Raportaz-Family – Unter Wert

Unter Wert“ ist  das vorliegende Album von der RaportazFamily, dem Nachfolger zum 2004 veröffentlichten "Mittelpunkt".  Bei den Raportaz handelt es sich um ein Duo aus Göttingen, Dresta und DJ Os Chill, doch hier sind nicht allein sie vertreten, sondern haben auch ihre Family mitgebracht, die u.a. Kuba und Julian Robotz miteinschließt. Neben der Familia gibt es noch massenhaft Features von u.a Pal One, Tone, Illmat!c oder Mnemonic, doch das Album soll nicht als Sampler angesehen werden, da keiner eben dieser Feature sein eigenes Lied hat.

Los geht es mit dem „Crew-Song“ „Raportaz-Family“, zu dem es auch hier einen Videoclip gibt. Solide würde ich das nennen. Passender, aber bekannter Battle/Crew-Beat mit netten Punchlines („ Euer Rap klingt wie ein Kackreiz in Wortform … bevor ich euch höre, trage ich vokuhila… ich fress eine Besenfabrik, wenn ihr geil rappt“). Ein guter Themensong ist „Flucht aus Disneyland“, bei dem zusammen mit Pal One die Konsumgesellschaft sowie die HipHop-Welt an den Pranger gestellt wird ("Sie jagen dich nicht mit Gewehrschüssen, Hundestaffeln, sie jagen dich mit Werbesprüchen"). Das erste Highlight kommt dann mit „Keine Chance“, einem klassischen Battle-Track, der einen Knall-Beat mit Punchlines geschickt kombiniert („Ich fick dich wie Kaiser Franz auf der WeihnachtsfeierDu siehst aus wie nach einem Blowjob mit Presslufthammerauf einer Skala von 1 bis 10 kriegst du Minuspunkte, denn du bist der Gewinner von ‚Deutschland sucht die Riesentunte‚“). Nach mehereren langweiligen Liedern horche ich bei „W-w-wer bin ich“ wieder auf, einem weiteren Battle-Track, aber in schnellerer fast Double-Time-Manier. Des Weiteren sind „Krank“("Meine Augen sind so rot wie Samys zu seinen Kifferzeiten“), der angeblich mit fiebriger Bronchitis geschrieben wurde, was eine interessante Idee wäre, und „Mein Manager“ („Mein Manager hat die besten Pläne, so wie die Mc Donalds Chart Show“) , eine Abrechnung an den Ex-Manager, noch der Erwähnung wert. Die restlichen Lieder, ohne Skit und Intro sind es 18, kann man hören, sie gehen aber leider an mir vorbei.

Alles in allem ist das Album komplett solide und hat hier und da mal eine Punchline, die lustig ist und gefällt. Doch auf Album-Länge reicht das noch nicht aus. Wäre schön, wenn sie auf dem nächsten Album wieder mehr Raporter wären und das überflüssige Gequatsche weglassen.

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