58 Beats Sampler – …haben wir nicht nötig

Ein Sampler ist entweder ein Medium, um verschiedene Künstler vorzustellen oder um eine Retrospektive zu zelebrieren. Im Fall des 58BeatsSampler trifft aber irgendwie beides zu. Einerseits macht David Pe mit seinen Mannen von Main Concept sein Ding und man muss niemandem mehr erklären, wer das ist und wie das klingt. Und andererseits gibt es bei 58Beats solche Gruppen wie Creme Fresh und vierzueins, für die es sich über München hinaus erst noch zu profilieren gilt. Unbekannt sind sie freilich nicht, ebenso wie Roger Rekless und Minute (beide von vierzueins) solo, doch vom Status einer Gruppe wie Main Concept sind sie noch weit entfernt.

So soll der Sampler also die gesamte Bandbreite der 58Beats-Mitglieder präsentieren. Was dabei auffällt, mutet aber irgenwie eigenartig an. Ist man von Münchener Releases einen Output gewohnt, der in Ohr und vor allem Hirn haften bleibt, rutscht dieser Sampler zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus. Es will einfach nichts hängen bleiben. Auch nach dem zweiten und dritten Hören besticht die Münchener Mixtur lediglich durch Belanglosigkeit. Einen kurzen Hinhör-Effekt erzielen lediglich das Intro durch seinen Beat und die wenigen Joints von Roger Rekless und Creme Fresh, die etwas druckvoller vorgetragen werden. Der Rest der Tracks verschwindet in einem poppig-seichtem Einheitsbrei.

Das Gesamtprodukt ist also etwas müde und kommt inhaltlich wie musikalisch nie so richtig in Fahrt, was auf gewisse Art und Weise abzusehen war, hört man sich zum Beispiel das vor kurzem veröffentlichte Minute-Album an. Aber es enttäuscht irgendwo doch, denn aufgrund eines mittelmäßigen Releases ist ja nicht gleich das ganze Label schlecht. Und die Hoffnung stirbt zuletzt, das München vielleicht doch nochmal aufdreht. Mit diesem Sampler gelingt das leider nicht.

Einen Pluspunkt kann die Scheibe aber trotz der Kritik einfahren. Wenn ihr an einem sonnigen Sonntagnachmittag raus aufs Land fahrt und einfach nur vor euch hinrollt und die Natur genießt, dann ist dieses Album genau das richtige um euch sanft aus dem Autoradio bedudeln zu lassen. Word, das lohnt sich!

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