Sprachtot – Gottes Blutiger Pfad

Wer meinte Sprachtots Mixtapereihe hätte bereits ihr Ende gefunden wurde dem Relase von "Gottes Blutiger Pfad“ eines besseren belehrt. Hier waren DJ Ron und DJ Shusta am Werk, die ja bereits für eine ganze Menge sehr interessante Produktionen und qualitativ hochwertige Mixtapes (Reihen) am Werk waren. DJ Shusta war auch für den Grossteil der Beatproduktionen auf "Gottes Blutiger Pfad“ verantwortlich. Erste Bilanz ist also, dass da drei Profis an die Arbeit gegangen sind. Viel versprechend.

Das besondere an "Gottes Blutiger Pfad“ ist sicherlich Sprachtots Stimme die so bassig über die Beats rollt, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Bereits das Cover des Mixtapes spiegelt dessen Atmosphäre wieder. Ziemlich düster, was auch hier wieder von dieser massiven Stimme hervorgerufen und unterstrichen wird. Erwähnenswert sicherlich auch das Feature von Tefla auf "Deine Stadt“, ein Track der zu den Besten auf "Gottes Blutiger Pfad“ zählt.

Ansonsten: Nicht besonders kreative Themenwahl oder Umsetzung, aber schöne Wortspiele & sehr klare Ansagen. Etwas mehr Story und weniger inhaltlose Lines hätten dem Release gut getan, zumindest waren es Tracks wie "Selbstmord“ oder "Glaub Mirs“, die mich bisher für Sprachtot eingenommen haben. Der einzige richtige Aussetzer auf "Gottes Blutiger Pfad“ ist aber "Willst Du Mich?“ dessen gepitchter Refrain wirklich gar nicht geht und damit leider die tiefgehenden Lines ruiniert. Positiv aufgefallen ist das melancholische Outro "Ich Erzähl Dir“ und die Ansage an Rapdeutschland "Wo Seit Ihr?“. Filmliebhaber werden sich an den mehrfach eingeschobenen Zitaten erfreuen können. Etwas anstrengend dagegen sind die ständigen DJ Ron/DJ Shusta Einspieler, die natürlich das Prädikat "Mixtape" rechtfertigt, aber der durchschnittliche Zuhörer hat spätestens ab Track 4 von 21 verstanden wer hier wen präsentiert. Überflüssig.

Zum Abschluss möchte ich Sprachtot noch das konsequente Verwechseln von "wie“ und "als“ vorwerfen, ich bin bestimmt nicht pedantisch, war aber mehrmals irritiert. Wer sich daran nicht stört, sollte aber in "Gottes Blutiger Pfad“ reinhören, denn mit Sprachtot ist auch in den nächsten Jahren definitiv zu rechnen. Wer etwas auf sein Deutschrapwissen hält, kommt an Sprachtot längst nicht mehr vorbei. Und an dieser Stimme!

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