so, denn die KI ist nicht schlecht. Es wird sehr scharf geschossen und die Gegner scheinen dich aus jeder Position zu treffen. Gute Deckung ist also oft notwendig. Jedoch haben auch in diesem Shooter die Gegner ihre Macken. So scheuen sie es nicht, einfach mal mitten im Gefecht auf dich loszugehen und werden somit zum leichten Ziel. Selber hat man es mit dem Schießen aber nicht so einfach. Die Mousesteuerung ist sehr schwammig und unpräzise. Die Tastenkommandos sind teilweise verkompliziert. Den zweiten Feuermodus jeder Waffe muss man mit Hilfe der gedrückten Shifttaste auslösen, da die rechte Mousetaste fest belegt ist für das Feuern mit einer zweiten Knarre. Hat natürlich den Vorteil, dass man mit zwei Waffen gleichzeitig schießen kann, aber führt trotzdem zu leichter Verwirrung. Ein großer Kritikpunkt ist, dass man nicht wirklich die Möglichkeit hat, frei zu speichern. Es gibt zwar eine Schnellspeicher/-Ladefunktion, aber sobald ihr das Spiel neu startet, könnt ihr nur an vorgegebenen Kontrollpunkten einsteigen, die das eine oder andere Mal dazu noch sehr unfair positioniert worden sind. Entweder ihr kommt mitten in ein Gefecht rein oder bis zur nächsten Kontrollzone sind es gefühlte zwei Stunden.

Spurenlesen dringend erforderlich

Die Grafik bei Turok basiert auf der Unreal 3 Engine. Die Möglichkeiten wurden auch ganz gut genutzt, aber nicht optimal. So ist Turok kein Referenztitel, aber hat durchaus seine Vorzüge. Liebevoll animierte Dinosaurier und Charaktere und nette Grafikeffekte werden leider von der unübersichtlichen und konstruiert wirkenden Landschaft überschattet. Wer schon bei Crysis Probleme hatte, sich im Dschungel zurecht zu finden, wird hier seine wahre Freude haben. Viel zu monoton gestaltete Dschungellandschaften lassen einen schnell die Orientierung verlieren, darüber helfen auch nicht die gut designten  Mammutbäume hinweg. Innenlevel, wie Höhlen und feindliche Stützpunkte wirken da schon offener und übersichtlicher. Was sehr positiv auffällt, ist die Soundkulisse, sie schafft eine unglaubliche Atmosphäre mit all den Dschungelgeräuschen.

Die Mindestsystemvorrausetzungen liegen bei einem 2,4 GHz Prozessor, 1 GB Ram und einer Grafikkarte mit mindestens 128 MB ( GeForce 6600, Radeon X1300 oder besser). Mit den höchsten Einstellungen lief das Spiel erst mit 3 GHz, 1GB Ram (unter Vista 2 GB) und einer GeForce 8600 flüssig. Außerdem sollte man sich ganze 18 GB Festplatte freihalten!

Fazit

Der neue Turok kommt leider an die Faszination der alten N64 Teile nicht heran. Der Titel hat seine Vorzüge in der guten Story und der gesamten Spielatmosphäre, schwächelt aber durch mittelmäßige Grafik und teilweise kompliziertem Gameplay. So gesehen ist Turok leider nur ein weiterer Egoshooter, der schnell wieder vergessen sein wird.

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