Theory Hazit – Extra Credit

Abgesehen von Hi Tek und Fat Jon mit seiner Gruppe Five Deez hat Cincinnati bisher wenige große Rapnamen hervor gebracht. Eine Tatsache, die Newcomer Theory Hazit mit seinem ersten Album "Extra Credit“ dringend ändern möchte. Theory´s Heimat Winchester, Kentucky liegt abgeschieden von den trendprägenden Städten in Osten, Süden und Westen, was es ihm ermöglichte sein eigenes, unabhängiges Verständnis von Hip Hop zu entwickeln. Bereits 1988 hat Theory Hazit mit dem Beatboxen angefangen und ist seit dem einen weiten Weg gegangen, um heute endlich sein erstes vollständiges Album veröffentlichen zu können. Auf dem ersten Song "Lesson In Power“ lässt er dann aber keine Zweifel daran, dass er auf diesem Weg Unterstützung von höchster Ebene hatte. Was einen nach diesem mächtigen Opener erwartet ist äußerst starke Mischung an unterschiedlichsten Themen, abwechslungsreichen Beats und einem erstaunlich reifen Reimstil. All das wird von dem sympathischen Protagonisten zusammengehalten, der seinen Charakter nie in den zahlreich zu findenden Referenzen verliert. Stimme und Flow von Theory Hazit erinnern an manchen Stellen des Albums tatsächlich schon an Größen des Genres wie Common oder Mos Def in seinen besten Tagen.
Thematisch gibt es hier unter anderem den bereits erwähnten Bezug zu Gott, der hier wesentlich ernster zu nehmen ist, als auf manch anderem Rap-Album und auch im weiteren Verlauf von "Extra Credit" zu finden ist. Inhaltlich sind die Songs "Hello Kiddeez“ und "After School Special“ besonders hervorzuheben. Auf "Hello Kiddeez“ erzählt Theory ohne Hemmungen von den Schwierigkeiten zwischen ihm und der Mutter ihrer gemeinsamen Tochter und das er hofft dass es ihr bei ihrem neuen Vater besser geht. In der zweiten Strophe stellt er dass Verhältnis zu seinem Stiefvater dar. Eine Offenheit die man in vergleichbarer Weise vielleicht nur bei Eminem findet, was aber auch schon die einzige Parallele, die zwischen den beiden zu finden ist. Der Song “After School Special” ist Edutainment vom feinsten. Das musikalische Gerüst auf dem Theory Hazit’s Fähigkeiten am Mic aufbauen haben insgesamt sieben verschiedene Produzenten geliefert, zu denen auch Theory selbst gehört. Die Beats reichen von extrem druckvoll ("Lesson in Power“, "Emit Gninrut“) über soulfull und funky ("Extra Credit“, "Gossip Synopsis") bis hin zu sehr relaxten Nummern ("Mrs. Hazit“, "Hello Kiddeez)

Auch, wenn "Extra Credit“ kein Pop- oder Singlematerial im klassischen Sinn enthält, wird das Gesamtwerk zum klaren (Underground-) Hit. Es bleibt über die komplette Spielzeit hin spannend und abwechslungsreich, so dass für fast jeden Geschmack das richtige Stück zu finden sein sollte. Seine eigene Vielfalt beschreibt Theory folgendermaßen „I got so much style, you thought that Theory Hazit was a group.“ (aus "Gossip Synopsis“) Die eingangs genannten prominenteren Kollegen sprechen bereits in höchsten Tönen von Theory Hazit („Dope!!!“- Hi Tek, „…it´s good…the world needs more of it…“- Fat Jon) und da will ich mich dann nur noch anschließen. Reinhören und wohlfühlen.

"Extra Credit" wird ab dem 01.06. in den deutschen Regalen stehen

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