Mims – Musis Is My Savior

Sean Mims hat sich für sein Solodebüt großes vorgenommen. Auf der Single "This Is Why I´m Hot” die im Vorfeld zur Albumveröffentlichung schon in allen Ecken für ordentlich Alarm gesorgt hatte, erklärt er sich selbst zum Retter eines angeschlagenen New Yorks “I represent New York, I got it on my back, Ni**az say that we lost it, so I’ma bring it back“. Der Albumtitel "MIMS“ ist die Abkürzung für "Music Is My Savior.“ Man darf sich also Hoffnungen auf Großes machen.
Das Intro beginnt dann auch mit ruhigen Pianoklängen zu denen Mims erzählt, wie ihn die Musik davor bewahrt hatte, auf die schiefe Bahn zu geraten. “Music saved my life. It kept me inside, it brought me home early; it kept me in the right place, at the right time. So I dedicate this album to music. Music is my savior.” Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Idee hat, um wen es sich hier handelt, könnte Mims durchaus für einen aufstrebenden Concious-MC halten. Nach etwa der Hälfte des Stückes ist aber auch schon Schluss mit der Besinnlichkeit, wenn sowohl Beat als auch MC deutlich an Energie zulegen und die Stimmung entsprechend anheizen. Die Single "This Is Why I´m Hot“ bildet das erste definitive Highlight des Albums. Der Song wie auch weite Teile des Albums sind vom Blackout Movement aus Florida produziert worden, was an sich keine Kritik sein soll, man aber von einem MC, der sich selbst als Retter von New York sieht, vielleicht doch ein bisschen mehr Verbundenheit zur dortigen Musikszene erwarten könnte. Auf den ersten Blick scheint es ungewöhnlich, dass sich Mims die beiden Jamaikaner Junior Reid und Cham für den Remix des Songs eingeladen hat. Erfährt man dann, dass er von jamaikanischen Eltern abstammt, macht es durchaus Sinn, dass er auf diese Weise seiner Herkunft Tribut zollt.
Niemand kann ihm den unglaublichen Erfolg von "This Is Why I´m Hot“ wieder nehmen, Mims versucht jedoch auf diesem Erfolg sein ganzes Album aufzubauen, einschließlich mehrerer textlicher Bezüge auf die Single-Verkäufe in verschiedenen Songs. Bei seinen Ambitionen und Fähigkeiten sollte er da aber deutlich mehr zu bieten haben. Der zweite große Kritikpunkt ist bereits oben angesprochen worden. Für einen MC der sich selbst zum Retter eines verlorenen New Yorks erklärt, zeigt Mims über das ganze Album erstaunlich wenig Bezug zur New Yorker Musik. Dank dem Black Out Movement könnte das Album auch aus dem Dirty South stammen. Bevor hier jedoch ein falscher Eindruck entsteht muss eins ganz eindeutig festgehalten werden, "Music Is My Savior“ ist definitiv keine schlechte Platte. "Where I Belong“, "Cop It“ und "Doctor Doctor“ sind absolute Highlights, auf denen der New Yorker sogar für die eine oder andere Überraschung sorgt. "Where I Belong“ ist Mims Traumvorstellung von einer perfekten Welt “In a place where women don’t trade money for sex/Or cops harass you in front of your steps/Where, taxes don’t equal a half your check/Where people give respect in order to have respect.” Auf “Doctor Doctor” zeigt er sich ähnlich tiefgründig. Mims erzählt hier einem imaginären Psychiater von all seinen Problemen. "Cop It“ ist ein knallharter Track, auf dem sowohl Black Out als auch Mims zu Hochform auflaufen.“I heard it was ‘squeeze first, ask questions last’/So which one of y’all is the next to ask?/Be the same one of y’all up next to blast/I suggest you raise up like Exxon gas.” Davon abgesehen gibt es ein paar Songs für die Ladies, Club-Tracks und den Street-Joint mit Bun B und Seed. Im Prinzip also für jeden Geschmack etwas dabei, was auch den Eindruck erweckt das Album wäre zu sehr auf kommerziellen Erfolg hin produziert worden.
Für mich ein ordentliches Album, dass aber zu schnell wieder in Vergessenheit geraten könnte, wenn Mims nicht bald nachlegt.  

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