Capcom – Okami

Okami

Mit einem Pinsel gegen den Rest der Welt. Naja, warum nicht? Wenn euer Alter Ego dann aber noch in der Gestalt eines Wolfes auf dem Bildschirm flackert, wird es doch ein wenig ungewöhnlich. Aber lasst euch von dem Konzept nicht verwirren. Okami gehört zu den besten und schönsten Titel für die PS2.

Und neben der Optik hat es auch die Story von Okami gelernt, über Stunden zu begeistern. Selten gab es auf einer schon nicht mehr aktuellen Konsole ein Spiel, dass dieses Kultpotenzial verspricht.

Der Protagonist der Geschichte ist Amaterasu, ein von den Göttern geschickter Wolf, der der Welt wieder Leben einhauchen muss. Ein leichtsinniger Bewohner der Stadt Kamiki, dem Ausgangspunkt der Geschichte, hat das achtköpfige Monster Orochi wieder zum Leben erweckt, welches das Land nun verdunkelt hat. Ihr seid aber bei diesem Abenteuer nicht alleine unterwegs. Der kleine Käfer Issun begleitet euch und steht euch mit hilfreichen Tipps zur Seite. Die werdet ihr auf eurer Reise auch brauchen, denn Okami brennt ein wahres Feuerwerk an unterschiedlichen Rätseln ab. Manchmal müsst ihr die handelsüblichen Aufgaben, wie schiebe den Gegenstand an einen bestimmten Ort und öffne die Tür, erledigen. Häufiger jedoch müsst ihr Aufgaben mit dem magischen Pinsel erledigen, der das absolute Highlight des Spiels darstellt. Durch einen kurzen Druck auf R1 friert ihr das Bild ein und es erscheint ein Pinsel über dem erstarrten Bild. Diesen müsst ihr in bestimmten Bewegungen führen, um ihn zu aktivieren.

Dabei reicht teilweise ein einfacher Strich, um Gegner in zwei zu teilen. An anderen Stellen müsst ihr Windböen zeichnen, die dann Flammen ausblasen und weitere Stellen passierbar machen. Das hört sich vielleicht kompliziert an, ist aber im Spiel einfach und unterhaltsam zu erledigen. Die Pinseltechniken bilden auch den Kern des Spiels, denn gegen Ende müsst ihr alle möglichen Techniken vereinen, um die auftauchende Endgegner zu besiegen.

Nicht nur die Pinseltechnik, auch der gesamte Spielablauf lässt sich wunderbar einfach steuern. So stolziert ihr nach kurzer Zeit schon sehr zielsicher durch die Levels und habt die Steuerung verinnerlicht. Dann könnt ihr euch auch die Zeit nehmen und die zauberhafte Grafik bewundern. Okami wirkt wie eine Mischung aus Wasserfarbe und Cel-Shading, die jederzeit begeistert. Die Zwischensequenzen sind begeisternd schön und auch im Spiel werdet ihr häufig Passagen finden, die ihr einfach ablauft und bestaunt. Okami ist das mit Abstand schönste Adventure auf der PS2, mit dem innovativsten Spielkonzept. Der Sound rundet das gelungene Spiel ab und lässt euch noch tiefer in die Story abtauchen.

Okami begeistert und muss von jedem PS2-Besitzer bei Genre-Interesse gespielt werden. So schöne Rätsel werden sonst nur in Zelda geboten. Besonders die Optik, die wirklich einmalig ist, ist ein absoluter Kaufgrund für Okami. Der Sound, das Handling – alles stimmt. Auch die Ladezeiten sind in Ordnung. Einziges Manko ist die Sprachausgabe der Charaktere und das Anfangsintro. Es ist ewig lang und lässt sich nicht beschleunigen. Die Sprachausgabe beschränkt sich auf nerviges Gepiepe. Aber das sind keine Gründe, um sich nicht in den Titel zu verlieben. Es ist und bleibt eines der besten Spiele auf der PS2. Hoffentlich gibt es einen Next-Gen-Nachfolger!

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