Bukue One – Intromission

In den frühen 1990er Jahren gab es eine kurze Phase in der die ursprünglich parallel existierenden Welten von Hip Hop und Skateboarding kollidierten und miteinander verschmolzen. Zu diesem Zeitpunkt wurden beide noch vom Mainstream als anti-soziale Praktiken abgelehnt und als vorübergehende Trends bezeichnet. Hip Hop war keine „echte Musik“ und Skateboarding kein „echter Sport“. Ein heutiger Blickpunkt bringt natürlich eine völlig neue Perspektive, da beide Disziplinen inzwischen feste Bestandteile des Mainstreams und einer Industrie geworden sind, die jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar umsetzt. Während dieser Entwicklung haben sich die ursprünglichen Brüder im Geiste aus dem Auge verloren und es gibt heute nur noch wenige die sich daran erinnern, dass Hip Hop ein wichtiger Bestandteil von Skating war. Tion Torrence, aka Bukue One,  ist einer von ihnen. Daher besteht für ihn Hip Hop auch aus fünf Elementen: Rapping, DJing, Breaking, Graffiti und eben Skateboarding, von denen das Multitalent mindesten drei beherrscht.
Bukue One ist in der Gegend um Berkeley und Oakland, Kalifornien aufgewachsen und wurde dort schon früh mit den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen konfrontiert, als er zum einen die verschiedenen Skate-Videos mit ihrer Punk Musik sah und zum anderen den Hip Hop seiner Freunde für sich entdeckte. Als Teenager war er  bereits ein talentierter Skater und hatte sich einen Namen als Graffiti Künstler geschaffen. Sein großes Ziel war es jedoch immer seine Liebe für Hip Hop und Skating zu verbinden, was ihm zunächst als Veranstalter und Manager auch gelang. Mit seiner Firma Urban Productions organisierte er 1998 ein viertägiges Hip Hop- und Sportfestival in San Francisco mit zahlreichen Vertretern beider Disziplinen. Im Anschluss daran wurde Bukue unter anderem als Tourmanager für Aceyalone aktiv.
Nachdem er sich nun schon fast zehn jahre im Geschäft befindet ist endlich sein erstes Album "Intromision“ bereit.

"Intromission” is all about reintroducing good old party hip-hop to young kids[…]there´s enogh anger out there these days. I´m a party-rocking emcee.
Das erstaunliche ist, dass obwohl Bukue sich entschlossen hat Produzenten aus Deutschland zu rekrutieren, das Album so klingt als wäre es im Umfeld der Hieroglyphics entstanden. Für die Produktion des Albums zeigen sich Flaps, Krutsch, Ph-7, Ammbush, DJ Melrok, DJ Marius sowie verschiedene Turntable-Profis verantwortlich (Mr. Sinista, Ross Hogg, Zac Hendrix). Um Bukue Ones Fähigkeiten am Mic mit diesem Debüt möglichst umfassend präsentieren zu können, wird die Gästeliste so klein wie möglich gehalten. Die einzigen Audnahmen bilden "From Hell feat. EMC“, "Majah Knock feat. Saafir“ sowie der Track "Feral Version Ride feat. Abstract Rude, Del, Ammbush, Mikah9, Motion Man, EMC“. Inhaltlich hat Bukue ein breites Spektrum an Themen zu bieten. So geht es beispielsweise um die Fixierung auf Profit in der Musikindustrie in dem Song “WorkItOut“, es geht um Vertrauen in sozialen Beziehungen in "Decieved“. In "Beautiful Crime“ drückt Bukue seine tiefe Liebe zu Grafitti aus und in "Murder Sound“ kritisiert er die Gewalt in der heutigen Rap-Musik. Das Lied "U Make Me High“ zusammen mit der Sängerin Helen, ist ein wunderschöner, spiritueller Song gegen Ende der Platte.
Soundtechnisch wird die von Bukue versprochene positive Stimmung gehalten und "Intromission“ geht großteils in Richtung Boom Bap der alten Schule, ohne dabei jedoch angestaubt zu klingen. Die größte stilistische Abweichung bietet der Track “Ready Now“, der von Produzent Krutsch mit einem Dancehall-Beat unterlegt wurde.

Das Album setzt sich zwar sowohl textlich als auch musikalisch von der momentanen Masse ab, bietet aber zu wenig Neues um rundum zu begeistern.  Auch wenn der positive Ansatz Bukues durchaus gelobt werden muss und es ihm auch gelingt diesen auf dem Album durchweg stimmig umzusetzen, kann er nicht mit jedem Track von "Intromission“ voll überzeugen. Vielleicht hat er sich für sein erstes Album mit 18 Tracks etwas übernommen, und sollte sich für das nächste Projekt etwas kürzer fassen

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