Irie Revoltes – Voyage

Es war wahrlich ein lange Reise für die Heidelberger Formation Irie Revoltes, bis Ihr Album nun letztendlich einen Platz in den CD-Regalen fand. Die Band entstand schon im Jahre 2000 und zählte damals 4 Mitglieder. Zwischenzeitlich erweiterte sich der Kader auf 11 Personen um bis zum heutigen Tage wieder auf 9 zu schrumpfen. Wobei bei einer Band mit einer Mitgliederzahl von 9 Personen der Begriff „schrumpfen“ etwas irreführend sein mag. Jedenfalls konnte man in der Vergangenheit schon zahlreiche Festivals und Konzerte absolvieren, bei denen man, der Biografie nach, frenetisch bejubelt die Bühne verließ.

Bei Betrachtung des Bandnamen sollte einem direkt der Gedanke kommen, dass es sich bei den Irie Revoltes um eine Reggae / Dancehall-Band handeln könnte. Das ist hier der Fakt. Komparative Gruppen findet man sowohl mit Seeed als auch mit der späten Saian Supa Crew. Ein grundlegender Aspekt, denn man bei Seeed nicht vorfinden wird, ist die französische Sprache, welche hauptsächlich zum Positionieren der Aussagen genutzt wird, wobei auch ein deutschsprachiger MC seinen Weg in die Band gefunden hat.

Lyrisch gesehen kann man eine weitere Parallele des Namen zum Schaffen der Band ziehen. „Revoltes“ richtet sich demnach zum Einen auf die sehr häufig auftretende Politisierung des Gesprochenen, zum Anderen auf den Style der Sing- und DeeJays. Sehr kraftvoll schicken diese ihre Vokabularien über die sonnigen Kompositionen. Hierbei sollten sowohl Dancehall-Fanatiker („Mouvement“, „Soldats“ & „Rebelles“) aber auch gediegenere Consciousness-Lover („Ma Voix (ft. Chaoze One)“& „Resistencia“) mehr als zufrieden gestellt werden.

Die Integration des Reggaeton innerhalb der Dancehall-Kultur, von welcher dieser ja ursprünglich abstammt, kann ja mittlerweile nicht mehr bestritten werden. Jedenfalls haben die Irie Revoltes einen solchen Song mit dem bewegendem „Pour Tout Ceux (ft. Wonda Prince)“ auf ihrem Album platziert. Energisch geht es auch auf „Ready“ zu, auf welchem Toni L gastiert und dem Haus-MC der Irie Revoltes mit seinem Style ganz klar die Show stiehlt.

Gegen Ende des Albums wird auf den Tracks „Soleil“ und „Voyage“ noch etwas Ska praktisiert. Somit schließt ein sehr rundes Album, dass mit seiner schönen Live-ähnlichen Akustik bei den meisten Reggae / Dancehall-Hörern Lust auf mehr machen sollte.

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