Data MC – Data Invasion

Ono? Da war doch was? An dessen Gruppe Walkin‘ Large erinnere ich mich noch, aber das ist lange her. Muss irgendwann in meiner Jugend gewesen sein. Ono ist jetzt mit einem neuen Projekt zurück: Data MC. Data MC besteht aus Ono, Walera Goodman (u.a. Produzent von The Tape) und San Gabriel (DJ). Dabei handelt es sich nicht mehr um eine reine HipHop-Formation, sondern es werden wild Einflüsse vor allem aus der Elektro-Szene, aber auch Elemente aus Funk, Punk oder Rock miteinander vermischt, und der Hörer so mitunter berauscht zurückgelassen. So erging es auch mir bei und nach Hören der CD.

Aber fangen wir am Anfang an: „Mad Ball“, das erste Lied. Nach dem Spannung erzeugenden kurzen Intro macht der erste Track gleich klar, womit wir es hier zu tun haben: elektrolastige Beats vs. Raps von Ono. Und das macht es nicht einfacher, die Beats bzw. die Musik von Data MC zu beschreiben: tanzbar und groovig sind sie auf alle Fälle, und das scheint das Hauptaugenmerk der drei Jungs auf musikalischer Ebene zu sein. Denn bis auf wenige Ausnahmen erwische ich mich immer wieder, dass ich mich bewegen möchte. „Handsome“, das zweite Lied, verbindet dann Elektro-Elemente mit einem groovigen Gitarren-Riff und Ono`s Rap. Generell zeigt sich bei Ono auch die langjährige Rap-Erfahrung und er rappt sich routiniert von Lied zu Lied. Aber wie erwähnt, scheint mir das Hauptanliegen dieser CD die Tanzbarkeit zu sein. Unter dieser Maxime sind Lieder wie "What about it", "Live Forever" oder "Grab Your Partner" feat. Maxx & Kimo Greene zu sehen. Bei "What about it" z.B. vermischen sich gekonnt der Rap von Ono ("Girl, what it is, girl, can you handle your fists, girl, this is real, no crystal" ) und der sanft, aber kräftig vor sich hingroovende Beat zu einer absolut tanzbaren Einheit miteinander. Etwas aus der Reihe fallen die  ruhigeren "Bad girl" ("I love skinny and fat girls … you can’t survive in this world, unless you’re a bad girl, you’re livin‘ in an man’s world"), bei dem sich auch ein reggae-ähnlicher Beat einschleicht, und "Vanity" sowie das eher hiphop-lastige "Illegal Alien" feat. Zion-L, Deuce Eclipse und Paradox 720, bei dem die Gastrapper durch die Bank überzeugend sind. Irgendwie das einzige Lied, das ich als reines HipHop-Lied bezeichnen würde, auch wenn es durch einen sehr schrill-skrurilen Beat untermalt wird. Abgeschlossen wird die zehn Lieder lange CD mit einem rein musikalischen Outro, im DJ Friction-Remix. Auf diesem Track scheinen nochmal alle in der Einleitung erwähnten Elemente des Albums zusammengepackt zu sein und raus kommt ein bisweilen bizarrer, aber irgendwie doch immer reizvoller Elektro-Track: ein gelungener Abschluss.

Negativ muss ich konstatieren, dass diese CD leider nur zehn Lieder hat und deswegen nur 40 Minuten dauert. Aber das Besondere ist, dass ich bei keinem der zehn Lieder das Bedürfnis zu skippen oder wegzuhören habe. Wenn man aber sich einfach deren Anliegen zu Herzen nimmt und einfach nur tanzt, vergehen diese Minuten wie im Flug und man kann die CD einfach nochmal anmachen und weiter tanzen…

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