Sera Finale – Die nächste Kugel im Lauf

Sera Finale ist schon lange kein Geheimtipp mehr und kommt jetzt über I Luv Money Records mit „Die nächste Kugel im Lauf“ und der Berliner geht auch hier sehr straight seinen Weg: Produziert ist das gute Stück fast ausschließlich von Djorkaeff, nur zwei der Beats kommen von Beatzarre und auch die Feature Liste ist knapp: Godsilla und King Orgasmus One steuern einen Part zu einem der 15 Tracks bei. Vorab sei gesagt: obwohl „Serafiniert“ ein ziemlich gutes Album war, hat Sera sich hier noch gesteigert.  

Sera Finale lässt einen beim Hören von „Die nächste Kugel im Lauf“ nicht zur Ruhe kommen. Schon der erste Track ist ein Statement. „Das ist“ geht ab und führt uns in gute 53 Minuten hochklassige Musik ein. Oft sind von Rappern gesungene Hooks ja eher peinlich, im Fall von „Ich feier mich“ und auch über die Gesamtlänge des Albums sind die aber ein gelungener Beitrag und runden das Gesamtbild ab. „Berlin“ ist ein Track der nicht nur Berlinern Gänsehaut verpassen dürfte, aus „Queen vom Kiez II“ könnte man endlos wunderschöne Lines an den eigenen Liebsten oder die Liebste zitieren und muss unwillkürlich versonnen lächeln, bei „Manifest“ möchte man mitsummen, bei „Zu Dir“ kann man den Kopf nicht am Nicken hindern, „Wenig Zeit“ macht richtig Spaß und „Alles so leicht“ ist der perfekte Track um schlechte Laune besser werden zu lassen. Wie man sieht ist „Die nächste Kugel im Lauf“ ein vielseitiges Album geworden, eines das sich bei näherem hinhören aber auch als persönliches und damit ehrliches Album präsentiert. Sera Finale kombiniert seine harte, dunkle Stimme perfekt mit den melodiösen Beats und erreicht damit, dass auch die sanfteren Tracks wie „Mit ihr“ oder „Mama“ nie kitschig klingen, „Mein Freund“ klingt dann so mutmachend, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Fehlen noch „S zum F“ und der Titeltrack…Banger. Punkt. Sera Finales Wortspiele sitzen und sind kreativ da ist „Die Nation spielt Tombola, was da los? Wer hat den Hauptgewinn versteckt? Jeder zieht ein „Arbeitslos““, nur eines von vielen möglichen Beispielen.

Jeder Part, jede Hook, jeder Beat stehen hier für sich und sind Bausteine, die, aneinander gesetzt einen musikalischen Palast entstehen lassen. Sera malt leicht nachvollziehbare Bilder durch seine Worte und  dieses Album überzeugt nicht nur auf einigen, sondern jedem Track und schafft Atmosphäre, erreicht keinen Tief- sondern nur Höhepunkte und wenn das nächste Album tatsächlich für März angedacht ist, bleibt mir nur noch mich darauf zu freuen.

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