BBO – Bounty Bay Online

Bounty Bay Online

Moin, Moin – ihr Landratten!

So, es ist soweit. Endlich ist das erste Seefahrer-MMORPG auf dem Markt. Seit Februar kann man sich nun online im 15./16. Jahrhundert auf den 7 Weltmeeren rumtreiben, Städte besuchen und vor allem handeln, wie einst Marco Polo.

BBO vom Publisher Frogster/Yusho ist schon auf dem Chinesischen Markt mit ca. 4,5 Mio. verkauften Exemplaren sehr erfolgreich gewesen. An diesen Erfolg versucht man nun im deutschsprachigen Raum anzuknüpfen. Dabei war es dem deutschen Vertrieb sehr wichtig, seinen Titel noch vor weiteren genreähnlichen Titeln in die Läden zu bringen, denn im Laufe des Jahres werden auch noch MMORPG’s wie Pirates of the Burning Sea und vom Entwickler Disney Pirates of the Caribbean Online erscheinen. Ob sich BBO gegen diese starke Konkurrenz behaupten kann, wird man sehn.

Ahoi Kapitän,

Zum Anfang des Spiels, stellt man sich wie in jedem anderen MMORPG einen Charakter zusammen. Hier muss man jedoch sagen, dass die Auswahlmöglichkeiten doch relativ gering sind. Man wählt zwischen vier Charakteren aus, denen jeweils schon Fähigkeiten angepasst sind und bearbeitet dann noch individuell das Aussehen. Accessoires, wie Hüte etc., kann man sich dann im Spielverlauf bei Händlern kaufen oder bekommt sie als Belohnung bzw. Geschenk.

Ist man mit dem Erstellen seines Charakters fertig, geht’s ab in ein Tutorial. Dieses ist jedoch auch sehr kurz gehalten und als Einstieg in dieses doch sehr komplexe MMORPG ungeeignet.

Nun landet ihr auch schon in eurer Heimatstadt, welche am Anfang Athen oder Alexandria ist. Hier angekommen, geht es erst einmal ans Erkunden. Als Begleiter findet ihr immer ein Kästchen am Bildschirmrand mit wichtigen Infos. In nahezu jeder der ca. 60 Städte findet ihr eine Werft, einen Schmied, Händler, ein Gasthaus und natürlich die Auftragsgeber der einzelnen Berufsgruppen.

Vom Paddelboot zum Viermaster

Wie immer geht es auch in BBO darum, seinen Charakter immer weiterzuentwickeln, seine Fähigkeiten auszubauen und Ansehen und Ruhm zu gewinnen. Viel segeln und neue Entdeckungen machen, von denen es bei BBO ca. 1500 gibt (Tiere, Pflanzen, Bauwerke), sich Schlachten mit Piraten und anderen Gesellen liefern und Quests von NPC’s lösen, lassen eure Fähigkeitspunkte immer weiter steigen und das ist auch gut so, denn auch mit 10 Mio. kann man sich nicht das beste Schiff kaufen, bevor man nicht genug Fähigkeitspunkte besitzt, es kaufen bzw. segeln zu können.

Jede Fähigkeit hat außerdem mehrere Spezialisierungen. So kann man seinen Helden durch erlernen von Fähigkeiten immer individueller gestalten. Es gibt in jeder größeren Stadt einen Lehrer, der Fertigkeiten, bei dem ihr für einen geringen Unkostenbeitrag Fähigkeiten lernen könnt, aber genauso kann man auch durch Quests Dinge dazulernen. Das Spiel ist so konzipiert, dass man nur 7 Fertigkeiten ausbauen kann. So wird verhindert, dass ein Avatar ein perfekter Krieger, Händler, Handwerker und Entdecker gleichzeitig ist und somit jeder Gelegenheitsspieler keine Chance mehr hätte. Wer sich jedoch nicht entscheiden kann, hat die Möglichkeit sich einen zweiten Charakter zu schaffen, da man pro Account zwei Charaktere haben kann.

