Cool Calm Pete – Lost

So, Mal wieder ein Artist, den vorher kaum einer kannte, von dem man denoch Qualität erwarten kann, ja muss. Die Rede ist von Cool Calm Pete. Immerhin erscheint das Album des guten Mannes auf einem der Topp US-Indie Labels, nämlich auf Def-Jux. Früher war der gebürtige Koreaner Teil der Undergroundrap-Gruppe Babbletron. Heute ist er cool und calm, ich bin gespannt, wie das zu verstehen ist und was da denn nun auf mich zukommt.

Hält der Name, was er verspricht? Darf ich mich zurück lehnen? Nun, ich lege die CD ein und harre der Dinge, die da auf mich zu kommen werden. Nach dem nicht weiter erwähnenswerten Intro nimmt Pete seinen Platz hinterm Mic ein und präsentiert sich  dann doch wie erwartet als sehr entspannter Rhymsayer. Auf einem wundervoll entspannten Beat, der eine melodiöse Trompete und ein Harfenriff (wenn man das bei Harfen so nennt) sportet, fließt Pete über den Beat und somit ist der Titeltrack „Lost“ gleich mal gelungen.

Auch „The List“ gefällt mir und kommt mit einem Beatwechsel während des Tracks.
Richtig gut wird es dann in „Cloudy“, wenn Cool Calm Pete auf einem harmonischen Piano-Beat kritische über das Leben, Leute und nicht zuletzt sich selbst rappt. Die Zeile „I guess living a ly is a luxury too“ bleibt mir dabei im Gedächtnis haften und dürfte als kleine Alltagsweisehit durchgehen. Dieser Track steht eigentlich ganz gut für das Gesamtalbum. Pete berichtet viel aus der Großstadt und dem Leben, die Beats sind manchmal funky, oft eher ruhig- fast immer aber der Maxime untergeordnet, die Ruhe und Gelassenheit Petes weiter zu unterstützen.
Beim ersten Mal hören geht diese Rechnung voll auf: Ich sitze spät in meinem Zimmer und das Album passt zu meiner Stimmung. Tage später, als ich das Album im Auto höre, verlässt es den CD-Spieler schnell wieder. Auch mein Mitfahrer zeigt sich von der LP eher gelangweilt. Auch die drei Bonustracks, die speziell der europäischen Version beigelegt wurden, und von denen zwei Produktionen von Blockhead und RJD2 featuren, überzeugen mich weder früher noch später.  Beide Produzenten haben schon weitaus Besseres geliefert. Der Versuch, Beats mit mehr Power und Pete zu kombinieren misslingt in meinen Augen.

Alles in Allem funktioniert Cool Calm Pete in ruhigen Stunden wunderbar. Sobald man sich aber Energie wünscht sollte man etwas Anderes suchen. Damit hält sein künstlerisches Wirken, was der Name verspricht – das ist erfreulich und heutzutage eher eine Seltenheit.

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