Fler – Airmax Muzik

An Output mangelt es bei Aggro Berlin derzeit mit Sicherheit nicht. Um die Wartezeit zum nächsten Fler-Album zu verkürzen, griffen die Business-Strategen des Independentriesen wiederholt zu einem besonders in Amerika sehr beliebten Marketing-Tool – dem Mixtape. Nach Flers Mixtape-Debüt “F.L.E.R. 90210“ erschien nun “Airmax Muzik“, ein von gewissen Erwartungen begleitetes Zwischenspiel.  

Aggro wäre natürlich nicht Aggro, gäbe es nicht einmal wieder eine Schlagzeile zu vermelden. Und so wurde gleich kein Geringerer als der “Drama King“ DJ Kay Slay persönlich als Host verpflichtet, während sich DJ Desue, wie beim Vorgänger, für den Mix verantwortlich zeichnet. 

Erwartungsgemäß wird ab Beginn der 23 Tracks sofort gegen alles und jeden losgefrontet und kräftig Welle geschoben. Ob D-Irie und seine Shokker, Bushido, Saad, Raptile, die Juice oder das Splash, jeder kriegt sein Fett weg. Fast überflüssig zu erwähnen, dass sich über die gesamte Länge alles um Representing  und Battle dreht, wie das eben auf Mixtapes üblich ist, die dazu dienen, Präsenz zu zeigen. Und genau das hätte Fler nicht lauter und härter abziehen können. Zum einen geschieht das mittels schwer rollenden Beats und faustschlagartigen Rhymes. Zu den starken Tracks zählen vor allem “Blutbad“, “Disswut“, “Was Ist Beef“, “Berlin Zoo“ und “Wer Will Stress“. Zum anderen wirken einige Stellen hastig eingerappt und in gewisser Weise krampfhaft gereimt. “LMS“ hätte einfallsreicher werden können und die Tonlage von “Jungs Im Viertel“ wirkt auch nicht wie der “echte“ Fler. Ansonsten bietet “Airmax Muzik“ eine starke Performance, besonders gestützt von durchweg bangenden Produktionen.

Für diese pickt DJ Desue unter anderem Tracks von Booba, The Game, Eminem, D12, Black Rob und Ja Rule, aber auch Sidos kürzlich erschienenes “Ihr habt uns so gemacht“. Desue selbst, Shizoe und Tai Jason steuern außerdem einige exklusive Beats bei. Auch die Feature-Artists Sido, Alpa Gun, Shizoe, Massiv, G-Hot, Frauenarzt, Dissput und Hengzt überzeugen zum Großteil.  

Mit “Airmax Muzik“ will Fler zeigen, wer der Boss im Game ist. Das Mixtape stellt sich wie ein Felsen in die Brandung des Deutschrap. Es wird weder an direkten Disses, noch an Übertreibungen und kompletten Rundumschlägen gespart. Im Großen und Ganzen ist Aggros Plan, noch einmal gewaltig aufzudrehen, aufgegangen. Gelegentlich fehlen aber der letzte Schliff oder eine sichtbare Weiterentwicklung und breitere Vielfalt. Dass man an Fler und Kollegen aber in naher Zukunft erst einmal nicht mehr vorbei kommt, daran lässt auch sein neuster Streich keine Zweifel aufkommen.

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