Mission Possible

In fast jeder Stadt gibt es die Abenteurer-, Handels-, Handwerk- und Kriegsgilde, wo ihr Missionen entgegen nehmen könnt. Die Aufträge werden mit der Zeit aber langweilig, da sie sehr monoton gestrickt sind. Wer sich als Händler ausgibt, der hat die Möglichkeit, durch ein Angebot- Nachfragesystem zusätzlich Kohle zu machen. Abenteurermissionen sind die abwechslungsreichsten, da man viel vom Spiel sieht und sich viele Zusatzmissionen und Quests durch die einzelnen Entdeckungen anschließen lassen. Als Handwerker hat man gleich zwei Aufgabengebiete, entweder man stellt nur Ware her und muss die Rohstoffe kaufen oder man baut die Rohstoffe selber ab. Das gilt natürlich auch für alle anderen, entweder man gibt Geld für benötigte Rohstoffe aus oder man beschafft sie sich selber. Natürlich ist auch hier Fertigkeit gefragt und umso mehr Erfahrung man hat, umso bessere Hölzer und Erze kann man abbauen. Zusätzlich gibt es noch den Landwirt. Als solcher könnt ihr alle möglichen Sachen anbauen und dann später als Händler verkaufen.

Pimp my Schaluppe

Was beim Charaktereditieren fehlt, haben die Entwickler beim Ausbau der Schiffe wieder rausgeholt. Sie sehen vom Boot bis zum Viermaster allesamt gut aus und durch viel erhältliches Zubehör wie Kanonen, Segel, Galionsfiguren, Panzerung usw. sind auch beim kreativen Part kaum Grenzen gesetzt. Man kann sein Schiff bis Stufe 10 umbauen und ist somit eine Gefahr für jeden, der Ärger will, jedoch muss man sehr viel Zeit investieren bis es soweit ist. Und wenn mal ein Pirat kommt und dich versenken sollte – keine Angst, dein Schiff ist nicht weg. Du wirst zu deinem Starthafen gebracht, wo du dann dein Schiff wieder bei der Werft reparieren lassen kannst. Womit wir dann beim Kampfablauf wären. Die Schlacht auf hoher See ist sehr übersichtlich und einfach gestaltet worden. Auch die Möglichkeit zu entern ist gegeben. Durch Spezialfähigkeiten ist auch der Kampf individuell steuerbar und die Fülle an verschiedener Munition macht’s perfekt.

Die Technikecke

Die Grafik ist funktional aber alles andere als zeitgemäß. Charaktere, Schiffe und Städte würden durch bessere Texturen eine bessere Atmosphäre geben. Das Wasser ist jedoch ganz gut geworden und auch die Landschaften wirken trotz einer gewissen Matte gut.
Der Sound wirkt anfangs sehr eingängig auf den Spieler, jedoch für den Routinezocker ist es wegen der Monotonie eher anstrengend.

Die Systemanforderungen sind bei BBO mit 1,2 GHz, 128 MB RAM, 2,5 GB Festplatte und 64 MB-Grafik eher gering, jedoch sollte man einen DSL-Anschluss haben.

Fazit:

Bounty Bay Online überzeugt weniger durch die schwache Grafik, die monotone musikalische Untermalung, die schwache deutsche Sprachausgabe und den oft langweiligen Quests, jedoch durch die gelungene Spielatmosphäre, die komplexen Entwicklungsmöglichkeiten der Charaktere, die Interaktionmöglichkeiten mit anderen Mitspielern und den sehr guten Kundenservice mit regelmäßigen Updates des Spiels ist BBO durchaus ein Geheimtipp.

Besonders Leute, die Pirates mochten, könnten an dem MMORPG gefallen finden. Der Kauf sollte aber überlegt sein. Ist zwar der Kaufpreis mit ca. 30 € relativ günstig, kommt pro Monat nochmals 9,99 € dazu.

Bei der amerikanischen Version „Voyage Century“ hingegen muss man keine monatlichen Beiträge bezahlen. Wer aber Gegenstände, Schiffe etc. kaufen will, muss das mit ECHTEM Geld löhnen. Ob sich Bounty Bay Online gegen Pirates of the burning Sea und Pirates of the Caribbean Online durchsetzen kann, bleibt momentan noch offen, jedoch nachdem, was schon bekannt ist, sind die beiden Konkurrenztitel auf jeden Fall grafisch schöner anzusehen.

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