Alicia Keys – As I am

Ganz ehrlich: Alicia Keys ist anders. Ihre Alben waren anders, waren neu. Und „As I Am“ schafft es wieder, anders, neu, zu sein. Schafft man es erst einmal, sich vom Hype um Frau Keys loszusagen und ihr neues Album sozusagen zuzulassen, erschließt sich ein wahres Soul-Feuerwerk. Um es vorwegzunehmen: „As I Am“ ist vermutlich eines der zehn besten Alben aus 2007, und ist, auch wenn der Begriff leidlich abgedroschen wirkt, ein Meisterwerk im klassischsten Sinne. Dabei eignen sich die 14 Stücke des Albums kaum zum Party machen. Langsames wechselt sich harmonisch mit Midtempos ab und hinterlässt eine fast magische Zugwirkung. Ich konnte jedenfalls den Finger nicht vom Play-Knopf lassen. Immer wieder. Alicia Keys Stimme, die Texte, die intelligenten, zugleich sparsamen Beats, das Songmaterial, alles passt. Dass Alicia Keys selbst dieses Album im Zuge der Promotion immer wieder mit einem Janis Joplin-Album verglichen hat, wundert zunächst ein wenig. Doch nach wiederholtem male ahnt man, wo die Annäherung liegt: „As I Am“ ist persönlich und erdig, wenn auch nicht verrockt (wie es in der Öffentlichkeit in letzter Zeit dargestellt wurde). Oft werde ich an (scheint im Trend zu liegen) den Sound und die Arrangements der Sechziger Jahre, dem Sixties-Soul, erinnert. Ein wunderschön gestaltetes Booklet mit einer Menge Infos und netten Fotos runden Alicia Keys bislang bestes Album ab. Einen Favoriten auszumachen ist bei alledem unmöglich, was hier passiert, passiert leider zu selten: Das Album ist ein abendfüllender Spielfilm. Und bitte vorher Bier und Chips holen, um nichts zu  verpassen. Immer noch ganz ehrlich: Ich kann an „As I Am“ nur Gutes finden.

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