Phat Kat – Carte Blanche

Phat Kat aka Ronnie Cash sollte man nicht in die Frank `n Dank oder Magoo Schublade stecken. Große Beats, nix dahinter gilt nicht für das Detroiter Urgewächs. Nein, der Rapveteran ist kein Anhängsel an einen Überproduzent, der in diesem Fall Jay Dilla heißt. Dafür hat die dicke Katze zu viel Charisma, einen zu eigenständigen Flow und eine Stimme, die auch auf andere Beats problemlos zur Geltung kommt. Auf „Carte Blanche“, Kats zweitem Solo-Album, beweißt er das.

Aber gehen wir einen Schritt zurück, sprechen wir über die Biografie des Dertroiter Rap-Veterans. Genügend mitgemacht hat er ja. Schon vor dem Hype um die Motorcity war er am Start und zwar mit Dilla. Anfang der 90. hieß ihre Gruppe First Down. Das Ziel, das "D" auf die HipHop-Karte zu setzen, schaffte Eminem dann zwar auf der kommerziellen Ebene und auch Slum Village  haben mit Dilla wohl mehr gerissen, dennoch war Phat Kat immer da und dennoch hatte er immer schon Klassiker zu verantworten, die nur leider mit einer traurigen Regelmäßigkeit keiner bemerkte. Oder spielt euer Lieblings-Dj  „Itz a Rap“? Nö, tut er nicht, schade.
Auf seinem neuen Album „Carte Blanche“ versucht es die dicke Katze mal wieder, diesmal kommen 5 Beats von Dilla, die anderen Produktionen kommen von Dilla-Schülern wir Young RJ, Black Milk oder Nick Speed und heilige Scheisse, die Jungs können was. Eine Produktion dieses Albums als misslungen zu bezeichnen, wäre schlichtweg Unsinn. Und wenn Phat Kat drüber rappt (oder brettert) wird’s auch keinen Deut schlechter. Im Gegenteil, schon der Album-Opener „Nasty ain’t it“ gibt dir, wie man in Frankfurt gerne sagt, bös’. „Get it started“ groovet vielleicht nicht ganz so stark, ist aber dennoch ebenso unglaublich. Wenn Kat auf „My old label“ aus seiner durchaus bewegten Vergangenheit erzählt und mit dem ein oder anderen Ex-Label abrechnet, hört man besser zu und über den Beats, diesmal wieder von Dilla, sag ich nichts: Großes Kino.
Mein persönlicher Albumhöhepunkt featuret Truth Hurts, heißt "Vessels" und wurde von Nick Speed produziert. Wer glaubt es würde kässig und soft, wenn eine R’n’B-Tante zum Zug kommt, ist schief gewickelt. Leise Töne? Liebesgesäusel? Nicht mit Phat Kat. Ebenfalls ganz großes Kino ist das von Dilla geschnitzte "Cold Steele", man checke das Video dazu im Netz. Auch was die Features angeht, darf man sich freuen. Neben Melanie Rutherford, steppen auch T3, Black Milk, der bereist erwähnte Elzhi und der gewohnt großartige Guilty Simpson, der mir auch stimmlich besonders zu Phat Kat passend scheint, ans Mic. Großartig, ganz einfach.

Da gibt es nichts zu bemängeln. Natürlich will das wieder keiner zugeben und natürlich werden, wenn es um Detroit geht, weiterhin andere Namen an erster Stelle genannt werden. Dennoch: Phat Kat hat ein Album abgeliefert, dass nicht wegen der zugegebenen großartigen Produktionen von Dilla, Black Milk und Co. großartig ist, sondern vor allem wegen eines MCs, der Charisma, inhaltliche Stärke und eine gute Prise Roughness mit bringt: Itz a Rap.  

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