Tony D. – Totalschaden

Tony D läuft auf Heavy Rotation auf MTV und Viva, Grund genug sein Album "Totalschaden" von zwei Seiten betrachten zu lassen.

Georg Rackow:
Tony D
macht alles kaputt, denn er ist der Zerstörer. Ok, soweit waren wir vor dem neuen Album namens „Totalschaden“ auch schon. Die Single mit dem abgeänderten „Smells Like Teen Spirit“-Riff ist ganz gut angekommen und wahrscheinlich können sogar Tony D-Gegnaz diesen Song feiern. In letzter Zeit überraschte der Zerstörer auch mit relativ persönlichen Interviews und Medienauftritten. Legt man nun die Aggro-Entwicklung zu Grunde und lernt aus der Vergangenheit, dann ist es ratsam mit dem Hören mit der Bonus-Disc der Premium-Edition anzufangen. Bei B-Tight trug diese Vorgehensweise wirklich starke und gut klingende Früchte. Doch es wird schnell klar, das Tony D in dem Punkt leider enttäuscht.

Es geht in allen Songs ums Zerstören, ums Kaputtmachen, und zwar auf ziemlich typische Tony D-Art, einfallslos, neben dem Takt und schlecht gereimt. Na gut, denke ich, vielleicht ist das ein Bonus für die alten Fans, die sind ja einiges gewohnt und abgehärtet. Vielleicht ist der Hauptteil des Albums etwas abwechslungsreicher und vielleicht ist eine Weiterentwicklung erkennbar. Doch wiederum weit gefehlt. Zusammengefasst kann man auf 19 Anspielstationen hören, wie Tony D irgendetwas oder irgendwen zerstört. Fertig. Nicht mehr und nicht weniger. Aber so was von uninspriert und ebenfalls neben dem Takt und schlecht gereimt, dass es einem übel werden kann. Am schlimmsten sind aber 19 Tracks am Stück mit Halftime-Rap auf Crunk-Beats, die ruhig den ein oder anderen schnelleren Part vertragen hätten.

Einen Featurepart in dem Style kann ich ja noch feiern, aber ein ganzes Album? Da ist es schade um Zeit und Geld und Arbeit aller Beteiligten, so was überhaupt zu machen. Das kann man auch nicht mehr unter eigenem Style verbuchen. Mit dem Originalitätsargument kann man einfach nicht den massiven Mangel an Qualität rechtfertigen. Einzig positiv bleiben B-Tight, Fler und K.I.Z. in Erinnerung. Bei Fler ist sogar eine enorme technische Steigerung zu erkennen, die mich auf nächste Releases gespannt macht.

Es ist also bezeichnend, dass das Interessanteste des Tony D-Albums zwei Fler-Featureparts sind, naja. Ich kann hier also wirklich nur vom Kauf abraten, das ist rausgeschmissenes Geld. Ach ja, und was ich mich die ganz Zeit gefragt habe ist: was macht ein Zerstörer eigentlich, wenn er alles zerstört hat (denn das hat der Protagonist laut eigener Aussage mit seinem Album getan…)? Ich hoffe inständig, kein weiteres Album.


David R.
Nach dem Release von Tony Ds Album „Totalschaden" ist nichts mehr so, wie es einmal war. Der Begriff „Crunk" bekommt seit diesen Tagen eine ganz neue Bedeutung und wenn man im Duden das Wort „Totalschaden" nachschlägt, steht bei Definition: Tony D. Ich muss gestehen, dass ich lange kein so abgedrehtes, verrücktes und zugleich trotzdem gutes Album aus der deutschen HipHop Szene gehört habe. Mit der ersten Singleauskoppelung „Totalschaden" hat Tony D für meine Begriffe, neue Maßstäbe gesetzt. Die Mischung aus Crunk, Crossover und harten Raptexten ist auf jeden Fall ein Erfolgsrezept. Das Lustige ist aber, dass den Zuhörer mehrere Stile durch das Album begleiten – bis hin zum absoluten „Totalschaden".

Wenn man sich einmal Premium Edition von „Totalschaden" betrachtet, stellt man ziemlich schnell fest, dass sich auch Specter der für das aggressive Aussehen bei Aggro Berlin sorgt, diesmal wieder richtig ins Zeug gelegt hat. Durch den Comic- Sin- City- Stile ist das Album nicht nur schön an zu hören sondern auch an zu sehen. Neben den Produktionen von Dauergast Tai
Jason findet man auch alt bekannte Gesichter wie DJ Desue, Shuko, Don Tone, Goofiesmackerz, Djorkaeff und Dan.

Ob man nun die aufwendigen Skits oder das schon fast Technolastigen „AAAHH" Interlude hört wird klar, hier war einer am Werk der einen Totalschaden hat. In „Auf Und Ab" mit Sido hämmert euch der Dirrrtyyy South Beat à la Rick Ross ins Jenseits. „Du gehst mir auf`n Sack, doch du haust nicht ab, jetzt wird der Knüppel ausgepackt…", „Du gehst mir auf den Sack hau endlich ab ich bin Tony D, mach Menschen platt. Mache sie Totalschaden wenn sie stressen wie ein Spast. Das geht sehr schnell bei mir ich habe Nerven wie Papier…"  Wer auf eine schnelle HiHat, eine harte Snare und die Psychomelodie von Halloween abfährt, kommt bei „Mörderrap" mit Fuhrmann auf seine Kosten. „Irgendwas quält mich die ganze Nacht lang, ich bin wach und geh an den Schrank ran. Ich nehm` die Waffe und schau sie mir an. Ich leg mich wieder hin, doch sie geht mir nicht aus dem Sinn…", „Mördermann in 07 ein guter Freund von Tony D. Mord, Rap, Fantasie – Tatort ist dieser Beat. Die Snare gibt den Takt für den Schlag mit der Axt…". Für Partygänger ist natürlich auch gesorgt. Dies geschieht in Form von Harris, Kitty Kat und Tony D – „In Club". Tony D kommt in den Club macht alles kaputt, heut Nacht geht es rund…", „Ich bin Tony D. Ich geh` nicht gern allein in Club. Kitty ist dabei, Harris ist dabei…"

Weitere Clubbomben, Psycho-, Crunk-, Rock- und auch Gangsterrap- Tracks made in Germany werden unter anderem von Mok, Fler, Bobby Dick, Frauenarzt, Massiv, K.I.Z. und GMZ begleitet. All dies findet man auf 26- Tracks starken premium Edition von „Totalschaden"(incl. „Totalschaden" Videoclip). Für den kleinen Geldbeutel ist aber auch gesorgt („Totalschaden" normal Edition, diese umfasst satte 19 Tracks). Um die Sache glanzvoll abzurunden möchte ich noch erwähnen, dass die Cutz seit eh und je von Aggro Berlins DJ, DJ Werd, beigesteuert werden.

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