3gga – In Di Gettho

Geboren in Benin City (Nigeria), verließ Michael Osayande aka 3gga 1999 Afrika und fand in Wien seine neue Heimat. Schon immer der Musik verfallen und durchaus mit Entertainer-Skills ausgestattet war es nur eine Frage der Zeit bis der Mann zwei Jahre später seine erste Single, "3gga Culture" releaste. Ende 2003 gründete er das Soundsystem Italflames, 8 Monate später wurde seine zweite Single, ein Drum&Bass-Kracher namens "Lions´s Dub", zur No. 1 in den UK Drum&Bass Charts.

Drei Jahre später ist die Arbeit an seinem Debutalbum "In Di Gettho" abgeschlossen. Herausgekommen ist ein Sound den er selbst "Ragga Gbedu“ nennt und der sich irgendwo zwischen HipHop, Dancehall und R´n´B bewegt, aber das stets auf hohem Niveau. Die meisten Songs haben eine gesungene Hookline die oft ins popige abzugleiten droht, 3gga toastet in den Passagen dazwischen aber mit seiner dunklen, rauhen Stimme, die irgendwo zwischen Buju Banton und Bounty Killer anzusiedeln ist, und macht kräftig Druck. Gesungen wird übrigens oft auch auf Bini, der Sprache eines nigerianischen Stammes. Auch wenn der Beat meistens stark an R´n´B angelehnt ist wird es jedem Raggamuffin-Youth mächtig in den Füßen jucken sobald 3gga anfängt abzugehen, seine Herkunft als Selecta und MC des Reggae-Soundsystems Italflame spiegelt sich, mal mehr mal weniger, in seinen Tunes wieder.

Das Album startet nach einem Nyabhingi-Intro direkt mit einem Club-tauglichen Dancehallkracher Namens "Make Them Shake" durch, der mit fetter Bassline und von orientalischen Klängen durchsetzt wirklich so einiges bewegt. Und das setzt sich mit ein paar Ausnahmen fast das ganze Album über fort, ohne dabei langweilig zu werden. Dafür sorgen schon die feinen Combinations, die 6 von den insgesamt 18 Tracks ausmachen. Mehr in Richtung HipHop gehen Tracks wie "Emilon Soro", astreinen Raggamuffin im Club-Remix gibts mit dem Soca-lastigen "Galala", danach ist Reggaeton mit "Tunike" angesagt. Spätestens bei "Ready When U Ready", einer Combination mit Raggamuffin-Urgestein Daddy Freddy auf einen Burnerbeat von Texta, sind die Heads aber gemeinsam mit der Massive am Abgehen. Weiter hinten auf dem Album finden sich dann auch noch 2 wunderschön-rootsige Reggaestücke und ein kleiner Abstecher in die Gefilde von Drum&Bass, nice!

"In Di Gettho" ist insgesamt ein sehr tanzbares Clubalbum, gut produziert und obwohl die Songs auf der Scheibe in sich eine Einheit bilden ist sie insgesamt so abwechslungsreich, dass sowohl die Massive als auch der Mainstream damit was anfangen kann. Big Up!

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