Jom & Said – Alles Oder Nichts

Jom & Said haben sich alles andere als viel Zeit gelassen, um ihr erstes Album „Alles Oder Nichts“ zu veröffentlichen und im Spiel für etwas Wind zu sorgen, schließlich kennen sich die beiden schon seit über zehn Jahren und waren auch schon in verschiedener Weise in der Rap Welt aktiv. Unter anderem mit der Crew SRK und ihrer Verbindung zu Harris, der auch auf „Alles Oder Nichts“ wieder stark vertreten ist. Diese Freundschaft führte zu mehreren Features mit den Spezializtz und gipfelte 2005 in dem Track “Die Sekte Und SRK“ auf dem „Deine Lieblingsrapper“-Album mit sido und Harris. Mit dem Track „Clubmub“ findet sich die alte Besetzung jetzt zu einer würdigen Fortsetzung erneut zusammen.
„Alles Oder nichts“ bietet 18 Track inklusive Intro und zwei Skits, aus denen der Einfluss der Straßen Kreuzbergs deutlich heraus zu hören ist. An Featuregästen bringt das Album Dirty Harry, der auf mehreren Songs vertreten ist. Des weiteren Tone, Bintia, das ehemalige MOR-Mitglied Jack Orsen, sido natürlich und noch einige weitere. Für die Produktion des Albums zeichneten sich unter anderem Kay Mason, 4Ward und Jom selbst verantwortlich. Die Beats sind schon wie bei vielen der früheren Aggro-Releases eher synthie-lastig.
Bevor ich mich ganz dem Album zuwende muss ich zwei Tracks aussortieren, die meiner Meinung nach den durchaus positiven Gesamteindruck stören. Zunächst wäre da „Du Bist Kein Gangsta feat. Cherine“, an sich eine gute Idee, aber einen Song gegen Fake-Gangsta mit so einem poppigen Beat und gesungener Hook auszustatten, finde ich etwas unangebracht. Das zweite ist das Liebeslied „Stift, Zettel und Zeilen feat. Bintia“, das auf diesem Album irgendwie fehl am Platz wirkt. Der Song demonstriert zwar, dass die Jungs auch in der Lange sind solche Lieder zu schreiben, erweckt aber leider den Eindruck, das hier versucht wurde auch den letzten Kunden zufrieden zu stellen.
Thematisch finden sich auf der Platte Songs zum Leben auf der Strasse, hier geht es teilweise auch darum, wie man sich von diesem Leben lösen kann. Dann gibt es natürlich noch ein paar Clubsongs und mehrere Battle-Tracks. „Schau Dich Um feat. Steve“, ist feinster Straßenrap, der von einem extrem druckvollen Beat begleitet wird. Jom & Said machen klar, dass mit ihnen besser nicht zu spaßen ist. Das erste Feature von Harris „Von Unten Nach Oben“, beschäftigt sich damit welche Möglichkeiten die Jungs sehen, um dem Leben Auf der Straße zu entkommen. Das definitive Highlight des Albums ist das Zusammentreffen mit den Lieblingsrappern sido und Harris auf „Clubmub“, der hart in den Club drängt und nach Lieblingsrapper Tradition dort auch Spaß machen wird.
Wer mit den Veröffentlichungen aus dem Haus Aggro Berlin, oder mit Berliner Rap allgemein wenig anfangen konnte, wird wahrscheinlich an „Alles Oder Nichts“ wenig Spaß haben. Alle anderen erwartet hier ein durchaus interessantes, straßenorientiertes Debütalbum mit einigen absoluten Bomben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die beiden Jungs entwickeln und auf ihrem nächsten Release präsentieren.

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