AK-G – Alpha

AK-G ist im Kongo geboren und kam mit 8 Jahren nach Deutschland. Heute ist er 20 und nach zwei Mixtapes und diversen Live-Auftritten vor allem im Raum Köln, ist AK-Gs Debütalbum ‚Alpha’ nun auf Stilpass Records erschienen. Laut eigener Aussagen benutzt er die Musik, um eigene Erfahrungen und alltägliche Probleme zu verarbeiten. Und irgendwie hat man nach dem Album tatsächlich das Gefühl den Rhein Energie Basketballer kennengelernt zu haben.

13 der 15 Tracks plus In- und Outro wurden von Pat Ron produziert, der ein hervorragendes Ergebnis abgeliefert hat. Die Beats variieren von Track zu Track, bilden aber ein homogenes Gesamtwerk. Insgesamt auf jeden Fall Chart tauglich, teilweise R’n’B lastig. Mir gefällt die Verwendung vieler Instrumente, ich könnte mir AK-G auch mit Live Band vorstellen, nur die letzten beiden Songs sind leider völlig daneben geraten. Entweder wurde hier nicht vernünftig gemischt und gemastert oder das soll so sein. Ich hoffe Ersteres, weil es bei ‚So much love’ feat. JP schade um einen wirklich anrührenden Song wäre. Die Single Auskopplung ‚Aaaaah…!’ ist meiner Meinung nach richtig gewählt. Der Track geht direkt ins Ohr und bleibt auch dort. Ein weiterer echter Kopfnicker ist ‚No Doubt’ und gleich zweimal featuret AK-G Fleur Earth mit ihrer schönen Stimme. Einmal auf dem von einem sehr gefühlvollen Gedicht eingeleiteten ‚Like a bird’ und, überraschenderweise auf deutsch, auf dem tanzbaren ‚Let me pick you up’.

Zu AK-Gs Lieblingsrappern gehören nach eigenen Angaben Legenden wie Nas oder 2Pac, und das kann man auch hören. Hier wird straighter Rap mit Gepose zelebriert, aber Abseits von Pseudo-Ghetto-Geschichten. Das wird untermalt von dem G im Namen, dass übrigens nicht wie allgemein üblich für Gangster, sondern für Genius steht. Würde er sich in guter alter amerikanischer Manier ein ‚Lil’ davorsetzen, dann unterschriebe ich ihm auch das. Ich bin mir sicher, wir werden noch mehr von AK-G hören – und dann vielleicht ohne ein imaginäres ‚Lil’ sondern mit einem ganz großen ‚Big’, denn mit ‚Alpha’ ist ein überraschend gutes und facettenreiches Newcomer-Werk entstanden.   

 

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