Guru – Guru’s Jazzmatazz Vol.4; The Hip Hop Jazz Messenger: „Back To The Future“

Schon bevor man überhaupt in das neue Projekt von Guru reingehört hat, müssen drei extrem wichtige Elemente beachtet werden. Zunächst wäre da die unbestreitbare Tatsache, dass DJ Premier nun endgültig fehlt und der von Guru immer wieder als „Superproducer“ bezeichnete Solar beweisen müssen wird, ob er diesen Titel auch zu Recht trägt. Auch Guru ist inzwischen nicht mehr der jüngste, aber man geht zumindest bei Jazzmusikern ja davon aus, dass sie erst im Alter richtig gut werden können. Eine weitere Hürde, die der Hip Hop Jazz Messenger nehmen muss. Als letztes bleibt dann natürlich noch die Musik, die bei einem Crossover Projekt wie der Jazzmatazz Reihe schon seit dem ersten Teil nicht jedermanns Geschmack ist, aber das ist Jazz  ja oft auch nicht. Wie schon bei den ersten drei Teilen werden verschiedene Musiker aus beiden Welten miteinander kombiniert. Für den Jazz Anteil sorgen Namen wie Bob James, Ronnie Laws, David Sanborn und weitere. Diese werden entsprechend ergänzt von Künstlern wie Common, Slum Village und verschiedenen Sängern wie Bobby Valentino, Caron Wheeler, oder Damian Marley.
Aber genug vom theoretischen Gerüst, kommen wir zum eigentlichen Inhalt des Albums. Das Album eröffnet mit dem großartigen “Cuz I´m Jazzy“ mit einem Gastbeitrag von Slum Village. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man bei dem Basslauf sogar glauben, dass der ehrwürdige Premo wieder mit an Bord wäre. Was anschließend auf den Zuhörer wartet ist mehr oder weniger eine Achterbahnfahrt aus absoluten Highlights und mehreren Tracks, auf die man vielleicht besser verzichtet hätte. Zunächst zu den Highlights der Platte. Der Opener "Cuz I´m Jazzy“ wurde ja bereits erwähnt, zwei Tracks später gibt’s es das wunderbare "Stand Up (Some Things´ll Never Change)" mit Damian Marley zu hören, dass mit seinem Reggae-Vibe auf ganzer Linie überzeugen kann. Mein absoluter Favorit der 16 Tracks ist der Song "International“ mit Bobby Valentino. Die Melodien des Liedes sind einerseits leicht und poppig, so dass sie direkt zum Mitsingen einladen, werden aber niemals zu seicht, oder verlieren sich in Bedeutungslosigkeit. Als letztes muss noch "Universal Struggel“ hervorgehoben werden, bei dem sich die Produktion von Solar, die Stimme von Guru und das Trompetenspiel von Brownman zu einer perfekten Einheit ergänzen. Aber eine Hand voll herausragende Songs bei einem 16 Track starken Album sind einfach zu wenig, oder? Stücke wie "Look To The Sun“, “Fine And Free” oder “Kissed The World” überzeugen eindeutig zu wenig, um hier eine klare Kaufempfehlung aussprechen zu können.

Was am Ende bleibt ist eine Kombination aus Alt und Neu mit einigen tatsächlich großartigen Highlights, aber leider einer überwiegenden Menge an Songs, bei der die angestrebte Fusion der Stile nicht funktionieren will. Während das Konzept auf den ersten drei Teilen der Jazzmatazz Reihe meiner Meinung nach wesentlich besser aufging, gelingt es dem Hip Hop Jazz Messenger hier nur bedingt seine Botschaft in die Zukunft zu tragen.

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